Filderstadt (BW) – Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg (LFV BW) will die Feuerwehren am Aufbau und an der Ausgestaltung des geplanten Präsidiums Bevölkerungsschutz im Innenministerium beteiligen. Die Forderung reiht sich in eine breitere Debatte ein: Auch auf Bundesebene und in anderen Ländern bringen Feuerwehrverbände ihre Vorstellungen für neue Strukturen im Bevölkerungsschutz ein.
Symbolfoto: Rüffer
Zur künftigen Struktur des Präsidiums in Baden-Württemberg seien bislang keine näheren Informationen veröffentlicht worden, erklärt der LFV. Verbandspräsident Michael Wegel bietet dem Innenministerium deshalb die Mitarbeit des Verbandes beim Aufbau und bei der Ausgestaltung an.
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„Die Feuerwehren gehören im geplanten Präsidium Bevölkerungsschutz im Innenministerium mit an den Tisch“, fordert Wegel. Der LFV will nach eigenen Angaben die langjährige Erfahrung und fachliche Kompetenz der Feuerwehren in den weiteren Prozess einbringen.
Aus Sicht des Verbandes ist dabei auch die personelle Aufstellung entscheidend. Die im Koalitionsvertrag formulierten Ziele könnten nur erreicht werden, wenn das Präsidium zügig mit Experten aus dem Bevölkerungsschutz besetzt werde, so Wegel.
Als besondere Herausforderung nennt der LFV die Struktur des Katastrophenschutzes. Die dort eingesetzten operativen Kräfte gehörten nicht zu einer einheitlichen Behörde. Nach Auffassung Wegels müssen deshalb alle Organisationen im Bevölkerungsschutz frühzeitig eingebunden und koordiniert werden.
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Bereits im Mai hatte der DFV den „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ begrüßt und zugleich eine starke Beteiligung der Feuerwehren an dessen Umsetzung gefordert.
Auch auf Landesebene versuchen Feuerwehrverbände, geplante Veränderungen mitzugestalten. In Brandenburg begrüßte der Landesfeuerwehrverband die vorgesehene Reform des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes grundsätzlich, brachte aber auf elf Seiten eigene Änderungsvorschläge ein. Die Novelle sieht unter anderem neue Regelungen für Betriebsfeuerwehren, Drohneneinsätze und ehrenamtliche Einsatzkräfte vor. Mehr zur Reform in Brandenburg.
Parallel haben DFV, vfdb, AGBF und WFVD auf der Interschutz 2026 eine engere Zusammenarbeit angekündigt. Mit der „Hannoveraner Erklärung“ wollen die vier Organisationen eine gemeinsame Gesamtstrategie entwickeln und die Interessen des Feuerwehrwesens abgestimmter vertreten.
Vor diesem Hintergrund richtet sich die aktuelle Forderung aus Baden-Württemberg auf die konkrete Ausgestaltung des neuen Präsidiums: Der LFV will nicht erst mit der fertigen Struktur arbeiten, sondern bereits an ihrem Aufbau beteiligt werden.