Branddirektor Westphal im neuen Revier

Feuerlöschboot in Hamburg getauft

Hamburg – Feierliche Zeremonie im Hamburger Hafen: Am Montagvormittag taufte Eva Maria Tschentscher, die Frau des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher (SPD), das neue Löschboot der Feuerwehr Hamburg. Die 43 Meter lange „Branddirektor Westphal“ gehört jetzt offiziell der „Flotte Hamburg“, einer Tochter der Hamburg Porth Authority (HPA), unter deren Dach nun alle Behördenschiffe der Hafenmetropole vereint sind. 18,5 Millionen Euro kostete das modernste Löschboot Europas.

Das neue Löschboot „Branddirektor Westphal“ in seinem neuen Einsatzgebiet im Hamburger Hafen. 18,5 Millionen kostete das Spezialschiff. Foto: Timo Jann (Bild: TIMO JANN)

Im Anschluss an die traditionelle Taufe – wegen der Funktion als „rotes“ Boot wurde roter Sekt gewählt – zeigte das Spezialschiff zwischen den Landungsbrücken und der Elbphilharmonie, was es leistet. Die Besatzung drehte das Schiff auf der Stelle und setzte die Pumpen in Gang: 180 Meter weit und 110 Meter hoch kann Löschwasser abgegeben werden. Zwei weitere 30 Meter lange Löschboote, die die „Flotte Hamburg“ aber auch anderweitig einsetzen kann, sollen folgen.

Jens Meier (HPA, links) und Innensenator Andy Grote schauen zu, wie Eva Maria Tschentscher das neue Löschboot „Branddirektor Westphal“ tauft. Foto: Timo Jann (Bild: TIMO JANN)

Vor der Taufe wurde auch der so genannte Flaggenwechsel vollzogen: Die Fahne der Werft wurde eingeholt, die der „Flotte Hamburg“ gehisst. Jetzt laufen zunächst Schulungen der Besatzungen, voraussichtlich im Frühjahr soll die „Branddirektor Westphal“ voll einsatzbereit sein. Wir stellen das neue Löschboot in der Februar-Ausgabe des Feuerwehr-Magazins ausführlich vor.

Europas größtes Feuerlöschboot mit Kurs auf Hamburg

Hamburg – 43 Meter lang, 10 Meter breit: Das größte Feuerlöschboot bei einer europäischen Feuerwehr hat am 2. November sein künftiges Einsatzgebiet, den Hamburger Hafen, erreicht. Das neue Feuerlöschboot “Branddirektor Westphal” soll am 26. November getauft werden. Nach intensiver Ausbildung der Besatzungsmitglieder ist geplant, dass das Feuerlöschboot Mitte 2019 seinen Dienst aufnimmt. “Das ist einfach nur großartig”, schwärmte Oberbranddirektor Dr. Christian Schwarz. Erst am Donnerstag hatte er seine Amtsgeschäfte in der Metropole aufgenommen. “So kann es weitergehen”, scherzte er. Auch sein Vorgänger Klaus Maurer war mit an Bord, als die Branddirektor Westphal elbaufwärts fuhr und in den Hafen einlief. Tausende standen an den Ufern und bestaunten das neueste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Hamburg.

Europas künftig größtes Feuerlöschboot, die “Branddirektor Westphal”, nahm am Freitagnachmittag Kurs auf Hamburg. (Bild: TIMO JANN)

Im Mai 2018 hatte das neue Feuerlöschboot zum ersten Mal Wasser an den Schrauben. Allerdings Weserwasser, denn das Boot wurde bei Fassmer in Berne (NI) gebaut. Heute war es dann endlich so weit: Gebührend mit ordentlich Fontänen empfing das Feuerlöschboot Oberbaurat Schmidt das künftig größte Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Hamburg auf der Elbe in Höhe Finkenwerder.


Im Mai 2018 wurde das Feuerlöschboot “Branddirektor Westphal” erstmals in die Weser gesetzt. Denn gebaut hat es die Fassmer-Werft im niedersächsischen Berne. SmartPORT TV berichtet über das große Ereignis.

Europas größtes Feuerlöschboot

Wenn es künftig im Hafen brennt, stehen unglaubliche Löschwassermengen zur Verfügung: Die Pumpen des Feuerlöschboots leisten 110.000 Liter pro Minute. Drei Wasserwerfer können bis zu 180 Meter weit und 110 Meter hoch das Löschmittel spritzen. Außerdem sind drei kleinere kombinierte Wasser-Schaum-Werfer an Bord.

Im Geräteraum an Bord des Feuerlöschboots lagert die Ausstattung eines kompletten Löschfahrzeugs. Kein Vergleich mit den Vorgängern. (Bild: TIMO JANN)

Mit dem Neubau reagiert die Hansestadt Hamburg auf die moderne Schifffahrt. Die Containerschiffe, die Hamburg ansteuern, werden immer größer. Brände wie zuletzt an Bord des 300 Meter langen Frachters “CCNI Arauco” 2016 (siehe Feuerwehr-Magazin 5/2017) haben gezeigt, dass die bisherigen Feuerlöschboote nicht mehr den Anforderungen entsprechen. “Branddirektor Westphal” ist vor allem direkt für den Hafen konzipiert, zwei kleinere Löschboote (30 Meter), die auch in die Seitenarme fahren können, sollen folgen. “Wir sind stolz darauf, dass wir für die Feuerwehr Hamburg dieses Feuerlöschboot bauen durften”, sagte Thomas Sass, Ingenieur der Werft. Fassmer ist für den Bau von Spezialschiffen bekannt. Es ist aber das erste reine Feuerlöschboot, das auf der Werft gefertigt wurde. “Das ist ja kein Boot, das ist ja ein richtiges Schiff”, sagte Innensenator Andy Grote.

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Drei Wasserwerfer, drei Schaum-Wasser-Werfer, ein Kran und ein Beiboot gehören zur Ausstattung des Feuerlöschboots. (Bild: TIMO JANN)

Das neue Feuerlöschboot hat acht Motoren: zwei für den Schiffsantrieb, drei für den Feuerlöschbetrieb und drei Generatoren, die das Schiff für den Bordbetrieb und die Bugstrahlruder mit Strom versorgen. Zwei um 360 Grad drehbare Ruderpropeller und zwei Bugstrahlruder machen das Löschboot sehr beweglich. Es erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 12 Knoten (22 Stundenkilometer). “Es ist unglaublich wendig”, berichtete Andreas Harder, der zur Überführungsmannschaft der Feuerwehr gehörte. Unterwegs wurden ausgiebige Tests absolviert.

Vier Besatzungsmitglieder sollen die “Branddirektor Westphal” in Zukunft besetzen. Bei Bedarf können bis zu 32 Einsatzkräfte an Bord gehen, etwa Schiffsbrandbekämpfungseinheiten. Gegen giftige Gase in der Luft schützt sie eine abgeschottete Kabine. Übrigens: Der Name “Branddirektor Westphal” erinnert an den ersten Hamburger Branddirektor nach dem Zweiten Weltkrieg. Die britische Militärregierung hatte ihm die Führung der mittlerweile zweitgrößten deutschen Berufsfeuerwehr übertragen.

Flottenmanagement der Feuerwehr Hamburg

Das neue Feuerlöschboot der BF Hamburg wird nicht direkt von der Feuerwehr beschafft, sondern durch die Hamburg Port Authority (HPA). Seit 2017 werden alle von der Stadt betriebenen Bootsflotten – Feuerwehr, Polizei, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer sowie Hamburg Port Authority – durch die HPA gemanagt. Dadurch möchte der Senat die Kosten für Anschaffung und Betrieb senken sowie die Ersatzbeschaffungen und Reparaturen optimieren. Dadurch wurden so viele Synergien frei, dass das 18,5 Millionen Euro teure Löschboot realisiert werden konnte. Nach der Beschaffung der neuen “Branddirektor Westphal” sollen die derzeitigen kleineren Löschboote durch Mischlöschboote ersetzt werden.

Das Lösch- und Ambulanzboot “Oberspritzenmeister Repsold” liegt an der Löschbootstation 11 Kehrwiederspitze und wird von der Feuer- und Rettungswache Innenstadt betreut.

Derzeit besitzt die Feuerwehr Hamburg drei Löschboote sowie 48 Kleinboote, von denen der Großteil durch die Freiwillige Feuerwehr bereedert wird. Die drei Löschboote sind organisatorisch dem Löschboot- und Wasserrettungszentrum (LBZ) der Feuer- und Rettungswache Innenstadt (F11) zugeordnet. Dazu gehören die Löschbootstation 11 an der Kehrwiederspitze sowie die Löschbootstation 31 am Dampfschiffsweg (Süderelbe). Im Dienst sind die Löschboote “Oberbaurat Schmidt” und “Branddirektor Krüger” sowie das Lösch- und Ambulanzboot “Oberspritzenmeister Repsold”.

Kleinlöschboot (KLB) Typ 1 der Freiwilligen Feuerwehr Kirchwerder-Süd mit 75-PS-Außenbordmotor, Hersteller Feltz, 5.150 Millimeter lang, 2.110 Millimeter breit.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Der Entwurf sieht so weit gut aus.

    Nur sollte man den Rumpf lieber wie den eines Schleppers kostruieren, also Gepolstert, damit das Löschboot im Fall der Fälle auch als zusätzlicher Schlepper eingesetzt werden kann. Das würde den Einsatznutzen des Bootes stark erhöhen da es somit Löschboot und Schlepper in einem wäre. (Nennt man das dann eigentlich Löschschlepper?)

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  2. Frage: Macht ein Monitor am Gelenkarm sinn, um auch die oberen Decks (Brücke) der großen Frachter zu erreichen? Oder bringt ein Monitor an einem langen Ausleger zu viel Krängung ins Boot

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  3. Schumi: Ein auf 15-20 Meter Ausfahrbarer Arm mit einem Monitor wie bei einem Flugfeldlöschfahrzeug sollte kein Problem darstellen was die Krängung angeht da es in der Vergangenheit sogar Löschboote mit einem Standart Drehleiterpark gegeben hat.

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  4. Der „Branddirektor Westphal“ kann auch mit seiner Rumpfform Notschleppmanöver durchführen. Ein Schlepper-Rumpf würde hier gar keinen besseren Einsatzwert bringen! Die Rumpfform der Westphal ermöglicht es auch flachere Gewässer zu befahren, die ein Schlepper nie erreichen könnte. Also keine gute Idee…

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