Vorsorge für Hochwasserlagen

Sandsäcke im Akkord: Wenn Feuerwehr und THW zusammenspielen

Minstedt (NI) – Bis zu 2.600 Sandsäcke pro Stunde kann die in Minstedt, Kreis Rotenburg (Wümme), stationierte Sandsackfüllmaschine befüllen. Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein die Technik: Feuerwehr und THW müssen Befüllung, Materialnachschub, Palettierung und Abtransport aufeinander abstimmen. Genau dieses Zusammenspiel trainierten die Ortsfeuerwehr Minstedt und der THW-Ortsverband Kutenholz bei einem gemeinsamen Übungsdienst.

Feuerwehr und THW üben in einer Sandkuhle in Minstedt gemeinsam den Betrieb der dort stationierten Sandsackfüllmaschine. Neben der Befüllung müssen auch Weitertransport und Palettierung der Sandsäcke organisiert werden. (Bild: Stadtfeuerwehr Bremervörde)

Die Geräteeinheit wird im Einsatzfall gemeinsam von der Ortsfeuerwehr Minstedt und dem THW-Ortsverband Kutenholz betrieben. Sie gehört zu insgesamt 45 Einheiten, die das Land Niedersachsen als Reaktion auf die Erfahrungen des Weihnachtshochwassers 2023/24 für den Katastrophenschutz beschafft hat.

Anzeige

Zwei davon befinden sich im Kreis Rotenburg (Wümme): eine in Rotenburg und eine im Stadtgebiet Bremervörde. Die Bremervörder Einheit ist bei der Ortsfeuerwehr Minstedt stationiert.

Für die praktische Ausbildung am Montag, 31. August 2026, bauten Feuerwehr und THW die Geräteeinheit in einer Sandkuhle in Minstedt auf und stellten ihre Einsatzbereitschaft her. Die Ortsfeuerwehr verfügt bereits über Erfahrungen mit der Maschine und wies die Angehörigen des THW in Bedienung und Arbeitsabläufe ein.

Sonderhefte-Paket: Einsatzwissen Naturgefahren & Fahrzeuge

Vier Sonderhefte mit 448 Seiten Praxiswissen für Vegetationsbrand, Hochwasser und Unwetter plus Fahrzeugtechnik für den Waldbrand.

39,90 €
Lieferzeit: 2-3 Werktage
AGB

Im laufenden Betrieb zeigte sich, dass die mögliche Befüllleistung nur ein Teil des Systems ist. Die gefüllten Sandsäcke müssen kontinuierlich aufgenommen, auf Paletten verladen und abtransportiert werden. Gleichzeitig muss ausreichend Sand nachgeführt werden. Abhängig von den örtlichen Bedingungen kommen dafür unterschiedliche Fahrzeuge und Umschlaggeräte infrage.

Damit die einzelnen Arbeitsschritte ineinandergreifen, trainierten die Beteiligten diese Abläufe gemeinsam. Nach einer Besprechung unter Leitung von Ortsbrandmeister Jörg Wempen nahmen Feuerwehr und THW die Maschine in Betrieb und füllten Sandsäcke. Für den Übungsdienst stellte die Firma Jacobs aus Bremervörde eine Sandkuhle zur Verfügung.

An der Sandsackfüllmaschine greifen die einzelnen Arbeitsschritte unmittelbar ineinander. Sowohl die Bedienung der Anlage als auch die Abläufe rund um das Befüllen der Sandsäcke haben die Einsatzkräfte geübt. (Bild: Stadtfeuerwehr Bremervörde)

Welche Bedeutung abgestimmte Abläufe zwischen den Organisationen bei großflächigen Hochwasserlagen haben können, zeigte unter anderem auch die Flutkatastrophe 2021. Im Ahrtal arbeiteten Feuerwehr, THW und weitere Organisationen über Monate zusammen. Das THW übernahm dabei unter anderem technische und logistische Aufgaben.


Mehr zum Thema: Sandsäcke wie vom Fließband: THW erhält Sandsackfüllmaschine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert