Erdbebenhilfe

Venezuela: @fire zurück, THW weiter im Einsatz

Caracas/La Guaira (Venezuela) – Nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela sind deutsche Katastrophenschützer weiter in die internationale Hilfe eingebunden. Während das Light-USAR-Team von @fire nach fünf Tagen nach Deutschland zurückgekehrt ist, koordiniert das THW gemeinsam mit der spanischen Search-and-Rescue-Einheit ERICAM einen großen Einsatzsektor nördlich von Caracas.

Einsatzkräfte mit Rettungshunden im Erdbebengebiet von Venezuela. Auch das THW war in die Suche und Koordination vor Ort eingebunden. (Bild: THW)

Die beiden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am Mittwoch, den 24. Juni, erschüttert. Nach einem internationalen Hilfeersuchen der venezolanischen Regierung entsandte das Technische Hilfswerk seine Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) in das Katastrophengebiet. Das 48-köpfige Team reiste mit vier Suchhundeteams und rund 15 Tonnen Ausstattung nach Venezuela. Zusätzlich wurden zwei THW-Kräfte zur Unterstützung der deutschen Botschaft entsandt.

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Seit Sonntagnacht koordiniert das THW nach eigenen Angaben gemeinsam mit ERICAM einen großen Einsatzsektor am Küstenstreifen nördlich von Caracas. Dort sind aktuell neben dem THW-Rettungsteam acht weitere Einheiten aus acht Ländern mit insgesamt rund 380 Einsatzkräften und 33 Hunden tätig. Parallel erkundet das THW-Team weitere Einsatzstellen.

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Bereits nach der Ankunft hatte die SEEBA Einsatzstellen erkundet, eine Base of Operation eingerichtet und sich bei den internationalen Koordinierungsstrukturen registriert. Am 28. Juni meldete das THW, dass Kräfte an einer Worksite in Caraballeda arbeiteten, an der eine verschüttete Person vermutet wurde. Neben Rettungshunden setzte das Team technische Ortungsgeräte ein. Um rund um die Uhr suchen zu können, arbeiteten die THW-Kräfte im Schichtsystem.

Auch @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland beteiligte sich an der ersten internationalen Such- und Rettungsphase. Zunächst brach ein zweiköpfiges Erkundungsteam nach Venezuela auf. Am Freitagmittag folgte ein 24-köpfiges Light-USAR-Team mit drei Rettungshunden an Bord eines Airbus A400M der Luftwaffe. Der Einsatz wurde vom Auswärtigen Amt finanziert und in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe, dem Bundesministerium der Verteidigung, dem THW und weiteren Partnern durchgeführt.

Das Light-USAR-Team von @fire war mit 24 Einsatzkräften und drei Rettungshunden nach Venezuela entsandt worden. (Bild: @fire)

Im Einsatzraum La Guaira arbeitete @fire innerhalb der Strukturen der United Nations International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG). Die Einsatzkräfte erkundeten systematisch Schadensgebiete im Rahmen von ASR2-Maßnahmen und führten an priorisierten Einsatzstellen Such- und Ortungsmaßnahmen nach ASR3 durch. Dabei kamen Rettungshunde und technische Ortungsgeräte zum Einsatz.

@fire-Kräfte an einer zerstörten Einsatzstelle im Erdbebengebiet von Venezuela. Trotz intensiver Suchmaßnahmen fand das Team keine verschütteten Überlebenden. (Bild: @fire)

Nach Angaben des THW war @fire dem Einsatzsektor zugeteilt, den das THW koordiniert. Als das Light-USAR-Team am Dienstagabend die Rückreise nach Deutschland antrat, unterstützten THW-Kräfte die Organisation der Rückreise und die Verladung des Materials. Am frühen Mittwochmorgen gegen 4 Uhr landete @fire auf dem Fliegerhorst Wunstorf.

Trotz intensiver Suchmaßnahmen konnte @fire nach eigenen Angaben keine verschütteten Überlebenden finden. Wegen der Lage und des hohen Einsatzaufkommens war das Team nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Dadurch konnten zusätzliche Erkundungen und Suchmaßnahmen durchgeführt sowie internationale Partner unterstützt werden.

Bei den Such- und Ortungsmaßnahmen arbeiteten @fire-Einsatzkräfte auch in schwer beschädigten Gebäudestrukturen. (Bild: @fire)

Mit dem Abschluss der ersten Such- und Rettungsphase verlagert sich der Fokus des internationalen Einsatzes nach Angaben von @fire auf technische Rettungsarbeiten, Bergungen, humanitäre Hilfe und Wiederaufbau. Light-USAR-Teams sind auf schnelle Lageerkundung, Erstsuche und leichte Rettungsarbeiten spezialisiert und beenden ihren Einsatz nach dieser Phase planmäßig.

Teamleiter Florian Zonker berichtete von einem Schadensbild, das selbst für erfahrene Einsatzkräfte außergewöhnlich gewesen sei. Zahlreiche Gebäude seien vollständig eingestürzt oder schwer beschädigt gewesen. Hinter jeder Einsatzstelle habe die Hoffnung gestanden, noch Überlebende zu finden. Auch wenn dies nicht gelungen sei, seien die Suchmaßnahmen wichtig gewesen, um Gewissheit zu schaffen und die internationale Einsatzleitung bei Entscheidungen zu unterstützen.

Die Bundeswehr stellte den strategischen Lufttransport für den Einsatz in Venezuela bereit. (Bild: THW | Schott)

Finanziert wurden die Einsätze von @fire und THW durch das Auswärtige Amt. Den strategischen Lufttransport stellte die Bundeswehr bereit.

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