Zivile Verteidigung

Bevölkerungsschutz-Pakt: Ohne Feuerwehren funktioniert es nicht

Berlin – Mit dem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ hat das Bundeskabinett einen Modernisierungsschub für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung auf den Weg gebracht. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) begrüßt den Beschluss, macht aber deutlich: Ohne eine starke Beteiligung der Feuerwehren werde die Umsetzung nicht funktionieren.

Der Verband begrüßt den beschlossenen „Pakt für den Bevölkerungsschutz“, fordert zugleich aber eine stärkere Einbindung der Feuerwehren bei der Umsetzung.

Mit dem Pakt will die Bundesregierung den Bevölkerungsschutz und die Zivile Verteidigung umfassend weiterentwickeln. Für den Deutschen Feuerwehrverband ist der Beschluss ein wichtiges Signal. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse betont jedoch, dass die Feuerwehren bei den nächsten Schritten eine zentrale Rolle übernehmen müssten.

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Positiv bewertet der Verband unter anderem die geplante Selbsthilfe-Ausbildung an Schulen, den Ausbau des bundesweiten Warnsystems mit einem Mix verschiedener Warnmittel, die Einrichtung eines „Steuerungsstabes Kommando Zivile Verteidigung“ auf Bundesebene, den Ausbau der Alarmplanung sowie ein gemeinsames digitales Lagebild für den Bevölkerungsschutz.

Bereits Ende März hatte der Deutsche Feuerwehrverband in einem Positionspapier eine umfassende Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes gefordert. Im Mittelpunkt standen dabei veränderte Anforderungen durch Krisen- und Verteidigungsszenarien sowie die Rolle der Feuerwehren im Bevölkerungsschutz. Das Feuerwehr-Magazin hatte die zentralen Forderungen zusammengefasst.

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Aus Sicht des Verbandes müssen nun Kernkompetenzen definiert und die dafür notwendigen Fähigkeiten den jeweiligen Organisationen zugeordnet werden. Dabei seien die fachlichen und reaktiven Fähigkeiten der beteiligten Akteure zu berücksichtigen.

Im bereits veröffentlichten Positionspapier beschreibt der DFV die Feuerwehren aufgrund ihrer hohen Mitgliederzahlen, ihrer flächendeckenden Präsenz und ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit als Schlüsselkomponente des Bevölkerungsschutzes. Mit rund einer Million Einsatzkräften stellten sie die stärkste Komponente im System dar. Besonders im Bereich chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren sieht der Verband ihre Einbindung als unverzichtbar an.

Außerdem verweist der DFV auf das derzeit entwickelte System sogenannter Fähigkeitsmodule. Bislang wurden 40 Fähigkeiten definiert, die länderübergreifend angefordert werden könnten. Das System könne kurzfristig fehlende Strukturen im Zivilschutz kompensieren.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Moin. Die Komentare finde ich alle gut, aber ich kann das auch nicht mehr hören wenn es gesagt wird ohne Feuerwehr läuft garnichts. Ich würde es sehr begrüßen wenn man sagen würde ohne UNS. und ich meine die Feuerwehr, DRK, JUH, Malteser, ASB……
    Ich bin auch NotSan im Rettungsdienst und KBL beim DRK, und wir können nicht alles aber das was wir können, können wir gut. Das heißt das Jeder der Organisation kein sein bestet beitragen aber nicht sich glwich in die Brust zu schlagen und zu sagen wir sind die besten.

    Mit Kameradschaften Grüßen

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  2. Es ist sehr erschreckend,da es noch Fotos meiner Tante gibt,in dem sie im Selbstschutz mit Helm,Gasmaske und Eimerspritze im Blaumann mit Koppel auf dem Schulhof zur Übung Feuer löschen musste.Das war 1943 in Hamburg kurz vor der Operation Gomorrha wo der RAF den Feuerwehren,dem LSHD Einheiten und dem Selbstschutz mal so richtig gezeigt hat was passiert wenn 1000 Bomber kommen und was sie ausrichten können.

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  3. Ich kann dem zustimmen.
    Gerade im CBRN Bereich sind viele Feuerwehren sehr gut aufgestellt, sowohl was die fachliche Kompetenz der Einsatzkräfte als auch was die technische Ausstattung angeht. Als Beispiel seien die CBRN Erdkundekraftwagen oder die Gerätewagen Messtechnik genannt.
    Ich, habe Chemieingenieurwesen studiert und bin CBRN Fachberater bei einer Feuerwehr. Auf der Ebene unserer Gebietskörperschaft haben wir eine CBRN Fachberater Bereitschaft, der Fachberater vom Dienst ist 24/7 erreichbar und er verfügt über einen Dienstwagen, der Dienst wechselt im Wochenrhythmus. Wir sind zur Zeit 8 Kolleginnen und Kollegen.
    Die Feuerwehren müssen zwingend in die Überlegung zum Thema eingebunden werden, wir sind vor Ort und kennen in der Regel unsere Alarm- und Ausrückebereiche und man kennt die Feuerwehr.

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  4. genauso sehe ich das auch, ich bin Ortsbrandmeister in der FFW, unser Fahrzeug ist der Kreisbereitschaft Zug 3 TH zugeteilt und bin zusätzlich im Gefahrgutzug (unter anderem auch CSA-Träger) unseres Landkreises. Dort bekommen wir jetzt den CBRN Erkunder und eventuell die Systemleitkomponente, ich bin Familienvater und Opa und arbeite im Gesundheitshandwerk in der kritischen Infrastruktur. Im Ernstfall Priorität 1 ist die Familie

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  5. Ihr habt beide mit euren Aussagen Recht.

    @Martin Halgasch:
    zu 1. deswegen ist es wichtig, dass gerade wir, die im BOS-System eingebunden sind, für uns und unsere Familien vorsorgen.

    zu 2. Doppelmitgliedschaften und Arbeit in der kritischen Infrastruktur sind natürlich eine Herausforderung, dies zum Beispiel abzuklären und darauf zu reagieren ist eine wichtige Aufgabe der Führungskräfte in den Organisationen vor Ort aber auch auf Landes- und Bundesebene. Und es gibt immer noch genug Mitglieder, die nur bei einer Organisation sind. Diese zu halten und weiter auszubilden muss ganz oben auf jeder Agenda stehen.

    Bei uns im ländlichen Raum Bayrisch-Schwabens funktioniert der Zusammenhalt auch in der Krise. Das habe ich schon mehrmals gesehen, zuletzt beim Hochwasser 2024. Das kann in urbanen Räumen anders sein, das kann ich nicht beurteilen.

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  6. Da hast du vollkommen Recht. Ich bin auch noch im Heimatschutz tätig und dort wird gnadenlos aussortiert wer in einer Interessenskollision stecken kann. Alle Mitwirkenden aus einer HiOrg haben militärisch keine Chance um eben die Schlagkraft zu erhalten, zumindest einigermaßen.

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  7. Punkt 1: Planer gehen oft theoretisch davon aus, dass Einsatzkräfte wie Rädchen im Getriebe funktionieren. Die Realität zeigt jedoch: Wenn die eigene Familie bedroht ist – sei es durch Krieg, flächendeckenden Stromausfall oder extreme Naturkatastrophen –, sorgt jeder Mensch (auch der pflichtbewussteste Retter) zuerst für die Sicherheit der eigenen Angehörigen.
    Punkt 2: ​Fehlende Absicherung der Familien: Solange es keine staatlichen Konzepte gibt, die sicherstellen, dass die Familien von Einsatzkräften während ihres Dienstes im Krisenfall geschützt und versorgt sind, wird die reale Verfügbarkeit von Einsatzkräften drastisch sinken.
    Punkt 3: Berufliche Priorisierung: Viele ehrenamtliche Feuerwehrleute arbeiten hauptberuflich im Rettungsdienst, bei Berufsfeuerwehren, in Krankenhäusern, der Pflege, bei der Polizei oder in der kritischen Infrastruktur (Strom, Wasser, IT).
    Der Kannibalisierungseffekt: Im Ernstfall können diese Personen nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Wenn du als Rettungsdienst-Mitarbeiter im Dauereinsatz bist, fehlt man in der Freiwilligen Feuerwehr als Zugführer. Das System “kannibalisiert” sich in einer echten Katastrophe selbst, weil dieselben Fachkräfte in mehreren Notfallplänen gleichzeitig fest eingeplant sind. Eine verlässliche bundesweite Erfassung, wer im Ernstfall wo Priorität hat, steckt in Deutschland nach wie vor in den Kinderschuhen.

    Will nicht schwarz malen … bin selber NotSan und Zugführer der Ffw ABER ich habe auch Familie und die stehen IMMER an erster Stelle. Und jetzt dürft ihr mich steinigen und mir sagen was ich für ein schlechter Mensch bin.

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