Bonn (NW) – Das Technische Hilfswerk (THW) beteiligt sich am Forschungsprojekt BOSNET, das Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben beim Umgang mit digitaler Desinformation stärken soll. Bis Juni 2029 sollen unter anderem ein KI-basiertes Analysemodul und ein behördenübergreifendes Vernetzungstool entstehen.
Mitglieder des Virtual Operations Support Teams (VOST) des THW werten digitale Informationen an mehreren Monitoren aus. Die Erfahrungen der Einheit fließen in das Forschungsprojekt BOSNET ein. (Bild: THW)
Unter Leitung der Universität Potsdam untersucht das Projekt, wie Sicherheitsbehörden Verdachtsfälle bewerten und ihr Wissen über Desinformation organisationsübergreifend austauschen können. Das THW beteiligt sich als Behördenpartner an der Entwicklung praxisnaher Lösungen für den Bevölkerungsschutz.
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Dabei bringt die Einsatzorganisation die Erfahrungen ihres Virtual Operations Support Teams (VOST) ein. Die spezialisierte Einheit arbeitet im virtuellen Raum. Nach Angaben von THW-Präsidentin Sabine Lackner hat das Team in den vergangenen zehn Jahren Erkenntnisse aus Einsätzen gesammelt, die nun in das Forschungsprojekt einfließen sollen.
KI-Modul soll Desinformation erkennen
Das geplante Analysemodul soll mithilfe Künstlicher Intelligenz das Erkennen von Desinformation erleichtern. Ergänzend ist ein Vernetzungstool vorgesehen, das den BOS als Wissensdatenbank dienen soll.
Darin sollen Informationen zu bekannten Desinformationsfällen und zu den Reaktionen der beteiligten Behörden zusammengeführt werden. Diese Erkenntnisse sollen den Organisationen helfen, ihr eigenes Vorgehen bei entsprechenden Verdachtsfällen zu verbessern.
BOSNET befasst sich außerdem mit KI-generierten Falschinformationen und sogenannten Deepfakes. Das Projekt soll dazu beitragen, die Handlungsfähigkeit staatlicher Stellen im Umgang mit Desinformation und das Vertrauen in staatliche Institutionen zu stärken.
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Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben im Programm „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ mit rund 2,5 Millionen Euro.
Die Universität Potsdam koordiniert das Projekt. Weitere wissenschaftliche Partner sind die Universität Bamberg, die Universität Tübingen mit dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften sowie die Universität zu Köln. Als Wirtschaftspartner beteiligt sich die Virtimo AG.