Rüstwagen

Ein Rüstwagen ist nach DIN 14555-3 ein Feuerwehrfahrzeug mit einer feuerwehrtechnischen Beladung, einem betriebsbereit ein- oder angebauten Lichtmast, einer eingebauten und vom Fahrzeugmotor angetriebenen maschinellen Zugeinrichtung sowie einem ebenfalls vom Fahrzeugmotor angetriebenem Generator. Rüstwagen sind nach der Norm keine selbstständige Einheit, sondern werden in der Regel mindestens zusammen mit einem wasserführenden Löschfahrzeug eingesetzt.

Der Rüstwagen als Normfahrzeug der Feuerwehr

Die Besatzung der Rüstwagen besteht nach Norm aus einem Trupp (1/2), mindestens aber aus einem Fahrzeugführer und einem Maschinisten. Das Personal stellt in erster Linie das Material für den Einsatz der Löschfahrzeug-Besatzung zur Verfügung. Dabei werden in erster Linie Lagen größeren Umfangs abgedeckt, so zum Beispiel:

  • Lkw-Unfälle,
  • Rettung aus Höhen und Tiefen,
  • Versorgung von Stromverbrauchern, zum Beispiel bei Unwettereinsätzen,
  • Unfälle auf Baustellen,
  • Unfälle im Schienenverkehr,
  • Gebäudeeinstürze,
  • Öleinsätze,
  • schwere Betriebsunfälle,
  • Technische Hilfeleistung bei Großschadensereignissen,
  • Technische Hilfeleistung bei Brandeinsätzen sowie
  • Unterstützung bei Gefahrguteinsätzen (CBRN).

Für Rüstwagen werden in der Regel serienmäßige Lkw-Fahrgestelle verwendet. Sie müssen mit einer Truppkabine als Serienkabine ausgestattet sein. Pro Person ist für die Unterbringung der persönlichen Ausrüstung ein Stauraum von mindestens 50 Litern vorzusehen. Der Geräteraum darf in mehrere, einzeln zugängliche Räume unterteilt sein. Ist eine Dachbeladung vorhanden, so muss das Dach bei aufgelegter Beladung begehbar sein. Dazu muss eine Aufstiegsmöglichkeit vorhanden sein.

Rüstwagen der Feuerwehr Achim. Foto: Preuschoff
Rüstwagen der Feuerwehr Achim. Foto: Preuschoff

Es ist eine maschinelle Zugeinrichtung einzubauen, die mindestens eine Nennzugkraft von 50 Kilonewton (kN) erbringt und nach vorn eingesetzt werden kann. Auf Wunsch ist auch eine Zugeinrichtung mit einer Leistung von 80 Kilonewton möglich. Für deren Betrieb muss am vorderen und hinteren Koppelmaul die zulässige Zugkraft entsprechend 50 Kilonewton beziehungsweise 80 Kilonewton betragen. Denn das Koppelmaul dient auch als Festpunkt bei zweisträngigem Zug. Der zulässige Schrägzugwinkel muss dann 10 Grad nach unten sowie jeweils 10 Grad nach links und rechts betragen. Auf Wunsch des Bestellers darf die Zugein-richtung auch nach hinten eingesetzt werden können. Der RW muss über einen eingebauten Stromerzeuger verfügen, der eine Leistung von mindestens 22 Kilovoltampere (kVA) erbringt. Hierfür sind auch ein Schaltschrank sowie neben den 230-Volt-Steckdosen eine Steckdose 32 Ampere/400 Volt einzubauen. Ein Lichtmast muss am Fahrzeug an- oder eingebaut sein. Er muss mindestens über zwei Flutlichtstrahler mit einer Leistung von je 1.500 Watt oder Strahler anderer Bauart mit einer vergleichbaren Leistung verfügen. Sie müssen um 40 Grad nach oben und unten neigbar sowie nach jeder Seite um jeweils 180 Grad drehbar sein. Diese Bewegungen muss der Bediener vom Boden aus steuern können. Die Lichtpunkthöhe des Mastes soll zwischen 5.500 und 6.000 Millimeter betragen Im Geräteaufbau darf ein Schraubstock mit einer Backenbreite von mindestens 135 Millimetern vorhanden sein. Hierfür ist eine Montagemöglichkeit für ergonomisches Arbeiten vorzusehen.

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Die Norm ist mittlerweile überarbeitet worden. Wichtige Gründe zur Überarbeitung der Norm sind die Anpassung an den Stand der Technik, die Aufnahme einer Ladebordwand auf Kundenwunsch sowie der Wegfall der Ölwehrbeladung als Pflichtbeladung. Zudem werden Erläuterungen zur maschinellen Zugeinrichtung sowie zu Anschlagmitteln aufgenommen.

Fahrzeug-Daten Rüstwagen nach Norm

  • Fahrzeugtyp: RW
  • Antriebsart: Allradantrieb*
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 8.600 mm
  • Breite: 2.550 mm
  • Höhe: 3.300 mm
  • Zulässige Gesamtmasse: 14.000 kg **
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846: M
  • Besatzung: 1/2
  • Anhängerkupplung: ungebremst 1.500 kg, gebremst 3.500 kg, mit durchgehender Bremsanlage, mindestens 14.000 kg ***

*Es müssen Sperren an allen Differenzialen vorhanden sein. Eine automatische Getriebeschaltung wird empfohlen. Besondere Anforderungen für Wasserdurchfahrten sind zu vereinbaren. **In Bayern gilt eine max. zulässige Gesamtmasse von 16.000 kg. ***Auf Wunsch des Bestellers darf bei durchgehender Bremsanlage für kurzzeitige Bergungseinsätze – zum Beispiel das Wegschleppen aus dem Gefahrenbereich – die 1,5-fache Anhängelast der zulässigen Gesamtmasse möglich sein. Für den Betrieb der maschinellen Zugeinrichtung muss eine Feststellbremse eingebaut sein, die auf alle vier Räder wirkt.

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