Berlin – Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) will seine Expertise in den geplanten Steuerungsstab „Kommando Zivile Verteidigung“ einbringen. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die Mitarbeit des Verbandes und der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF Bund) in Deutschland angeboten. Eine Beteiligung ist bislang nicht bestätigt.
Karl-Heinz Banse, DFV-Präsident. Foto: Deutscher Feuerwehrverband | Neuhauser
Das Bundesinnenministerium richtet den Steuerungsstab zur Umsetzung des „Pakts für den Bevölkerungsschutz“ ein. Nach Darstellung Banses soll das Kommando zivile Behörden und die Bundeswehr im Verteidigungsfall enger miteinander vernetzen und deren Zusammenarbeit koordinieren.
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Der DFV-Präsident verweist in einem persönlichen Schreiben an Dobrindt auf die Kompetenzen der Feuerwehren. Mit mehr als einer Million Einsatzkräften bildeten sie das Rückgrat des deutschen Bevölkerungsschutzes.
Neben dem täglichen Brandschutz und der Technischen Hilfeleistung übernehmen die Feuerwehren flächendeckend Aufgaben im Katastrophenschutz. Banse nennt unter anderem die ABC-Gefahrenabwehr, den Hochwasserschutz und die Bewältigung von Großschadenslagen.
Auch die föderale Struktur, die enge Verbindung kommunaler Einrichtungen mit ehrenamtlichen Kräften sowie die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk (THW) zählt der DFV zu den Stärken des bestehenden Systems.
DFV fordert seit Monaten stärkere Einbindung
Bereits Ende März hatte der Verband in einem Positionspapier eine umfassende Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzesgefordert. Darin wies der DFV den Feuerwehren wegen ihrer Mitgliederstärke, ihrer flächendeckenden Präsenz und ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit eine Schlüsselrolle zu.
Im Mai begrüßte der Verband den vom Bund beschlossenen „Pakt für den Bevölkerungsschutz“, verlangte zugleich aber eine starke Beteiligung der Feuerwehren an dessen Umsetzung. Zu den vom DFV positiv bewerteten Vorhaben gehörte bereits damals die Einrichtung des Steuerungsstabes „Kommando Zivile Verteidigung“.
PDF-Download: Download: Zappenduster- Vorbereiten auf den Blackout
Zappenduster: Dieses E-Dossier zeigt, wie sich Feuerwehren auf einen länger andauernden Stromausfall vorbereiten können – von Notstrom über Kommunikation bis zur Notrufannahme.
Mit seinem aktuellen Schreiben konkretisiert Banse diese Forderung. Der DFV und die AGBF Bund könnten ihr Wissen und ihre Erfahrung in allen Themenfeldern bereitstellen und seien zur Mitarbeit in der Stabsstelle bereit.
Angesichts der sicherheitspolitischen Lage und der Zunahme extremer Wetterereignisse fordert der Verband seit Langem eine stärkere Einbindung der Feuerwehren. Zugleich müssten die Konzepte für Personal und Ausrüstung verbessert werden.
Ob und in welcher Form das Bundesinnenministerium das Angebot des DFV aufgreift, ist bislang offen.