Wetschen (NI) – Ein Großbrand hat am Montagabend ein landwirtschaftliches Anwesen an der Wetscher Bruchstraße vollständig zerstört. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren über Stunden im Einsatz, Menschen kamen nicht zu Schaden, der Sachschaden liegt bei über einer Million Euro.
Unter Atemschutz bekämpft die Feuerwehr den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Wetschen. Flammen schlagen aus dem Dach, die Löscharbeiten laufen bei winterlichen Bedingungen. (Bild: Feuerwehr Samtgemeinde Rehden)
Alarmiert wurden die Ortsfeuerwehren Wetschen, Rehden, Hemsloh und Dickel am Montagabend um 19:02 Uhr zunächst zu einem gemeldeten Dachstuhlbrand. Nach Angaben der Polizei hatte ein Nachbar den Brand einer Scheune entdeckt und Feuerwehr, Polizei sowie Rettungsdienst verständigt. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen sowohl die Scheune als auch weitere Gebäudeteile bereits in Vollbrand.
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Aufgrund der Lage erhöhte die Einsatzleitung die Alarmstufe. Mehrere Ortsfeuerwehren sowie Drehleitereinheiten aus Diepholz und Damme wurden nachalarmiert. Die Brandbekämpfung erfolgte mit mehreren Strahlrohren sowie über beide Drehleitern. Zur Koordination gliederte die Feuerwehr die Einsatzstelle in drei Einsatzabschnitte.
Besonders herausfordernd gestaltete sich die Wasserversorgung, da das Anwesen abgelegen liegt. Die Feuerwehr baute eine Wasserförderung über mehrere Kilometer auf. Erschwert wurden die Löscharbeiten zudem durch kalte Temperaturen und überfrierende Nässe. Der Bauhof Rehden unterstützte die Einsatzkräfte mit Streusalz.
Der einzige Bewohner des Anwesens befand sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause; kein Mensch wurde verletzt. Aus dem Stall konnten nach Polizeiangaben 60 von insgesamt 70 Schweinen gerettet werden, zehn Tiere verendeten allerdings. Der zuständige Veterinär wurde informiert.
Wohnhaus, Stallungen und weitere Gebäudeteile brannten vollständig aus. Neben der Feuerwehr befanden sich auch Rettungsdienst und Polizei an der Einsatzstelle. Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden und endeten gegen 5:30 Uhr. Am Dienstagmorgen kontrollierten Verantwortliche der Feuerwehr die Einsatzstelle erneut; dabei entdeckte Glutnester löschten die Kräfte ab.
Nach Abschluss der Löscharbeiten beschlagnahmte die Polizei den Brandort. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Nach ersten Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Da die betroffenen Gebäudeteile aus statischen Gründen noch nicht betreten werden konnten, soll ein unabhängiger Gutachter hinzugezogen werden. Die Schadenshöhe wurde nach Polizeiangaben nach oben korrigiert und liegt bei über einer Million Euro.
Bereits am Abend des Brandes verschaffte sich Samtgemeindebürgermeister Magnus Kiene einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte zudem von Nachbarinnen, Nachbarn sowie freiwilligen Helferinnen und Helfern, die sie während der langen Einsatzdauer mit heißen Getränken versorgten.