Krefeld (NW) – Ein Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens im Krefelder Hafen hat am Mittwochabend einen stundenlangen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Wegen der massiven Rauchentwicklung warnte die Feuerwehr die Bevölkerung in mehreren Stadtteilen und löste Sirenenalarm aus. Auch überörtliche Kräfte unterstützten die Schadstoffmessungen.
Symbolfoto: Michael Rüffer
Bereits kurz nach der Alarmierung um 19:08 Uhr rückten beide Wachen der Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Feuerwehren Uerdingen und Gellep-Stratum zur Einsatzstelle aus. Vor Ort bestätigte sich eine starke Rauchentwicklung auf dem Gelände eines Recyclinghofs. Nach Angaben der Feuerwehr brannten rund 700 Tonnen Metallschrott.
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Während des Einsatzes setzte die Feuerwehr unter anderem eine Drehleiter, Drohnen zur Erkundung sowie Bagger ein. Das Brandgut musste auseinandergezogen werden, damit die Einsatzkräfte die Glutnester gezielt ablöschen konnten. Zeitweise waren mehr als 120 Kräfte im Einsatz. Unterstützung kam außerdem von der Werksfeuerwehr des Chemparks.
Die Rauchwolke zog vom Hafen aus in südliche Richtung über Gellep-Stratum hinaus bis in den Rhein-Kreis Neuss. Für Bereiche in Gellep-Stratum sowie Teile von Linn und Uerdingen schloss die Feuerwehr gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Rauchniederschlag zunächst nicht aus. Deshalb wurden die Menschen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Zusätzlich aktivierte die Stadt Warnmeldungen über Nina und löste Sirenenalarm aus.
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Parallel dazu liefen fortlaufend Schadstoffmessungen. Im Rahmen eines vorgeplanten NRW-Landeskonzeptes unterstützten Kräfte aus Wuppertal gemeinsam mit den Feuerwehren Düsseldorf, Solingen, Remscheid, Velbert und Mettmann den Einsatz. Fünf Erkundungsfahrzeuge und eine Führungseinheit lieferten Messwerte, auf deren Grundlage die Warnungen für die Bevölkerung angepasst wurden.
In der Nacht setzte die Feuerwehr weiter große Mengen Wasser ein. Am Donnerstagmorgen war der Brand größtenteils unter Kontrolle, gegen 8:30 Uhr meldete die Feuerwehr das Feuer als gelöscht. Danach liefen noch Nachlöscharbeiten. Die Warnungen wegen Geruchsbelästigung wurden im Laufe des Vormittags aufgehoben.
Nach Angaben von Welle Niederrhein mussten zwei Mitarbeiter des Unternehmens nach eigenen Löschversuchen ins Krankenhaus gebracht werden.