Kiel (SH) – Für beschädigte Dächer nach Bränden oder Unwettern sollen Feuerwehren in Schleswig-Holstein künftig auf landesweit verteilte Notdächer zurückgreifen können. Die Provinzial Nord Brandkasse und der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein stellen dafür 69 Notdächer bereit. Sie sollen helfen, Gebäude kurzfristig gegen Regen, Wind und eindringende Nässe zu sichern.
Mit einer Drehleiter können die Einsatzkräfte ein Notdach anheben und für den Einsatz über einem beschädigten Gebäude vorbereiten. Solche Notdächer sollen künftig auch Feuerwehren in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen. (Bild: Provinzial)
Die Ausstattung ist für Einsätze gedacht, bei denen Dachflächen nach einem Brand oder Unwetter vorübergehend gesichert werden müssen. Bis ein Fachbetrieb die endgültige Reparatur übernehmen kann, sollen die Planen das Gebäude gegen Witterung schützen. Laut Projektpartnern eignen sie sich dafür auch über einen Zeitraum von mehreren Wochen.
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In Stellung gebracht werden die Notdächer über eine Drehleiter oder einen Kran. Dafür besitzen die Planen eine zentrale Öse zum Anschlagen sowie zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten an den Rändern. Zum Paket gehören 69 Notdächer und 69 Planen in unterschiedlichen Größen. Damit sollen die Feuerwehren auch bei einer „großen Lage“ auf mehrere passende Abdeckmöglichkeiten zurückgreifen können.
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Offiziell vorgestellt wurde das Projekt auf der Interschutz in Hannover, wo die Notdächer an den LFV Schleswig-Holstein übergeben wurden. Dort nahm auch die schleswig-holsteinische Innenministerin Magdalena Finke teil. Inzwischen steht fest, welche Feuerwehren im Land die Ausstattung erhalten sollen. Noch in diesem Jahr sollen die Notdächer an die ausgewählten Feuerwehren verteilt werden.
Projektübergabe mit Stefan Weber, Hauptabteilungsleiter Risk Engineering und Schadenverhütung bei der Provinzial, Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke, Provinzial-Vorstandsmitglied Sabine Krummenerl, Landesbrandmeister Jörg Nero und Volker Arp, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein. (Bild: LFV Schleswig-Holstein)
Landesbrandmeister Jörg Nero vom Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein sieht in dem Projekt eine Ergänzung für den Bevölkerungsschutz. Einsatzkräfte stünden häufig vor der Aufgabe, beschädigte Dächer kurzfristig sichern zu müssen. Mit den neuen Notdächern könnten Feuerwehren weitere Schäden an Gebäuden und Einrichtungen verhindern und Betroffenen Sicherheit geben.
Nach Angaben von Innenministerin Magdalena Finke sollen die Notdächer in den Kreis- und Stadtfeuerwehrverbänden sowie zusätzlich im Katastrophenschutzlager vorgehalten werden. Dadurch sollen sie im Einsatzfall ohne Zeitverlust dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Sie bezeichnete die Übergabe als praktischen Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in Schleswig-Holstein.
Über eine Drehleiter wird das Notdach über einer beschädigten Dachfläche ausgebreitet. Es soll Gebäude nach Bränden oder Unwetterschäden vor eindringender Nässe schützen. (Bild: Provinzial)
Die Provinzial investiert 80.000 Euro in die Notdächer für den Einsatz in Schleswig-Holstein. Auch die Landesfeuerwehrverbände Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz wurden mit Notdächern ausgerüstet, Nordrhein-Westfalen bereits 2025. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 300.000 Euro.