Trischen (SH) – Auf der Vogelinsel Trischen bei der Dithmarscher Nordseeküste ist am späten Mittwochabend die Schutzhütte des Vogelwartes vollständig niedergebrannt. Seenotretter brachten den 33-Jährigen nach Büsum, während Marineflieger Feuerwehrkräfte zur Brandbekämpfung auf die schwer erreichbare Insel flogen.
Ein Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger bringt Feuerwehrkräfte zur abgelegenen Einsatzstelle auf Trischen. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Gegen 22:20 Uhr ging die Meldung über den Brand ein. Die Hütte des Vogelwartes, des einzigen Bewohners der kleinen Nordseeinsel in der Meldorfer Bucht, brannte. Das von der DGzRS betriebene Maritime Rescue Co-ordination Centre Bremen alarmierte den Seenotrettungskreuzer Theodor Storm der Station Büsum.
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Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Dithmarschen meldete der Vogelwart den Vollbrand der Hütte der Leitstelle und teilte zunächst mit, dass er sich nicht in Gefahr befinde und unverletzt sei. Die Seenotretter nahmen Kurs auf die etwa sieben Seemeilen, rund zwölf Kilometer, entfernte Insel. Bereits auf See war Feuerschein sichtbar.
An der Nordspitze Trischens trafen die Seenotretter den Ornithologen an. Laut DGzRS hatte er sich dorthin geflüchtet, stand nur leicht bekleidet im Wasser und hielt mit seinem Handy Kontakt zu den Einsatzkräften. Die Besatzung der Theodor Storm setzte das besonders flachgehende Arbeitsboot Nis Puk aus und brachte den Mann an Bord des Seenotrettungskreuzers.
Schon bei der Anfahrt mit dem Seenotrettungskreuzer Theodor Storm ist der Brand auf Trischen zu erkennen. Die Hütte des Vogelwartes steht in Flammen. (Bild: Die Seenotretter – DGzRS)
Bei der medizinischen Erstversorgung ergab sich der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung. Die Seenotretter bestellten einen Rettungswagen zum Stationsgebäude der DGzRS nach Büsum. Gegen Mitternacht übergaben sie den Geretteten dort an den Rettungsdienst an Land, der ihn zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus brachte.
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Parallel klärten die Einsatzkräfte, wie Personal und Material auf die abgelegene Insel gelangen konnten. Nach Angaben des KFV Dithmarschen fiel die Entscheidung, Feuerwehrkräfte mit einem Hubschrauber einfliegen zu lassen, weil die Feuerwehrbereitschaft Dithmarschen über Waldbrandausrüstung verfügt. Ein Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger brachte zunächst vier und anschließend fünf Einsatzkräfte nach Trischen.
Wasser konnten die Feuerwehrkräfte auf Trischen nicht einsetzen. Glutnester löschten sie mechanisch mit Werkzeugen wie Äxten, Schaufeln und Feuerpatschen ab. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Nach DGzRS-Angaben gehörten die eingeflogenen Feuerwehrleute zur Freiwilligen Feuerwehr Friedrichskoog und zum Löschzug Süd der Feuerwehrbereitschaft Dithmarschen Süd. Vor Ort löschten sie verbliebene Glutnester gezielt ab. Wasser setzten die Feuerwehrkräfte nicht ein, weil Schlauch- und Pumpmaterial nicht zur Einsatzstelle gebracht werden konnte. Die Brandbekämpfung erfolgte mechanisch mit Feuerpatschen, Schaufeln, Äxten und ähnlichem Werkzeug.
Die Schutzhütte wurde vollständig zerstört, außerdem brannten 350 Quadratmeter Grasland ab. Durch das Ablöschen der Glutnester verhinderten die Einsatzkräfte, dass sich das Feuer auf die trockene Vegetation ausbreitete und ein größerer Flächenbrand auf der Insel entstand.
Von der Schutzhütte des Vogelwartes blieben nur verkohlte Reste. Die Feuerwehr verhinderte eine weitere Ausbreitung in die Vegetation. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen)
Zur Einsatzzeit herrschten nordwestliche Winde mit vier bis fünf Beaufort, entsprechend etwa 30 km/h Windgeschwindigkeit. Die See war ruhig, die Sicht gut. Trischen gehört zur Gemeinde Friedrichskoog und liegt vor der Meldorfer Bucht, etwa 14 Kilometer vor der Dithmarscher Nordseeküste. Von März bis Oktober lebt dort ein Vogelwart des Naturschutzbundes (Nabu); in diesem Fall war es der 33-Jährige. Für andere Menschen besteht ein Betretungsverbot.