Frankfurt am Main (HE) – Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstag, 29. Januar, die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans (BEP) für die Feuerwehr Frankfurt beschlossen, wie die Feuerwehr mitteilt. Damit reagiert die Stadt auf Wachstum, steigende Einsatzzahlen und veränderte Anforderungen an den Brandschutz. Ziel ist es, die Schutzziele auch künftig zuverlässig einzuhalten und die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr langfristig zu sichern.
Symbolbild: Feuerwehr Frankfurt | Dickler
Der bisherige BEP stammte aus dem Jahr 2013. Seitdem ist Frankfurt deutlich gewachsen, die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Pendler hat zugenommen, und auch die Einsatzzahlen steigen. Große Infrastrukturprojekte verlängern zudem die Anfahrtszeiten. Parallel haben sich die Anforderungen an Brandschutz und Allgemeine Hilfe weiterentwickelt. Der neue BEP kommt zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Strukturen nicht mehr ausreichen, um die definierten Schutzziele dauerhaft einzuhalten – insbesondere in wachsenden Stadtteilen.
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Zentral ist die Weiterentwicklung der Schutzziele und der Hilfsfrist. Während bislang vor allem die reine Fahrzeit betrachtet wurde (innerhalb von fünf Minuten sollte das erste Fahrzeug eintreffen), bildet der neue BEP den gesamten Prozess ab. Künftig werden Kennzahlen vom Notruf bis zum Eintreffen der Hilfe berücksichtigt. Konkret sieht der Plan vor, dass die erste taktische Einheit innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung an der Einsatzstelle eintrifft. Weitere Einsatzkräfte folgen zeitlich gestaffelt, bis der Einsatzauftrag vollständig erfüllt ist.
Um diese Ziele zu erreichen, sieht der BEP unter anderem Veränderungen in der Standortstruktur vor. Geplant ist ein zusätzlicher Standort für eine Feuer- und Rettungswache im Bereich der Innenstadt. Hinzu kommen Neu- und Umbauten bestehender Wachen und Feuerwehrhäuser. Der Plan definiert zudem Anforderungen an die verkehrliche Anbindung sowie an die personelle und technische Ausstattung der Standorte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Personal. Bis 2030 wurde ein zusätzlicher Bedarf von insgesamt 111 Stellen ermittelt. Der Personalaufwuchs ist vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, begrenzten finanziellen Spielräumen und Ausbildungskapazitäten schrittweise vorgesehen und auf die Haushaltsjahre 2026 und 2027 verteilt. Ziel ist vor allem die Stabilisierung der Einsatzbereitschaft. Ergänzend setzt der Magistrat auf organisatorische, technische und taktische Maßnahmen, um das Gesamtsystem der Gefahrenabwehr stabil zu halten. Dazu gehört auch eine stärkere Einbindung der Freiwilligen Feuerwehr.
Sicherheitsdezernentin Annette Rinn bezeichnet die Fortschreibung des BEP als wichtigen Meilenstein und betont, dass Magistrat und Stadtverordnetenversammlung damit die Bedeutung der Feuerwehrarbeit klar anerkennen. Der Beschluss setze ein deutliches Zeichen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Markus Röck, Amtsleiter der Branddirektion Frankfurt am Main, sieht in dem neuen BEP die Grundlage, um die Feuerwehr zukunftsfest und handlungsfähig aufzustellen. Angesichts einer zunehmend komplexen weltpolitischen und gesellschaftlichen Lage sei eine leistungsfähige und resiliente Feuerwehr unverzichtbar.
Der Bedarfs- und Entwicklungsplan ist nicht öffentlich einsehbar, da er sensible und sicherheitsrelevante Informationen enthält. Die Feuerwehr kündigt jedoch an, über konkrete Umsetzungsmaßnahmen wie Bauvorhaben, Neueinstellungen oder die Indienststellung neuer Fahrzeuge transparent zu informieren. Eine weitergehende Veröffentlichung sicherheitsrelevanter Details würde nach Angaben der Stadt die Wirksamkeit der Gefahrenabwehr beeinträchtigen.