Unterschleißheim (BY) – Die Freiwillige Feuerwehr Unterschleißheim hat zwei LF 16/12 nach über 20 Jahren ersetzt – und dabei den Fahrzeugtyp sowie Fahrgestell- und Aufbauhersteller gewechselt. Dass beide identisch gefertigten HLF 20 mit Empl-Primus-Aufbau so schnell in den Einsatzdienst gingen, lag an einem technischen Ausfall: Bei einem Gebäudebrand in der Nacht vom 25. auf den 26. April 2025 verabschiedete sich eines der Vorgängerfahrzeuge während des Einsatzes.
Eines von zwei baugleichen HLF 20 der FF Unterschleißheim. Als Basis dienen MAN TGM 13.320 4×4, Empl fertigte den Primus-Aufbau. Die 320 PS starken Allradfahrzeuge ersetzen zwei LF 16/12. (Bild: Rüffer)
Beim Eintreffen stellte die Feuerwehr nach Angaben von Zugführer und Leiter Technik Matthias Kling eine starke Rauchentwicklung im Bereich eines Schnellimbisses fest. Gemeinsam mit der nachalarmierten FF Riedmoos löschten die Kräfte mit drei Atemschutztrupps ein Feuer in der Küche. Währenddessen fiel eines der LF 16/12 mit einem lauten Knall aus – später stellte sich heraus, dass ein Ermüdungsbruch der Pumpenantriebswelle vorlag.
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Ersatz hatte die Feuerwehr bereits 2022 beauftragt. Lange Lieferzeiten beim Fahrgestellhersteller und bei Zulieferern verzögerten jedoch die Fertigstellung. Im April 2025 holte eine Delegation die beiden HLF am Empl-Hauptsitz in Kaltenbach (Österreich) ab. Das erste Fahrzeug ging laut Kommandant Markus Brandstetter bereits drei Tage nach der Ankunft voll ausgerüstet in den Einsatzdienst. Für das zweite HLF kam dann der „Hauruck“-Moment: Rund eine Woche später musste das defekte LF 16/12 außer Betrieb. Noch am gleichen Tag verlagerten Kameradinnen und Kameraden, Gerätewarte sowie Verwaltungsmitarbeiter Teile der Beladung, Funk und die Atemschutzüberwachung ins neue Fahrzeug. Weil der Fachbereich Maschinisten zuvor Schulungen und Einweisungen organisiert hatte, standen danach etwa 40 Kräfte bereit, um auch mit dem zweiten HLF auszurücken.
Die beiden 16-Tonner basieren auf MAN TGM 13.320 4×4 mit permanentem Allrad und Wandlergetriebe Allison 3000 inklusive Retarder. Zur Löschtechnik gehören ein 2.000-Liter-Wassertank, 120 Liter Schaummittel, eine FPN 10-3000 sowie ein Druckluftschaumsystem (MicroCAFS). Bei der Beladung orientiert sich die Wehr grundsätzlich an der DIN 14530, verzichtet aber unter anderem auf die optionale Rettungsplattform und einen Wassersauger, da dieses Equipment auf anderen Fahrzeugen mitgeführt wird. Als Besonderheiten nennt das Material unter anderem einen tragbaren AWG-Wasserwerfer, ein Schwerlasttragetuch mit Gleitkufen sowie einen Hochdrucklöscher HNE HiGuard.
Für mehr Sicherheit bei der Entnahme vom Dach setzte die Feuerwehr zudem Absenkvorrichtungen für Leitern und Saugschläuche ins Lastenheft. Im Mannschaftsraum wurde ein Action Tower statt eines Meldersitzes umgesetzt; die digitale Atemschutzüberwachung läuft über MSA Hub Fire Service mit Antenne auf dem Dach und Live-Datenanzeige auf Tablets.
Den vollständigen Bericht von Michael Rüffer mit Technikdaten, Sonderausstattung, Warntechnik und digitaler Atemschutzüberwachung liest Du im aktuellen Feuerwehr-Magazin.
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