900 Einsatzkräfte gesamt - 66 Stunden Einsatzdauer

Mega-Yacht in Schwimmdock ausgebrannt

Bremen – In der Nacht von Freitag auf Samstag brach ein Feuer auf einer Mega-Yacht in einem Schwimmdock der Lürssen-Werft in Bremen aus. Was folgte, war der “personell umfangreichste Feuerwehreinsatz der Nachkriegszeit in Bremen”, so Feuerwehrchef Karl-Heinz Knorr. Über 900 Kräfte kamen zum Einsatz. Erst nach zirka 66 Stunden konnte “Feuer aus” gemeldet werden. Vier Feuerwehrmänner wurden verletzt.

Am Freitagmorgen gegen 2 Uhr kam es zu dem Brand auf dem Schiff. Unverzüglich wurde die Notfallkette in Gang gesetzt, in deren Verlauf die im Dock arbeitenden Personen umgehend evakuiert und auf eine mögliche Rauchvergiftung untersucht wurden. Feuerwehren und Hilfskräfte wurden alarmiert. Das gesamte Gelände wurde geräumt und Personen aus der Gefahrenzone verbracht.

Während von der Landseite Einsatzkräfte im Innenangriff vorgehen, bekämpft von der Weser aus das Feuerlöschboot “Bremen 1” den Brand in der 35 Meter hohen und 130 Meter langen Dockhalle. Foto: van Elten

Für die Feuerwehr Bremen begannen somit 3 Tage im absoluten Ausnahmezustand: Neben den Kräften der sechs Berufsfeuerwehr-Wachen kamen auch 18 freiwillige Feuerwehren zum Einsatz an der Lürssen-Werft. Teilweise mussten die Kameraden mehr als 24 Stunden Wache der BF besetzen. 

Bei der Brandbekämpfung in dem Schwimmdock unterstützten Feuerwehrleute aus den niedersächsischen Landkreisen Wesermarsch und Osterholz, die Werkfeuerwehr der Meyer-Werft in Papenburg (NI), Spezialisten aus Wilhelmshaven, Bremerhaven, Brunsbüttel (SH) und Hamburg die Feuerwehr Bremen. Das Technische Hilfswerk war mit Helfern aus Bremen, Hude und Jever vor Ort – unter anderem für das Ausleuchten der riesigen Einsatzstelle.

Atemschutzkräfte aus dem Landkreis Oldenburg setzen mit einer Fähre über die Weser, um die Bremer Kameraden zu unterstützen. Foto: van Elten

Die Brandbekämpfung an Bord stellte sich äußerst schwierig dar. So konnte die Hitze aus dem Neubau kaum entweichen. “Die brennende Yacht im Dock ist nur über Gerüste erreichbar, das erschwert die Löscharbeiten erheblich”, sagte Andreas Desczka, Sprecher der Feuerwehr Bremen. Insgesamt drei Decks der Luxusyacht waren betroffen. Das 200 Meter lange und 35 Meter hohe Dock selbst wurde ebenfalls stark beschädigt. 

Bei der Mega-Yacht handelt es sich nach Recherchen des Weser-Kuriers um das Millionenprojekt “Sassi”, ein zirka 150 Meter langes Passagierschiff. Außerdem berichtet die Tageszeitung, dass Branchenkenner von einem Totalschaden ausgehen würden. Ein in etwa vergleichbares Schiff sei die “Topaz“, ebenfalls bei Lürssen gefertigt. Gemessen an ihrem Neuwert von über 300 Millionen Euro ist nun bei dem Brand von einem Schaden mindestens im hohen zweistelligen Millionenbereich auszugehen.

Zur Schadenhöhe und zur Brandursache konnte die Feuerwehr noch nichts sagen. Die Ermittlungen begannen am Montag mit Abschluss des Feuerwehreinsatzes.

>>Feuerwehr Bremen: Einsatzberichte zu den größten Bränden<<

Auch die Redaktion des Feuerwehr-Magazins war durch den Großeinsatz indirekt betroffen. Weil die Freiwillige Feuerwehr Bremen-Neustadt bereits in der ersten Nacht für Brandbekämpfung, Verpflegung und Schadstoffmessungen alarmiert worden war, fehlten gleich zwei Mitarbeiter heute an ihren Arbeitsplätzen. Nach 12-stündigem Einsatz durften sie dann erstmal schlafen gehen. Weitere Einsätze folgten dann am Wochenende.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Neben Feuerwehren aus dem links der Weser gelegenen Landkreis Wesermarsch, waren auch Kräfte aus dem benachbarten Landkreis Oldenburg im Einsatz.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: