Stuttgart (BW) – Die Feuerwehr Stuttgart baut ihre Strukturen für außergewöhnliche Schadenslagen aus. In allen Stadtbezirken stehen nun 26 sogenannte Notfall-Leuchttürme als erste Anlaufstellen für die Bevölkerung bereit, insbesondere bei langanhaltenden Stromausfällen.
Notfall-Leuchtturm der Landeshauptstadt Stuttgart am Feuerwehrhaus Obertürkheim. (Bild: Feuerwehr Stuttgart)
Die Notfall-Leuchttürme sollen dann genutzt werden, wenn es infolge von Naturkatastrophen oder Unfällen zu größeren Schadensereignissen kommt und die reguläre Kommunikation eingeschränkt ist. Fällt bei einem länger andauernden Stromausfall das Telefon- und Mobilfunknetz aus, können über diese Anlaufstellen Notfälle per Fahrzeugfunk an die Integrierte Leitstelle Stuttgart gemeldet werden.
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Nach Angaben der Feuerwehr lassen sich die Leuchttürme innerhalb von 30 Minuten aktivieren. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart sowie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) besetzen die Standorte und nehmen Hilfegesuche aus der Bevölkerung entgegen. Meldungen werden dort gesammelt oder direkt per Funk weitergegeben. Insgesamt gehören 23 Standorte der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart sowie drei ausgewählte Hallenbäder, die durch Kräfte der DLRG betreut werden, zu diesem System. Um die Abläufe im Ernstfall sicherzustellen, sind in den kommenden Monaten Schulungen nach einem einheitlichen Übungskonzept vorgesehen.
Sollte eine Krise länger andauern und größere Teile des Stadtgebiets betreffen, können zusätzlich bis zu 41 Notfall-Treffpunkte eingerichtet werden. Diese bieten unter anderem eine Notrufmeldestelle, gegebenenfalls ärztliche Versorgung, Lademöglichkeiten für medizinische Geräte und Mobiltelefone sowie Informationen zur aktuellen Lage. Je nach Situation sind auch Verpflegung, Lebensmittel und Trinkwasser vorgesehen.
Das Konzept wurde Ende 2025 in einer unangekündigten Übung erprobt. Dabei alarmierte die Feuerwehr Stuttgart die Abteilung Untertürkheim zu einem angenommenen großflächigen Stromausfall, bei dem der Notruf 112 nicht erreichbar war. Die Einsatzkräfte besetzten den Leuchtturm und stellten zunächst über Fahrzeugfunk die Verbindung zur Integrierten Leitstelle her. Im weiteren Verlauf der Übung brach auch diese Funkverbindung ab, sodass die Kräfte selbstständig handeln mussten. Zwei angenommene Hilfeleistungseinsätze im Einsatzgebiet wurden durch ein Hilfeleistungslöschfahrzeug abgearbeitet, während parallel der Betrieb des Notfall-Leuchtturms aufrechterhalten wurde.
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Bürgermeister Dr. Clemens Maier bezeichnet die Notfall-Leuchttürme als wichtigen Baustein der Krisenvorsorge. Feuerwehrkommandant Dr. Georg Belge betont, dass Feuerwehr und Katastrophenschutz auch in außergewöhnlichen Lagen erreichbar bleiben, verweist jedoch zugleich auf die Bedeutung der persönlichen Eigenvorsorge. Dazu zählen insbesondere Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser sowie geeignete Ausrüstung wie Taschenlampen oder batteriebetriebene Radios.
Auch das Gesundheitsamt hebt die Eigenvorsorge hervor. Amtsleiter Prof. Dr. Stefan Ehehalt empfiehlt insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen, vorsorgliche Maßnahmen mit ihren behandelnden Ärzten abzusprechen. Dazu gehören ausreichend vorhandene Medikamente oder klare Ansprechpartner für Dialysepatienten. Personen, die auf Heimbeatmungsgeräte angewiesen sind, sollten zudem auf geladene Ersatzakkus achten und klären, wie diese im Bedarfsfall an einem Notfall-Leuchtturm oder Notfall-Treffpunkt aufgeladen werden können.
Weitere Informationen sowie eine Übersicht aller Standorte stellt die Stadt Stuttgart online bereit: