Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Was Feuerwehren bei Flugunfällen wissen müssen

Berlin – Der DFV-Arbeitskreis „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ nimmt auch den Flugunfall als besondere Lage in den Blick. Die Broschüre „Hilfe bei Flugunfällen“ liefert dafür Hinweise, die von der Absicherung der Einsatzstelle bis zu Gefahrenaspekten wie Munition und Materialien im Brandfall reichen.

Die Broschüre „Hilfe bei Flugunfällen“ soll Feuerwehren bei Einsätzen nach einem Flugzeugabsturz unterstützen und Hinweise zu Gefahren, Absicherung und erstem Vorgehen geben. (Titelmotiv: Bundeswehr)

Der Deutsche Feuerwehrverband verweist im Kontext der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) darauf, dass auch Feuerwehren mit Flugunfällen konfrontiert sein können. Als fachliche Grundlage nennt der Verband die Broschüre „Hilfe bei Flugunfällen“, herausgegeben durch den General Flugsicherheit in der Bundeswehr (5. Auflage 2026, 30.000 Stück).
Die Publikation versteht sich laut Vorwort als zusätzliche Arbeitshilfe. Sie soll dazu beitragen, Überlebende nach einem Flugzeugabsturz zu retten, ohne Einsatzkräfte unnötig zu gefährden, ersetzt jedoch keine geltenden Vorschriften und unterliegt keinem regelmäßigen Änderungsdienst.

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Für den Einsatzbeginn setzt das Dokument einen klaren Schwerpunkt: Bei Flugunfällen sei grundsätzlich nach der GAMS-Regel vorzugehen. In diesem Zusammenhang werden unter anderem mögliche Munition in militärischen Luftfahrzeugen sowie gefährliche Materialien im Brandfall genannt. Für das Absichern der Einsatzstelle wird ein Mindestabstand von 300 Metern aufgeführt, der abhängig von Wind und Gefahrenlage, etwa bei Munition, bis auf 1.500 Meter zu erweitern sein kann. Darüber hinaus finden sich Hinweise zur Menschenrettung unter Eigenschutz, zum Anfordern von Spezialkräften sowie zum Schutz der Unfallstelle. Auch das Unterbinden von Handyvideos und -bildern wird mit Blick auf sicherheitsrelevante Informationen thematisiert.

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Im Kapitel „Allgemeine Hinweise“ behandelt die Broschüre zudem persönliche Sicherheit und besondere Gefahren, Hydrazin, das Betreten der Unfallstelle sowie Sofortmaßnahmen. Weitere Abschnitte befassen sich mit dem Befreien von Flugzeuginsassen, Erster Hilfe, Flugdatenschreibern und Munition.

Ein umfangreicher Teil ist als Luftfahrzeug-Übersicht aufgebaut. Laut Vorwort werden Luftfahrzeuge der Bundeswehr sowie regelmäßig auf Flugplätzen der Bundeswehr verkehrende Luftfahrzeuge behandelt. In der Inhaltsübersicht sind unter anderem Strahlflugzeuge wie F 35A, EUROFIGHTER und PA 200 Tornado aufgeführt, außerdem Transport- und Sonderluftfahrzeuge (A400 M, C-130J Hercules) sowie Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei.

Damit wird im Rahmen der ZMZ ein Szenario konkretisiert, das für viele Feuerwehren kein Alltagsereignis ist. Die Broschüre bündelt klare Anforderungen an Absicherung, Gefahrenbewertung sowie Führungsentscheidungen und bietet strukturierte Orientierung.

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