Ruhpolding (BY) – Am Saurüsselkopf im Kreis Traunstein kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen einen Waldbrand in schwer zugänglichem Gelände. Elf Hubschrauber unterstützen die Feuerwehr aus der Luft. Nach Angaben des Landratsamts sind rund 160 Hektar betroffen beziehungsweise von der weiteren Lageentwicklung berührt.
Flammen schlagen aus dem Hangwald: Der Brand am Saurüsselkopf ist auch aus größerer Entfernung deutlich sichtbar. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)
Der Katastrophenfall gilt seit Montag, 10:05 Uhr. Die in der Nacht festgestellten Ausbreitungstendenzen in Richtung Norden und Süden beobachten die Einsatzkräfte fortlaufend. Auch den Bereich der Landesgrenze behalten sie besonders im Blick. Die Hubschraubereinsätze zeigen laut Landratsamt erste Wirkung, zugleich breitet sich der Brand nach aktueller Einschätzung weiter aus. Die genaue Schadensfläche lässt sich erst nach Abschluss der Löscharbeiten verlässlich bewerten.
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Den Schwerpunkt bildet weiterhin die Brandbekämpfung aus der Luft. Im Einsatz sind drei Hubschrauber der Bundeswehr, vier der Landespolizei, ein Hubschrauber der Bundespolizei, ein Hubschrauber der Landespolizei Baden-Württemberg sowie zwei Maschinen von Heli Austria. Beobachtungsposten und Abwurfkoordinatoren unterstützen die Löschmaßnahmen.
Zusätzlich unterstützen Spezialisten für Waldbrandbekämpfung aus Wasserburg den Einsatz. Die Feuerwehr befeuchtet außerdem Forststraßen, um Staubentwicklung und eine weitere Ausbreitung zu begrenzen.
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Aktuell sind rund 290 Einsatzkräfte eingebunden. Neben Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei, Katastrophenschutz, Forst und Gemeinde beteiligen sich weitere Fachstellen und Unterstützungsstrukturen. Im Landratsamt arbeitet die administrative Einsatzleitung zur übergeordneten Koordination. Verletzte oder besondere Vorkommnisse sind bislang nicht bekannt.
Ein Polizeihubschrauber nimmt Löschwasser im Außenlastbehälter auf. Die Brandbekämpfung erfolgt überwiegend aus der Luft. (Bild: NH-News | Hallweger)
Zentrales Schutzziel bleibt das Trinkwasserschutzgebiet Laubau. Nach Angaben des Landratsamts besteht weiterhin keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung und keine akute Gefährdung der Trinkwasserversorgung.
Wegen der Wind- und Wetterlage kann es vor allem in Ruhpolding, Laubau und im Bereich der Chiemgau Arena sowie je nach Windrichtung auch in angrenzenden Gebieten zu Rauch- und Geruchswahrnehmungen kommen. Die über MoWaS veranlasste Warnmeldung für den Kreis Traunstein und angrenzende Bereiche des Kreises Berchtesgadener Land bleibt bestehen. Bei wahrnehmbarem Rauch oder Ascheregen sollen Fenster und Türen geschlossen bleiben, Lüftungsanlagen nach Möglichkeit vorübergehend ausgeschaltet werden. Personen mit Atemwegserkrankungen sollen körperliche Anstrengungen im Freien in den betroffenen Bereichen vorsorglich vermeiden. Die Lage wird mit Messungen weiter beobachtet.
Glutnester im steilen Waldgelände am Saurüsselkopf: Handarbeit bleibt trotz Luftunterstützung erforderlich. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)
Die Betretungs- und Befahrungsverbote sowie die Verkehrssperre auf der B 305 bleiben bestehen. Das Einsatzgebiet darf nicht aufgesucht werden. Medienvertreter, Bürger und Schaulustige sollen den Bereich weiträumig meiden und Zufahrtswege freihalten. Auch private Drohnen sind im Einsatzgebiet untersagt.
Zwei Feuerwehrleute arbeiten sich im unwegsamen Gelände entlang der Brandkante vor, um die Ausbreitung zu begrenzen. (Bild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)
Auch am Nachmittag laufen die Löschmaßnahmen intensiv weiter. Im Bereich Ruhpolding, Laubau und Chiemgau Arena ist wegen der Luftunterstützung mit zahlreichen Flugbewegungen und Lärm zu rechnen. Für die Abend- und Nachtstunden ist eine erneute Lagebewertung vorgesehen. Für den weiteren Verlauf wird leichter Regen erwartet, eine deutliche Entlastung bringt er nach aktueller Einschätzung jedoch vermutlich nicht. Zur Brandursache liegen weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse vor.