Internationaler Katastrophenschutz

NRW-Waldbrandmodul: So lief der Einsatz in den Niederlanden

Weert (Niederlande) – Über das EU-Katastrophenschutzverfahren angefordert, unterstützte ein Waldbrandmodul aus Nordrhein-Westfalen mehrere Tage lang bei Vegetationsbränden in den Niederlanden. Der Einsatz zeigt Ablauf, Taktik und Zusammenarbeit eines internationalen Moduls im Detail.

Das NRW-Waldbrandmodul wurde nach einem Hilfeersuchen der Niederlande über das europäische Katastrophenschutzverfahren entsandt. (Bild: Feuerwehr Bonn)

Am Abend des 30. April forderten die niederländischen Behörden Unterstützung über die Europäische Union an. Deutschland bot daraufhin das in Nordrhein-Westfalen stationierte Waldbrandmodul GFFF-V DE1 an. Bereits wenige Stunden später begannen die beteiligten Feuerwehren mit Planung und Organisation.

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Am 1. Mai um 6 Uhr setzte sich der Verband aus Kräften der Feuerwehren Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen in Bewegung. Die deutschen Einsatzkräfte starteten am Freitagmorgen mit 53 Kräften, 18 Fahrzeugen und drei Anhängern in Bonn. Beteiligt waren die Feuerwehren aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen. Ergänzt wurde der Verband durch Fachberater der Organisation @fire sowie eine Versorgungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe. Düsseldorf stellte unter anderem zwei Fahrzeuge mit sechs ehrenamtlichen Kräften, aus Leverkusen beteiligten sich sechs Kräfte mit einem geländegängigen Tanklöschfahrzeug und einem Mannschaftstransportfahrzeug.

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Gegen 10 Uhr erreichte der geschlossene Konvoi den Sammelraum am Flughafen Eindhoven. Nach einer kurzen Erkundung begann ein Teil der Feuerwehr unmittelbar mit der Brandbekämpfung, während parallel ein Camp auf einem Kasernengelände eingerichtet wurde. Die vorhandene Infrastruktur erleichterte den Aufbau deutlich. Der Einsatz lief von Beginn an im Wechsel: Während Team A im Gelände arbeitete, übernahm Team B Aufbau und später Ruhephasen. Bereits am Nachmittag erfolgte ein erster geplanter Personaltausch.

Tag 1: NRW-Waldbrandmoduls auf der Anfahrt in die Niederlande. (Bild: Feuerwehr Bonn)

Schwerpunkt der Arbeiten war ein Gebiet bei Weert in der Provinz Limburg. Dort hatte sich seit dem Vortag ein Vegetationsbrand auf etwa 50 Hektar ausgebreitet. In der weiteren Lagebeschreibung wird eine Ausdehnung von rund einem mal eineinhalb Kilometern genannt. Das Gelände – ein militärisch genutzter Übungsplatz mit sandigem, trockenem Untergrund – begünstigte die Brandausbreitung. Böiger Wind und steigende Temperaturen führten dazu, dass brennendes Material immer wieder als Spotfeuer niedergehen konnte.

Die Feuerwehr konzentrierte sich daher auf das Auffinden und Ablöschen von Glutnestern. Zum Einsatz kamen geländegängige Tanklöschfahrzeuge im Pump-&-Roll-Verfahren sowie Strahlrohre, Löschrucksäcke und Handwerkzeuge. Insbesondere Randbereiche und Begrenzungslinien arbeiteten die Einsatzkräfte systematisch auf. Gemeinsam mit niederländischen Kräften und einem weiteren Modul aus Frankreich gingen sie an den Flanken des Brandes vor.

Auch die Ratinger GFFF-V-Einheit stellte Kräfte und Fahrzeuge für das NRW-Waldbrandmodul beim Einsatz in den Niederlanden. (Bild: Feuerwehr Ratingen)

Bis in die Abendstunden des 1. Mai hinein hielten die Maßnahmen an. Auch danach blieb die Lage arbeitsintensiv: Zahlreiche Brandherde saßen im Boden und mussten aufwendig geöffnet und abgelöscht werden. Böiger Wind ließ Glutnester immer wieder aufflammen.

In der Nacht und am Folgetag unterstützten zudem Landwirte die Feuerwehr, indem sie mit Tankanhängern große Mengen Wasser auf die Flächen ausbrachten. Parallel dazu lief ein fachlicher Austausch: Niederländische Feuerwehrangehörige wurden in Technik und Taktik der deutschen Einheit eingewiesen. Die Einsatzleitung vor Ort koordinierte die Arbeiten, wobei den ausländischen Einheiten jeweils ortskundige Feuerwehrkräfte zur Seite standen.

Lagebesprechung im Einsatzgebiet (Bild: Feuerwehr Bonn)

Am Morgen des 2. Mai setzten die Kräfte die begonnenen Maßnahmen fort. Durch die kontinuierliche Bearbeitung konnten Brände und Glutnester im Tagesverlauf weitgehend eingedämmt werden. In Verbindung mit einem angekündigten Wetterwechsel mit Regen entschieden die Verantwortlichen, den Einsatz der internationalen Module aus Deutschland und Frankreich am Abend zu beenden. Die Nachlöscharbeiten übernahmen örtliche Feuerwehren.

Feuerwehrkräfte führen Löscharbeiten bei einem Vegetationsbrand im Gelände durch. (Bild: Feuerwehr Bonn)

Am 3. Mai trat der Verband die Rückreise an. Die Einheiten erreichten ihre Standorte im Laufe des Tages. Nach Angaben der Feuerwehr Ratingen zeigten sich die Kräfte erschöpft, aber wohlbehalten. In den kommenden Tagen erfolgt die Aufbereitung von Fahrzeugen und Material, um die Einsatzbereitschaft für die Vegetationsbrandsaison sicherzustellen.

Für das seit 2019 im europäischen Katastrophenschutzverfahren gemeldete Modul war es der vierte Einsatz. Zuvor war die Einheit unter anderem in Griechenland, Frankreich und Spanien eingesetzt sowie 2023 nach einer Übung in Portugal zertifiziert worden. Die vergleichsweise kurze Anfahrt in die Niederlande ermöglichte diesmal einen besonders schnellen Einsatzbeginn.

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