Berlin – Mit der Gründung des Arbeitskreises „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ (AK ZMZ) befasst sich der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mit einem Themenfeld, das in vielen Feuerwehren bislang nur begrenzt präsent ist. Rückmeldungen aus der Feuerwehrpraxis zeigen dabei nicht nur Informationslücken, sondern auch Unsicherheiten darüber, was ZMZ konkret für den Einsatzalltag bedeutet – und wo aus Sicht vieler noch Klärungsbedarf besteht.
Teilnehmer der ersten Sitzung des Arbeitskreises Zivil-Militärische Zusammenarbeit in Berlin. (Bild: Bundeswehr | Werner)
Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit steht im Zusammenhang mit zivilen Unterstützungsleistungen im Rahmen der Gesamtverteidigung. Vor diesem Hintergrund nahm der AK ZMZ im Dezember 2025 in Berlin seine Arbeit auf. Das interdisziplinär besetzte Gremium unter der Leitung von Mathias Bessel setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Feuerwehrverbandes, der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund) sowie aus Fachleuten der Bundeswehr zusammen. Im Fokus steht dabei nicht eine operative Einbindung der Feuerwehren in militärische Einsätze, sondern die Klärung von Schnittstellen, Schutzzielen und Leistungsgrenzen.
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Inhaltlich befasst sich der Arbeitskreis mit verschiedenen Einsatzfeldern. Die behandelten Szenarien sind dabei nicht als reguläre Einsatzszenarien zu verstehen, sondern als besondere Lagen, für die es bislang kaum standardisierte Handlungshilfen gibt. Dazu zählt die Entwicklung von Planungs- und Entscheidungshilfen für die Brandbekämpfung und Rettung an und aus geschützten oder gepanzerten Fahrzeugen sowie an Transportfahrzeugen für Munition. Ebenso werden Einsätze an notgelandeten Lufttransportmitteln außerhalb regulärer Flughäfen und Landeplätze betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der CBRN-Gefahrenabwehr, einschließlich der Dekontamination von Personen sowie von Ausrüstungen und Ausstattungen.
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Ein vom Feuerwehr-Magazin eingeholtes Stimmungsbild innerhalb der Community zeigt, dass die Zivil-Militärische Zusammenarbeit in der Feuerwehrpraxis bislang sehr unterschiedlich verortet ist. Während einzelne Wehren bereits auf Erfahrungen aus der Amtshilfe, etwa bei Hochwasserlagen, zurückblicken, gibt ein Großteil an, bislang keine Berührungspunkte mit dem Thema zu haben oder den praktischen Bezug für den eigenen Einsatzalltag nicht klar zu erkennen.
Der Arbeitskreis „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ befasst sich mit der Konkretisierung von Aufgaben aus dem Operationsplan Deutschland für die Feuerwehren. Ergänzend sollen Schnittstellen zu kommunalen Spitzenverbänden, Hilfsorganisationen sowie zur Lehre und Forschung in der Gefahrenabwehr identifiziert werden, um die erarbeiteten Inhalte so einzuordnen und aufzubereiten, dass sie für Feuerwehren vor Ort nachvollziehbar und in bestehende Strukturen integrierbar sind.