Feuerwehr München setzt auf Muskelkraft

Hau ruck! Straßenbahn wieder eingegleist

München – Mittwochabend kollidierte der Fahrer eines Audi in der Schwere-Reiter-Straße mit einer Straßenbahn – oder ganz offizielle auch Tram genannt – der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Verletzt wurde niemand. Aber drei Drehgestelle der Tram sprangen aus den Schienen.

Und hau ruuuuuck! Während ein Rüstwagen an der Bahn zieht, schieben und drücken Feuerwehrleute der BF München den Tram-Wagen von der Seite wieder ins Gleis. (Bild: Branddirektion München)

Nach dem Unfall konnten alle Insassen sowie der Fahrer der Tram die Bahn unverletzt verlassen. Auch dem Audi-Fahrer passierte zum Glück nichts. Die Leitstelle der MVG meldete den Unfall an die Berufsfeuerwehr München. Nach einer kurzen Erkundung beschloss der Einsatzleiter, die Bahn wieder eingleisen zu lassen. Dazu wurde der Zug mit einem Rüstwagen gezogen, während die Einsatzkräfte von Feuerwehr und MVG seitlich schoben. Der Versuch gelang: Etwa eineinhalb Stunden wurde gezogen, geschoben und gedrückt – dann stand die Tram wieder auf den Schienen.

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Die erste Tram in München fuhr am 21. Oktober 1876 zwischen Promenadenplatz und Mailingerstraße – als Pferdebahn mit offenen und geschlossenen zweiachsigen Wagen. Elektrifiziert wurde sie bereits ab 1895. Im Jahr 1964 erreichte das Streckennetz mit 134 Kilometern seine größte Ausdehnung. In den 70er-Jahren gab es eine Diskussion, die Tram komplett einzustellen. Das passierte zum Glück nicht. Heute werden knapp 180 Haltestellen im 10- oder 20-Minuten-Takt sowie auf einigen Nachtlinien bedient.

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