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Krank zum Feuerwehreinsatz - was ist erlaubt?
Über 50 Berufsfeuerwehren dabei

Von spannend bis witzig: TwitterGewitter war großer Erfolg

Hamburg/München – Beim diesjährigen TwitterGewitter haben bundesweit über 50 Berufsfeuerwehren unter dem Hashtag #112live spannende, teils witzige Einblick in ihre Arbeit gegeben. Mit der Resonanz der Aktion zum Tag des Notrufs zeigen sich die Beteiligten sehr zufrieden.

Die Feuerwehr München nutzte das TwitterGewitter, um erstmals ihre neue Schutzkleidung zu präsentieren.

„Wir haben 213 Tweets abgesetzt und damit über 1,8 Millionen organische Impressionen erzielt“, freut sich Jan Ole Unger, Stellvertretender Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Feuerwehr Hamburg. „Theoretisch hat also jede Hamburgerin, jeder Hamburger einen unserer Tweets gelesen.“

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Mit einem 15-köpfigen Team waren die Brandschützer aus der Hansestadt an der Aktion beteiligt. „Natürlich Corona-konform“, betont Unger. „Alle hatten vorher einen Schnelltest absolviert und saßen dann im Stabsraum auf Abstand – mit FFP2-Masken.“

Das Online-Portal Twitterperlen hat einen Hamburger Tweet, der zum Schmunzeln einlädt, aber einen sehr ernsten Hintergund hat, auf den ersten Platz gesetzt: „Personen auf dem Eis in #Volksdorf.“ „Man kann es leider nicht oft genug wiederholen: Aktuell sind Eisflächen nicht nur in Hamburg nicht tragfähig. Das Betreten des Eises kann das Leben kosten“, warnt der stellvertretende Pressestellenleiter.

Der erfolgreichste Tweet der Hamburger mit fast 18.800 Impressionen und über 870 Interaktionen: ein Audio-Mittschnitt eines simulierten Notrufgesprächs. „Es war für uns spannend zu sehen, wie groß die Resonanz darauf war“, sagt Unger.

Viel Aufmerksamkeit für neue Schutzkleidung

Bei der Feuerwehr München am erfolgreichsten war das erste Bild der neuen Schutzkleidung, die zum TwitterGewitter öffentlich präsentiert wurde. „Mit diesem Tweet sind wir auf rund 180.000 Impressions gekommen“, erzählt Stefan Kießkalt, in der Pressestelle der Feuerwehr München für den Bereich Social Media zuständig.

In der bayerischen Landeshauptstadt twitterten 13 Mitarbeiter der Branddirektion. „Wir haben alle 5 Minuten einen Tweet abgesetzt, insgesamt 150“, sagt Kießkalt. „Durch die Corona-Einschränkungen gestaltete sich dies organisatorisch zwar schwieriger als letztes Jahr. Aber mit insgesamt 2 Millionen Impressions gegenüber 1,2 Millionen in 2020 haben wir sogar noch eine größere Reichweite erzielt.“

Die Pressestelle der Münchener Feuerwehr hat das TwitterGewitter der Berufsfeuerwehren koordiniert. Im Laufe der der nächsten Woche sollen dort die Zahlen aller Beteiligten ausgewertet sein.

„Eins kann man jetzt schon sagen: Es war ein sehr erfolgreicher Tag“, berichtet Kießkalt. „Schon nach 30 Minuten waren wir mit dem Hashtag #112live auf Platz 1 der Twitter-Trends. Wir haben uns bis zum Ende unter den Top 2 gehalten.“

Die Aktion habe gezeigt, wie gut die Feuerwehren untereinander vernetzt seien. „Es gab jede Menge Interaktionen“, sagt der Pressestellen-Mitarbeiter. „Das Ganze nicht immer bierernst, sondern auch mit Humor. Beispielsweise haben sich die Feuerwehren Düsseldorf und Köln, aber auch München und Leipzig einen witzigen Schlagabtausch geliefert.“

Letztlich sei wichtig zu sehen, dass alle den gleichen Job machten und vor den gleichen Herausforderungen stünden. „Das TwitterGewitter hat vor Augen geführt, was wir als Feuerwehren alles leisten – ob im Einsatz oder bei der Ausbildung“, resümiert Kießkalt.

Text: Michael Rüffer

Das #Twitter Gewitter 3.0

Bremen – Das TwitterGewitter 2021 ist zu Ende. Viel hat sich getan während der 12 Stunden. Und was nie vergessen werden sollte: Hinter jedem Einsatz stehen Menschen, die in Not sind und andere, die ihnen zur Hilfe gekommen sind.

Ein paar schwere, aber auch ein paar schöne Einsätze haben wir hier für Euch herausgesucht. Einen der größeren hatte die Feuerwehr Oldenburg (NI): einen schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn.

Die Feuerwehr Brandenburg freut sich hingegen über eine vierstellige Followerzahl:

In Gießen (HE) läuft’s… Und zwar richtig:

Dafür gab es anderswo auch echt niedliche Einsätze – in Ingolstadt zum Beispiel:

Tierisch geht es auch in Nürnberg ab:

In Wiesbaden muss die Feuerwehr bei einem Verkehrsunfall helfen:

Aus der Meldung zu einem herrenlosen Schlitten in Neuss wurde zunächst ein Alarm, später dann eine Eisrettungsübung. Zum Glück war niemand eingebrochen. Neben Eisrettungsübungen machen vor allem gefährliche Eiszapfen den Einsatz der Feuerwehren erforderlich:

Tag des Europäischen Notrufs

Doch warum eigentlich diese Aktion? “Mit dem TwitterGewitter wollen wir auf die Wichtigkeit des Europäischen Notrufs 112 aufmerksam machen”, sagt Pressesprecher Jan Ole Unger von der Feuerwehr Hamburg. “Europaweit kann jeder egal über welches Endgerät die richtige, schnelle Hilfe anfordern – und das kostenfrei!” An jedem 11. Februar (11.2.) findet der Tag des Europäischen Notrufs statt.

Der Notruf – so läuft der Anruf bei der Feuerwehr

Wer die 112 wählt landet in einer (Feuerwehr- und) Rettungsleitstelle. Hier werden die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert. Doch was steckt hinter dem Notruf und wie kann er aktuell in die Brandschutzerziehung eingebracht werden? Wir klären auf.

Die wichtigsten Fakten zum Notruf 112:

  • Ein Anruf ist immer kostenfrei.
  • Notrufe erreichen immer eine 24 Stunden/7 Tage besetzte Leitstelle.
  • Sie kann für Notrufe zum Rettungsdienst, zur Feuerwehr und zur Polizei genutzt werden.
  • Ein Notruf beginnt immer mit der Information: “Wo ist etwas passiert?”
  • Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.

Die W-Fragen

  • Wo ist etwas geschehen? Wo ist der Notfallort?
  • Was ist geschehen?
  • Wer ruft an?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle!

Früher gab es die sogenannten 5 W-Fragen: Wer?, Wo?, Was?, Wie viele? und Warten. Die erste Frage lautete immer: Wer ruft an? Diese W-Fragen und ihre Reihenfolge wurden auch so in der Brandschutzerziehung gelehrt. Insbesondere durch das Mobiltelefon ist jetzt aber die Frage nach dem Notfallort die erste und wichtigste. Denn es kam häufiger vor, dass die Verbindung kurz nach der Notrufannahme abbrach. Ist das “Wo?” geklärt, kann aber zumindest eine Einheit zur Kontrolle des angegebenen Notfallorts entsandt werden.

Unter Berücksichtigung einer strukturierten beziehungsweise standardisierten Notrufabfrage der Leitstelle stellte sich die Frage, ob die Lerninhalte der Brandschutzerziehung und -aufklärung noch zum heutigen Vorgehen der Leitstellen passen.

“Ein Auswendiglernen der W-Fragen
ist nicht mehr notwendig.”

Der Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben eine Fachempfehlung zum Notruf herausgebracht:

>>Fachempfehlung
“Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung”<<

Strukturierte Notrufabfrage

Bei den Notrufen in der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr Köln übernehmen die Disponenten stark die Gesprächsführung, um die wichtigsten Informationen schneller zu filtern. “Wir haben vor einigen Jahren ein Konzept für eine strukturierte Notrufabfrage erstellt”, berichtet Sebastian Brandt, Leiter der Leitstelle. “Es gilt, gezielte Fragen zu stellen, noch besser mit Laien umzugehen, niedrigschwelliger mit den Anrufern zu sprechen.” In dieser Notrufabfrage haben die Kölner unterschiedliche Regeln für Rettungsdienst, Feuer und Hilfeleistung entwickelt.

Leitstelle der Feuerwehr Köln. Foto: Patzelt

Generell ist die erste Frage “Wo?”. “Wenn der Anruf direkt wieder abreißt, müssen wir zumindest wissen, wo wir einen Notfall haben”, erklärt Brandt. Dann kommt erst “Was?”. Und daraus resultiert ein Voralarm. Die Kräfte auf den Wachen erkennen am Ton, ob Löschzug oder Rettungsdienst alarmiert werden und laufen zu den Fahr-zeugen. In dieser Zeit intensiviert der Dis-ponent das Gespräch mit dem Anrufer. In der Folge werden das Einsatzstichwort und die konkreten Einsatzmittel durchgegeben. “Wir gewinnen dadurch je nach Situation zwischen 30 und 90 Sekunden”, betont der Leitstellenchef.

Eine Herausforderung sind die zahlreichen Notrufe in Fremdsprachen. “Wir müssen uns hier Präventionsmaßnahmen überlegen und dringend die Bevölkerung sensibilisieren, dass ein paar deutsche Vokabeln im Notfall notwendig sind”, meint Brandt. In der Leitstelle ist ein elektronisches Telefonbuch hinterlegt, wo Beamte mit Fremdsprachenkenntnissen aufgeführt sind. “Aber das setzt voraus, dass wir die Sprache erkennen. Sonst hilft nur der wiederholte Hinweis ,Geben Sie Ihr Telefon weiter’.”, so Brandt.

Tag des Notrufs

Bremen – Am 11. Februar findet der „Europäische Notruftag“ statt. Dieses Datum wurde aufgrund der Ziffernfolge ausgewählt, um auf die einheitliche Notrufnummer 112 in Europa hinzuweisen. Diese Nummer ist kostenfrei und gilt für alle europäischen Staaten. Wird der Notruf 112 von einem Mobiltelefon angerufen, geht dieser bei der nächstgelegenen Notrufzentrale ein. Hier erhält der Meldende stets adäquate Hilfe. Im Festnetz wird der Anrufer automatisch mit der zuständigen Leitstelle verbunden.

Wie wichtig das Thema Notruf in Europa genommen wird, zeigt sich daran, dass es sogar eine eigene Organisation in Brüssel gibt, die sich um wichtige Fragen kümmert. Vor allem bemüht sich die EENA, die European Emergency Number Association, darum, die 112 überall noch bekannter zu machen. Denn immer noch sind weniger als die Hälfte aller Europäer vertraut mit dieser Nummer und würden sie in einem Notfall auch wählen, so die EENA.

Edelgard Huber von Gersdorff † wurde 112 Jahre alt und war die Ehren-Schirmherrin des europaweiten Notrufs 112. Sie hat miterlebt, wie Europa sich von einem Kontinent der Kriege und Zerstörung zu einer Gemeinschaft des Helfens entwickelt hat. Foto: Europe Direct

In Deutschland wurde die 112 im Jahr 1973 eingeführt. Vorausgegangen war der Tod des achtjährigen Björn Steiger, der nach einem Verkehrsunfall starb, weil Rettungskräfte zu spät eintrafen. Sein Vater engagierte sich für einen einheitlichen, immer erreichbaren Notruf und gründete später die Björn-Steiger-Stiftung. Auch in den USA war der Tod eines Menschen Ursache für die Einführung der dortigen Notrufnummer 911. Die Ermordung der 28-jährigen New Yorkerin Kitty Genovese erregte die Bürger und legte den Grundstein für einen einheitlichen Notruf.

Was tun im Notfall?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen herausgegeben. Neben dem Notruf geht es darin auch um Vorratshaltung für den Notfall, die Hausapotheke, Dokumente und Notfallgepäck sowie um Informationsbeschaffung bei schwerwiegenden Notfallsituationen. Die Liste kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Weitere wichtige Rufnummern in Deutschland:

  • 110: Direkte Notrufnummer der Polizei; Meldung von Straftaten, Unfällen ohne Personenschaden und ähnlichem.
  • 115: Behördenruf; direkte Auskunft zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung, seit 2011 in Betrieb.
  • 116 116: Rufnummer zur Sperrung elektronischer Berechtigungen wie EC- oder Kreditkarten.
  • 116 117: Rufnummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.
  • 0800 190 99 99: Feldjäger (Militärpolizei).
  • 0800 6 888 000: Bundespolizei.
  • 19 222: Geplante Krankentransporte, funktioniert in der Regel nur mit der örtlichen Vorwahl der jeweiligen Leitstelle.
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Zwischen Weser und Roland: Ausführliche Vorstellung der Berufsfeuerwehr der Hansestadt Bremen.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich kann es nicht mehr lesen oder hören. Unerträglich.
    => „Natürlich Corona-konform“, betont Unger. „Alle hatten vorher einen Schnelltest absolviert und saßen dann im Stabsraum auf Abstand – mit FFP2-Masken.“
    1.Muß regelmäßig in die Firma und sitze mit Kollegen auf Abstand.
    2.Gehe regelmäßig zum Lebensmitteleinkauf – und begegne dort Menschen in den betreffenden Geschäften.
    3, Einsätze mit Kameraden, bin ja nicht alleine auf Einsatz 🙂
    1., 2. und 3.: Dazu mach ich keinen Schnelltest.
    Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben, kenne ich kein Gesetz dass hierzu einen Test vorgibt. Man kann es echt übertreiben.
    Demnächst wird dann berichtet werden müssen, dass alle bei Rot an der Ampel vorschriftsmäßig stoppten als sie in die Arbeit fuhren.

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