Weilrod (HE) – Bei Weilrod-Hasselbach (Hochtaunuskreis) hat am Dienstag ein Waldbrand rund 13.000 Quadratmeter Waldboden erfasst. Starker Wind erschwerte den Einsatz der Feuerwehr, rund 150 Einsatzkräfte stoppten die Ausbreitung. Auch Landwirte, Forstmaschinen und das DRK unterstützten die Arbeiten bis in die Nacht.
Luftaufnahme des Waldbrandes bei Weilrod-Hasselbach: 13.000 Quadratmeter Waldboden brannten. (Bild: 5VISION.NEWS)
Gegen 18 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehr Weilrod zu dem Waldbrand. Nach Angaben des diensthabenden Kreisbrandmeisters Valentin Reuter lautete das Einsatzstichwort zunächst „F Wald 1“, die niedrigste Alarmstufe für einen Waldbrand. Bereits kurz nach Einsatzbeginn gingen mehrere Notrufe aus dem gesamten Kreisgebiet ein. Einsatzkräfte mussten deshalb mehrere gemeldete Einsatzstellen kontrollieren, bevor sich Weilrod-Hasselbach als Haupteinsatzstelle bestätigte.
Anzeige
Der Rauch zog in weitere Teile des Hochtaunuskreises. In Weilrod und Grävenwiesbach kam es zu Rauch- und Geruchsbelästigung. Über die Warnapp Nina erschien für beide Kommunen eine Warnung der Stufe Gefahr, weil gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Brandrauch nicht ausgeschlossen werden konnten.
Im betroffenen Waldgebiet brannten rund 13.000 Quadratmeter Waldboden. Teilweise schlugen die Flammen nach Angaben der Feuerwehr bis zu drei Meter hoch. Personen kamen dort nicht zu Schaden. Als besondere Schwierigkeit beschrieb Kreisbrandmeister Reuter die Lage in einem relativ ungeschützten Hügelbereich. Durch den Wind breitete sich das Feuer vor allem zu Beginn immer wieder aus.
Zur Brandbekämpfung forderte die Feuerwehr zusätzliche wasserführende Fahrzeuge und überörtliche Löschzüge an. Der überörtliche Waldbrandzug der Freiwilligen Feuerwehr Usingen arbeitete in einem Einsatzabschnitt mit speziellem Handwerkzeug und Schlauchmaterial zur Vegetationsbrandbekämpfung. Der Einsatzleitwagen diente dem Einsatzabschnittsleiter als Führungsmittel. Außerdem setzte die Feuerwehr Usingen ihr Tanklöschfahrzeug im Pendelverkehr ein, um Löschwasser an die Einsatzstelle zu bringen.
Leichte Jacken – Fachbeitrag zur Schutzkleidung für die Vegetationsbrandbekämpfung. Risiken falscher PSA, Anforderungen an leichte Jacken sowie eine umfassende Marktübersicht mit aktuellen Modellen, Normen und Herstellerangaben.
Neben den Feuerwehren aus dem Hochtaunuskreis halfen zahlreiche Landwirte aus der Umgebung sowie zwei Forstmaschinen. Um 20:50 Uhr meldete der Kreisfeuerwehrverband Hochtaunus, dass die Feuerwehr die Ausbreitung gestoppt hatte – um 22:30 Uhr war der Brand gelöscht. Anschließend löschten Einsatzkräfte noch einzelne Glutnester. Die Forstmaschinen gruben den betroffenen Bereich großräumig um. Zusätzlich bauten Kräfte Kreisregner auf – groß dimensionierte Rasensprenger, wie der Kreisfeuerwehrverband Hochtaunus sie beschreibt –, um für die Nacht vorbereitet zu sein. Ein Großteil der Einsatzkräfte konnte die Einsatzstelle bereits verlassen.
Auch in Grävenwiesbach beschäftigte die Rauchsäule die Feuerwehr. Um 18:08 Uhr erfolgte eine Alarmierung zu einem gemeldeten Waldbrand zwischen Laubach und Heinzenberg. Vor Ort stellte sich die Meldung als Fehlalarm heraus. Um 18:40 Uhr kontrollierten Einsatzkräfte aus dem Bereitstellungsraum Laubach heraus eine weitere Meldung in Richtung Weilrod-Emmershausen. Auch dort stand die Wahrnehmung von Rauch und Brandgeruch im Zusammenhang mit dem Waldbrand bei Weilrod-Hasselbach.
Das DRK sicherte den Einsatz ebenfalls ab. Die Einsatzeinheit 5 mit Kräften aus Weilrod, Neu-Anspach und Schmitten rückte um 19:52 Uhr zu dem laufenden Feuerwehreinsatz aus. Insgesamt 17 Einsatzkräfte versorgten die Feuerwehr-Kameradinnen und -Kameraden aus dem Hochtaunuskreis mit Getränken, Brötchen, Spaghetti Bolognese und Snacks. Aus der Einsatzeinheit 4 stellte das Deutsche Rote Kreuz OV Friedrichsdorf einen ehrenamtlich besetzten Rettungswagen zur Ablösung des hauptamtlichen Rettungsmittels. Gegen 1 Uhr endete der DRK-Einsatz.
Vier Sonderhefte mit 448 Seiten Praxiswissen für Vegetationsbrand, Hochwasser und Unwetter plus Fahrzeugtechnik für den Waldbrand. Nur 19,90 € statt 44,30 €, limitiert bis 30.08.2026.
Die Gemeinde Weilrod appellierte am Mittwoch wegen anhaltender Hitze und Trockenheit zu besonderer Vorsicht. Demnach ist die Wald- und Vegetationsbrandgefahr im Hochtaunuskreis deutlich erhöht, zum kommenden Wochenende sollen die Temperaturen wieder steigen. Die Gemeinde bittet darum, bis auf Weiteres auf offenes Feuer an öffentlichen Grillplätzen, Feuerstellen und vergleichbaren Einrichtungen zu verzichten. Dazu zählt sie Grillen mit Holzkohle, Holz oder anderen festen Brennstoffen, Lagerfeuer, Feuerkörbe, Feuerschalen, Kerzen und andere offene Feuerquellen.
Außerdem verweist die Gemeinde darauf, dass im Wald ganzjährig Rauchverbot gilt. Fahrzeuge sollen nur auf ausgewiesenen Parkflächen stehen, nicht auf trockenem Gras oder Waldboden. Waldzufahrten und Rettungswege müssen frei bleiben.