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Wer Berufsfeuerwehrmann werden möchte (oder Berufsfeuerwehrfrau) sieht sich einer besonderen Herausforderung gegenüber. Die Berufsfeuerwehrausbildung ist keine gewöhnliche Lehrstelle. Doch nie waren die Chancen, einen Job bei der Feuerwehr zu ergattern so hoch wie heute. Der Bedarf an Nachwuchs ist groß. Die Möglichkeiten für eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr sind vielfältig: Ob direkt nach der Schule als duale Ausbildung oder als reine Berufsfeuerwehr-Ausbildung, eine handwerkliche Ausbildung ist längst nicht mehr überall zwingend Bedingung.

Berufsfeuerwehr Ausbildung: 12 Dinge, die Ihr wissen müsst

 



Digitalfunk Feuerwehr: Seit einigen Jahren ist das Thema Digitalfunk bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) relevant. Die Umstellung von analoger auf digitale Technik bringt Vor- un Nachteile mit sich. Wir klären auf.

Digitalfunk Feuerwehr: Verstanden – Ende

Seit der Projektierung und Einführung im Jahr 2006 funken immer mehr Feuerwehren digital. Die Umstellung hat bei vielen Nutzern auch für Unmut gesorgt. Ein wesentlicher Grund dafür sei der weitgehend stabile Einsatz des Analogfunks über viele Jahre, erklärt Harald Schulenberg, Leiter des Sachgebiets Kommunikationstechnik der Feuerwehr Bremen.

Erwartungen, die an den Digitalfunk gestellt werden, könnten bis heute nicht abschließend erfüllt werden, sagt der Berufsfeuerwehrmann. Als Gründe nennt er zum Beispiel fehlende bundesweite Regelungen zum Senden des Status sowie dem Umgang mit Not-, Hilfe- und Katastrophen-ruf per Funkgerät.

Symbolfoto: Christian Patzelt

Bilanz nach 3 Jahren Digitalfunk bei der Feuerwehr Bremen

Trotzdem zieht Schulenberg 3 Jahre nach der Einführung der digitalen Technik in Bremen eine positive Bilanz. Bereits im Februar 2011 waren die Umrüstung der Fahrzeuge der nichtpolizeilichen BOS der Stadt Bremen und die Anbindung an die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Bremen (FRLSt) abgeschlossen.

Nach mehreren Praxis- beziehungsweise Stresstests “war zu erwarten, dass mit dem System verlässlich und in guter Qualität gefunkt werden kann”, meint der Sachgebietsleiter. “Der eigentliche Wert zeigt sich im Alltag aber in Funktionserweiterungen, die zum einen den Disponenten und Einsatzkräften die Arbeit erleichtern und zum anderen den Hilfesuchenden zugutekommen.”

Die spürbarste Veränderung für Feuerwehrleute im Einsatz ist die verbesserte Sprachqualität im Sprechfunk. Die neue Technik filtert störende Geräusche zum Beispiel von Motoren und Pumpen sowie Windgeräusche heraus. Darüber hinaus ist der Funkverkehr abhörsicher. Die Vertraulichkeit bei personenbezogenen Informationen bleibt bei verschlüsselter Datenübertragung gewahrt.

Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung von Sprache ist die Überprüfbarkeit ihres Inhalts auf mögliche Übertragungsfehler. Durch bestimmte Sicherheitsmechanismen innerhalb des Übertragungsprotokolls kann das empfangende Funkgerät Übertragungsfehler bis zu einem bestimmten Maß erkennen und verlustfrei kompensieren.

Funktionsbezogene Programmierung möglich

“Beim Einsatzstellenfunk ist jetzt eine funktionsbezogene Programmierung möglich”, sagt Schulenberg. Die Funkgeräte können eindeutig dem Maschinisten, dem Angriffstrupp oder dem Gruppenführer zugeordnet werden. In diesem Fall kann der Einsatzleiter sehen, wer gerade funkt oder bei wem zum Beispiel ein Tastenklemmer vorliegt – und kann eingreifen. Wichtig ist diese bessere Kontrolle auch für die Atemschutzüberwachung.

Doch bevor ein Trupp in ein Gebäude vorgeht, sollte dessen richtige Zuteilung zu einer Funkgruppe getestet werden, warnt Schulenberg. Weil die Funkgeräte wie Handys über GPS-Funktion verfügen, können einzelne Geräte beziehungsweise Kräfte und Trupps geortet werden.

“In Gebäuden gibt es allerdings nur eine eingeschränkte Netzversorgung”, erklärt Oliver Liese, Funkbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg (NI). Eine Möglichkeit, die Reichweiten von Funkgeräten zu vergrößern, sind so genannte Repeater (Verstärker). “Ist an einer Einsatzstelle ein Funkgerät mit Repeater vorhanden und wird dieses im Bereich des Gebäudeeingangs positioniert, ist die Inhouse-Versorgung gut”, weiß Liese aus Erfahrung. “Unser Netz ist noch nie zusammengebrochen”, bestätigt Schulenberg den Vorteil eines Sprechfunkgerätes mit Repeater-Funktion an der Einsatzstelle.

Positiv wertet der Sachgebietsleiter die Notruffunktion der Digitalfunkgeräte. Er bemängelt aber die fehlende Möglichkeit einer Pulsüberwachung. Diese habe er bei der ersten Generation von digitalen Geräten bereits erwartet. Es sei wünschenswert, einen Atemschutzgeräteträger aus einem Innenangriff holen zu können, bevor er umkippt, mein Schulenberg.

Flexible Zuteilung von Funkkanälen

Ein weiterer Vorteil des Digitalfunks liegt in der flexiblen Zuteilung der Funkkanäle. Während im bisherigen Funksystem jede Organisation ihre eigenen Kanäle starr betrieben hat, werden im neuen Funksystem sämtliche Funkkanäle zu einem großen gemeinsamen Bündel zusammengefasst.

Aus diesem Bündel heraus werden die einzelnen Organisationen je nach Bedarf bedient. Die Funkkanäle können so effizienter und flexibler genutzt werden. Benötigt eine Organisation vorübergehend zusätzliche Kanäle, müssen diese nicht mehr von anderen ausgeliehen werden.

Nachteilig wirkt sich bei der neuen Technik auch die Zeitverzögerung beim Einschalten aus. Es dauert 8 bis 12 Sekunden, bis sich ein digitales Funkgerät ins Netz eingeloggt hat. Bei der Umstellung von neun Ortsfeuerwehren der Stadt Bückeburg und bei einem Praxistest im Landkreis Schaumburg hat der Funkbeauftragte einen weiteren Nachteil festgestellt. “Sollten zu viele Funkgeräte gleichzeitig eingeschaltet werden, kann sich die Einlogzeit sogar verdoppeln”, sagt Liese.

Neue Technik, neue Kosten

Die Umstellung auf Digitalfunk hat für die beteiligten BOS enorme Kosten verursacht. Trotz Zuschüsse der jeweiligen Landkreise an ihre Kommunen haben selbst Gemeinden mit wenigen Ortsfeuerwehren Ausgaben im hohen fünfstelligen Bereich zu tragen. Weil viele Kommunen die Finanzierung auf mehrere Jahre verteilt haben, verzögerte sich die Beschaffung der neuen Geräte in einigen Feuerwehren ebenfalls um mehrere Jahre.

Ist die neue Technik da, beginnt die wichtigste Phase für Einsatz- und Führungskräfte: nämlich die Ausbildung. Da analoge und digitale Funkgeräte nicht kompatibel sind, muss der Einbau der Geräte in die Einsatzfahrzeuge einer Gemeinde beziehungsweise eines Landkreises möglichst zeitgleich erfolgen.

Ausbildung im Bereich Digitalfunk Feuerwehr

Deshalb steht den Feuerwehrleuten nur ein bestimmtes Zeitfenster zur Verfügung, um sich mit der neuen Technik vertraut zu machen. Vorbereitende theoretische Schulungen, gefolgt von praktischen Übungsdiensten – sobald die Umstellung erfolgt ist – sind daher unerlässlich. “Natürlich muss die Ausbildung im Bereich Digitalfunk stetig fortgeführt werden, denn von der Grundeinweisung alleine kann ich noch kein Gerät perfekt bedienen. Hier müssen im Vorfeld schon Ausbildungspläne erstellt werden, damit alle Kameraden auf dem gleichen Wissensstand sind”, weiß Liese.

Umfangreiches Informationsmaterial rund um das Thema Digitalfunk bieten außer den Feuerwehrverbänden zum Beispiel der Bundesverband Professioneller Mobilfunk e.V. (PMeV). Er ist ein Zusammenschluss aus Anbietern und Anwendern von Kommunikationssystemen für den mobilen professionellen Einsatz. Der PMeV bietet Herstellern, Anwendern und Bedarfsträgern unter www.pmev.de eine neutrale Dialogplattform zur Bewertung von Technologien und zur Erörterung von Chancen und Risiken technischer Lösungen und Konzepte.

Eine Einführung sowie fortführende Infos bietet die Bundesanstalt für Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS).

[1965]


Die Drehleiter ist immer noch das wichtigste Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr.

Die Drehleiter der Feuerwehr Wanzleben. Foto: Buchenau

Die Drehleiter im Dienst der Feuerwehr

Die Drehleiter dient:

  • zur Sicherstellung des zweiten in der Bauordnung geforderten Rettungswegs für die Bewohner,
  • als Angriffs- und Rettungsweg für die eigenen Kräfte (Stichwort: Anleiterbereitschaft),
  • zur Brandbekämpfung und Abriegelung von oben,
  • zum Transport von Patienten für den Rettungsdienst,
  • als Arbeitsplattform bei Einsätzen der Technischen Hilfeleistung, zum Beispiel Sturmeinsätze,
  • zum großflächigen, blendfreien Ausleuchten von Einsatzstellen,
  • als Kran für Lasten bis zirka 4.000 Kilogramm,
  • als Anschlagpunkt für Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen.

Drehleiter vs. Hubarbeitsbühne

Zwei große Pluspunkte hat die Drehleiter nach wie vor gegenüber den Hubarbeitsbühnen: Zum einen die kurze Rüstzeit von nur 90 Sekunden, in denen die Leiter abgestützt, aufgerichtet, um 90 Grad gedreht und voll ausgefahren werden kann.

Zum zweiten die maximale Masse von 16 Tonnen für die schwerste Standardleiter, die DLAK 23/12, wodurch sie auf allen Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen für die Feuerwehr genutzt werden kann.

In den vergangenen Jahren haben die Drehleitern eine weitere rapide technische Aufwertung erfahren, wodurch sie nahezu alle Vorteile bieten, die auch eine HAB aufweisen kann: permanente Wasser- und Stromversorgung sowie Scheinwerfer am Korb, leistungsfähige Lastösen, Aufnahmemöglichkeiten für Rollstühle sowie Schwerlasttragen und damit verbunden maximale Lastkapazitäten von 500 Kilogramm im Korb, Multifunktionssäulen für Rollgliss, Überdrucklüfter, Lichtquellen und Monitore. Außerdem sind sie in Sachen Arbeitsbereiche durch die Einführung von Gelenkarmen – zum Teil sogar teleskopierbar – und vergrößerten Arbeitsbereichen auch bei der Erreichbarkeit schwieriger Einsatzorte den HABn mittlerweile gleichwertig.

DIN 14043

In der DIN 14043 „Hubrettungsfahrzeuge für die Feuerwehr – Drehleitern mit kombinierten Bewegungen“ geht es um die so genannten Automatik-Drehleiter. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Bewegungen Aufrichten, Ausfahren und Drehen gleichzeitig möglich sind. So steht die Normbezeichnung DLAK 23/12 für eine automatische Drehleiter mit Korb, die eine Nennrettungshöhe von 23 Metern bei einer Nennausladung von 12 Metern ermöglicht. Dieser Drehleitertyp ist das in Deutschland am häufigsten eingesetzte Hubrettungsfahrzeug. Weiter nennt die Norm noch die kleineren DLAK 12/9 sowie 18/12 sowie deren Ableger DLA für eine Drehleiter ohne Korb.

Diese spielen aber in Deutschland genauso wenig eine Rolle wie die halbautomatischen Drehleitern, bei denen die Bewegungen nur nacheinander gefahren werden können. Daneben umfasst die DIN 14043 auch Leiterklasse ab 30 bis zu 56 Metern. Auf der Interschutz 2015 in Hannover stellten die beiden bedeutendsten Firmen in diesem Segment eine 64-Meter-Leiter (Rosenbauer, bis dahin Metz Aerials) und eine 68-Meter-Leiter (Magirus) vor.

Insgesamt enthält die europäische Norm jedoch keine Leistungsklassen, sondern sicherheitstechnische Festlegungen. Erst im nationalen Teil werden zur Anwendung empfohlene Drehleitertypen und die Standardbeladung aufgeführt. Der Normausschuss NA 031-04-08 AA „Hubrettungsfahrzeuge“ empfiehlt eine Truppbesatzung (1/2) sowie zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft auch bei beengten Verhältnissen eine Mindestbelastbarkeit des Rettungskorbs von zwei Einsatzkräften bei einer Abstützbreite von weniger als 4,5 Metern. Nur so ließen sich die den Typen zugeordneten Nennrettungspunkte erreichen. Des Weiteren wird empfohlen, eine Fahrzeugbreite von 2,5 Metern nicht zu überschreiten.

Drehleitern bestehen aus einem Fahrgestell, dem Podium mit Geräteräumen und einem kraftbetätigten Ausleger in Form einer Leiter mit oder ohne Rettungskorb. Der Motor des Fahrgestells erzeugt auch die für den Betrieb des Hubrettungssatzes notwendige Energie über eine am Nebenantrieb angeflanschte Ölpumpe. Dies ermöglicht es, alle Bewegungen ohne Winkelbegrenzung der Drehbewegung auszuführen.

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Auf Youtube und Vimeo veröffentlichen Feuerwehren Videos – insbesondere Imagefilme und Clips über Einsatzfahrten und Übungen. Mittlerweile können in fast allen populären sozialen Netzwerken Videos gepostet werden: Facebook, Twitter, Instagram und Co. Diese Videos lassen sich widerum auf Internetseiten bequem einbetten, müssen nicht mehr extra hochgeladen werden.


Das Feuerwehr-Magazin ist die auflagenstärkste Feuerwehrzeitschrift im deutschsprachigen Europa. Zwölf Hefte und zwei Sonderhefte werden jedes Jahr in der Redaktion erstellt. Täglich veröffentlicht die Redaktion News auf feuerwehrmagazin.de, Postings in Facebook und Instagram, Tweets auf Twitter und regelmäßig Videos auf YouTube.

 





Für den Personentransport nutzen Feuerwehren Mannschaftstransportwagen (MTW). Diese Feuerwehrautos werden häufig nur mit MW abgekürzt beziehungsweise als Mannschaftstransportfahrzeuge (MTF) bezeichnet.

Genutzt werden Sieben-, Acht- und Neunsitzer. Mannschaftstransporter der Feuerwehr auf Ford Transit.

Aufgebaut werden MTW der Feuerwehr auch auf Opel Movano und Renault Trafic. Einige Feuerwehren setzen auch auf Umnutzungen, beispielsweise alte Einsatzleitwagen (ELW) 1 und Notarzt-Einsatzfahrzeugen (NEF) zu MTW umzurüsten.

Einen hohen Nutzwert haben die MTW für die Jugendfeuerwehr – für die Mobilität im Ort ohne eine Löschfahrzeug in Beschlag zu nehmen sowie die Fahrten zu Ausflügen und Zeltlagern.

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Ein Rüstwagen ist nach DIN 14555-3 ein Feuerwehrfahrzeug mit einer feuerwehrtechnischen Beladung, einem betriebsbereit ein- oder angebauten Lichtmast, einer eingebauten und vom Fahrzeugmotor angetriebenen maschinellen Zugeinrichtung sowie einem ebenfalls vom Fahrzeugmotor angetriebenem Generator. Rüstwagen sind nach der Norm keine selbstständige Einheit, sondern werden in der Regel mindestens zusammen mit einem wasserführenden Löschfahrzeug eingesetzt.

Der Rüstwagen als Normfahrzeug der Feuerwehr

Die Besatzung der Rüstwagen besteht nach Norm aus einem Trupp (1/2), mindestens aber aus einem Fahrzeugführer und einem Maschinisten. Das Personal stellt in erster Linie das Material für den Einsatz der Löschfahrzeug-Besatzung zur Verfügung. Dabei werden in erster Linie Lagen größeren Umfangs abgedeckt, so zum Beispiel:

  • Lkw-Unfälle,
  • Rettung aus Höhen und Tiefen,
  • Versorgung von Stromverbrauchern, zum Beispiel bei Unwettereinsätzen,
  • Unfälle auf Baustellen,
  • Unfälle im Schienenverkehr,
  • Gebäudeeinstürze,
  • Öleinsätze,
  • schwere Betriebsunfälle,
  • Technische Hilfeleistung bei Großschadensereignissen,
  • Technische Hilfeleistung bei Brandeinsätzen sowie
  • Unterstützung bei Gefahrguteinsätzen (CBRN).

Für Rüstwagen werden in der Regel serienmäßige Lkw-Fahrgestelle verwendet. Sie müssen mit einer Truppkabine als Serienkabine ausgestattet sein. Pro Person ist für die Unterbringung der persönlichen Ausrüstung ein Stauraum von mindestens 50 Litern vorzusehen. Der Geräteraum darf in mehrere, einzeln zugängliche Räume unterteilt sein. Ist eine Dachbeladung vorhanden, so muss das Dach bei aufgelegter Beladung begehbar sein. Dazu muss eine Aufstiegsmöglichkeit vorhanden sein.

Rüstwagen der Feuerwehr Achim. Foto: Preuschoff
Rüstwagen der Feuerwehr Achim. Foto: Preuschoff

Es ist eine maschinelle Zugeinrichtung einzubauen, die mindestens eine Nennzugkraft von 50 Kilonewton (kN) erbringt und nach vorn eingesetzt werden kann. Auf Wunsch ist auch eine Zugeinrichtung mit einer Leistung von 80 Kilonewton möglich. Für deren Betrieb muss am vorderen und hinteren Koppelmaul die zulässige Zugkraft entsprechend 50 Kilonewton beziehungsweise 80 Kilonewton betragen. Denn das Koppelmaul dient auch als Festpunkt bei zweisträngigem Zug. Der zulässige Schrägzugwinkel muss dann 10 Grad nach unten sowie jeweils 10 Grad nach links und rechts betragen. Auf Wunsch des Bestellers darf die Zugein-richtung auch nach hinten eingesetzt werden können. Der RW muss über einen eingebauten Stromerzeuger verfügen, der eine Leistung von mindestens 22 Kilovoltampere (kVA) erbringt. Hierfür sind auch ein Schaltschrank sowie neben den 230-Volt-Steckdosen eine Steckdose 32 Ampere/400 Volt einzubauen. Ein Lichtmast muss am Fahrzeug an- oder eingebaut sein. Er muss mindestens über zwei Flutlichtstrahler mit einer Leistung von je 1.500 Watt oder Strahler anderer Bauart mit einer vergleichbaren Leistung verfügen. Sie müssen um 40 Grad nach oben und unten neigbar sowie nach jeder Seite um jeweils 180 Grad drehbar sein. Diese Bewegungen muss der Bediener vom Boden aus steuern können. Die Lichtpunkthöhe des Mastes soll zwischen 5.500 und 6.000 Millimeter betragen Im Geräteaufbau darf ein Schraubstock mit einer Backenbreite von mindestens 135 Millimetern vorhanden sein. Hierfür ist eine Montagemöglichkeit für ergonomisches Arbeiten vorzusehen.

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Die Norm ist mittlerweile überarbeitet worden. Wichtige Gründe zur Überarbeitung der Norm sind die Anpassung an den Stand der Technik, die Aufnahme einer Ladebordwand auf Kundenwunsch sowie der Wegfall der Ölwehrbeladung als Pflichtbeladung. Zudem werden Erläuterungen zur maschinellen Zugeinrichtung sowie zu Anschlagmitteln aufgenommen.

Fahrzeug-Daten Rüstwagen nach Norm

  • Fahrzeugtyp: RW
  • Antriebsart: Allradantrieb*
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 8.600 mm
  • Breite: 2.550 mm
  • Höhe: 3.300 mm
  • Zulässige Gesamtmasse: 14.000 kg **
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846: M
  • Besatzung: 1/2
  • Anhängerkupplung: ungebremst 1.500 kg, gebremst 3.500 kg, mit durchgehender Bremsanlage, mindestens 14.000 kg ***

*Es müssen Sperren an allen Differenzialen vorhanden sein. Eine automatische Getriebeschaltung wird empfohlen. Besondere Anforderungen für Wasserdurchfahrten sind zu vereinbaren. **In Bayern gilt eine max. zulässige Gesamtmasse von 16.000 kg. ***Auf Wunsch des Bestellers darf bei durchgehender Bremsanlage für kurzzeitige Bergungseinsätze – zum Beispiel das Wegschleppen aus dem Gefahrenbereich – die 1,5-fache Anhängelast der zulässigen Gesamtmasse möglich sein. Für den Betrieb der maschinellen Zugeinrichtung muss eine Feststellbremse eingebaut sein, die auf alle vier Räder wirkt.

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In unserem Branchenguide - einer großen Firmendatenbank - präsentieren wir die Unternehmen der Feuerwehrbranche.

Bei einem Tanklöschfahrzeug (TLF) handelt es sich um ein Löschfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Einrichtung zu schnellen Wassergabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter sowie einer feuerwehrtechnischen Beladung für einen Trupp. Vorrangigen Aufgabe sind die Bereitstellung von Löschwasser abseits befestigter Wege und Ausbringung von großen Mengen Löschwasser. Nach aktueller Norm gibt es drei Tanklöschfahrzeuge: TLF 2000, TLF 3000 und TLF 4000.

TLF 2000

Die Bezeichnung TLF 2000 steht für ein Tanklöschfahrzeug mit mindestens 2.000 Liter Löschwasservorrat (bei einem besonders kompakten Fahrgestell ist auch eine Reduzierung auf 1.800 Liter zulässig), Truppbesatzung (1/2), einem optionalen fest montierten Werfer und einer Gesamtmasse von maximal 10.000 Kilogramm. Damit entspricht es der Klasse L oder M. Es ist durch seine kompakte Bauweise als Nachfolger für das TLF 8/18 geeignet. Mit ihm soll dem Bedarf nach einem TLF entsprochen werden, dass sich insbesondere für die Waldbrandbekämpfung eignet. Daher wurde 2011 eine zusätzliche Beladung für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung in die Norm aufgenommen. Als Fahrgestell kommen nur allradgetriebene und geländefähige Kraftfahrzeuge in Frage. In Deutschland ist das überwiegend der Mercedes Unimog. In der Kabine müssen drei Personen Platz finden. Eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-1000 muss im Fahrzeug eingebaut und mit einem A-Sauganschluss sowie mit zwei absperrbaren B-Druckabgängen ausgestattet sein. Sie muss über ein Umschaltorgan für Tank- und Saugbetrieb verfügen. Absperrorgane, die pneumatisch oder elektrisch fernbedienbar sind, müssen ohne zusätzlich anzubringende Hilfsmittel manuell betätigt werden können. Ein eingeschränkter Fahr- und Pumpenbetrieb (Pump & Roll) muss gleichzeitig möglich sein.

Zur schnellen Wasserabgabe dienen entweder zwei Druckschläuche C 42-15 oder zwei Druckschläuche D 25-15, die im hinteren rechten Geräteraum in Buchten gelagert werden. Angekuppelt sein sollen je nach verwendeter Schlauchgröße ein Hohlstrahlrohr C mit einer Durchflussmenge von maximal 235 l/min oder ein Hohlstrahlrohr D mit einer Durchflussmenge von maximal 100 l/min. Die Druckschläuche müssen sich schnell und einfach mit der Feuerlöschkreiselpumpe verbinden lassen, das Strahlrohr muss aus dem rechten hinteren Geräteraum entnommen werden können. Alternativ darf auch eine Schnellangriffseinrichtung für Wasser eingebaut sein. Sie kann aus 50 Meter formstabi-lem Feuerlöschschlauch DN 25 oder 30 Meter formstabilem Feuerlöschschlauch DN 33 bestehen. Zur Wasserabgabe darf wahlweise ein C-Hohlstrahlrohr mit einer maximalen Durchflussmenge von 235 l/min oder ein D-Hohlstrahlrohr mit einer maximalen Durchflussmenge von 100 l/min verwendet werden. Diese Schnellangriffseinrichtung muss im hinteren rechten Geräteraum angeordnet und mit der Feuerlöschkreiselpumpe verbunden sein sowie abgesperrt werden können. Das Strahlrohr muss angekuppelt sein und aus dem hinteren rechten Geräteraum entnommen werden. Wird eine Schaumausrüstung mitgeführt, muss die mitgeführte Schaummittelmenge einen mindestens 10-minütigen Einsatz eines Kombischaumrohrs M4/S4-B ermöglichen. Eine Druckzumischanlage ist zulässig. Ein fest eingebauter Behälter muss während des Schaumeinsatzes befüllt werden können. Hierzu darf eine Schaummittelpumpe verendet werden. Ihr Förderstrom richtet sich nach dem größten eingebauten Verbraucher sowie der verwendeten Schaummittelart.

Dieses TLF 2000 auf Mercedes Unimog U 5000 von Schlingmann besitzt die FF Neuharlingersiel (NI). Entgegen der Norm verfügt dieses Fahrzeug über eine Staffelkabine. Foto: Preuschoff

Sofern ein aufgebauter Wasserwerfer vorhanden ist, empfiehlt die Norm eine einstellbare Durchflussrate von ma-ximal 400 l/min. Der Werfer ist mittig zur Fahrzeugbreite sowie möglichst weit vorn anzuordnen. Soll er manuell bedient werden, ist eine 0,4 x 0,5 Meter messende Standfläche freizuhalten. Diese kann sich auch in der Kabine befinden (Dachluke). Auf dem Dach ist ein Anschlagpunkt für den Karabiner des Feuerwehr-Sicherheitsgurtes vorzusehen. Der Werfer muss über einen Schwenkbereich von 240 Grad sicher bedient werden können. Eine Beleuchtung der begehbaren Dachfläche muss vorhanden sein. Neben der Standardbeladung, die komplett vorhanden sein muss, kann eine Zusatzbeladung für Waldbrände vorgesehen werden. Sie ist obligatorisch, wenn das TLF 2000 als Waldbrandfahrzeug verwendet werden soll.

Fahrzeug-Daten eines genormten TLF 2000

  • Fahrzeugtyp: TLF 2000
  • Antriebsart: Allradantrieb, Differenzialsperren an beiden Achsen und in Längsrichtung 1
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 6.300 mm
  • Breite: 2.300 mm **
  • Höhe: 3.100 mm ***
  • Zulässige Gesamtmasse: 10.000 kg
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846: L, M
  • Feuerlöschkreiselpumpe: FPN 10-1000, 1.000 l/min bei 10 bar
  • Löschwassertank: mindestens 2.000 l ****
  • Besatzung: 1/2
  • Anhängerkupplung: auf Wunsch des Bestellers
  • Schleppvorrichtung: vorne und hinten

*Single-Bereifung mit gleicher Spurbreite an Vorder- und Hinterachse empfohlen. Ein ausgewogenes Achslastverhältnis ist anzustre-ben. **Wenn es die örtlichen Gegebenheiten erlauben, ist auch eine Breite von 2.500 mm zulässig. ***Gemessen bei Leermasse, jedoch mit aufgelegter Dachbeladung. ***Bei einem besonders kompakten Fahrgestell ist eine Reduzierung auf 1.800 l zulässig.

TLF 3000

Genau wie das TLF 2000 eignet sich auch das etwas größere und 4.000 Kilogramm schwerere TLF 3000 für die Waldbrandbekämpfung. Daher kann es ebenfalls zusätzlich mit einer Beladung für die Wald- und Flächenbrandbekämpfung ausgerüstet sein. Als Fahrgestell kommen auch hier nur allradgetriebene und geländefähige Kraftfahrzeuge in Frage. In der Kabine müssen drei Personen Platz finden.

Das neue Erstangriffsfahrzeug der FF Bremervörde stammt aus dem Hause Rosenbauer. Aufgebaut ist das TLF 3000 auf einem MAN TGM 18.340 4×4. Foto: Köhlbrandt

Entscheidende Unterschiede gegenüber dem 2000er sind beim TLF 3000 der bis zum 3.000 Liter fassende Löschwassertank sowie die Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-2000 mit einer Leistung von 2.000 l/min bei 10 bar.

Fahrzeug-Daten eines genormten TLF 3000

  • Fahrzeugtyp: TLF 3000
  • Antriebsart: Allradantrieb, Differenzialsperren an beiden Achsen und in Längsrichtung *
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 7.500 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.300 mm **
  • Zulässige Gesamtmasse: 14.000 kg
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846: L, M
  • Feuerlöschkreiselpumpe: FPN 10-2000, 2.000 l/min bei 10 bar
  • Löschwassertank: mindestens 3.000 l
  • Besatzung: 1/2
  • Anhängerkupplung: auf Wunsch des Bestellers
  • Schleppvorrichtung: vorne und hinten

*Single-Bereifung mit gleicher Spurbreite an Vorder- und Hinterachse empfohlen. **Gemessen bei Leermasse, jedoch mit aufgelegter Dachbeladung.

TLF 4000

Mit dem TLF 4000 sollen die Aufgabenbereiche der ehemaligen TLF 20/40, TLF 20/40-SL sowie des seit 2007 nicht mehr genormten TLF 24/50 abgedeckt werden. Gegenüber dem TLF 20/40 hat das TLF 4000 eine höhere zulässige Gesamtmasse, die insbesondere der erweiterten Ausstattung sowie den zusätzlichen Sonderlöschmitteln (Pulver, Kohlendioxid) geschuldet ist. Hat das Fahrzeug Löschpulver an Bord, wird es einsatztaktisch mit der Bezeichnung PTLF kenntlich gemacht. Da Kohlendioxid-Löschanlagen deutlich seltener eingebaut werden, wurde auf eine eigene Bezeichnung verzichtet. Als Fahrgestell kommen straßen- oder geländefähige Lkw in Frage. Es ist eine ausreichende Gewichtsreserve vorhanden, um Pulver- oder Kohlendioxid-Löschanlagen und größere Schaummittel- und Löschwasserbehälter einzubauen. Bei Verwendung von 18-Tonnen-Fahrgestellen kann es zu Einschränkungen beim Einsatz außerhalb befestigter Wege und auf Feuerwehr-Zufahrten kommen. Neben dem mindestens 4.000 Liter fassenden Löschwassertank muss ein Schaummittelbehälter eingebaut werden. Sein Inhalt muss mindestens 500 Liter betragen. Über eine Deckelöffnung muss er auch aus Kanistern befüllt werden können. Seine Schaummittel-Entnahmeleitung ist so zu verlegen, dass sie möglichst nahe am Behälter ein Absperrorgan enthält und in jeweils einem D-Anschluss außerhalb der Geräteräume bei den B-Abgängen rechts und links endet. Hier sind ebenfalls Absperrorgane einzubauen.

TLF 4000 der Feuerwehr Uelzen. Foto: Buchenau

Eine Druckzumischanlage (DZA) oder eine Druckluftschaumanlage (DLS) ist zulässig. Dann können die in der Standardbeladung geforderten Zumischer und Ansaugschläuche entfallen. Ein fest eingebauter Schaummittelbehälter muss auch während des Schaumeinsatzes befüllt werden können. Hierzu darf eine Schaummittelpumpe verwendet werden. Ihr Förderstrom richtet sich nach dem größten eingebauten Verbraucher sowie der verwendeten Schaummittelart. Auf dem Dach muss ein Schaum-Wasser-Werfer mit einem Schaumstrahlrohr aufgebaut sein, das eine Durch-flussrate von 1.600 l/min bei 8 bar ermöglicht. Er ist in Bezug auf die Fahrzeugbreite mittig sowie möglichst weit vorn anzuordnen und muss während verhaltener Fahrt betrieben werden können. Soll er manuell bedient werden, ist eine 0,4 x 0,5 Meter messende Standfläche freizuhalten. Diese kann sich auch in der Kabine befinden (Dachluke). Auf dem Dach ist ein Anschlagpunkt für den Karabiner des Feuerwehr-Sicherheitsgurtes vorzusehen. Der Wer-fer muss über einen Schwenkbereich von 240 Grad sicher bedient werden können. Eine Beleuchtung der begehbaren Dachfläche muss vorhanden sein. Horizontal muss der Schaum-Wasser-Werfer mindestens 120 Grad zu jeder Seite geschwenkt werden können. Weiter soll er mindestens 60 Grad nach oben sowie zirka 15 Grad nach unten geneigt werden können. Wasser oder Schaum müssen bei größtmöglicher Neigung nach unten innerhalb eines Abstands von 15 Metern vor der Stoßstange des Fahrzeugs auftreffen. Auf Wunsch des Bestellers darf eine Selbstschutzanlage vor Vorder- und Hinterachse montiert werden. Sie besteht aus Flächensprühdüsen, die die Fahrbahn sowie gefährdete Teile des Fahrgestells schützen. Ihr Betrieb muss ebenfalls während verhaltener Fahrt möglich sein. Zudem sollte die Zuleitung zum Federspeicher gegen direkte Flammeneinwirkung geschützt werden.

Fahrzeug-Daten eines genormten TLF 4000

  • Fahrzeugtyp: TLF 4000 *
  • Antriebsart: Allradantrieb empfohlen mit Differenzialsperre an der Hinterachse, bei Allradantrieb zusätzlich an der Vorderachse und in Längsrichtung **
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 8.000 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.300 mm ***
  • Zulässige Gesamtmasse: 18.000 kg ****
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846: M, S
  • Feuerlöschkreiselpumpe: FPN 10-2000, 2.000 l/min bei 10 bar
  • Löschwassertank: mindestens 4.000 l
  • Schaummittelbehälter: mindestens 500 l
  • Besatzung: 1/2
  • Anhängerkupplung: auf Wunsch des Bestellers
  • Schleppvorrichtung: vorne und hinten

*Bei einer zusätzlich eingebauten Pulverlöschanlage heißt das Fahrzeug PTLF 4000. **Bei der Verwendung von Single-Bereifung wird gleiche Spurbreite an Vorder- und Hinterachse empfohlen. ***Falls es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, ist auch eine Höhe von 3.500 mm möglich, gemessen bei Leermasse, jedoch mit aufgelegter Dachbeladung. ****Das TLF 4000 ist auch mit 15.000 kg zulässige Gesamtmasse darstellbar. Die Überschreitung des Höchstwertes von 10 t bei der Achslast ist zulässig.

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Einsätze nach Starkregen gehören generell zum Alltag der Feuerwehr. Wird die Feuerwehr zu einem Einsatz “Keller unter Wasser” alarmiert, ist die Lage jedoch genauso unklar wie bei einem Brand. Und auch die Gefahren dürfen nicht unterschätzt werden.Einsätze nach Starkregen gehören generell zum Alltag der Feuerwehr. Wird die Feuerwehr zu einem Einsatz “Keller unter Wasser” alarmiert, ist die Lage jedoch genauso unklar wie bei einem Brand. Und auch die Gefahren dürfen nicht unterschätzt werden.

Elektro-Gefahren beim Einsatz von Tauchpumpen

Selbst bei einem vermeintlichen Standardeinsatz “Keller unter Wasser” in einem Wohngebäude kann eine erhebliche bis lebensbedrohliche Gefährdung durch überflutete Elektroinstallationen und -geräte für Einsatzkräfte bestehen, welche diese nicht erkennen können.

Daher gilt insbesondere: Bereiche mit überfluteten elektrischen Installationen und -geräten nicht betreten.  Zunächst die Spannungsfreiheit herstellen (lassen), beispielsweise durch den Netzbetreiber.  Schaltelemente in überfluteten Bereichen dürfen durch elektrotechnische Laien nicht bedient werden.

Nur die auf den Einsatzfahrzeugen zur Verfügung gestellte, genormte und geprüfte Ausrüstung (zum Beispiel Stromerzeuger, Kabeltrommel, Tauchpumpe) benutzen.  Achtung bei Photovoltaikanlagen und Solarstromspeichern im überfluteten Bereichen.

Hier ist eine schnelle Spannungsfreischaltung häufig nicht möglich. Tim Pelzl, Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Einen weiteren Hinweis liefert auch die Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF): Verwendung von elektrischen Pumpen der Feuerwehr möglichst nur an Stromerzeugern der Feuerwehr.

Sollte dies aufgrund der Einsatzsituation nicht realisierbar sein und es muss beispielsweise die Hausstromversorgung genutzt werden, darf der Anschluss nur über einen Personenschutzschalter (Nennstrom von maximal 30 Milliampere, allpolige Abschaltung, Schutzleiterüberwachung, Schutzart IP 54) erfolgen. Er muss nahe an der Stromentnahmestelle installiert werden.

Weitere Hinweise aus der Fachempfehlung: Tauchpumpe nicht in explosionsgefährdeten Bereichen einsetzen.  Keine brennbaren Flüssigkeiten, Säuren, Laugen, Lösemittel mit der Tauchpumpe fördern.  Tauchpumpe nicht am Stromkabel zu Wasser lassen.

Zu den Gefahren für die Mannschaft zählen auch die Schadstoffe, die sich im Wasser befinden. So sollten die Schläuche und Geräte, die im Wasser liegen, nie ohne Handschuhe – bestenfalls mit Gummihandschuhen – angefasst werden.

Es gilt, die Schläuche nach dem Fördern von Schmutzwasser in die Schlauchwäsche zu geben. Alle anderen Geräte sind ausreichend mit klarem Wasser zu spülen beziehungsweise zu desinfizieren (besonders bei fäkalienbelastetem Wasser).

Einsätze effektiv und schnell abarbeiten

Nach der Feststellung der Gefahren an der Einsatzstelle sollte sich der Einheitsführer in der Erkundung folgende Frage stellen: Wie ist das Wasser in den Keller hineingekommen?

Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass es zeitnah auch über den gleichen Weg wieder abläuft. Sofern nur das Rückschlagventil des Bodenablaufs defekt ist, kann das Wasser, nachdem sich der Rückstau in der Kanalisation abgebaut hat, wieder normal hierüber entweichen. Außerdem muss der Einheitsführer die Wasserhöhe ermitteln.

Der Einsatz einer Tauchpumpe ist in der Regel nur bei einem Wasserstand von über 8 Zentimetern möglich. Sollte er sich darunter befinden, liegt es im Ermessen der Feuerwehr, wie hoch der Schaden ist, den das Wasser anrichten kann. Hier gilt es zu unterscheiden zwischen Wohnräumen und reinen Lagerkellern.

Aber natürlich können auch in Letzteren Werte lagern. Nach dieser Erkundung richtet sich die Entscheidung, ob ein Einsatz der Feuerwehr überhaupt möglich beziehungsweise nötig ist. Für die Positionierung der Tauchpumpe sollte die tiefste Stelle – bestenfalls ein Schacht oder ähnliches – gewählt werden.

Um den Wasserstand an der Tauchpumpe hochzuhalten, können die Einsatzkräfte mit Kehrwerkzeug das Wasser in die Richtung schieben. Eine sehr gute Idee ist auch, zusätzlich eine Barriere um die Pumpe zu schaffen, damit das Wasser sich dort sammelt.  Um das Wasser optimal nach draußen zu fördern, darf die C-Schlauchleitung keine Knicke haben. Und die Feuerwehr muss darauf achten, wohin sie das Wasser fördert. Lässt sie es nah am Einsatzobjekt wieder in die Kanalisation laufen, kann ein Kreislauf entstehen. Und je nach Wassertiefe: Wathose nicht vergessen.

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