Flughafenfeuerwehr

Reportage Flughafenfeuerwehr München

Der Flughafen München ist der zweitgrößte Airport in Deutschland und wird weiter ausgebaut. Mit ihm wächst auch die Flughafenfeuerwehr. Kurz vor der Einweihung steht ein neues Trainingszentrum. Elf Flughafenlöschfahrzeuge rücken aus zwei Wachen aus. Wir stellen die eindrucksvolle Werkfeuerwehr vor.

Das Licht geht an, der Gong ertönt. Eine Brandmeldeanlage hat Alarm geschlagen. Der Einsatzleitwagen (ELW), zwei Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge (HLF) und die Drehleiter (DLK) rücken aus. Zusätzlich fahren noch ein Rüstwagen (RW) und ein Rettungswagen (RTW) die Einsatzstelle an. Schon nach wenigen Minuten kommt die Rückmeldung vom Zugführer: „Ausgelöster Brandmelder durch Staubaufwirbelung aufgrund von Bauarbeiten.“ Die Einheiten rücken wieder ein. Ein Einsatz, wie ihn jede Feuerwehr unzählige Male erlebt, gehört auch bei der Werkfeuerwehr am zweitgrößten Verkehrsflughafen Deutschlands zum Tagesgeschäft. Die Feuerwehr des Franz-Josef-Strauß-Airports ist nicht nur für den Flugzeugbrandschutz zuständig. Sie übernimmt alle Aufgaben aus den Bereichen Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung auf dem gesamten Flughafengelände.

Der Flughafen ist 1992 im Erdinger Moos in der Nähe von Freising, etwa 30 Kilometer von der Münchner Innenstadt entfernt, gebaut worden. Er ist eigentlich eine Stadt für sich. 33.000 Arbeitsplätze und rund 550 Unternehmen gibt es hier. Hotels, Einkaufszentren, S-Bahn-Anschluss, Autobahnanbindung und ein sehr hohes Aufkommen an Güterverkehr bilden das Gefährdungspotenzial einer Großstadt ab. „Bei uns gibt es aber noch einige Dinge mehr, auf die wir vorbereitet sein müssen“, sagt Peter Henze.

Der 48-jährige Hauptbrandmeister ist bei der Flughafenfeuerwehr für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Natürlich sind das in erster Linie alle Gefahren rund um die Flugzeuge und den Luftverkehr. Aber auch die riesigen Hallen, in denen die Flugzeuge gewartet werden, der 78 Meter hohe Tower sowie die täglich über 125.000 Passagiere aus allen Nationen der Erde bedeuten besondere Herausforderungen für die Flughafenfeuerwehr.

Riesiger Löschmittelvorrat

„Mit derzeit 224 Mitarbeitern und 45 Funktionen, die wir im regulären Tagesgeschäft besetzen müssen, sind wir quasi eine der größten Berufsfeuerwehren in Bayern“, erklärt Jörg Leiwering. Der Maschinenbauingenieur ist seit 2010 Leiter der Werkfeuerwehr.

Der Flughafen München ist in die höchste Brandschutzkategorie der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die Kategorie 10, eingestuft. In den entsprechenden Empfehlungen und Richtlinien zu den Kategorien sind maximale Größen für Flugzeuge, die auf dem Airport landen dürfen, festgelegt. Je nach Stufe muss eine Mindestmenge an Löschmitteln für jede der beiden Start- und Landebahnen vorgehalten werden. In München sind das 32.200 Liter Wasser, 1.500 Liter Schaummittel und 450 kg Pulver.

„Mit unseren elf Flughafenlöschfahrzeugen (FLF) liegen wir sogar deutlich über der geforderten Menge“, sagt Leiwering. Die FLF transportieren insgesamt rund 138.000 Liter Löschwasser. Eine Reserve ist allerdings unverzichtbar. Wird die geforderte Mindestkapazität an Löschmitteln unterschritten, dann sinkt sofort die Kategorie des Flughafens. Der Flugverkehr müsste eingeschränkt oder im Extremfall sogar eingestellt werden.

Eine weitere Vergabe der ICAO sieht vor: Jeder Punkt auf den beiden vier Kilometer langen Start- und Landebahnen muss innerhalb von 180 Sekunden nach einem Alarm erreicht und eine bestimmte Löschmittelmenge abgegeben werden. Um auch diese Anforderung zu erfüllen, gibt es auf dem Flughafen München zwei Feuerwachen. Entsprechend der Start- und Landebahn, für die sie zuständig sind, werden sie als Feuerwache Nord und Süd bezeichnet.

Neue Staffel für neuen Terminal

Die Wache im Norden ist die kleinere der beiden – mit der Mindeststärke von elf Funktionen. Hier ist eine Gruppe für den Flugzeugbrandschutz stationiert. Vier FLF mit einer Besatzung von jeweils 1/1 und eine Rettungstreppe mit 0/1 gehören zu dieser Einheit. Außerdem besetzen die Kollegen ein Kleinalarmfahrzeug (KLAF).

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Reportage Flughafenfeuerwehr Leipzig/Halle

Im Jahr 2012 feierte der Flughafen Leipzig/Halle sein 85-jähriges Jubiläum. Beim Umschlag von Luftfracht liegt der mitteldeutsche Airport inzwischen deutschlandweit auf Platz 2. Eigentlich gibt es da genug zu tun für die Flughafenfeuerwehr Leipzig/Halle. Dennoch betreibt sie auch noch ein international anerkanntes Ausbildungszentrum.

Der Landeplatz nahe der heutigen Autobahn 14 (Magdeburg-Nossen) öffnete in den 1960er Jahren nur zweimal jährlich: als Messeflughafen Leipzig. Außerhalb dieser Zeiten wurde das Abfertigungsgebäude als Raststätte für die Autobahn genutzt. Damals hätte niemand gedacht, dass einmal jede Nacht bis zu 60 Frachtmaschinen aus aller Welt hier landen würden. Den Brandschutz stellten die Betriebsfeuerwehr der nahegelegenen Maschinen- und Anlagenbau Schkeuditz (MAB) und die FF Schkeuditz sicher. MAB hatte dafür eines der größten Tanklöschfahrzeuge der DDR auf IFA G5-Fahrgestell im Einsatz.

Im Jahr 1972 nahm die DDR-Fluggesellschaft Interflug den ganzjährigen Betrieb von Leipzig aus auf. Verbunden damit war die Gründung der Interflug-Betriebsfeuerwehr. Bis zur Wende behielt der Flughafen den Status eines vor allem zu Messe- und Ferienzeiten genutzten Airports. Erst 1991, nach der Wende, wurde er privatisiert. Gesellschafter waren die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie die Städte Leipzig, Halle und Schkeuditz.

Nach der Eröffnung des Terminals B erfolgte am 9. August 1997 die Anerkennung der Betriebsfeuerwehr als Werkfeuerwehr. Ab diesem Zeitpunkt waren die Mitarbeiter unter anderem in der Ausbildung einer Berufsfeuerwehr gleichgestellt. Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Flughafens war die Eröffnung der zweiten Start- und Landebahn Nord im Jahr 2000. Durch die Länge von 3.600 Metern war es ab diesem Zeitpunkt möglich, dass auch die größten Interkontinentalflugzeuge in Leipzig/Halle landen konnten. Hiermit verbunden war der Aufstieg in die höchste ICAO-Brandschutzkategorie 10. Die ICAO (International Civil Aviation Organization, auf Deutsch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation mit Sitz in Montreal) legt die Standards für den internationalen Flugverkehr fest. “Sie schreibt vor, welche Infrastruktur ein Flughafen erfüllen muss, um Flugzeuge einer bestimmten Größe abfertigen zu dürfen. Und welche Löschmittelmengen und Fahrzeuge die Flughafenfeuerwehr vorhalten muss”, so der Leiter der Werkfeuerwehr, Ralph Schrott.

Im Jahr 2007 wurde auch die bereits vorhandene Start- und Landebahn Süd auf 3.600 Meter Länge erweitert. Wenig später eröffnete das Post-Tochterunternehmen DHL am Airport Leipzig/Halle sein neues Europadrehkreuz für Luftfracht (HUB). Begünstigt durch die Möglichkeit des Nachtflugverkehrs (nur für Passagiermaschinen besteht ein Flugverbot in den Nachtstunden) erreichen rund um die Uhr Frachtmaschinen aus aller Welt den Airport. Im nationalen Vergleich belegt der Airport nach Frankfurt den zweiten Platz beim Frachtumschlag.

Sieben Riesenfrachter auf dem Vorfeld

Bereits seit 2007 gehört die Antonov AN 124 durch den Wartungssützpunkt von Ruslan-Salis…

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Flughafenfeuerwehr Leipzig/Halle: eDossier