Befreit nach mehr als 2 Stunden

In Müllfahrzeug eingeklemmt

Frankfurt am Main (HE) – Zu einer aufwendigen Technischen Rettung wird die Feuerwehr Frankfurt am Donnerstagmorgen 8.30 Uhr alarmiert: Eine Person ist im Laderaum eines Müllautos eingeklemmt. Rund 40 Einsatzkräfte sind mehr als 2 Stunden beschäftigt, den Schwerverletzten zu befreien.

Mutmaßlich über Nacht hat sich ein offensichtlich obdachloser Mann in der Innenstadt zum Schlafen in einen Müllcontainer für Gewerbeabfälle gelegt. Mitarbeiter der Frankfurter Entsorgungs- und Service (FES) GmbH bemerken ihn am Donnerstagmorgen nicht, er wird mit samt der Abfälle in das Müllfahrzeug gekippt. Dort wird er vom Presswerk erfasst und eingeklemmt. Dabei trägt er schwere innere Verletzungen davon.

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Mit einem Großaufgebot rückt die Berufsfeuerwehr Frankfurt zum Alarmstichwort „H2 P Klemm“ in die Bethmannstraße aus. Pressesprecher Florian Grün berichtet auf Nachfrage von feuerwehrmagazin.de: „Der Mann war ansprechbar. Er steckte im Mechanismus, der den Müll nach dem Entleeren zur Nachverdichtung weiter in das Fahrzeug befördert, fest. Die ersten Maßnahmen bestanden darin, die Apparatur zu sichern. Die Hydraulik war gesperrt, der Greifer ließ sich nicht bewegen.“ Die Einsatzstelle sei im Laufe der Zeit immer weiter aufgewachsen: Fachberater für Technische Rettung, besondere Großfahrzeuge wie der Rüstwagen Schiene oder ein Unfallchirurg werden nachalarmiert. So sind bald rund 40 Einsatzkräfte insgesamt vor Ort.

Aufwendige Technische Rettung: In Frankfurt am Main wird ein Mann im Laderaum eines Müllfahrzeugs eingeklemmt. Mehr als 2 Stunden lang sind bis zu 40 Einsatzkräfte beschäftigt, den Schwerverletzten zu befreien. Foto: 5VISION.NEWS

Kein alltäglicher Einsatz

„Zum Erfolg führte schlussendlich, dass wir mit den FES-Technikern effizient zusammenarbeiten und so unsere Expertise kombinieren konnten“, sagt Grün. Dafür stellte das Unternehmen extra Mitarbeiter sowie ein baugleiches Fahrzeug auf dem Betriebshof ab, um zielführende und patientenschonende Maßnahmen vorher zu testen und telefonisch zu koordinieren. Die Feuerwehr unterbaut daraufhin die Greiferschaufel im Laderaum, sodass ein Nachsacken nicht mehr möglich ist. Es gelingt, die Hydraulikleitungen zu blockieren, die Vorrichtung gibt den Mann schließlich frei. Nach mehr als 2 Stunden wird der Patient aus dem Laderaum befreit und dem Rettungsdienst übergeben. Für die gesamte Zeit der Maßnahmen ist der Bereich innerhalb der Innenstadt weiträumig abgesperrt. Nach erfolgreicher Befreiung wird der Mann in den Schockraum einer nahegelegenen Klinik transportiert.

Die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens müssen von einem Notfallteam betreut werden, sie stehen unter Schock. „Ein alles andere als alltäglicher Einsatz, bei dem die Verzahnung von medizinischer wie technischer Rettung gut funktioniert hat“, so Pressesprecher Grün.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Interessant das niemand die Steckleiter sichert…
    Eigensicherung geht doch eigentlich vor?
    Unglückliches Foto.

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  2. Was ist den deiner Meinung das leben eines (normalen ) Bürgers wert???
    Und ist es nicht schlimm genug das es Menschen gibt die überhaupt in diesem(ach so schönen)Land auf der Straße Leben müssen!
    Und wer weiß in welchen umständen es zu diesem
    Drammer geckommen ist!
    Ein hoch auf die Aufmerksammen Müllwerker !!!
    Tschüs

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  3. Horrorszenarien
    Ein Grund mehr gerade in die Papier Eimer zuschauen !
    Als Müllwerker und Freiwilliger Feuerwehr Mann
    Habe ich öfter verschiedene Zensuren im Kopf die Mann mal im Übdienst machen könnt
    Aber wen man das liest wird einem schon anders
    Alles gute dem Patient und den kolegen von der Mülle sowie den Rettungskräften
    Frohe ruhige Tage
    Glück auf Trümmer Dørk aus Cuxhaven

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  4. Okay es wurde ein Menschenleben gerettet.
    Dadurch ist natürlich, kann wohl sagen, jeglicher Aufwand um dieses zu tun, letztendlich gerechtfertigt.

    Dennoch sollte man bei alledem Verständnis für die Situation von Obdachlosen, niemals vergessen wieviel Dummheit dazu geführt hat.

    Dazu ist es mir völlig unverständlich, wie man als “Bewohner einer Mülltonne” so fest schlafen kann, dass man dies nicht bemerkt. In aller Regel begleitet eine solche Abholung nicht gerade wenig Lärm.

    Daher sollte man diese Info als eine durchaus lobens- und erwähnenswerte Einsatzaktion der BF Frankfurt sehen, aber dabei sollte man keinesfalls vergessen, dass hier ein riesiger Aufwand nötig wurde, um eine leichtsinnige Person aus einer schlimmen Lage zu befreien in der Sie durch die eigene Dummheit erst geriet. Dass dabei hohe Kosten entstanden, die letztendlich wir alle, “die Allgemeinheit” (hier die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Frsnkfurt) tragen müssen. Es gibt in der heutigen Zeit mit Sicherheit andere Übernachtungsmöglichleiten für Obdachlose in Ballungszentren wie Frankfurt, wie ausgerechnet zur Entleerung bereitgestellte Müllbehälter.

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