Nachwuchssorgen bei der FF Dietzenbach

Stell Dir vor es ist Schnuppertag – und keiner kommt

Dietzenbach (HE) – “Das beste und teuerste Feuerwehrfahrzeug nutzt nichts, wenn sich keiner reinsetzt und mit ihm ausrückt.” Mit diesem Slogan warb die Freiwillige Feuerwehr Dietzenbach (Kreis Offenbach) für ihren Schnuppertag am vergangenen Samstag. Doch anstelle interessierte Mitbürger für die Technik von Großfahrzeugen oder die Brandbekämpfung zu begeistern und Bratwürste zu verteilen, blieben die Feuerwehrleute an dem Tag unter sich. Niemand kam. Dabei stemmen derzeit 70 Aktive über 350 Einsätze im Jahr, wie die “Offenbach-Post” berichtete. Trotz Stellen für fünf Hauptamtliche sei die Feuerwehr damit am Limit, so der Bericht weiter. Die Mitglieder hatten auf Facebook, Twitter, Instagram, in drei Tageszeitungen und mittels Flyer geworben.

Mehr zum Thema “Mitglieder finden & binden”

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Schnuppertag und keiner kommt” (27. März 2018, op-online)

Das eDossier “Feuerwehr Mitglieder-Werbung” stellt 7 Ideen vor, die mit dem Preis “Das Goldene Sammelstück” ausgezeichnet worden sind.

Es handelt sich um Ideen und Konzepte, die nicht nur gut nachzumachen sind – sondern für die Feuerwehren auch zum gewünschten Erfolg führen!

>>> Direkt hier kostenlos downloaden! <<<

8 Kommentare zu “Stell Dir vor es ist Schnuppertag – und keiner kommt”
  1. Traurig da war unser Schnuppertag mit 3 Besuchern ja noch ein Voller erfolg…

  2. Andreas

    Unser Sohn wollte in Rahmen des sogenannten Boys Day vor einiger Zeit bei der Feuerwehr “reinschnuppern“ die Antwort war man nähme nur Mädchen… Also beschwert euch nicht wenn irgendwann keiner mehr kommt.

  3. Erik Robin

    Wenn die gesamte Gesellschaft vom Kindergarten bis zum Altersheim nur noch auf rücksichtslose Gewinnmaximierung getrimmt wird und jedem beigebogen wird, daß das Erreichen eigener Ziele grundsätzlich über jedem sozialen Verhalten steht, muß sich niemand wundern, daß das Ergebnis so aussieht.
    Wir sind nicht mehr aufgeschlossen, wir haben keine Zeit mehr für andere, weil man uns laufend erklärt, was wir tun und lassen sollen, weil man uns sagt Geiz sei geil und alles andere egal sei. “Hauptsache weg” ist auch schon wieder so ein brunnenvergiftender Slogan, der nur darauf abzielt, daß das Individuum sich um seiner selbst Willen aus dem Staub macht und alle anderen zurücklässt.

    Es liegt also mittlerweile in der Mentalität der Menschen und die beginnt schon mit dem Sprachgebrauch.

  4. Marcus Michel

    Zuerst: Ich bin selbst mit Leib und Seele Feuerwehrmann.

    Dieser „Hilferuf“ einer Feuerwehr würde mich nicht dazu bewegen mal reinzuschnuppern.
    Er ist aus der Perspektive der Feuerwehr geschrieben und bietet mir keinerlei Lösung für mein „Problem“ wie ich meine knappe Freizeit für mich in sozialer und persönlicher Hinsicht befriedigend verbringen kann.
    Stellt die richtigen Fragen, dann bekommt ihr auch die richtigen Antworten – in diesem Fall neue Mitglieder.
    „Die Feuerwehr ist auf neue Mitglieder angewiesen.“
    —> „Komm zur Feuerwehr! Dort kannst Du …
    und lernst darüber hinaus Leute kennen, die zusammen mit Dir …“

    „Voraussetzung ist…“
    VORAUSSETZUNG???
    Wenn ihr einen blinden Rollifahrer bei Euch im kameradschaftlichen Bereich integrieren könntet, der dafür weiß, wie man wirklich an Mitglieder kommt und der wöchentlich zwei Stunden lang bereit ist euch sein Wissen und Können zur Verfügung zu stellen, damit beim nächsten Schnuppertag 5 Interessierte ( =potentielle Einsatzkräfte! ) teilnehmen, dann ist es genau der blinde Rollifahrer, der der Feuerwehr ein Problem gelöst hat.

    Es wird Zeit, die Perspektive zu wechseln!
    „Die Feuerwehr“ braucht nicht (nur) Einsatzkräfte, sondern auch Leute im Hintergrund, die den harten Kern entlasten und vielleicht auch spezielle Aufgaben besser erledigen oder überhaupt erst angehen.

    Führungskräfte! Habt keine Angst, dass da einer kommen könnte, der irgendetwas besser kann als ihr selbst. Gebt motivierten Leuten Verantwortung ab und kontrolliert nur die vorab gemeinsam erarbeiteten Randbedingungen.

    Nur so ist „Die Feuerwehr“ zukunftsfähig.

    Marcus Michel

  5. Wolfgang

    Diese Art von “sinkendes Schiff” Werbung ist aber auch höllisch unattraktiv. Wem zudem unterstellt wird, er oder sie sei bisher zu schüchtern gewesen, kommt natürlich auch gerannt…. Was für VORTEILE hat es denn, bei der Feuerwehr mitzumachen? Welche Fähigkeiten werden entwickelt? Was kann gelernt werden? Wie positiv wirkt sich eine Tätigkeit bei der FF auf Bewerbungen, Stipendienvergaben etc. aus? DAS muss in die Werbung. Nicht dieses Gefiepe aus dem letzten Loch.

  6. Freddy

    Ich will keinesfalls klugscheißen, sondern konstruktiv zuarbeiten – das vorab, also nicht falsch verstehen…

    Das erste was ich mir beim Flyer dachte: “Viel zu viel Text, langweilig.” Ich hab ihn nicht mal ganz gelesen…
    Macht mehr Bilder drauf! “Spannende Bilder” vor allem. Feuer, THL, Kurioses! Das lockt viel mehr als ein ellenlanger “Jammertext” wie wichtig das doch alles ist und wie dringend man Leute sucht.
    Auf der Homepage ist die Gestaltung auch wesentlich interessanter gehalten als auf dem Flyer – das könnt ihr sicher besser!

    Versucht es außerdem mal mit einer besseren Grundhaltung nach dem Motto “Wir sind wichtig, wir haben was zu bieten und bei uns gibt es Action und Kameradschaft – wir sind der BESTE Verein und wenn ihr denkt, ihr könnt mithalten, dann kommt vorbei und wir lassen es krachen!” Wie gesagt, in diese Richtung – kein Text, nicht wortwörtlich so wiedergeben 🙂
    Wer betteln muss, hat vermutlich nix zu bieten (so zumindest der erste Eindruck von Unwissenden)

    Ansonsten ist es stochern im Nebel. Wetter, Termine (Fußball oder andere Parallelveranstaltungen?) und was wurde geboten? Ein Workshop alleine lockt oftmals nicht so. Werbt mit Essen, Trinken, Musik, festlicher Stimmung und Vorführungen – der Workshop nebenzu ist super gedacht, sollte aber nicht so vordergründig sein, denn keiner geht gerne irgendwo hin zum Arbeiten. Wenn er aber dort ist und sieht, dass die “Arbeit” eigentlich Spaß macht, dann ist er eher dabei.
    Aber wie gesagt, dazu stand nichts im Text – vllt. wurde das ja auch so umgesetzt…

    Zu guter Letzt: mehr Erfolg beim nächsten Mal, von Herzen. Ich kann nachfühlen, wie frustrierend es ist, wenn man sich Arbeit und Gedanken macht und am Ende kommt keiner…

  7. Freddy

    @Andreas das würde ich mal nicht verallgemeinern – ist etwas unfair.
    Wurde da vielleicht mit den Organisatoren des Girls-/Boys-Day gesprochen? Weil deren Vorstellungen können durchaus denen der Feuerwehr entgegen laufen.
    Ich kann zu den Hintergründen und Umständen natürlich nichts sagen, aber das klingt nicht nach der Wehrleitung selbst, zumindest nicht ohne “aber er kann gerne bei der nächsten Übung vorbeischnuppern.”
    Diese organisierten Programme und Tage sind nunmal an sehr enge Rahmenbedingungen geknüpft, die aber meist von den Organisatoren ausgehen – da müssen sich dann eben alle dran halten, auch wenn es manchmal nciht ganz schlüssig erscheint.

  8. Ich kann mich den meisten Vorrednern nur anschließen: Wenn es Feuerwehren gibt, die immer noch glauben, dass Jammern eine Form der guten Werbung ist, dann seid ihr es echt selbst schuld. Jeder gute Landesverband rät euch davon ab. Warum erkundigt sich da so selten eine Feuerwehr vorher?
    Ich habe letztens erst wieder ein Video von einer Feuerwehr gesehen, die sich feierten, wie vielseitig Sie eine Werbekampagne aufgesetzt hätten. Eigentlich waren es aber nur mehrere veraltete Kampagnen gebündelt, die schon von vielen Feuerwehren versucht worden waren. Keine neuen Ideen und auch wieder sinnfreie Transparente am Straßenrand, textlastige Flyer, Infostand auf dem Parkplatz beim lokalen Supermarkt und natürlich Plastik-Give Away Artikel aus dem Schneider Katalog.
    Wer bitte hat den Irrglauben, dass ein Feuerwehr-Infostand am Supermarkt interessanter für Bürger ist, als die nervigen Zeitungsaboverkäufer, der ADAC oder inzwischen die Thermomixdamen? Letztlich will die Person doch nur einkaufen!

    Es gibt einige echt gute Ideen, aber die meisten Feuerwehren sind noch zu sehr im alten Denken gefangen. So auch die Dietzenbacher: Entschuldigung bei nicht mal 34.000 Einwohnern den Draht zur eigenen Bevölkerung zu verlieren ist echt eine Leistung. Und wenn man auf der Homepage zu erst mal nach zahlenden passiven Mitgliedern sucht und erst an zweiter Stelle Aktive, muss sicht nicht wundern. Gerade der letzte Satz ist sehr lieblos: “Ab 17 Jahren ist es dann soweit, man darf in die „richtige“ Feuerwehr, sprich die Einsatzabteilung. Doch bevor der erste Einsatz gefahren werden darf, ist eine Ausbildung notwendig.”

    Wer weiß jetzt nicht über die Arbeit bescheid und kommt sofort zum Dienst.
    Es fehlen Aufgaben, Dienstzeiten, Ansprechpartner mit Kontaktdaten und einem Foto und und und.

    in der Schule wäre die Note ein Mangelhaft mit dem Kommentar: In der Theorie nett gedacht, aber trotzdem falsch.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: