Alter Schatz mit neuen Innereien

Das Feuerlöschboot Krefeld

Krefeld NW) – Das Feuerlöschboot (FLB) „Krefeld“ wurde 1984 vom Land Nordrhein-Westfalen für 1,7 Millionen Mark (etwa 850.000 Euro) gekauft und der Stadt Krefeld übereignet. Die Stadt trägt seitdem die Personal- und Ausbildungskosten der Bootsbesatzungen. Mit nunmehr 33 Dienstjahren ist das FLB also ein echter Alter Schatz. Aber die Boots-, Motor-, Radar-, Funk- und Löschtechnik wurden vor einigen Jahren in einer Duisburger Werft komplett erneuert.

FOTO: Peter Fichte
Das Feuerlöschboot Krefeld beschaffte das Land Nordrhein-Westfalen bereits 1984. Die komplette Technik wurde vor einigen Jahren erneuert.

„Es handelt sich beim FLB Krefeld also um ein altes Gerippe mit vielen neuen Innereien“, schmunzelt Brandamtsrat Georg Bremus, der Sachbearbeiter Technik der Berufsfeuerwehr Krefeld. Die feuerwehrtechnische Ausstattung stammt von Rosenbauer. Die Löschpumpe fördert bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute und ist baugleich mit der Pumpe des Krefelder Großtanklöschfahrzeugs (GTLF).

„Langfristig steht allerdings nicht fest, ob Krefeld weiterhin Löschboot-Standort bleibt“, berichten die Krefelder Feuerwehrleute. Derzeit werde beim Land ein Konzept zur Neubeschaffung von Löschbooten diskutiert, die aufgrund der höheren Leistung ein größeres Einsatzgebiet abdecken könnten. Darüber hinaus hätten Düsseldorf und Duisburg wesentlich größere und besser ausgestattete Löschboote. Baugleiche FLB zum Krefelder Boot gibt es in Emmerich, Wesel, Bonn und Neuss.

Bei Niedrigwasser wird das Löschboot verlegt

Der Tiefgang des 22 Meter langen und 4,5 Meter breiten Bootes beträgt 1,15 Meter. Deshalb kann auch der Wasserstand des Rheins für Probleme sorgen. „Bei Niedrigwasser kommt es vor, dass wir das FLB vom eigentlichen Standort ins Hafenbecken verlegen müssen“, erklärt Klausing. „Wir können das Löschboot dann bei einem örtlichen Segelclub festmachen und an dessen Versorgungseinrichtungen anschließen.“

FOTO: Peter Fichte
Die beiden MAN-Motoren wurden 2011/12 generalüberholt. Sie leisten jeweils 650 PS.

Angetrieben wird das FLB von zwei 650 PS starken MAN-Motoren, die 2011/2012 generalüberholt wurden. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung befindet sich im Heckbereich. „Hier haben wir Strahlrohre, Pressluftatmer und auch die Steuerungselemente für die heckseitige B-Leitung verlastet“, erklärt BAR Bremus. Am Heck stehen auch ein 250-Kilogramm-Kran, Elektrolüfter, Lichtmast, Steckleitern, Schlauchmaterial und Einreißhaken sowie eine Schnellangriffshaspel mit 70 Meter formstabilem Schlauch zur Verfügung.

Zum Selbstschutz sind an beiden Längsseiten Wassersprühdüsen angebracht. Zusätzlich kann auch ein Mittelschaumteppich zum Schutz vor brennenden oder brennbaren Oberflächenverunreinigungen gelegt werden. Die Wurfleistung des Frontmonitors beträgt 6.000 Liter, die des Heckmonitors 2.000 Liter pro Minute.

Keine ständig besetzte Löschboot-Wache

Besetzt wird das FLB von den auf Feuerwache 2 stationierten Kollegen. „Das ist aber nur eine reine Nebenfunktion“, betonen die Feuerwehrleute. Tagsüber seien in der Regel zwar immer ein Löschbootführer und ein Löschboot-Maschinist im Dienst, aber es werde keine ständig besetzte Löschboot-Wache vorgehalten. Diese sei auch nicht erforderlich, weil das FLB und das Rettungsboot nicht in die Sicherheitsbetrachtungen und -kon­zepte der Stadt Krefeld oder der angrenzenden Betriebe eingebunden seien.

Das RB, ein Schlauchboot, werde meist auch nur als Vorausfahrzeug oder zur Erkundung genutzt. „Alleine wird es nur im Hafengebiet eingesetzt. Auf dem 7 Kilometer langen Krefelder Rheinabschnitt kommt es nur zum Einsatz, wenn auch das FLB ausrückt“, betonen die Schiffsbesatzungen. „Alles andere wäre bei den starken Strömungen und der dichten Berufsschifffahrt auch zu gefährlich.“

FOTO: Peter Fichte
Die Krefelder sind für die Rheinkilometer 760 bis 767 zuständig. Es gibt allerdings keine eigene Löschbootwache.

Übungsfahrten des FLB oder RB sind nur abends und in enger Abstimmung mit den B-Diensten und der Leitstelle möglich. „Das geht nur, wenn die FF abends alarmierungsfähig ist, denn sonst wäre während der Übungsfahrten der Brandschutz in unserem Wachkreis nicht mehr gewährleistet“, berichten die Feuerwehrleute der Wache 2.

Das Einsatzgebiet für den Krefelder Bereich reicht von Rheinkilometer 760 bis 767. Stationiert ist das FLB in einer schwimmenden Bootshalle unterhalb der alten Drehbrücke im Rheinhafen, etwa bei Kilometer 764. Bei Alarmierungen ist es in 10 bis 15 Minuten einsatzbereit.

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