Produkt: Download Entwicklung der LF-Logistik
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Mit drei Fahrzeug-Porträts: LF 20-Logistik der FF Freiberg am Neckar; LF 20/16-L der FF Borkum sowie LFL der Feuerwehr Dortmund.
Mit zahlreichen Fahrzeug-Beispielen

12 Fakten zum MLF

Ein neues Mittleres Löschfahrzeug ersetzt bei der FF Kmehlen einen B 1000. In Lauf beschaffte die Feuerwehr gleich zwei Exemplare – für viele Feuerwehren ist das Mittlere Löschfahrzeug das Fahrzeug ihrer Wahl, wenn ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) zu klein und ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 10 zu groß ist. Wir haben die zwölf wichtigsten Fakten zum MLF zusammengestellt – schnell, übersichtlich und kompakt erklärt. Dazu stellen wir viele gängige Varianten vor.

FF Kmehlen ersetzt KLF auf einem
Barkas B 1000 durch ein neues MLF

38 Jahre hat das Kleinlöschfahrzeug KLF auf einem Barkas B 1000 bei der FF Kmehlen (Kreis Meißen, SN) seinen Dienst verrichtet. Nun wurde der Alte Schatz durch ein neues, modernes Fahrzeug ersetzt. Ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) wurde bei der Ortsfeuerwehr der Gemeinde Priestewitz in Dienst gestellt. Die Firma Albert Ziegler aus Giengen an der Brenz (BW) baute das Fahrzeug auf einem MAN TGL 8.180 auf. Das MLF besitzt eine Motorleistung von 180 PS und ein vollautomatisches Getriebe.

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Dieses neue MLF auf MAN TGL 8.180 mit vollautomatischem Getriebe lieferte Ziegler an die FF Kmehlen. Foto: Kroetzen

Neben einem Löschwassertank mit einem Volumen von 1.000 Litern, einem pneumatisch ausfahrbaren Lichtmast von Fireco mit vier LED-Strahlern und einem Eisemann-6,5-kVA-Stromerzeuger besitzt das MLF auch einen Rettungssatz von Weber Rescue mit einer Schere RSU 210 Plus und einem Spreizer SP 53 BS. „Die Geräte sind akkubetrieben“, erklärt Wehrleiter Uwe Höppchen. Auch ein Satz Hebekissen sowie eine Stihl-Rettungssäge sind auf dem MLF verlastet. Auf den geliebten Barkas müssen die Kmehlener Kameraden nicht verzichten, das Fahrzeug wird als Traditionsfahrzeug in Kmehlen weiter gehegt und gepflegt werden.

Das neue MLF ersetzt bei der FF Kmehlen den 38 Jahre alten Barkas B 1000. Ein gemeinsames Foto zeigt den Generationswechsel. Foto: Kroetzen

Vorbildliche Beschaffung

Im Fuhrpark der Feuerwehren der Stadt Lauf (BY) mussten einige Löschfahrzeuge ersetzt werden. Dafür kamen jetzt unter anderem zwei neue MLF. Eines davon war als Ausfallreserve gedacht. In der Januar-Ausgabe vom Feuerwehr-Magazin berichten wir, wie die Feuerwehr Lauf ein Konzept fand, um dieses Fahrzeug gut in den Fuhrpark zu integrieren und möglichst vielseitig zu nutzen.

Die beiden MLF der FF Lauf auf Iveco Daily 72-180 von Magirus mit einem Teil der Beladung. Foto: A. Müller

Jetzt bestellen: Die Januar-Ausgabe des Feuerwehr-Magazins mit dem Bericht über die MLF der FF Lauf

Die wichtigsten Änderungen 2018
zur MLF-Norm

Berlin – Im März 2018 hat der Arbeitsausschuss NA 031-04-06 AA “Allgemeine Anforderungen an Feuerwehrfahrzeuge; Löschfahrzeuge – SpA zu CEN/TC 192/WG 3” des DIN-Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) eine neue Fassung der Norm 14530-25 für das Mittlere Löschfahrzeug (MLF) erstellt. Die Überarbeitung von DIN 14530-25:2012-09 war notwendig geworden, um den technischen Inhalt den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Hierbei nahm der Arbeitsausschuss unter anderem folgende Änderungen vor:

  • die zulässige Gesamtmasse ist entfallen, diese ist nun in DIN SPEC 14502-1 festgelegt,
  • vorzugsweise ist das Fahrzeug auf einem handelsüblichen Fahrgestell mit Doppelkabine aufzubauen,
  • Anforderung an manuelle Betätigungsmöglichkeiten von pneumatisch oder elektrisch fernbedienbaren Absperrorganen sind entfallen,
  • der Anschluss des Schlauchs zur schnellen Wasserabgabe an die Feuerlöschkreiselpumpe ist präzisiert worden,
  • Raum- und Massenreserven für Armaturen zum Trinkwasserschutz sind hinzugekommen,
  • die feuerwehrtechnische Beladung in Tabelle 1 wurde überarbeitet.
Ein MLF NRW mit Druckluftschaumanlage bei der FF Menden (Märkischer Kreis). Die Versuchsfahrzeuge wurden an die DIN 14530-25 für das MLF angelehnt. Besonderheiten sind jedoch der hydraulische Rettungssatz, der Beleuchtungssatz mit Stromerzeuger, Notfallrucksack, Überdrucklüfter und Sprungretter. Diese Sonderausstattungen sind nach Norm zulässig, solange sie dem Stand der Technik entsprechen. Foto: FF Menden

Mit der Veröffentlichung des Normentwurfs zur Änderung A1 im Dezember 2018 werden neben anderen Aktualisierungen vor allem die Anforderungen an den Trinkwasserschutz bei der Verlegung der Löschwasserleitung angepasst. Dies erfolgt durch die Aufnahme des mobilen Feuerwehr-Systemtrenners B-FW nach DIN 14346. Im Juli 2018 wurde die Erstausgabe von DIN 14346, Feuerwehrwesen – Mobile Systemtrenner B-FW zum Schutz des Trinkwassers veröffentlicht. Der mobile Systemtrenner B-FW ist mit druckreduziertem Ausgangsdruck gegenüber dem Eingangsdruck konstruiert und wird an bestehende Standrohre oder Überflurhydranten zur Entnahme von Löschwasser aus dem Rohrnetz angeschlossen. Er soll verhindern, dass durch Rücksaugen oder Rückdrücken Wasser in das Trinkwasserversorgungsnetz zurückfließt, wenn der Druck in diesem Netz niedriger ist als in der verlegten Löschwasserleitung. Die Beladelisten der Normen für die Löschfahrzeuge müssen entsprechend mit dem Feuerwehr-Systemtrenner ergänzt werden.

Siehe dazu auch:

Noch mehr neue MLF:

12 Fakten zum MLF

Konzeptionell ist das Mittlere Löschfahrzeug MLF nach DIN 14530-25 zwischen dem TSF-W und dem LF 10 angesiedelt und schließt damit die Lücke zwischen diesen beiden Fahrzeugtypen. Im Regelfall wird es auf einem Fahrgestell der 7,5-Tonnen-Klasse aufgebaut. Der Bedarf ergab sich aus einer regen Diskussion während der Einspruchsberatungen zum Norm-Entwurf für das TSF-W in den Jahren 2005/2006. Ausgerichtet war es in der Konzeption auf ein Lkw-Fahrgestell mit maximal 7.500 Kilogramm Gesamtmasse, vorrangig mit Straßenantrieb, Staffelkabine und Gruppenbeladung sowie einer Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-1000 und einem Löschwasserbehälter mit mindestens 600 Liter, maximal 1.000 Liter Inhalt. Erstmals genormt wurde das Fahrzeug im April des Jahres 2008.

Gleich drei neue MLF auf dem neuen Iveco Daily 72-170 bestellte die Stadt Baiersdorf bei Magirus für die Ortsfeuerwehren Igelsdorf, Wellerstadt und Hagenau.

MLF Iveco Daily 70-170/Rosenbauer

Nach fast 2 Jahren Planungs- und Beschaffungszeit konnte die FF Hohenegglkofen (BY, Kreis Landshut) in Neidling/Niederösterreich ihr neues MLF bei der Firma Rosenbauer abholen. Auf einem Iveco Daily 70-170 mit 170 PS und automatisiertem 6-Gang-Schaltgetriebe baute der Weltmarktführer einen CL-Aufbau mit integrierter Mannschaftskabine auf. Dabei gab es von Seiten der Feuerwehr keine Sonderwünsche und die bereits vorhandene Ausrüstung des alten LF 8 konnte problemlos verlastet werden.

Vollgepackt bis unters Dach und dennoch mit 7,2 t zulässige Gesamtmasse: das neue MLF der FF Hohenegglkofen von Rosenbauer auf Iveco Daily 70-170. Foto: Tausch

Somit ist das Fahrzeug mit einem elektro-pneumatischen Lichtmast mit vier 42-W-LED-Scheinwerfern, einer Heckwarneinrichtung, einer Rückfahrkamera, einem 800-l-Wassertank, einer FPN 10-1000 mit automatischer Druckregelung sowie einer Schnellangriffseinrichtung mit 2x 30-m-D-Druckschlauch mit D-Hohlstrahlrohr und Mittelschaumpistole ausgestattet. Neben der Normbeladung konnten weitere Ausrüstungsgegenstände aufgenommen werden: Überdrucklüfter, 6-kVA-Stromaggregat, zehn Verkehrsleitkegel, acht Blitzlampen, zwei Faltsignale mit LED-Beleuchtung, Motorsäge mit Schutzkleidung, zwei Stative, zwei 1.000-W-Scheinwerfer sowie zwei 20-W-LED-Akku-Scheinwerfer, Erste Hilfe-Rucksack, Tauchpumpe, HiCafs-Löschgerät, Hygieneboard, Schlauchpaket C-30 für den Innenangriff, mobiler Rauchverschluss sowie Ölbindemittel.
Dazu kommt noch die Schaum-Löscheinrichtung mit Zumischer Z2, zwei Schaummittelbehältern, einem Schaumaufsatz für Hohlstrahlrohr C und weiterem Zubehör für die Brandbekämpfung mit Schaum. Die vier Atemschutzgeräte und Ausrüstung für den Angriffstrupp sind komplett im Mannschaftsraum untergebracht, der auch über eine Standheizung verfügt. Für Ausrüstungsgegenstände steht außerdem ein großer Dachkasten zur Verfügung, der über eine LED-Innenbeleuchtung verfügt.

Wie das MLF zu seinem Namen kam

Die Änderung der Bezeichnung Staffellöschfahrzeug StLF 10/6 in Mittleres Löschfahrzeug MLF im Jahr 2012 war – analog zu den Löschgruppen- und Tanklöschfahrzeugen – notwendig geworden, weil die bundesweite Einführung des digitalen BOS-Funks eine einheitliche und verbindliche Bezeichnung von Fahrzeugen des Feuerwehren, des Rettungsdienstes sowie des Katastrophenschutzes verlangt. Bei jedem Verbindungsaufbau wird die sogenannte operativ-taktische Adresse – kurz OPTA – der Funkteilnehmer auf den Displays der Funkgeräte im Klartext gezeigt. Dies erfordert, dass jeder Funkteilnehmer eine eigene eindeutige Adresse besitzt. Mit der Änderung der Bezeichnung wird zudem der besseren Sprechbarkeit der Fahrzeugbezeichnung Rechnung getragen.

MLF-Vorführfahrzeug von Magirus auf einem Iveco Daily 65 C 17 mit nachgerüstetem Achleitner-Allradantrieb. Das Fahrzeug hat einen 1.000-l-Wassertank, eine FPN 10-1000 sowie mehrere Zusatzbeladungssätze an Bord und kommt dennoch auf ein Gesamtgewicht von 7 t. (Bild: Christopher Benkert)

Aufgaben eines MLF

Das MLF ist ein Löschfahrzeug überwiegend zur Brandbekämpfung mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe, einer Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter sowie einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe (1/8).

Die Besatzung besteht aus einer Staffel (1/5), die an der Einsatzstelle mit weiteren Kräften auf Gruppenstärke aufgefüllt wird und dann eine selbstständige taktische Einheit bildet.

Mit einer in den Aufbau integrierten Kabine vom Typ Z-Cab stieg Ziegler auf der Interschutz 2015 in eine neue Baureihe der MLF ein. Aufgebaut war das erste Fahrzeug dieses Typs auf einem Iveco Daily 70 C 17. (Bild: Christopher Benkert)

Technische Spezifikationen für das Mittlere Löschfahrzeug

Als Basis für das MLF sollen handelsübliche Fahrgestelle mit Doppelkabine und Straßenantrieb verwendet werden. Ein Allradfahrgestell ist ebenfalls möglich. Auf jeder Fahrzeugseite müssen zwei Türen vorhanden sein.

Eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-1000 muss im Fahrzeug eingebaut sein und einen A-Sauganschluss sowie mindestens zwei absperrbare B-Druckabgänge haben. Sie muss mit einem Umschaltorgan für Tank- und Saugbetrieb ausgestattet sein.

Lentner baute dieses MLF für die FF Lauterbach (BY) auf einem MAN TGL 8.180. Die beiden vorderen Geräteräume sind tiefgezogen. Das Fahrzeug hat 600 Liter Wasser an Bord. (Bild: Christopher Benkert)

Zur schnellen Wasserabgabe müssen im hinteren rechten Geräteraum zwei C42- oder D-Druckschläuche so in Buchten gelagert werden, dass sie schnell an die Feuerlöschkreiselpumpe angeschlossen werden können. Je nach Schlauchgröße ist entweder ein C- oder ein D-Strahlrohr anzukuppeln und ebenfalls im rechten hinteren Geräteraum zu lagern.

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Auch eine Schnellangriffseinrichtung erlaubt

Alternativ darf auf Wunsch des Bestellers eine Schnellangriffseinrichtung für Wasser eingebaut sein, bestehend aus einer Schlauchhaspel für a) 50 Meter Feuerlöschschlauch DN25 mit Druckkupplung C-DN-25 und C-Hohlstrahlrohr (Durchfluss bis 235 l/min) oder D-Hohlstrahlrohr (Durchfluss bis 100 l/min), oder b) 30 Meter Feuerlöschschlauch DN33 mit Druckkupplung C-DN-33 und C-Hohlstrahlrohr (Durchfluss bis 235 l/min) oder D-Hohlstrahlrohr (Durchfluss bis 100 l/min). Diese Schnellangriffseinrichtung muss im hinteren rechten Geräteraum angeordnet und mit der Feuerlöschkreiselpumpe verbunden sein sowie abgesperrt werden können. Das dazugehörende Strahlrohr ist anzukuppeln und ebenfalls hinten rechts zu lagern.

Auf die serienmäßige MAN-Doppelkabine setzt Schlingmann bei diesem Mittleren Löschfahrzeug (MLF) mit Quadra Line-Aufbau. Das auf einem MAN TGL 8.220 4×2 basierende Fahrzeug führt 1.000 l Wasser mit und hat eine S2000-Pumpe mit einer Leistung von 2.000 l/min bei 10 bar verbaut. (Bild: Christopher Benkert)

Es muss ein Löschwasserbehälter mit einer nutzbaren Wassermenge von mindestens 600 Liter eingebaut sein. Im Rahmen einer vorhandenen Massenreserve kann dieser auch bis 1.000 Liter Inhalt vergrößert werden. In der Norm wird eine nutzbare Menge von 800 Litern empfohlen. Der Löschwasserbehälter muss unmittelbar über die FPN 10-1000 mit mindestens 800 l/min gefüllt werden können.

Die feuerwehrtechnische Beladung besteht aus einer Standardbeladung, die komplett auf dem MLF vorhanden sein muss. Sie soll nach feuerwehrtechnischen Gesichtspunkten gelagert werden. Zusammengehörige Teile sind auch zusammen zu lagern und sollen ergonomisch günstig be- und entladen werden können.

Eine Zusatzbeladung nach DIN 14800-18 einschließlich deren Beiblätter kann unter Berücksichtigung der Raum- und Gewichtsreserven vorgesehen werden. Weitere Beispiele für zweckmäßige Zusatzbeladungen siehe auch in den weiteren Teilen der DIN-Reihe 14800. Die Zusammenstellung ist auf die einsatztaktischen Erfordernisse abzustimmen.

Fahrzeugdaten:

  • Antrieb: vorrangig Straßenantrieb
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Länge: 6.500 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.100 mm (1)
  • Fahrzeugmassenklasse nach DIN EN 1846-1: L (leicht)
  • Feuerlöschkreiselpumpe: FPN 10-1000, 1.000 l/min bei 10 bar
  • Löschwassertank: 600 bis 1.000 Liter
  • Besatzung: 1/5

(1) Gemessen bei Leermasse, jedoch mit aufgelegter Dachbeladung.

 

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