Hamburg – Schwere Kollision zwischen einer Rangierlok der Deutschen Bahn (DB) und einem Linienbus der Hochbahn in Hamburg: Dabei ist im Stadtteil Wilhelmsburg ein Mensch getötet worden, neun erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Wahrscheinlich hatte der Busfahrer auf seiner Fahrt der Rangierlok trotz des Rotlichts für ihn an dem unbeschrankten Bahnübergang die Vorfahrt genommen. Die 80 Tonnen schwere Lok schleuderte den Bus herum, drückte ihn zwischen der Lok sowie einem Mast des Lichtsignals und dem Fundament eines Stromkastens ein.
Feuerwehrleute mehrerer Wachen arbeiteten zusammen, um den eingeklemmten Busfahrer zu befreien. Anschließend mussten sie die Leiche eines eingeklemmten Fahrgastes bergen. (Bild: Jann)
Gegen 15:40 Uhr waren am Freitag bei Feuerwehr und Polizei mehrere Notrufe vom Unfallort an der Nippoldstraße eingegangen. Die Straße verläuft unweit der Technik- und Umweltschutzwache (F 32) der Feuerwehr Hamburg unterhalb der Köhlbrandbrücke. Es wurde mit dem Stichwort THZugGManV10 (Technische Hilfeleistung mit Zug in großem Umfang mit Massenanfall an Verletzten von bis zu zehn Patienten) ausgelöst.
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Als wenig später die ersten Kräfte von F 32 sowie den Feuer- und Rettungswachen Wilhelmsburg (F 34) und Harburg (F 31) am Einsatzort ankamen, lagen Patienten teilweise schwerst verletzt auf der Straße. Der Busfahrer war mit lebensgefährlichen Verletzungen kompliziert eingeklemmt, ein Patient mit deutlichen Todeszeichen klemmte zwischen dem Bus und der Lok. Die Fahrzeuge waren nebeneinander zum Stehen gekommen.
Insgesamt waren 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort, sie kümmerten sich um die Versorgung der Verletzten und die Befreiung des Busfahrers. Diese gestaltete sich technisch anspruchsvoll. Dabei kam Material von zwei Hamburger Löschfahrzeugen (HLF 20), einem Gerätewagen Rüst (GW-Rüst 2) sowie eines Abrollbehälters Rüst zum Einsatz. Nach etwa zwei Stunden startete ein Rettungswagen mit Notarztbegleitung mit dem Busfahrer Richtung Klinik. Anschließend wurde die Leiche geborgen und an einen Bestatter übergeben.
Die Nippoldstraße und umliegende Bereiche mussten für den Großeinsatz durch ein massives Polizeiaufgebot abgesperrt werden, was auch zu Staus auf der stark frequentierten Köhlbrandbrücke führte. Auf einer Kreuzung am Neuhöfer Damm landete zudem der Rettungshubschrauber „Christoph 29“ mit Personal des Hamburger Bundeswehrkrankenhauses.
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Unverletzte Fahrgäste und Zeugen wurden von einem Kriseninterventionsteam in einem bereitgestellten Bus vor Ort betreut. Die Polizei erklärte den Unfallort zum Tatort und startete eine umfangreiche Spurensicherung. Ermittelt wurde wegen fahrlässiger Tötung.
An dem Bahnübergang hatte es erst im Juli 2025 einen Zusammenstoß gegeben. Damals hatte eine Rangierlok einen Sattelzug gerammt, der daraufhin umstürzte. Aus dem geladenen Tankcontainer traten 17.000 Liter Sojaöl aus. Damals gab es drei verletzte Personen. Und schon im Februar 2018 hatte ebenfalls an dieser Stelle ein Lok einen Laster gerammt.