Brandenburgs Ideen für die Zukunft

Tausend Euro für 10 Jahre aktiven Dienst

Potsdam – Ein neues Konzept, das der Landesfeuerwehrverband Brandenburg zusammen mit Feuerwehrleuten und der Landesregierung entwickelt hat, soll die Tagesalarmverfügbarkeit der Feuerwehren des Landes sichern: Neben Stellen für Hauptamtliche, Anhebung der Altersgrenze und einer Gebührenordnung sollen langjährig Aktive mit einer Prämie belohnt werden.

Symbolfoto: Buchenau

“Etwa 60 Prozent der Brandenburger Feuerwehren sind derzeit Werktags von 6 bis 18 Uhr nicht einsatzbereit”, beklagt der Präsident des brandenburgischen Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel. Vergangenes Jahr trafen sich daher insgesamt 400 Feuerwehrleute, Verbandsmitglieder sowie Vertreter der Landesregierung zu Regionalkonferenzen und erarbeiteten ein gemeinsames Konzept zur Sicherung des Brand- und Katastrophenschutzes in dem Bundesland.

Der Entwurf sieht unter anderem Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung, Brandschutzerziehung und das Anheben der Altersgrenze auf 67 Jahre vor. In dem Konzept ist weiter die Rede von der Schaffung von Stellen für Hauptamtliche. Diese könnten je zu einem gewissen Anteil als Sachbearbeiter der Kommune oder Stadt und zu einem gewissen Anteil für Feuerwehraufgaben vorgesehen sein. Zudem soll ein Gebührenkatalog für die Beseitigung von Ölspuren und ähnlichen Tätigkeiten etabliert werden, die nicht zur unmittelbaren Gefahrenabwehr zählen.

Ass im Ärmel: Prämie für aktiven Dienst

Doch LFV-Präsident Schippel hat noch ein Ass im Ärmel: “Alle zehn Jahre bekommen die aktiven Feuerwehrleute eine Medaille und einen Händedruck. In den Regionalkonferenzen kam dann die Idee auf: Warum nicht auch eine materielle Anerkennung? Mit tausend Euro könnten die Kameraden zum Beispiel einen Kurztrip mit der Familie planen oder sich bei den Partnern bedanken, die durch den Feuerwehrdienst ja auch oft zurückstecken müssen.”

Mehr zum Thema auf feuerwehrmagazin.de:

Mit 20 Jahren aktivem Dienst wären sogar 2.000 Euro drin, so Schippel. Eine rückwirkende Zahlung lehnten die Brandenburger hingegen ab. Daran sei schon fast die “Feuerwehrrente” in Thüringen gescheitert und es ginge um den Blick nach vorn. “Das Konzept liegt momentan im Innenministerium und soll voraussichtlich bereits im zweiten Quartal 2018 zur Abstimmung dem Landtag vorgelegt werden”, erzählt Schippel zuversichtlich.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wow! Noch nicht mal 2,50.- pro Woche. Ganz großes Kino!

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Ist wie immer, die die Arbeit machen bekommen am wenigsten.

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Kann man natürlich so sehen, dass 2,50€ die Woche wenig sind…in Heinsberg (NRW) gibt’s noch nicht mal ne Aufwandsentschädigung für Einsätze, wie in anderen Kommunen drum herum absolut üblich…das ist absolut demotivierend!

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. Ich sehe das anders! 1.000.- € ist schon eine ganze Menge! Damit wird die Tätigkeit der Kameraden anerkannt und langjährige Mitgliedschaft entsprechend anerkannt.
    Ganz offensichtlich vergessen hier einige, das sie bei einer FREIWILLIGEN Feuerwehr Ihre verantwortungsvollen Aufgaben erledigen!

    Auf diesen Kommentar antworten
  5. Das hört sich nach Kopfprämien an! Der Ansatz, ganz gezielt die Möglichkeiten der Arbeitgeber, insbesondere der Verwaltungen, die unmittelbar mit dem Brandschutz zu tun haben. Eine hier nachzulesende Umrechnung der Prämie auf Stundenlohn ist für mich ein Widerspruch zum Ehrenamt. Anerkennung kann man auch anders optimieren: Bessere Versicherungen, Boni bei Versorgungen etc. In erster Linie sind aber organisatorische Maßnahmen gefordert.

    Auf diesen Kommentar antworten
  6. Die größte Motivation wäre für mich wenn eine Weiterqualifizierung zeitnah stattfinden kann und kein Glücksspiel bleibt weil es einfach keine Lehrgangsplätze gibt. Eine Wartezeit von 9 Jahren ist für mich demotivierend. Weiterhin ist es leider noch immer so dass man sich entscheiden muss zwischen Einsatzbereitschaft und Arbeitsplatz. Komme ich Müde zur Arbeit weil ich Nachts lange im Einsatz war, dauert es nicht lange bis man zum Gespräch beim Chef erscheinen muss. Der Arbeitsmarkt entscheidet heute über die Einsatzbereitschaft. Kein Chef kann sich einen Ehrenamtlichen Feuerwehrmann leisten

    Auf diesen Kommentar antworten
  7. Ich finde die Höhe der Anerkennung auch sehr angemessen und würde mich sehr darüber freuen. Allerdings finde ich den Anlass nicht passend gewählt…Wie viele “Aktive” kommen denn auch tatsächlich wenn alarmiert wird? Und so ehrlich müssen wir sein, NICHT einsatzbereit sind da nicht alle!
    Ich bin eher für die Anerkennung für XX mitgefahrene Einsätze, egal wie lange schon “aktives” Mitglied. So zu sagen, für den wirklich aktiven Dienst. Denn wenn man in 10 Jahren, 10mal mitgefahren ist…hat man dann 1.000 € verdient? Meiner Meinung nach würde das die Einsatzbereitschaft auch rapide erhöhen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  8. Die Prämie ist lächerlich
    Ich wüde den feuerwehrführerschein abschaffen und allen min. Den 7,5 t bezahlen Dän kann man auch privat fahren und Erfahrung sammeln und nicht immer Nur unter Stress wen das martinshorn über mir heult

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: