Ausbildung & Personal
Feuerwehr Hamburg stoppt Workup-Programm für 2027
Hamburg – Mit Kampagnen wie „Feuer im Herzen“ versucht die Feuerwehr Hamburg seit Jahren, Nachwuchs für den Beruf des Feuerwehrmannes oder der Feuerwehrfrau zu begeistern. Denn es muss dringend ein Defizit ausgeglichen werden. Doch obwohl jetzt zusätzliche Feuer- und Rettungswachen gebaut werden, für die zusätzliches Personal benötigt wird, wurde eine der Ausbildungsmöglichkeiten gestoppt: Das Programm „Workup“, das Notfallsanitätern aus den eigenen Reihen oder anderen Interessierten mit abgeschlossener Berufsausbildung die Möglichkeit zur Ausbildung zu Feuerwehrleuten bietet, wurde aus dem Programm genommen.
(Bild: Jann)
Mit einer lapidaren Bemerkung dazu weist die Feuerwehr Hamburg auf den sozialen Netzwerken ihrer Karriereabteilung darauf hin: „Infolge veränderter Rahmenbedingungen wurden Maßnahmen zur Personalanpassung umgesetzt, in 2027 werden keine freien Workup-Lehrgangsplätze zur Verfügung stehen“, heißt es in den Veröffentlichungen. Hintergrund nach Informationen von feuerwehmagazin.de: Geldnot. Nur noch eigene Kräfte werden ausgebildet, externe Bewerber bleiben außen vor.
„Wir bedauern dies sehr, insbesondere da uns bewusst ist, dass die Feuerwehr Hamburg in diesem Punkt die Erwartungshaltung von vielen von euch nicht erfüllen kann“, schreibt die zweitgrößte deutsche Berufsfeuerwehr weiter. Und: Man hoffe, dass es zu einem späteren Zeitpunkt eine Möglichkeit für Interessierte geben wird, doch noch einsteigen zu können.
Wie kurzfristig das „Workup“-Programm gestoppt wurde, zeigte sich für einige Bewerber erst am Tag des angesetzten Sporttests: Statt zu zeigen, was sie sportlich draufhaben, wurden die Bewerber nach Hause geschickt. Da war der Traum mit der Ausbildung zum Brandmeister innerhalb der Feuerwehr Hamburg geplatzt. In den sozialen Medien hagelt es daran Kritik. Und neben der Gewerkschaft Ver.di äußert selbst der Personalrat der Feuerwehr deutliche Kritik – vor allem an der schlechten Kommunikation.
Ver.di spricht von „großer Demotivation beim Nachwuchs“. Das würde zu einer höheren Belastung des vorhandenen Personals führen, klagt die Gewerkschaft. „Mit Entsetzen müssen wir die Nachrichten aus dem Hause Feuerwehr bezüglich einer Anpassung der Lehrgangsplanung zur Kenntnis nehmen. Dies basiert Gerüchten nach auf einer Haushaltslücke in Höhe eines sehr hohen zweistelligen Millionenbetrags, welche in den kommenden zwei Jahren geschlossen werden muss“, heißt es in einer Mitteilung. Und, so Ver.di: „Dem aktuell kurz vor der Abschlussprüfung befindlichen NotSan-Lehrgang hat man unmissverständlich mitgeteilt, dass man diese nicht im feuerwehrtechnischen Dienst benötigt. Deutlicher kann man junge Menschen nicht demotivieren.“
Nun räche sich, dass der Feuerwehr vom rot-grünen Senat über die vergangenen Jahre nicht ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt wurden und zum anderen, dass der im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen vorgesehene Stellenzuwachs nicht mit Finanzmitteln hinterlegt wurde. „Wir fordern die Politik und insbesondere die Behördenleitung auf, die Finanzlücke zu schließen und somit die Ausbildung dringend benötigten Personals sicherzustellen“, heißt es.
Die Ausbildung zum Brandmeister würde 18 Monate dauern, die Auszubildenden würden laut Homepage „im praktischen und theoretischen Unterricht an unserer Feuerwehrakademie in Feuerwehrtechnik und Einsatztaktik ausgebildet“, „praktische Erfahrungen auf dem Löschzug und auf den Rettungswagen an den Feuer- und Rettungswachen sammeln“ und „den Beamtenstatus auf Widerruf die Ausbildung durchlaufen“. Das Interesse daran war in den vergangenen Jahren immer groß. 2025 hatte die Feuerwehr Hamburg 111 Bewerber eingestellt.
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