Großbrand in Recyclingbetrieb

Alarmstufe „Brand 4“: Feuerwehr mit 150 Kräften im Einsatz

Eicklingen (NI) – In einem plastikverarbeitenden Recyclingbetrieb in Eicklingen, Kreis Celle, ist es in den frühen Morgenstunden des 27. Januar zu einem Großbrand gekommen. Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren über mehr als zehn Stunden im Einsatz, um die Ausbreitung des Feuers zu stoppen und umfangreiche Nachlöscharbeiten durchzuführen.

Meterhohe Flammen schlagen aus dem Dachbereich der Recyclinghalle in Eicklingen. Der Feuerschein ist bereits aus großer Entfernung sichtbar. (Bild: Kreisfeuerwehr Celle | Völz)

Gegen 5:15 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Brand alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte aus Eicklingen und Sandlingen zeigte sich bereits deutlicher Feuerschein im Dachbereich der Recyclinghalle. Nach der ersten Erkundung stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich das Feuer sowohl im Innenraum als auch im Dach der Halle rasch ausgebreitet hatte. In der Folge erhöhte die Einsatzleitung mehrfach die Alarmstufe; um 5:50 Uhr wurde schließlich die höchste Stufe „Brand 4“ ausgelöst.

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Der Brand konzentrierte sich auf im Gebäude gelagerten Plastikmüll, mehrere Lagerbunker, Produktionsmaschinen sowie den Dachbereich. Besondere Gefahren ergaben sich durch auf dem gesamten Dach installierte Photovoltaikanlagen und im Gebäude befindliche Druckluftbehälter. Zur Lageerkundung setzte die Feuerwehr unter anderem eine Drohne der Ortsfeuerwehr Bröckel ein. Parallel bauten die Einsatzkräfte eine Riegelstellung zu einem angrenzenden Lagergebäude auf, um eine Brandausbreitung zu verhindern. Die Einsatzstelle gliederte die Feuerwehr in vier Abschnitte.

Im weiteren Einsatzverlauf kamen zwei Drehleitern, eine Hubrettungsbühne, mehrere handgeführte Strahlrohre sowie ein Monitor zum Einsatz. Die Löschwasserversorgung stellte angesichts der hohen Brandlast und des umfangreichen Kräfte- und Mitteleinsatzes eine besondere Herausforderung dar. Sie wurde über insgesamt fünf Löschwasserentnahmestellen sichergestellt.

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Nach rund drei Stunden gelang es der Feuerwehr, das Feuer im Außenbereich so weit unter Kontrolle zu bringen, dass eine Erkundung des Halleninneren möglich wurde. Dabei unterstützte ein Fachberater des THW, der die Statik des Hallendachs beurteilte und bestätigte, dass ein Betreten weiterhin möglich war. Mehrere Atemschutztrupps gingen anschließend im Innenangriff gegen brennende Produktionsmaschinen vor. Das Auffinden und Ablöschen von Glutnestern in den Recyclinganlagen erwies sich aufgrund der starken Brandbeaufschlagung als besonders kräfteintensiv. Für die Nachlöscharbeiten öffneten die Einsatzkräfte zahlreiche Maschinen und Förderleitungen gewaltsam und fluteten diese mit Löschwasser.

Eine weitere Herausforderung stellte das anfallende Löschwasser dar. Dieses wurde durch das Rückhaltesystem des Betriebsgeländes aufgefangen, begann jedoch aufgrund der Witterung teilweise zu gefrieren. Zur Beurteilung der Lage und Koordinierung der weiteren Maßnahmen band die Einsatzleitung den zuständigen Abwasserverband sowie eine Fachfirma zur Entsorgung des Wassers ein. Der Bauhof der Samtgemeinde Flotwedel räumte und streute die Einsatzstelle sowie den umliegenden Bereich fortlaufend.

Atemschutztrupps der Feuerwehr gehen mit handgeführten Strahlrohren gegen den Brand an der Außenwand der Recyclinghalle vor. (Bild: Kreisfeuerwehr Celle | Völz)

Laut Feuerwehr wurde bei dem Einsatz niemand verletzt. Angaben zur Brandursache und zur Schadenshöhe liegen nicht vor. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Eicklingen, Langlingen, Bröckel, Sandlingen, Wienhausen, Offensen, Bockelskamp und Oppershausen im Einsatz. Die Ortsfeuerwehr Wathlingen unterstützte mit einer Hubrettungsbühne, die Ortsfeuerwehr Celle-Hauptwache mit zwei Drehleitern und der Führungsgruppe Einsatzleitung.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Arbeiter-Samariter-Bund versorgten die Einsatzkräfte mit warmen und kalten Getränken sowie Speisen. Die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises Celle stellte Atemschutztechnik bereit; im Einsatzverlauf nutzten die Kräfte 54 Atemschutzgeräte, was 27 Trupps entspricht. Ebenfalls eingebunden waren der zuständige Energieversorger, der Rettungsdienst zur Absicherung der Einsatzkräfte und die untere Wasserbehörde. Nach über zehn Stunden endete der Einsatz für die letzten Kräfte um 15:22 Uhr.

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