Brand in Seniorenwohnanlage

Vereister Hydrant verzögert Löschwasserversorgung

Hamburg – Ein Brand in einer Seniorenwohnanlage im Hamburger Stadtteil Steilshoop hat am Donnerstagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr Hamburg ausgelöst. Neben der Menschenrettung und der Evakuierung von 32 Bewohnern stellte die Wasserversorgung unter winterlichen Bedingungen eine zusätzliche Herausforderung dar. Ein Bewohner kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

Rund 100 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes waren bei dem Brand im Einsatz. (Bild: NEWS5 | Schmidt)

Mehrere Notrufe meldeten am Donnerstagabend ein Feuer in einem Appartement im Untergeschoss einer Seniorenwohnanlage. Da Hinweise auf noch im Gebäude befindliche Personen vorlagen, erhöhte die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg das Alarmstichwort zunächst auf „Feuer mit zwei Löschzügen und Großeinsatz Rettungsdienst“ und kurz darauf auf drei Löschzüge.

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Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte die betroffene Wohnung bereits in voller Ausdehnung, Flammen und dichter Rauch traten aus dem Untergeschoss. Umgehend leitete die Feuerwehr Maßnahmen zur Menschenrettung ein. Eine Person wurde aus der Brandwohnung gerettet, war reanimationspflichtig und verstarb trotz längerer Reanimationsmaßnahmen noch an der Einsatzstelle.

Parallel zur Menschenrettung begann ein Trupp unter Atemschutz mit der Brandbekämpfung mittels Strahlrohr. Unter schwerem Atemschutz durchsuchten weitere Trupps das Gebäude systematisch nach weiteren Personen. Insgesamt evakuierte die Feuerwehr 32 Bewohner aus der Seniorenwohnanlage.

Im Verlauf des Einsatzes kam es zu Problemen bei der Wasserversorgung. Aufgrund von Bodenfrost war der Deckel eines Unterflurhydranten festgefroren. Einsatzkräfte mussten diesen zerschlagen, um schnell an Löschwasser zu gelangen und die Brandbekämpfung sicherzustellen.

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Der Rettungsdienst sichtete und betreute die evakuierten Personen an der Einsatzstelle. Eine weitere Person erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus transportiert, zwei Personen wurden leicht verletzt. 26 Bewohner blieben unverletzt. Zur Betreuung und Sichtung der Betroffenen stellte die Feuerwehr einen Bus des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) als geschützten Aufenthaltsraum bereit.

Nach dem Ablöschen des Feuers führten die Einsatzkräfte umfangreiche Nachlöscharbeiten sowie Belüftungs- und Entrauchungsmaßnahmen durch. Sechs Wohnungen gelten derzeit als unbewohnbar. Die Betreiberfirma der Seniorenwohnanlage klärt nach Angaben der Feuerwehr die Unterbringung der betroffenen Bewohner.

Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes Hamburg etwa drei Stunden im Einsatz. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

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