Bei diesem Leserbrief blieb uns glatt die Spucke weg

So lassen sich Aktive auch vergraulen

Wer sich in der freiwilligen Feuerwehr jahrelang engagiert und als Maschinist und Atemschutzgeräteträger hunderte Einsätze fährt, der sollte bei einem Umzug in eine neue Stadt in jeder Feuerwehr willkommen sein. Sollte man meinen. Feuerwehr-Magazin-Leser Albrecht Fritsch erzählt uns in einem Brief von seinem Feuerwehr-Lebenslauf. Er trifft dabei auf Probleme, die in der Redaktion nur Kopfschütteln verursacht haben. Der Leserbrief in voller Länge:

“Die Wirtschaft fordert immer mehr Mobilität, der Anteil der Studenten nimmt seit Jahren in Deutschland zu und auch Azubis müssen immer öfter fern ab der Heimat ihrer Ausbildung nachgehen.” Wenn aktive und gut ausgebildete Feuerwehrleute nach einem Umzug nicht optimal in die Wehr ihres neuen Wohnorts eingegliedert werden, verursacht das bei uns nur Kopfschütteln. Symbolfoto: A. Tieste

Seit vielen Jahren lese ich Ihr Heft und bin von der Qualität und Berichterstattung immer wieder begeistert. Seit einigen Jahren greifen Sie nun auch das Thema “Mitglieder gewinnen” auf. Mit verschiedenen Aktionen im letzten Jahr wie Frauenpower, Integration von Flüchtlingen oder dem Wettbewerb “Goldenes Sammelstück: Mitglieder finden und binden” haben Sie wiederholt die Wichtigkeit dieses Themas unterstrichen. Gerne würde ich aber dieses Thema einmal aus einem anderen Aspekt betrachten und dazu meinen eigenen Lebenslauf in der freiwilligen Feuerwehr kurz skizzieren:

Früher durch berufliche Gründe meiner Eltern, später durch Studium und eigenen Job bin ich bisher mehr als fünf Mal umgezogen. Begleitet hat mich dabei von Kindesjahren an die Begeisterung für die Feuerwehr. So bin ich mit 10 Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, musste aber bereits nach 2 Jahren die Jugendfeuerwehr wechseln. Mit 16 wechselte ich in Norddeutschland in die aktive Wehr und machte in den folgenden Jahren verschiedenste Lehrgänge und Fortbildungen. Ich war hier Teil einer Schwerpunktwehr mit zwei Zügen und über 200 Einsätzen im Jahr.

Mehr zum Thema “Mitglieder finden & binden”

Ausbildungsnachweise nicht akzeptiert

Nach dem Ende der Schulzeit folgte ein Wechsel in den Süden Deutschlands. Hier wollte ich mit Aufnahme des Studiums wieder in die freiwillige Feuerwehr eintreten. Man beäugte kritisch meine norddeutschen Ausbildungsnachweise, akzeptierte Sie aber und nahm mich auf. Einen Meldeempfänger bekam ich dann aber nicht, da “Studenten ja eh nie da sind”. So machte ich die Ausbildungsabende mit und fuhr in den folgenden 2 Jahren keine fünf Einsätze, da ich nur alarmiert wurde, wenn die Sirene lief.

Mit Ende des Studiums und dem ersten Job folgte wieder ein Wechsel der Feuerwehr. Ich blieb im Süden und stellte mich bei der neuen Wehr vor. Hier akzeptierte man meine Ausbildungsunterlagen und Leistungen gar nicht mehr. Man bot mir an, ein Jahr in einer Übergangsgruppe (Jugendfeuerwehr – Einsatzabteilung) mitzumachen und dann zu sehen, ob ein zeitnaher Übertritt in die Einsatzabteilung möglich wäre. Auch auf Nachfrage war man von dieser Form der Eingliederung nicht abzubringen und so verabschiedete ich mich bei dieser Wehr.

“Schnupperjahr” für erfahrenen AGT

Mit dem Jobwechsel innerhalb des Unternehmens ein paar Jahre später musste ich erneut umziehen. Hier nahm ich einen erneuten Anlauf und suchte die freiwillige Feuerwehr vor Ort auf. Wieder konnte man mit meinen Ausbildungsunterlagen nichts anfangen, Einsatzzeiten bei vorherigen Wehren wollte man nicht anerkennen und man bot mir an, ein “Schnupperjahr” zu machen. Dann würde man sehen, ob und wie man mich aufnehmen könnte.

Hiermit endet vorerst meine Feuerwehrkarriere, seit 5 Jahren bin ich nun keinen Einsatz mehr gefahren. Ich habe neben dem Job nicht mehr die Zeit, jedes Mal meine Feuerwehrlaufbahn von vorne zu beginnen und sehe dies, ehrlich gesagt, auch nicht ein. Ich bringe Einsatzerfahrung aus hunderten von Einsätzen mit, ebenso fachliche Fortbildungen wie CSA-Träger, Drehleitermaschinist und weitere.

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Ich war AGT und Maschinist mit CE Führerschein und Fahrpraxis. Doch das System der freiwilligen Feuerwehr in Deutschland hat mich verloren; mit diesem Ausbildungsstand in einer neuen Wehr mit Standrohrsetzen und Knotenkunde jedes Mal wieder von vorne zu beginnen, bin ich nicht bereit. Klar ist mir natürlich, dass eine Aufnahme nicht innerhalb von Stunden erfolgt, sondern man sich erst einmal kennenlernen und den Ausbildungsstand abklären muss. Doch ein Jahr ist sicherlich ein völlig überzogener Zeitraum hierfür.

Warum keine einheitlichen Standards für die Feuerwehr?

Dieses Beispiel zeigt aus meiner Sicht, dass die Wehren vor Ort und der deutsche Feuerwehrverband sich diesbezüglich verändern müssen. Wie in Teilen der Wirtschaft müssen wir Quereinsteigern ein Eingliedern erleichtern beziehungsweise auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg zusammenarbeiten und einheitliche Standards schaffen, um gleiche Ausbildung und die Anerkennung von Leistungen zu ermöglichen. Das Nicht-Anerkennen von Lehrgängen, verschiedensten Ausbildungswegen und Laufbahnen aus anderen Bundesländern werden wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können. Die Wirtschaft fordert immer mehr Mobilität, der Anteil der Studenten nimmt seit Jahren in Deutschland zu und auch Azubis müssen immer öfter fern ab der Heimat ihrer Ausbildung nachgehen.

Und hier komme ich auf den Aspekt der Mitgliedergewinnung und die seit Jahren sinkende Zahl an Einsatzkräften zurück. Wenn wir über die Gewinnung von neuen Mitgliedern reden, ist das sicherlich das eine, aber auch müssen wir bestehende Mitglieder halten. Hier haben wir ein “hausgemachtes” Problem, dass wir selber lösen können.

Sicherlich ist mein Beispiel ein extremes, doch jedes verlorene aktive Mitglied fehlt im Einsatz und das werden wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können. So wird es auch über die Existenz des weltweit einmaligen Netzes an freiwilligen Feuerwehren entschieden.

Ich freue mich, wenn mein Beitrag zur Diskussion im Leserkreis Ihrer Zeitschrift anregt. Albrecht Fritsch.

Diesen Leserbrief, eine Marktübersicht über Helme für den Innenangriff, eine Statistik zu den größten Feuerwehr-Problemen 2017, einen Bericht über Freiwillige Soziale Jahre (FSJ) bei der Feuerwehr, die Vorstellung der neuen Mercedes Arocs der WF Airbus und viele weitere Reportagen findet Ihr im Feuerwehr-Magazin 04/2017. Ab dem 23. März 2018 im Handel oder direkt im Shop versandkostenfrei bestellen

50 Kommentare zu “So lassen sich Aktive auch vergraulen”
  1. Michael Schulte

    Ich befürchte, dass ist kein Einzelfall, im Gegenteil, die Probleme liegen noch viel tiefer. Auch in meiner eigenen Wehr müssen sich neue Kameraden erst immer wieder neu beweisen. Doch gerade durch einen häufigen Wechsel und viele neue kann doch auch ein Löschzug oder eine ganze Wehr mal Meinungen und Erfahrungen von außen an sich heran lassen. Damit tun sich viele aber schwer. Ebenso habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Löschzugführer möglicherweise eine grandiose Fachkenntnis haben, leider aber auf dem Gebiet der Menschenführung und insbesondere Motivation vollends versagen. Wenn ein Löschzugführer selber sagt, dass er “nicht zu einer BMA kommt, weil sowieso nichts ist” darf er sich auch nicht wundern, wenn die Mannschaft plötzlich weg bleibt. Oder wenn eine Löschzugführung sich permanent nur selber die Rosinen bei allem raus pickt und der Rest gar keine Chance auf Abwechslung bekommt. In einem Löschzug im ostwestfälischen Raum habe ich sogar erfahren müssen, dass jahrelang Sonderfahrzeuge besetzt wurden, dies dann den Kameraden aber plötzlich gar nicht mehr zugetraut wurde, und nichtal mehr die die jahrelange damit gefahren sind die Fahrzeuge besetzen durften. Das ganze an einer Wache mit hauptamtlichen Kräften. Oftmals ist dann auch viel Politik im Spiel, um möglicherweise weitere hauptamtliche Stellen zu generieren. Auch soetwas in ein Tritt in das Gesicht eines jeden ehrenamtlichen Kameraden. In meinen Augen beginnt also die Mitgliederwerbung insbesondere genau bei denjenigen, die sogar schon eine Ausbildung haben. Immer nur neue Mitglieder hilft nicht, wenn diese nicht über Jahre langfristig motiviert und transparent geführt werden.

  2. Jan Meyer

    Ich kenne das Problem auch, habe meine Grundausbildung in Bremen gemacht mußte dann beruflich nach Kiel der Wechsel klappte noch AGT und Funker würden anerkannt, später ging es nach Hamburg da mußte ich erstmal kämpfen das die Ausbildung aus Bremen anerkannt wird im Anschluß gings nach NIedersachsen in der ersten Gemeinde ging es noch, aber dann kam der Wechsel nach Stade (sind der Meinung sie sind die besten) hatte die Wache 200m von meiner Wohnung weg, aber ich sollte zur Hauptwache mal 5Km Anfahrt sollte wieder eine Probezeit durchlaufen von einen Jahr (Niedersächsisches Brandschutzgesetz sieht vor das jemand durch UMzug ohne Probleme die Wehr wechseln kann und keine neue Probezeit durchlaufen muß)danach sollte entschieden werden ob ich die Feuerwehr aufgenommen werde man bedenke das ich zu der Zeit schon 15 Jahre Dienstzeit in verschieden FF hinter mir hatte. Das habe ich mir nicht angetan sondern in die Wache an meinem Arbeitsplatz gewechselt ein Nachbarkreis dort wurde ich ohne Probleme aufgenommen und sofort komplett in den Einsatzdienst eingegliedert bekam auch sofort Lehrgänge durfte endlich mal meinen Truppführer machen bekam technische Lehrgänge, ich beteiligte dort gleichzeitig dort in der JF im Bereich der Zeltlager Küche Landkreis Harburg mein letzter Wechsel ging dann nach Kreis Osterholz wo in Vollersode wo ich gut aufgenommen wurde und Jugendwart wurde,

  3. Frankflorian

    Ich kann dem Leserbrief von Albrecht absolut zustimmen!
    Auch mir ist es nach einem Umzug von Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz ähnlich ergangen.
    Nach 25 Jahren Dienst in NRW und Ausbildung und Dienstgrad zum Brandoberinspektor, bin ich ins benachbarte Rheinland-Pfalz umgezogen. Dort hat der Wehrführer die gesamte Wehr angehört,ob sie mich überhaupt aufnehmen wollen.
    Nach erfolgter Zustimmung der Wehr wurde ich aufgenommen, aber um einen Dienstgrad zurückgestuft.
    Von meiner alten Wehr hatte ich noch ein paar alte Stiefel, dass war auch gut so, da man mir erst nach über einem Jahr neue Einsatzstiefel besorgen konnte.
    Schlimmer war jedoch die ständige Unterforderung im Übungs- und Einsatzdienst, so dass ich nun nach 30 Jahren Feuerwehr frustriert meinen Dienst quittiert habe.
    Scheinbar können sich (oder auch nicht) einige Feuerwehren diesen Personalumgang leisten.

  4. Sueder80

    Ehrlich gesagt halte ich es nicht für falsch einen Neuen mit Qualifikationen erstmal kritisch zu beobachten. Man kann aber wohl relativ schnell bei Übungen und Co feststellen wie qualifiziert dieser Mensch ist.
    Mir sind nicht nur aus der Feuerwehr mehrere Fälle bekannt wo jemand aufgetaucht ist und gesagt hat er sei das und das und sich am Ende herausgestellt hat das die Person doch nicht die Nötige Qualifikation aufgewiesen hat.

  5. Lösch Arno

    Beim wechsel in ein anderes Bundesland entstehen Probleme die nicht nötig wären, gebe es eine für die Bundesrepublik einheitliche Ausbildungs und

  6. Ich bin von Hessen, mit Ausbildung in Hessen, nach Bayern gewechselt. Null Probleme gehabt. Und das mit mittlerweile 50 Lebensjahren

  7. Marcus Rückert

    Hallo Albrecht,

    ich bin ja erschüttert…

    ..mit Kopfschütteln lese ich diesen Beitrag…

    ich dachte dafür gibt es ne FwDv?

    Ist schon der Hammer….gerade wenn ich mir überlege das es Gemeinden gibt wo über Tag für nen Mülleimer oder nen brennenden PKW die komplette VG alarmiert werden MUSS.

    Ist schon Traurig….

    Falls Du nicht weist wo Du noch hin ziehen sollst….bei uns wärst Du genau richtig!

    Mit kameradschaftlichem Gruß
    Marcus

  8. P. Werner

    Kenne ich zu gut. Während in einigen Wehren ein Mangel an Einsatzkräften herrscht, sodass man froh ist für bestimmte Aufgaben Leute zu haben die eine Materie gut beherrschen ohne dafür einen “Darf-Schein” zu haben (zum Beispiel die Kettensäge), hat man andernorts so viele Leute, dass man es sich leisten kann motivierte Kameraden auszubremsen und auf die Reservebank zu setzen.
    Weiterhin bin ich seit Jahren noch parallel in einer anderen HiOrg tätig. Ausbildungen werden untereinander nicht anerkannt, weil die eine Organisation rot ist und die andere eben blau! Sprechfunk zum beispiel. Und an der Einsatzstelle kommuniziert man am Ende dann doch wieder untereinander über Funk.
    So macht das ganze keinen Spaß. Warum soll ich Ausbildungen doppelt machen? Weil sie in meiner Freizeit und unentgeltlich passieren? Nein danke! Die Organisationen wollen was von mir, nicht umgekehrt. Was nicht anerkannt und mir sogar verboten wird, das mache ich einfach nicht. Mir fällt es ja im Ernstfall nicht auf die Füße….

  9. Kenn ich..Könnte mein Lebenslauf sein! Aber schön ist es das es nicht überall so ist und andere gerne Erfahrung und breits bestehende Lehrgänge gerne nutzen!

  10. Matthias Fuchs

    Das geht auch so ähnlich im selben Bundesland. Ich bin in Hamburg mit 15 Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, mit 17 in die Einsatzabteilung übernommen worden und habe dann einen zehnjährigen Ersatzwehrdienst in der FF abgeleistet. Sieben Jahre später wollte ich wieder in die FF eintreten. Den Rettungssanitäter sowie einen Sprechfunk-Lehrgang, welche ich zuvor bei einer HIORG, absolviert hatte, wurden anerkannt. Die vorherige Dienstzeit inkl. Ausbildungen der FF wurden ignoriert. Ich sollte wieder als Anwärter anfangen, nochmal eine Truppmannausbildung durchlaufen und hätte, trotz reichlicher Einsatzerfahrung und beruflicher Tätigkeit im Rettungsdienst, keine Einsätze bis zum erneuten Abschluss einer TMA fahren dürfen. Und das trotz des herrschenden Mangel an aktiven ehrenamtlichen Helfern. Das ist einfach unverständlich und unvermittelbar.

  11. Michael Larisch

    Leider wahr! Ähnliche berufliche Wechsel. 3 gute übernehmende Feuerwehren auch mit viel “Papier Aufwand”, aber die 4. war ein Fiasko in einer grossen Stadt in NRW am Rhein mit BF. Nach über 1 Jahr Übungsabende wollte man immer noch mal sehen (seit 18. Ljahr in der Feuerwehr / > 20 Dienstjahre u.a. als GF). Unehrenhafter Ausschluss wg. fehlender Abmeldung zu Übungsdiensten. Kommt mir nicht mit Ehrenamt und Engagement! Die Feuerwehr hat auch mich verloren – wirklich schade.

  12. Daniel Nagel

    Hi ich habe die gleiche erfahrung gemacht aber das inerhalb von NRW und 30 km abstand von Wohnort zu Wohnort musste nach knapp 14 kahren mit JF zeit die Grundausbildung neu machen in der anderen stadt als UBM ( unterbrandmeister ) das war auch so ein Witz obwohl ich AGT träger bin und unzählige Einsätze gefahren bin und Heißausbildung habe.Ich gebe dir vollkommen recht ich haben den scheiß durchgezogen aber hatte ehrlich die schnautze voll und wollte aufhören

  13. Nils Gunder

    Ich habe eine sehr ähnliche Erfahrung gemacht. Auch ich hatte in Niedersachsen diverse Lehrgänge bereits belegt. Unteranderem auch an der LFS Celle. Trotzdem wurde ich als Feuerwehrmann wieder auf “0” gesetzt bei der Wehr im Süden. Vieles hat sich im Einsatzalltag relativiert. Aber das Gefühl, nicht wirklich aufgenommen und anerkannt worden zu sein, blieb. Ich hatte immer gedacht, dass sei ein lokales Ereignis und einem eigensinnigen Kommandanten geschuldet. Wohl nicht.

  14. Holger Korda

    Guten Tag zusammen , es ist schon erstaunlich , dass in einem Land wie Deutschland mit meist einheitlichen Ausbildungsstandarts in den BOS Organisationen gesiebt und ausgelesen wird. Erst sucht jede Wehr ob groß oder klein Hönderingend nach Einsatzkräften und dann möchte jemand helfen und er wird nicht genommen nur weil die Lehrgänge im Norden der Republik abgelegt wurden .
    Hier sollte man die Verantwortlichen Entscheidungsträger zum Gespräch einladen wieso hier solche Unterschiede gemacht werden ?!
    MfG Holger Korda , OLM und 1.Rett.San i.R.

  15. Ralf Lenker

    Wieder einmal ein perfektes Bild wie wir in unserem Land an der eigenen Aroganz und einer kleinbürgerlichen Struktur verenden werden.

  16. Tatsächlich empfinde ich das oben genannte Beispiel als noch sehr unspektakulär.
    Ich selber bin seit nunmehr über 20 Jahren in der Feuerwehr und habe vom AGT bis zum Gefahrstoff, dem CE bis zum Heißausbilder und Rettungsassistenten recht viel Ausbildung. Über 10 Jahre Erfahrung in der Notfallrettung und Berufliche Tätigkeit bei WF und BF… Mittlerweile bin ich selbstständig.
    Allein der Wechsel in die Nachbargemeinde endete damit, dass ich bei einer Wehr mit über 300 Einsätzen im Jahr kaum zu Einsätzen komme, außer BMA und vergleichbarem.
    Ich kann nichteinmal alles schreiben, weil es sicherlich gleich noch mehr Repressalien hagelt.

    Ich bin auf der Suche nach einem anderen Hobby, weg von der Feuerwehr. Eine Organisation, in der ich das Gefühl bekomme, dass die Selbstbeweihräucherung wichtiger ist als das Leben der Bürger, ist einfach nicht mehr meine.

    Ich weine um das Ehrenamt in diesem Lande.

  17. Ich kenne das! Weiß jedoch auch das in meiner Ortswehr (RLP) bei einem Kamerad die Lehrgangsanerkennung (BF’ler im mittleren Dienst in Hessen), weil keiner in der Gemeinde es genau wusste, von der LFKS geprüft und ohne Trara anerkannt wurde.
    Ich sehe hier die Feuerwehrschulen in der Pflicht!
    1. offizielle Empfehlungen und Regelungen zur Aufnahme von Mitliedern mit Ausbildungstand X und zur Anerkennung von Lehrgängen zu geben.
    2. in Fortbildungen Führungskräfte zu schulen, wie die Wehr von “Neuen” profitiert und Ihn/Sie nicht als Konkurrent/Quertreiber sieht.

  18. L. Kulli

    … Das kommt mir doch bekannt vor.
    In den neunziger, vielleicht erinnern sich noch einige war es möglich die Wehrpflicht über Ersatzdienst bei Twitter oder FW über mehrere Jahre zu absolvieren.
    Für seid kindesbeinen an Aktiven kein Probelm, zumal Zeiten aus der Jugend FW noch angerechnet werden.
    Aber dann kam mein Studium und der Umzug von SH nach NDS und die Katastrophe nahm ihren Lauf…
    Keine Anmerkungen der Zeiten zum Ersatzdienst, keine Ausbildungsanerkennung… Ich war gefrustet und genervt, da ich meine Verpflichtungen nicht nachkommen konnte und der Einzug drohte.
    Letzte habe ich mit Anwaltlichem Beistand meine Recht auf Ausübung eingeklagt und wurde geduldet. Nach ca. Eineinhalb Jahren bin ich in den Nachbarnkreis gezogen… Die Kameraden dort haben mich mit Kusshand aufgenommen….
    Das System krank, hier werden nur Pfründe Verteilung, gemessen wer den Längsten hat und wehe du bist zugezogen, dann Gnade dir Gott.

  19. Dominic

    Kann ich nur bestätigen war auch in der FF in Nord Deutschland Nordfriesland wollte den wieder beitreten wurde grund los abgelehnt!

  20. Wie anhand der vorigen Kommentare bereits ersichtlich geworden ist, kein Einzelfall. Trotz der technischen Möglichkeiten für die Nachweisführung über Lehrgänge und Einsatzerfahrung (FOX-Kartei), gestaltet sich der Wechsel in eine andere Feuerwehr (innerhalb des Bundeslandes) oftmals schwierig. So wurden meine Ausbildungsnachweise zwar anerkannt, allerdings wird dies bei Einsätzen und Übungen nicht berücksichtigt. Es spielt kaum eine Rolle welche Fähigkeiten man in den Einsatz- und Übungsdienst einbringen könnte. Und sollte man sich doch einmal erdreisten sein Wissen und Können anzuwenden oder gar eine Ergänzung zu den Äußerungen des Ausbilders zu machen… tja dann hört man den altbekannten Satz: „Das haben wir hier noch nie so gemacht!“
    In meinen Augen oftmals ein psychologisches Problem. Die Führungskräfte verstehen einen Neuzugang nicht als Bereicherung für die örtliche Einsatzabteilung, sondern vielmehr als Unruhestifter. Das Wissen und Können des „Neuen“ scheint als Gefahr für die Integrität der jeweiligen Führungskraft interpretiert zu werden.
    Als eines der Hauptprobleme in diesem Zusammenhang sehe ich die fehlende Feedback-/ Fehlerkultur der Führungskräfte vieler Freiwilliger Feuerwehren.

  21. Irgendwie schön das ich nicht der einzige bin der das Problem kennt.
    Ich war Jahre lang in Rlp hab dort meinen Truppführer gemacht inkl. Funk.Dann Umzug nach BaWü,dort wurde alles ohne Probleme anerkannt.Dann Hessen,erst einmal einen Dienstgrad runter und die Ausbildung Truppführer wurde mir erst nach einem Jahr anerkannt.jetzt bin ich beruflich nach fast 20 Jahren Feuerwehr in Sachsen…Funklehrgang wird nicht anerkannt,ich habe ein Jahr Probezeit,einen FME habe ich bis heute nicht obwohl es an AGT’s fehlt…
    Das Problem denke ich ist wirklich das Feuerwehr Ländersache ist.Ist ja erst einmal auch OK,in RLP sind ja die Feuer und Technischen Unfälle gaaanz anders als in Hamburg oder München…ich denke da sollten die Schulen und auch die Innenministerien doch mal auf horchen…

  22. Unbekannt

    Moin
    Diese Problematik gibt es auch bei der Berufsfeuerwehr. Vor zwei Jahren wechselte ich die BF. Meine DL Maschinistenausbildung sollte erst nicht anerkannt werden. Begründung: Man wolle den “eigenen (hohen) Standart beibehalten”! Schlussendlich wurde sie, nach einem Jahr, doch anerkannt.
    Merkwürdigerweise wird die RA Ausbildung aber überall ohne Probleme anerkannt 😉
    Ein Schelm wer böses denkt.

  23. Grundsätzlich ist es nicht nachvollziehbar.
    Es mag sein, daß es wirklich manchmal an den handelnden Personen liegt. Sind wir uns ehrlich, es gibt unter den professionellen und Ehrenamtlichen Helfern (egal welcher Organisation sie angehören) auch unheimlich viele Wichtigtuer Die schaffen zwar Prüfungen und Lehrgänge, sind aber im Alltag nicht zu gebrauchen.
    So wie es selbstherrliche Führungspersonen gibt, die glaubben alles besser zu wissen, gibt es das auch bei den unteren Rängen.
    Manchmal klappt es auch einfach zwischenmenschlich nicht und man traut es sich nicht zu sagen, sondern schiebt fadenscheinige Gründe vor. Dabei hofft man die betreffende Person los zu werden.
    Ebenso denkbar ist ein Kommandant /Wehrführer usw, der merkt das er da einen Neuen bekommen kann, der ihm den Rang ablaufen könnte.
    Wie dem auch sei, sich einen Neuen erstmal anzusehen, seine Fähigkeiten “praktisch” zu prüfen ist ja legitim, aber da braucht es kein Jahr dazu, aber auf jeden Fall auch den Kandidat im Einsatz zu sehen.

    Ich habe vor über zwanzig Jahren das Handtuch geworfen. Ich war sicher nicht unschuldig dran. Jung, forsch, gut ausgebildet (auch schon ein paar Jahre hauptberuflich Löschknecht) aber auch kritisch und hinterfragen (also ein Querulant).
    Und als dann Familie und Häuslebau dazu kamen und der wöchentliche Übungsdienst – der ja schon unter dem Schichtrythmus gelitten hat – nochmal ein Stück in den Hintergrund gerückt ist, kam es wie es kommen mußte…..
    Kennen sicher einige von euch ähnlich, dass die, die immer da sind sich ständig rechtfertigen müssen wenn es plötzlich nicht immer geht. Aber Leute die nur alle Jubeljahre zu erscheinen belieben, per Handschlag begrüßt und gefeiert werden.
    Jedenfalls hieß es, dass es so nicht ginge und wenn ich nicht wieder mehr zu den Übungen käme, dann sollte ich es gleich bleiben lassen. Das hab ich dann auch….

    Was ich abschließend noch bemerken muss:
    Wenn ich sehe was sich immer mehr Feuerwehren so alles aufhalsen lassen (Feuerwehrchefs lechzen ja immer nach Einsatzzahlen) wird der Abwärtstrend sich auch nicht mehr bremsen lassen. Der demographische Wandel wird sein übriges tun…

  24. Georg Radau

    Ich kenne nach vielen Umzügen ebenfalls das Problem des “Neuanfangs”. Ich hab das inzwischen neun Mal durch. Zwar wurden Lehrgänge bei mir immer anerkannt, und die Übernahmen erfolgten stets ohne Probezeiten. Dennoch halte ich (GF-Ausbildung, Kreisausbilder, mehr 20 Lehrgänge, ABC-Einsatzkraft, 30 Dienstjahre) inzwischen einfach den Mund. Meine Meinung ist einfach nicht gefragt. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass man nicht ernst genommen wird. Ich habe weitgehend keine Lust mehr, zumal auch ich aufgrund einer blödsinnigen schleswig-holsteinischen Laufbahnregelung vom Hauptlöschmeister zum Löschmeister zurückgestuft wurde – und das, obwohl ich als Ausbilder weiter tätig bin…..
    Leider muss ich aufgrund meiner Erfahrung aber auch den süddeutschen Kommandanten in Teilen Recht geben. Während die Grundausbildung in HH und Nds noch auf sehr hohem und einheitlichem Niveau sind, besteht in SH ein fürchterlicher Wildwuchs. Dir Verantwortungsträger machen hier teilweise in der Ausbildung, was sie wollen, wobei die auch hier geltende FwDv 2 oft genug nicht beachtet und umgesetzt wird. So gesehen kann ich doe bayerischen Fw-Kommandanten teilweise verstehen, denn bei vorgelegten Lehrgangsnachweisen aus SH weiß man oft genug nicht, was man bekommt….

  25. … eine sehr interessante Diskussion! Ich predige ganz persönlich als Verbandsvertreter gemeinsam mit meiner Truppe in meinem Bundesland, aber auch beim DFV schon seit Jahren, dass es ein Fehler ist, allein Fachleute in technischen und taktischen Fragen auszubilden, sprich: Wir bilden Gruppen-, Zug- und Verbandsführer usw. aus, aber keine Wehrführer und Wehrleiter. Will sagen, die Frage der sozialen Kompetenz bleibt meist auf der Strecke. Damit besteht schon sehr lange die Möglichkeit, dass sich gewisse “kleine Fürsten” fest in bestimmte Sättel setzen und dann dort machtvoll regieren, teilweise auch durch Cliquen von Nutznießern darin aus meist ganz persönlichen Motiven der Aufstiegsmöglichkeiten oder auch nur der Aufmerksamkeit unterstützt. Wir müssten hier dringend ansetzen. Leider sind hierzu erst erste Schritte gegangen, indem deutschlandweit ja die Novelle der FwDV 2 andiskutiert wurde (wobei genau in diesem Thema die Defizite immer wieder benannt wurden) und die Verbände – auch der DFV im Rahmen einer Fachveranstaltung in seinem Kongress in Berlin – das Schlagwort “Fachwissen allein reicht nicht” formuliert hat. Jetzt müssen Taten folgen! Und um da den bestehenden Druck auch wirksam zu machen, sind solche Diskussionen wie diese hier im Leserbriefbereich schon mal ganz gut, aber viel zu selten. Mehr davon, bitte!

  26. Hallo Kameraden,

    Ich bin vor vier Jahren von NRW nach Bayern umgezogen und habe da eine 18 Jährige Diensterfahrung mitgebracht. Mein neuer Kommandant war begeistert jemanden aufnehmen zu können ohne diesen ausbilden zu müssen. Mittlerweile habe ich meinen Gruppenführer an einer Feuerwehrschule gemacht und leite die Grundausbildung bei uns am Standort. Für mich war es sehr leicht sich bei meinen neuen Kameraden heimisch zu fühlen, auch wenn es nicht immer einfach war, da ich mich beweisen konnte und durfte und sehr gut aufgenommen wurde. Ich durfte mittlerweile drei mal zur Fw Schule in Bayern gehen und habe viel gelernt. In Bayern fahre ich 4x soviele Einsätze wie in NRW nur wird mir meine Ausbildung die ich in Bayern erworben habe, sofern ich nochmals zurück nach NRW gehen sollte, nicht angerechnet. Und ich würde wieder „degradiert“ werden. Gerecht ist sowas nicht. Auch wenn alles nach FwDV ausgebildet wird ist das alles Länder Sache. Beförderungen und Anerkennungen finden da sehr unterschiedlich statt. Soweit man mir das erklärt hat werde ich in Bayern auch nicht für meine schon geleistete Fw Arbeit geehrt, zb meine 25Jahre Ehrung wird erst in 21 Jahren stattfinden und nicht in 4, da ich ja das Bundesland gewechselt habe und somit bei der Fw bei „null“ Anfange was die Dienstzeit betrifft. Gehe ich wieder nach NRW wird mir die Zeit die ich in Bayern verbringe nicht angerechnet, obwohl ich meinen Dienst am Strahlrohr nach besten Wissen und Gewissen weitergeführt habe. Vielleicht helfen alle diese Kommentare und Schicksale dazu bei das unsere Arbeit, egal warum man einen Umzug machen musste was schon schwer genug ist, ernst genommen wird. Vielleicht kann eine Chance bestehen das sich die oberen Herren dieses Thema mal annehmen. MKG Dennis

  27. Heitmann Ralf

    Man hat es als neues Mitglied nicht immer leicht. Ich habe Jahrzehntelange Feuerwehrerfahrung, habe in den “alten” Feuerwehren, wo ich vorher war, als Maschinist alles fahren dürfen. In meiner jetzigen neuen Wehr soll ich lt. Wehrführung eine Fahrzeugausbildung machen, mit Abnahmeprüfung durch den Wehrführer, dann darf ich das HLF20 fahren. Ich bin nun seit 4 Jahren in der Wehr. Ich werde das HLF niemals fahren. Denn ich bin kein Arschkriecher. Wer braucht ein HLF? Ich nicht. Ich bin auch so glücklich.

  28. Hans Sauer

    Meine persönliche Erfahrung: “Erstkarriere” im THW, Gruppenführer, Zugführer, diverse andere Lehrgänge. Nach beruflicher Pause und Wohnsitzwechsel “Neubeginn” bei eienr kleinerer Wehr. Vorkenntnisse? Uninteresant, Erfahrung beim “anderen Verein” uninteressant. Nicht sehr motivierend.

  29. Essener

    Neue Mitglieder???
    Nicht bei uns!!!
    Der Feuerwehrverband NRW macht sich wirklich große Mühe neue Mitglieder für die FF zu werben!
    Leider findet das in einer großen Ruhrgebietsfeuerwehr (natürlich mit BF) kein gehör! NEIN!!! Schlimmer!
    Da ab 30 Mitgliedern aus einer Löschgruppe ein Löschzug werden müsste, hat man einfach mal einen Aufnahmestop eingeführt. Inoffiziell natürlich. Selbst mitglieder der JF dürfen nur noch aufgenommen weden, wenn sie bei der Erstuntersuchung sofort die volle G26-3 bestehen (das war sonst nie so!).
    Schade! So wird über kurz oder lang vermutlich auch die JF aussterben, da es ja keine Perspektive für die FF gibt.

  30. Detlef Eschen

    Ich bin zwar nur einmal gewechselt, inkl. Bundesland (Nds. -> BaWü). Kann dies aber nicht bestätigen. Alle Lehrgänge (bis zum GF) wurden anerkannt und es wurde nie in Frage gestellt. In der Zwischenzeit bin ich als “rein geschmeckter” sogar Abt.Kdt. Auch an der LFS wurde nichts in Frage gestellt.
    Ich bin auch der Meinung, wie schon in den Kommentaren angeführt, es gibt ein FwDV und diese ist einheitlich. Wie die Ausbildung strukturiert wird, ist teilweise schon innerhalb des Landkreise unterschiedlich. 1 Jahr Kennenlernen ist ausreichen, um festzustellen ob jemand ein Sprücheklopfer ist oder was kann. Vielleicht sollte man eher eine Schlichtungsstelle einrichten, wohin man sich wenden kann, wenn solche Fälle auftreten. Das Ergebnis ist Verbindlich für alle in Deutschland.

  31. In meinen Augen beschreibt @Hachi das Problem sehr gut. Nicht nur im diskutierten Fall von Neueintritten bzw. Wechslern, sondern fast in jedem Bereich darf sich der jeweilige Wehrführer/Wehrleiter/etc., ist er erst einmal gewählt, erlauben, was er will. Eine Kontrolle oder Rechenschaftsbericht findet praktisch nicht statt, wer soll dies auch tun? Der Bürgermeister als Verantwortlicher hat ja meist selbst keine Ahnung und kritische Stimmen, die Sachen auch mal hinterfragen (“Müssen Sachen gut sein, nur weil man es die letzten 30 Jahre so gemacht hat?”) werden sofort als Bedrohung betrachtet oder bestenfalls müde belächelt.
    Hinzu kommt, gerade bei einem gewissen Altersgefälle, die schön beschriebene “Cliqu-Bildung”. Meist geht es nicht darum, Aufgaben an geeignete Personen zu übertragen, sondern dem Kameraden, der bereits die letzten Jahrzehnte an der Seite des WF/WL war, etwas zuzuschustern oder nicht mehr abzunehmen (gibt ja eine Aufwandsentschädigung) und gleichzeitig andere auszugrenzen.
    Schließlich werden die Herausforderungen der heutigen Zeit ignoriert oder kleingeredet, Mitgliederwerbung als nicht notwendig erachtet (“für sowas habe ich keine Zeit”), obwohl fast niemand mehr unter Tag da ist und Übungsdienste nach Schema F gleich langweilig wiederholt.

    So ähnlich ist es auch in meiner Feuerwehr zu beobachten, und die Motivation für Einzelne geht stetig gegen Null. In den letzten knapp 20 Jahren, die ich vor Ort miterlebt habe, haben uns bestimmt mind. 15 teils sehr gut ausgebildete Kameraden verlassen. Und nur die allerwenigsten davon sind weggezogen…

    Solange in Wehrleitungs-/Führungsebenen kein Wandel stattfindet, und nicht endlich auf das gemeinsame Ziel hingearbeitet wird, befürchte ich, werden Fälle wie oben reichlich geschildert leider nicht weniger werden.

  32. Markus Naumann

    Wie in vorherigen Kommentaren schon erwähnt ist das leider kein Einzelfall. Ich hatte das gleiche Problem. Bin auch von einem Bundesland in ein anderes umgezogen, brachte meine Ausbildung mit und wurde erst nicht anerkannt. Bin auch der Meinung das es eine Feuerwehr in Deutschland ist und man müsste die Ausbildung in allen Bundesländern gleich halten aber man Kocht ja lieber sein eigenes Süppchen. Es könnte so einfach sein.

  33. StefanP

    Nach über 30 Feuerwehrjahren in fünf freiwilligen Wehren kann ich mich offenbar über wohlgesonnene Aufnahmen sehr freuen. Vielleicht liegt es daran, dass ich in Hessen eine gute Grundausbildung genossen habe, die in Schleswig-Holstein anerkannt wurde. Die Ausbildung habe ich natürlich mit der Zeit ausgebaut. In meiner Heimatwehr und in drei meiner neuen Wehren wurde ich von den “Ureinwohnern” in Vorstandsposten gewählt. Als Gerätewart, Gruppenführer, Jugendwart (!) und Kassenführer. In meiner aktuellen Wehr haben wir auch ein Probejahr für Um- und (Wieder)-Einsteiger und das hat sich bewährt. Es gibt eben (leider) auch solche, die sich selbst für ziemlich geile Götter halten, aber wenn man genauer hinsieht, wird es schnell dünn. Die überwiegende Mehrzahl derer, die in meine Wehren hineingewechselt haben, sind völlig unproblematisch zurecht gekommen. Ich bin auch deshalb dankbar für jeden, der sich vorstellt, einbringt und hilft, die Feuerwehr als Ganzes weiter zu bringen. Oder wie man so schön sagt: “Ein- und Austritt sind freiwillig, dazwischen liegt Pflicht!”

  34. Oliver Grimm

    Ich habe in den letzten 25 Jahren verschiedene, aber zum Glück mehrheitlich positive Erfahrungen gemacht. Während des Studiums in Gießen (HE) war ich neben meiner Heimatwehr bei den Kameraden in Gießen-Allendorf und wurde dort mit offenen Armen aufgenommen. Die Kontakte halten auf privater Ebene bis heute und es war eine sehr interessante Zeit dort, auch wegen der Einsatzergänzung mit der BF dort. Nach meinem beruflichen Wechsel nach Bayern vor neun Jahren konnte ich zuerst arbeitsbedingt die Zeit für die FF aufbringen, außerdem wohnten wir damals weit außerhalb vom Dorf. Nachdem wir ins Ort gezogen waren sprach ich den zweiten Kommandanten und den Vorstand mal darauf an, dass ich und auch meine Frau gerne wieder aktiv mittun würden. Da hieß es zuerst “das muss der Vorstand formal abstimmen”, da dachte ich mir lmaa. Ein Jahr später war das kein Problem mehr. Positiv war weiterhin, dass man mir meine Zeit und in Hessen und die zwei Jahre Leerlauf trotzdem für die Ehrung für 20 Jahre aktiven Dienst letztes Jahr anerkannt hat. Mit der Anerkennung der Lehrgänge aus Hessen hat man sich bei der zuständigen Brandinspektion lange gedrückt aber diesen April darf ich nach Regensburg zum GF-Lehrgang an die SLFS. (ich werd mit Ende dreißig wahrscheinliche Lehrgangsältester werden 😉 ) Letzten Endes hängt viel von den Leuten innerhalb der Wehr und der Führung ab, aber eines ist gewiss: den Luxus ausgebildete und einsatzerfahrene Kameraden, die bereit sind auch am neuen Wohnort wieder ehrenamtlich tätig zu werden mit hanebüchenen Vorwänden abzuweisen und hinzuhalten, das kann sich keine Gruppierung, egal ob FF, THW, DRK oder wer auch immer, nicht mehr leisten.

  35. Jörg Fleige

    Ich habe innerhalb von Niedersachsen mehrfach die FF gewechselt, da ich aus beruflichen Gründen umgezogen bin. Ich bin immer mit offenen Armen aufgenommen worden und sämtliche Lehrgänge wurden anerkannt.

  36. Meine Erfahrungen, sind durch einen Wechsel von NRW nach RLP ganz klar so, dass ab der Truppführerausbildung eine Eingliederung in eine Feuerwehr eines anderen Bundeslandes schwierig wird. Das erste Problem stellte nach Aussage des Wehrführers meine Dienstgradübernahme da – für Hauptfeuerwehrmann zu klug und für Löschmeister zu wenig Jahre -. Beim zweiten Problem wurde es in der dörflichen Feuerwehr richtig kompliziert, da ich von einem Stützpunktzug einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlicher Feuer- und Rettungswache kam, besaß ich das komplette Ausbildungspaket inklusive ABC 1- und TH-Ausbildung. Hiermit war ich dem Großteil der Führungskräfte weit voraus. Bei Einsätzen in diesen Bereichen wurde ich daher gerne als “Fachkraft” eingebunden, aber immer mit der Sorge um einen Autoritätsverlust der Vorgesetzten. Durch einen erneuten Wohnortwechsel in meine Heimatstadt nach NRW musste hierfür aber keine endgültige Lösung gefunden werden.
    Bundesweit sollte es bei verschiedenen Titeln für einen Dienstrang vom DFV und dem Innenministerium verbindliche Wechsellisten geben. Auch kann es nicht sein das ein Wettkampf um die “besten” Führungslehrgänge in Deutschland toppt. Das ein Institut besser ausbildet als eine Schule und die Anforderungen so stark auseinandergehen, wie etwa die Atemschutztauglichkeit bei Führungslehrgängen.
    Aber auch in einer Feuerwehr kann man, nach einer Beurlaubung, auf Null zurückgestellt werden. Man erhält “Fahrschule” für Einsatzfahrzeuge die man 2 Jahre zu vor noch in Extremsituationen gefahren hat oder bekommt die Technischen Gerätschaften erklärt zusammen mit den Kammeraden des Grundlehrganges.
    Da wird einem die Ehrenamtsflucht fast nahegelegt.

  37. Michael Schmidt

    Der Bericht erzeugt bei mir nur Kopfschütteln. Soweit ich weiß sind die FwDV in allen Bundesländern gleich. Wenn also eine Ausbildung entsprechend FwDV2 “Ausbildung in Feuerwehren” absolviert wurde, müsste diese auch überall anerkannt werden. Sicher gibt es formell eine Probezeit, diese liegt auch in unserer Wehr bei 1 Jahr, und beginnt mit Abgabe und Bestätigung des Aufnahmeantrages. In diesem Fall bekommt bei uns aber jeder eine FME und ist damit vollständige Einsatzkraft. Diesbezüglich gebe es bei uns in der Wehr sicher keine Probleme.

  38. Jens Jacob

    Da bleibt einem glatt die Spucke weg und doch ist es traurige Realität in unserer Republik! Wir leben im Jahre 28 nach der deutschen Wiedervereinigung und sind noch immer weit entfernt von einem einigen Vaterland! In einer Zeit, die auf Globalisierung ausgerichtet ist und in der wir den europäischen Gedanken leben wollen, zelebrieren wir auf dem eigenen Territorium Kleinstaaterei. Es ist unerträglich, daß speziell im Bereich der Gefahrenabwehr 16 verschiedene Brandschutzgesetze die Einsatzkräfte in den jeweiligen Bundesländern mit verschiedenen Befugnissen und scheinbar auch mit verschiedenen Qualifikationen ausstatten, obwohl deren Auftrag doch überall gleich ist. Wenn es dann noch Feuerwehren gibt, die Qualifikationen, welche nach den gültigen Feuerwehr-Dienstvorschriften erworben wurden, nicht anerkennen, ist das nicht nachvollziehbar und wohl auch nicht im Sinne der Erfinder. Das heißt nicht, daß Probezeiten generell falsch sind, aber auch da kann man das bereits vorhandene Wissen und Können akzeptieren und nutzen . Schade, daß wir uns das Miteinander selbst so schwer machen! Eigentlich sollten hier die Verbände auf Landes- und Bundesebene, aber auch die Bundespolitik schnellstens für Abhilfe sorgen, aber scheinbar ist das dann doch nicht so wichtig. Da machen wir uns lieber Gedanken, ob auf einer neuen Uniform die Brusttaschen mit oder ohne Klappe sein sollten!

  39. Leonie Ruske

    Ich bin, bedingt durch mein Studium, in eine andere Stadt gezogen.
    Da ich meine feuerwehrtechnische Ausbildung nicht aufgeben wollte (6-10 in der Kinderfeuerwehr, die mir damals schon sehr viel beigebracht hatte; 10-18 Jugendfeuerwehr mit sehr guter Ausbildung und Wettkampfbesuchen und ab 18 dann eine Einsatzkraft mit hohen Zielen).
    Ich stellte mich in der neuen Stadt vor und wurde bereits bei der Vorstellung nicht ernst genommen. Auch im darauffolgenden Jahr musste ich mich beim Wehrführer und ca 80% der anderen Einsatzkräfte beweisen, da ich ja ein Mädchen bin, was weiß und kann die schon.
    Mir wurden auch Geschichten zugetragen aus der Wehr, dass es nicht nur mir so ergangen ist, sondern auch anderen (männlichen) Studenten.
    Wie steht es denn (neben dem oben genannten Problem) mit diesem?

  40. Markus Rübe

    Wenn ich das lesen, bin ich sprachlos. Jede Wehr sollte froh und dankbar für Unterstützung sein – gerade, wenn ein ausgebildeter Feuerwehrmann in die Wehr wechselt.
    Ich selbst hatte Glück. Nach ,einer Gutenberg Ausbildung in einer bayerischen Wehr bin ich im Studium nach BaWü gewechselt und war dort ca 2 Jahre Aktiv. Noch heute bin ich passives Mitglied der Wehr. Nach einer Pause und Familiengründung bin ich inzwischen seit 14 Jahren in RLP bei einer Ortswehr, die mich von Anfang an offen aufgenommen hat.
    Sicherlich gibt es Unterschiede unter den Wehren, aber schließlich haben wir alle ein Motto: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

  41. Ich kenne diese Problematik auch aus eigener Erfahrung:
    Durch Heirat zog ich von RLP nach BaWü und wechselte von einer (kleinen) Dorfwehr ca 12 Einsätze im Jahr) zu einer Großen mit 120 Einsätzen im Jahr.
    Meine Lehrgänge (Grundlehrgang, Truppführer, Maschinist, Funk, JF-Wart) wurden bis auf den GFund Kreisausbilder anerkannt und ich durfte gleich Einsätze mitfahren.
    Beim GF wurde mir gesagt, da es mal ein Fall gab, wo Einer mit gefälschten Bescheinigungen kam, wollen sie nachforschen , ob ich den Lehrgang auch besucht habe. Weiterhin war es für die “neue” Wehr unklar,ob der GF-Lehrgang von RLP gleichwertig mit dem von BaWü ist. In RLP ist er zweigeteilt (2x 1 Woche direkt anschließend), in BaWü sind es 2 Wochen.
    Letztendlich durfte ich auch als GF in den Einsatz.
    Bei einem Wohnortwechsel innerhalb des Kreises wechselte ich auch in die Feuerwehr meines neuen Wohnortes. Dort sollte ich auch ein Jahr Probezeit absolvieren, wobei ich von Anfang an mit ausrücken durfte. Alle Lehrgänge wurden ohne Probleme anerkannt.
    Die Probezeit wurde nach einem halben Jahr als beendet vermerkt.
    in RLP wahr ich ca 15 Jahre und diese Zeit wurde auch als Dienstzeit anerkannt.

    Wenn man mit Feuerwehrerfahung und einigen Lehrgängen die Feuerwehr wechselt, so sollte man sich doch etwas Zeit nehmen, die FW mit ihren Struckturen und Gepflogenheiten und auch die Kameraden kennenzulernen und auch an kameradschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen.

  42. Stefan M. Faust

    Ich finde es unmöglich, wie der Kamerad Fritsch “abgespeist” wurde. Aber auch beim Überfliegen der Kommentare unter dem Leserbrief musste ich einmal zu oft mit dem Kopf schütteln. Es kann doch einfach nicht sein, dass so viele gut ausgebildete Kameraden nicht aufgenommen und auch voll integriert werden, nur weil sie aus einem anderen Bundesland kommen. Ich bin der Meinung, die Ausbildung sollte bundesweit anerkannt werden, so dass es bei einem länderübergreifenden Umzug keine Schwierigkeiten gibt.

    Auch hier in Berlin ist es nicht so einfach, in einer FF aufgenommen zu werden, selbst wenn man jahrelange Erfahrung aus einem anderen Bundesland mitbringt. Das liegt daran, dass man hier erstmal eine mehrmonatige Probezeit als Anwärter hinter sich bringen muss (ohne Uniform und logischerweise ohne Einsätze), um sich dann einer Wahl vor den Kameraden zu stellen. Was man vorher gemacht hat, interessiert niemanden. Vielleicht auch nicht gerade die richtige Option.

    Kurzum, die Politik muss hier auf jeden Fall baldigst in die Pflicht genommen werden, damit solche Erfahrungsberichte künftig kaum noch bzw. im Optimalfall gar nicht mehr zu lesen sein werden.

  43. Hallo in die Runde,

    für Berlin kann ich dazu ja mal aus Sicht eines Wehrleiters berichten!
    Grundsätzlich ist es richtig und wichtig, dass man auch bei erfahrenen Bewerbern kritisch hinterfragt. Die FwDV2 ist überall sehr ähnlich, das heißt aber noch lange nicht, dass auch überall nach dieser ausgebildet wurde! Dazu kommt, dass es nun mal in jeder Organisation andere Standards gibt. Nennen wir mal beispielhaft den Funkverkehr in Berlin, der zurecht von diversen Bundesländern belächelt wird…

    In Berlin gibt es die vom FwG vorgeschriebene Kennenlernphase über ca 3 – 6 Monate, in der sowohl die Wehr, als auch der neue Kamerad feststellen sollen, ob es denn auch menschlich passt …. In meinen Augen ein nicht zu verachtender Aspekt.

    Was die mitgebrachte Ausbildung angeht, lese ich aus den anderen Kommentaren hier, dass Berlin scheinbar Recht kulant ist. Die Entscheidung der Anerkennung obliegt unserer Feuerwehrschule. Der Wehrleiter beantragt mit Vorlage des Ausbildungsnachweises und muss dann aber leider etwas Geduld mitbringen…. Wie an so vielen Stellen mangelt es auch hier am Personal.

    Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit werden Sprechfunker und Maschinist in Berlin NICHT anerkannt. Argumentiert wird hier mit den regionalen Besonderheiten…(das bewerte ich hier ausdrücklich nicht)!
    Allerdings gibt es dann die Möglichkeit, die bestehenden Wissenslücken wachintern zu schließen und damit eine nachträgliche Anerkennung zu erlangen. Das muss ich eh machen, wenn ich von Rosenbauerhausen nach Zieglersdorf wechsle.

    Nun gibt es aber noch eine Hürde: in Berlin gibt es für jeden Lehrgang gewisse Vorraussetzungen. Ein Truppführer muss bspw. vorher den Sprechfunker oder den Maschinisten absolviert haben, ein Gruppenführer muss vorher Truppführer sein usw usf. Und immer muss vorher die “Grundausbildung” abgeschlossen sein.
    D.h. Truppmann 1+2, AGT, Atemschutznotfalltraining, Umgang mit psyschich belastenden Einsätzen, Absturzsicherung und Rettungshelfer….
    Ein fertiger Gruppenführer aus Niedersachsen muss also erst die fehlenden Module aus der Grundausbildung nachholen, und auch bspw. den Sprechfunker anerkannt oder nachgeholt haben, bevor er wirklich führen darf.
    ABER: er kann natürlich stufenweise seinem Anerkennungsgrad entsprechend eingesetzt werden und somit das Berliner System kennenlernen.
    So wie in anderen Regionen auch, gibt es hier halt Regelungen und Festlegungen, die es erst zu verinnerlichen gilt.
    Sei es das Funkkonzept an der Einsatzstelle, unterschiedliche Standardeinsatzregeln und Geschäftsanweisungen oder ganz flach gesagt, die Sprache, die man auf der Einsatzstelle spricht.

    Grüße
    Tobias

  44. David Ziegler

    Auf den Leserbrief und etliche Kommentare hier kann ich nur mit Kopfschütteln reagieren. Ähnliche Geschichten hatte ich bisher nur von Kameraden gehört, die von Thüringen nach Bayern gewechselt sind, und hielt es für die absolute Ausnahme. Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht:
    Aufgewachsen in RLP (Rheinhessen) war ich dort 6 Jahre in der JF und 7 Jahre aktiv (die letzten 3 als stellv. WF) in einer kleinen Wehr mit 10-15 Einsätze im Jahr und habe dort alle Lehrgänge bis GF macht. Nach dem Studium ging ich nach Brandenburg, keinerlei Probleme in einer Kleinstadt (Hauptwehr des Amtes für TH und Waldbrand-TLF der BSE des Kreises, 30 Einsätze/Jahr), da war man froh für einen GF der tagsüber verfügbar ist. Innerhalb zwei Wochen mit FME zu Einsätzen gefahren, direkt den nächsten Kettensägenlehrgang machen müssen (der ist für Brandenburg selbstverständlich). Nach ein paar Monaten voll eingearbeitet als GF und akzeptiert. Später ging es wieder nach RLP (Eifel) in eine kleine Wehr mit knapp 10 Einsätze/Jahr, da wurde ich erstmal als “Ossi” beäugt, und alle Dokumente in Original auf der Verwaltung sehr gründlich durchgearbeitet (auch der GF aus RLP!). Auch tagsüber verfügbar, aber nie als GF, auch wenn ich der einzige war. Nach einem Jahr, zwar immer noch nicht als AGT eingekleidet wurde ich dann als GF akzeptiert. Kurz darauf ging ich nach Hessen, größere Feuerwehr (30 Einsätze) in einem Ortsteil. Trotz Tagesverfügbarkeit nach drei Monaten einen FME mit einem Truppmann ohne AGT geteilt, kameradschaftlich absolut gut, aber als GF nicht wirklich akzeptiert. Seit knapp drei Jahren in Thüringen bei einer kleinen Wehr mit 30 Einsätzen im Jahr und TH, keinerlei Probleme, gleich alles akzeptiert mit FME ausgestattet und umfassend eingearbeitet, nach einigen Monat als GF eingesetzt. Hier leite ich auch Ausbildungen und man schätzt meine Erfahrungen und bindet mich aktiv mit ein in die Gemeindewehrleitung, die Fahrzeugbeschaffung und fragt nach der Meinung zur Strukturweiterentwicklung bei der Kommunalreform, weil ich schon vier verschiedene Bundesländer gesehen habe. Hier habe ich das Gefühl ich wäre seit der JF dabei.
    Zusammenfassend sehe ich eine großen Unterschied zwischen Ost/West in der Akzeptanz von Lehrgängen, Ausbildungstechnisch unterscheiden sich einzelne Wehren in einem Landkreis teils mehr als in der breiten Masse die Bundesländer untereinander.
    Ich kann nur empfehlen, so habe ich es bisher gemacht, ohne Pause direkt nach Wohnortswechsel über die Amts/Stadtverwaltung in die Feuerwehr einzutreten. Dem Sacharbeiter direkt alle Dokumente geben und nach der Telefonnummer des Wehrführers fragen. Und ansonsten offen für Neues sein und sehr nachdrücklich eine gute Einarbeitung einfordern. Kameradschaftlich waren alles meine bisherigen Wehren absolut in Ordnung.
    Gruß David

  45. Hallo zusammen,
    nachdem ich nun die Kommentare hier gelesen habe, möchte ich auch mal etwas dazu sagen. Ich habe mittlerweil 3x die Wehr gewechselt und jedes Mal in einem anderen Bundesland. Andere Länder andere Sitten. In Hessen war ich OFM. In NRW Feuerwehrmann. Es gab hier vor einiger Zeit einen interessanten Artikel zu Ausbildungen in anderen Bundesländern. Warum setzt man sich nicht zusammen und holt sich das Beste heraus? Was ist so schlimm an einer gleichen Ausbildung in der Feuerwehr in ganz Deutschland? Wie dem auch sei, ich war lange Zeit aus der Feuerwehr raus. Meine Grundausbildung lag einige Jahre zurück. Ich wurde trotzdem in beiden Fällen aufgenommen und sofort in die Einsatzabteilung übernommen. In meiner jetzigen Wehr habe ich trotzdem nochmal die Lehrgruppe mitgemacht. Die Gründe waren
    1) Auffrischung meines Wissens,
    2) Kennenlernen der Gerätschaften im ruhigen Umfeld,
    3) Kennenlernen von Neuerungen im Feuerwehrwesen. Es hat mir nicht geschadet.
    Ich muss dazu sagen, dass es einige Zeit dauert, bis man sich eingelebt hat und die Kameraden einen besser kennen. Ich kann aber ein Jahr Probezeit nicht verstehen. Ich kann außerdem nur jedem Wehrführer wirklich empfehlen, auch mal über den Tellerand hinaus zu schauen. Vielleicht lässt sich ja doch etwas lernen. Das Führen von Menschen beinhaltet auch, dass man mal an die Basis geht und dort zuhört. Das geht oft verloren, weil der Kontakt abreißt.

  46. Hans Sauer

    Nachdem ich die Kommentare gelesen ahbe, wird mir eines klar: Feuerwehrmäßig elben wir noch in der Kleinstaaterei des 18. Jahrhunderts. Jedes Bundesland meint, es weiss es besser und muss es anders machen wie der Nachbar. Herscharen von Beamten werden damit beschäftigt, Unterschiede aufrecht zu erhalten, diese zu pflegen und im Fall der Fälle mit aufwändigen Prüfungen Dinge zu bescheinigen, die kein Blatt Papier wert sind. Wenn Eltern über Schwierigkeiten beim Schulwechsel in ein anderes Bundesland klagen, sind diese Probleme noch klein, gegenüber denne, die wir bei der Feuerwehr haben. Brennt es in SH anders wie in Bayern? Passieren in BW andere Unfälle wie in RLP? Man könnte es fast glauben. Aber eine Vereinheitlichung würde ja vielen “Sesselfu…” den Job kosten. Deswegen wird die Diskusion auch in 50 Jahren leider nicht anders laufen. Mein Feuer, mein Dienstgrad, meine Ausbildungsvorschrift …. zum Wohle der Menchen? Wohl nicht, die einzigen die profitieren sind die Bürokraten.

  47. Clemens Rasmussen

    Das ist überaus schade. Ich habe gerade einen ähnlichen Wechsel gemacht. Ich bin von der Feuerwehr Flensburg-Engelsby aufgrund meines studiumbedingten Umzugs in die Feuerwehr Passau Löschzug Hauptwache gewechselt. Bis auf meinen Dienstgrad (der mir ehrlich gesagt recht egal ist) wurde alles anerkannt. Man hat sich so mein Eindruck sehr darüber gefreut, dass ein Student kam, der schon länger bei der Feuerwehr aktiv ist und den man eben nicht von vorne neu ausbilden muss. Studenten sind in Passau aber auch ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr und vor allem bei Tagesalarmierungen schnell da.

  48. Aleksandra Maria Sofia Mels

    Hallo zusammen,

    wie ich lese bin ich nicht alleine mit dem Problem „Anerkennung“.
    Allerdings ist geht das bei mir in eine ganz andere Richtung.

    Zuerst eine Erklärung… ich bin als Mann geboren lebe aber mittlerweile als Frau.
    Ich bin eben Transsexuell und habe mich im falschen Körper gefangen gefühlt und das 33 Jahre lang… das habe ich dann geändert.

    Aber fangen wir mal ganz am Anfang an.

    Ich bin ´77 und männlichen Geschlechts geboren worden.
    Im Sommer 1996 habe ich mich dann beim Löschzuges unsere Dorfes
    ersatzweise dem Katastrophenschutz verpflichtet, denn zur Feuerwehr wollte ich immer schon.
    Grundausbildung , AGT & TH-Wald war mein bisheriger Ausbildungsstand.

    Bin dann aufgrund von Arbeitslosigkeit nach Essen gezogen,
    Großstadt hat eben mehr zu bieten als das Landleben.

    2011 habe ich mich dann bei dem nächstgelegenden Löschzug vorgestellt
    und wurde aufgenommen.

    Da ich innerhalb von NRW umgezogen binm war das anerkennen des Ausbildungsstandes keine große Sache.
    Einsäte ja okay, die FF wird in Großstädten eher als Unterstützung gerufen und meist
    auf der Anfahrt schon abbestellt, da musste ich mich erst umgewöhnen
    da das auf dem Land anders rum ist, vor allem wenn keine Berufswehr vorhanden ist.

    Dann 2 Jahre später haben sich dann meine persönlichen Verhältnisse geändert, denn ich habe herausgefunden das ich transsexuell bin.

    Das haben meine „Kameraden“, vor meinen Outing” irgendwie spitz bekommen und da fing der Spießrutenlauf an!
    Mobbing war die Regel anstelle die Ausnahme. Vom Schuhcreme die in den Helm geschmiert wurde, bis hin das meine Einsatzstiefel mit Kabelbindern verbunden wurde, die Liste ist lang.
    Natürlich fand auch physische Ausgrenzung statt, mit mir wollte niemand mehr ein Trupp bilden,
    ich wurde wie eine Aussätzige behandelt!

    Mein Einheitsführer hatte versucht das zu klären, aber ohne Erfolg.
    Das schlimmste ist das von ganz oben keine Unterstützung kam, selbst von der Antidiskriminierungsstelle nicht!
    Ich habe dann keinen anderen Weg gesehen als die Feuerwehr zu verlassen
    und das hat mir sehr zugesetzt da ich mit ganz viel Herzblut und Hingabe dabei war.

    Nach 10 Jahre Großstadt bin ich dann wieder „nach Hause“ gezogen,
    die Umstände haben sich so ergeben.

    Im März 2015 hatte meine Namens und Personenstandänderung beim Amtsgericht Dortmund beantragt und diese ist seit dem September 2015 rechtskräftig
    und ich lebe seitdem offiziell als Frau!

    Habe mich dann bei meiner ersten Feuerwehreinheit gemeldet weil ich eigentlich
    weiterhin bei der Feuerwehr aktiv sein wollte.
    Mittlerweile hatte ich sogar den Lehrgang Pumpenmaschinist gemacht, die Beförderung
    zu Hauptfeuerwehrfrau ist da nur obligatorisch anzusehen… ist nur Lametta für mich.

    Mir wurde von Zugführer der Feuerwehr, wo ich meine Grundausbildung gemacht hatte,
    erklärt das man erst mal „ein Gespräch“ führen müsse.
    Auf diesen Gesprächstermin warte ich nun mehr seit 4 Wochen.

    Trotz guten Ausbildungsstandes mit verschiedenen Lehrgänge und einer hochwertigen beruflichen Ausbildung als Kfz Mechanikerin und Kfz Mechatronikerin, ja ich habe beides gelernt,
    UND das ich sogar noch ein 9 Monate langes Praktikum in der KFZ-Werkstatt der BF Essen gemacht hatte, scheint das absolut keinen Wert zu haben. Zudem war ich noch 1,5 Jahre Leiterin einer kleinen Betriebseigenen Werksatt für Motor und Gartengeräte einer städtischen Gesellschaft. Zudem habe ich noch ein Quad als Hobbyspassgeräte, woran ich alles selber instandsetze… ich kanns und drafs ja auch.

    Also an technischer Eignung mangelt es defintiv nicht und mit 41 Jahren könnte ich auch noch lang der FF aktiv dabei sein.

    Aber auf das dieses ganze “Mimimi, wir müssen erst reden und schauen, was sagen unsere Mädels nur dazu und das rechtliche muss auch geklärt sein” darauf habe ich einfach keinen Bock mehr. Was gibts da Rechtlich zu klären? Der richterliche Beschluss des Amtsgerichts Dormund ist mehr als eindeutig, und weißt mich als Frau aus. Für mich ist das pure Diskriminierung!
    Ich habe mit der Feuerwehr endgültig abgeschlossen.
    Meine Unterlagen und Urkunden habe ich symbolisch verbrannt um einen entgültigen Schlußstrich unter diesen Abschnitt ziehen zu können!

    So kann man ebenfalls bereits ausgebildete Feuerwehrleute vergraulen!

  49. Anonymus

    Hallo Kameraden,
    ich bin etwas entsetzt, dass hier so viele von dieser “Arroganz” in manchen Feuerwehren berichten. Auch ich bin leider betroffen und lasse Euch hier meine Erfahrung lesen:
    Ich bin vor inzwischen 6 Jahren als sogenannter “Quereinsteiger” nach vielen hin und her doch der freiwilligen Feuerwehr im Ort beigetreten. Damals noch aktiv in einer weiteren Organisation (Rettungsorganisation). Ich wusste durch einen Kumpel, welcher Kommandant in einer anderen Feuerwehr bei uns im Landkreis war, dass im Landkreis eine Gruppe bestehend aus Quereinsteigern (jeglichen Alter, und beruflichen Fähigkeiten etc.) einen auf diesen Personenkreis zugeschnittenen “Grundlehrgang” gibt. Leider wurde ich von der örtlichen Feuerwehrleitung nicht offiziell darüber unterrichtet und auch nicht angemeldet bzw. es hat mit mir keiner über diese Möglichkeit gesprochen. Ich war ja neu bei der FF und der Meinung, eine Meldung zum Lehrgang läuft ähnlich wie in der anderen Organisation, man unterrichtet seine Helfer über anstehende Kurse und gibt die Möglichkeit zur Anmeldung. Leider war dem nicht so.
    Also nach weiteren 2 Jahren hat dann bei uns die erste Ausbildung nach der damals neuen Modularen Truppausbildung stattgefunden. Hier durfte ich als Ältester mit damals 33 Jahren unter lauter 16 jährigen an dem Lehrgang teilnehmen. Jeder Ausbilder hat mich für den “Jugendbetreuer” gehalten. Die Ausbildungsthemen waren für mich interessant (weil neu) leider wurde aber nicht jedes Thema vernünftig ausgebildet. Hinweis der Ausbilder “…habt Ihr ja schon bei diversen JF Ausbildungen gelernt…” Super! Irgendwann hatte ich dann das Basismodul mit den Jugendlichen abgeschlossen.
    Leider kam dann eine berufliche Veränderung und Probleme bei der anderen Organisation. Das hat dazu geführt, dass ich die Feuerwehr etwas “schleifen” lies. Ich war gelegentlich mal wieder vor Ort, musste dann Feststellen, dass meine Einsatzhandschuhe (2Paar) nicht mehr vorhanden waren. Handschuhe sind mit Namen versehen, bis heute jedoch nicht mehr auffindbar. Keiner will was dazu wissen…
    Egal… Mich hat es aber aufgrund meiner Probleme bei der anderen Organisation “heruntergezogen” und alles war sehr belastend. Auch die Tatsache, dass ich bei meinem Eintritt in Besitz des C-Führerscheins war und dachte, dass dies einer kleinen Ortsfeuerwehr vielleicht hilft, da ja C-Scheine nicht immer üppig verfügbar sind. Leider auch hier Fehlanzeige. Ich habe heute, 6 Jahre nach Eintritt noch nicht einmal eine Fahrzeugeinweisung auf unser MZF! Verlange ich hier schon etwa zu viel? In der anderen Organisation durfte keiner ohne Einweisung ein Fahrzeug bewegen. Ich war seit der MTA Ausbildung bei keinem Einsatz dabei, da ich der Meinung bin, mein Ausbildungsstand gibt es nicht her. Ich habe in den 6 Jahren einmal Saugschläuche gekoppelt, einmal eine Schlauchleitung aufgebaut und einmal an einem PKW geschnitten. Alles andere sind z.B. Knoten bis zum erbrechen usw.
    Fazit: Ich werden meinen C-Führerschein nicht mehr nach Ablauf verlängern. Unsere Feuerwehr hat es ja anscheinend nicht nötig Personen mit entsprechender Fahrerlaubnis auf großen Fahrzeugen einzusetzen bzw. zu schulen (Maschinist etc.).

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