11.2.: Tag des Europäischen Notrufs

Fazit: TwitterGewitter war erneut ein voller Erfolg

Bremen – #BMAhurra, Ölspuren und Essen – gefühlt waren das die bestimmenden Themen beim vierten TwitterGewitter der über 60 Berufsfeuerwehren unter dem Hashtag #112live. Auch einige Freiwillige Feuerwehren, der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und zum zweiten Mal die Deutsche Jugendfeuerwehr waren dabei. Doch nein, dass es maßgeblich ums Mittagessen ging, das wäre wirklich zu kurz gefasst. In Hamburg und Mannheim mussten Großbrände gelöscht werden, in Frankfurt am Main kippte ein Baukran um.

Umgekippter Baukran in Frankfurt am Main
Kniffliger Einsatz für Brandreferendarin Sabrina in Frankfurt: Ein Baukran ist umgekippt. (Bild: Feuerwehr Frankfurt/Main)

Insgesamt kann man das TwitterGewitter wieder einmal nur als vollen Erfolg bezeichnen. Nicht nur als Werbung für den Notruf 112, sondern vor allem auch für die Institution und das Berufsbild Feuerwehr. Viele Nutzer zeigten sich erstaunt über die Fülle an Einsätzen, die im Laufe des Tages abgearbeitet werden mussten. Nicht wenige Feuerwehren nutzten das TwitterGewitter für die Nachwuchswerbung. Dabei ging es nicht nur darum, den Berufs Feuerwehrfrau/Feuerwehrmann vorzustellen, sondern auch vielfach um konkrete Stellenangebote.

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Auch die Technik und Organisation fanden viele spannend. Für Unterhaltung sorgten die kleinen Rivalitäten vor allem zwischen Köln und Düsseldorf sowie zwischen Dresden und Leipzig. Bei uns in der Redaktion twitterte Redakteur Olaf Preuschoff den ganzen Tag über mit. Zum Ende des TwitterGewitters konnten wir über 200 neue Follower verzeichnen – ein schönes Ergebnis.

Ohne Mampf kein Kampf

Ein Spruch, wohl so alt wie die Feuerwehr. Das beweist die Feuerwehr Gießen mit ihrem Rückblick in die 1960er Jahre:

Doch auch in der heutigen Zeit scheint das Essen eine ganz zentrale Rolle zu spielen und es wurde sehr oft die Frage gestellt: „Was gibt es denn heute bei Euch?“ Doch dass Essen kam nicht überall so pünktlich auf den Tisch wie in Siegen. In Mannheim kam den Kollegen ein Großbrand dazwischen.

Organisation und Ausrüstung vorgestellt

Nicht nur Einsätze standen im Fokus. Auch die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Feuerwehren wurde in zahlreichen Tweets vorgestellt. So wie bei der Berufsfeuerwehr Neumünster.

Neben aktuellen Einsatzmitteln gab es auch Historisches zu sehen:

Und auch äußerst ungewöhnliche Fahrzeuge waren dabei. Die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach besitzt ein ganz ungewöhnliches Fahrzeug für die Nachwuchsgewinnung.

In Zwickau nutzte die die Feuerwehr die Chance, nicht nur die hauptberufliche Feuerwehr, sondern auch alle ehrenamtlichen Standorte vorzustellen:

Und natürlich wurde auch wieder auf Mundart getwittert, wie hier aus der Leitstelle der Feuerwehr München:

Das TwitterGewitter geht noch bis 20 Uhr weiter. Wer also bis jetzt keine Gelegenheit hatte, kann auch am Abend noch mitzwitschern.

„120 Sekunden, um zu überleben“

Berlin – Nach zwei Jahren coronabedingter Pause startet an diesem Tag auch die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ ihren Aufruf zum zweiten bundesweiten Schülerwettbewerb „120 Sekunden, um zu überleben“. Aufgerufen werden alle Klassen der Stufen 7 bis 10, im Winterhalbjahr 2022 eine eigene kreative Kampagne umzusetzen, die möglichst viele Menschen in der Region über das richtige Verhalten im Brandfall aufklärt und sensibilisiert.

Der Schülerwettbewerb ist Teil der Aufklärungskampagne „120 Sekunden, um zu überleben!“ der Initiative „Rauchmelder retten Leben“. Gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) wurde der Pilot-Wettbewerb am Rauchmeldertag im September 2019 ins Leben gerufen. Die öffentlichen Versicherer Deutschlands haben auch in diesem Jahr wieder die Schirmherrschaft für den Schülerwettbewerb übernommen und 10.000 EUR Preisgeld gestiftet. Auf der Webseite www.120sek.de finden Lehrer, Schüler und Feuerwehren alle Informationen zum aktuellen Wettbewerb 2022/2023.

„Wir freuen uns schon jetzt auf viele kreative Projekteinreichungen zum Thema: Was machst du, wenn’s brennt?“, sagt Norbert Schaaf, Vorsitzender von Rauchmelder retten Leben, und ergänzt: „Wie auch beim ersten Wettbewerb ist eigentlich jedes Projekt ein Siegerprojekt, denn alle helfen mit, die Bevölkerung in ihrer Region zum Verhalten im Brandfall aufzuklären und damit Leben zu retten.“ Die Anmeldung der Projekte für den Schülerwettbewerb, der offiziell nach den Sommerferien startet, kann ab dem Rauchmeldertag am Freitag, dem 13. Mai 2022 erfolgen. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 20.12.2022. 

Warum „120 Sekunden, um zu überleben!“?

In Deutschland brennt es jährlich rund 200.000 Mal. Sobald der Rauchwarnmelder alarmiert, bleiben einem nur noch 120 Sekunden Zeit, um sich und andere in Sicherheit zu bringen. In dieser Situation entscheidet das richtige Verhalten im Brandfall über Leben und Tod, denn die Uhr tickt. Das Gefährliche bei einem Brand ist nicht das Feuer, sondern der Brandrauch. Schon drei Atemzüge des hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein. Doch die wenigsten Menschen haben eine Vorstellung davon, wie sie bei einem überraschenden Brand in der Wohnung richtig reagieren sollen. Der Schülerwettbewerb und die Kampagne „120 Sekunden, um zu überleben!“ sollen zur Aufklärung der Bevölkerung beitragen.

Der Notruf – so läuft der Anruf bei der Feuerwehr

Wer die 112 wählt landet in einer (Feuerwehr- und) Rettungsleitstelle. Hier werden die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert. Doch was steckt hinter dem Notruf und wie kann er aktuell in die Brandschutzerziehung eingebracht werden? Wir klären auf.

Die wichtigsten Fakten zum Notruf 112:

  • Ein Anruf ist immer kostenfrei.
  • Notrufe erreichen immer eine 24 Stunden/7 Tage besetzte Leitstelle.
  • Sie kann für Notrufe zum Rettungsdienst, zur Feuerwehr und zur Polizei genutzt werden.
  • Ein Notruf beginnt immer mit der Information: “Wo ist etwas passiert?”
  • Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.

Die W-Fragen

  • Wo ist etwas geschehen? Wo ist der Notfallort?
  • Was ist geschehen?
  • Wer ruft an?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle!

Früher gab es die sogenannten 5 W-Fragen: Wer?, Wo?, Was?, Wie viele? und Warten. Die erste Frage lautete immer: Wer ruft an? Diese W-Fragen und ihre Reihenfolge wurden auch so in der Brandschutzerziehung gelehrt. Insbesondere durch das Mobiltelefon ist jetzt aber die Frage nach dem Notfallort die erste und wichtigste. Denn es kam häufiger vor, dass die Verbindung kurz nach der Notrufannahme abbrach. Ist das “Wo?” geklärt, kann aber zumindest eine Einheit zur Kontrolle des angegebenen Notfallorts entsandt werden.

Unter Berücksichtigung einer strukturierten beziehungsweise standardisierten Notrufabfrage der Leitstelle stellte sich die Frage, ob die Lerninhalte der Brandschutzerziehung und -aufklärung noch zum heutigen Vorgehen der Leitstellen passen.

“Ein Auswendiglernen der W-Fragen
ist nicht mehr notwendig.”

Der Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben eine Fachempfehlung zum Notruf herausgebracht:

>>Fachempfehlung
“Der Notruf in der Brandschutzerziehung und -aufklärung”<<

Strukturierte Notrufabfrage

Bei den Notrufen in der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr Köln übernehmen die Disponenten stark die Gesprächsführung, um die wichtigsten Informationen schneller zu filtern. “Wir haben vor einigen Jahren ein Konzept für eine strukturierte Notrufabfrage erstellt”, berichtet Sebastian Brandt, Leiter der Leitstelle. “Es gilt, gezielte Fragen zu stellen, noch besser mit Laien umzugehen, niedrigschwelliger mit den Anrufern zu sprechen.” In dieser Notrufabfrage haben die Kölner unterschiedliche Regeln für Rettungsdienst, Feuer und Hilfeleistung entwickelt.

Leitstelle der Feuerwehr Köln. Foto: Patzelt

Generell ist die erste Frage “Wo?”. “Wenn der Anruf direkt wieder abreißt, müssen wir zumindest wissen, wo wir einen Notfall haben”, erklärt Brandt. Dann kommt erst “Was?”. Und daraus resultiert ein Voralarm. Die Kräfte auf den Wachen erkennen am Ton, ob Löschzug oder Rettungsdienst alarmiert werden und laufen zu den Fahr-zeugen. In dieser Zeit intensiviert der Dis-ponent das Gespräch mit dem Anrufer. In der Folge werden das Einsatzstichwort und die konkreten Einsatzmittel durchgegeben. “Wir gewinnen dadurch je nach Situation zwischen 30 und 90 Sekunden”, betont der Leitstellenchef.

Eine Herausforderung sind die zahlreichen Notrufe in Fremdsprachen. “Wir müssen uns hier Präventionsmaßnahmen überlegen und dringend die Bevölkerung sensibilisieren, dass ein paar deutsche Vokabeln im Notfall notwendig sind”, meint Brandt. In der Leitstelle ist ein elektronisches Telefonbuch hinterlegt, wo Beamte mit Fremdsprachenkenntnissen aufgeführt sind. “Aber das setzt voraus, dass wir die Sprache erkennen. Sonst hilft nur der wiederholte Hinweis ,Geben Sie Ihr Telefon weiter'”, so Brandt.

Tag des Notrufs

Bremen – Am 11. Februar findet der „Europäische Notruftag“ statt. Dieses Datum wurde aufgrund der Ziffernfolge ausgewählt, um auf die einheitliche Notrufnummer 112 in Europa hinzuweisen. Diese Nummer ist kostenfrei und gilt für alle europäischen Staaten. Wird der Notruf 112 von einem Mobiltelefon angerufen, geht dieser bei der nächstgelegenen Notrufzentrale ein. Hier erhält der Meldende stets adäquate Hilfe. Im Festnetz wird der Anrufer automatisch mit der zuständigen Leitstelle verbunden.

Über die Notrufnummer 112 erreicht der Hilfesuchende eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle mit einem kompetenten Ansprechpartner

Wie wichtig das Thema Notruf in Europa genommen wird, zeigt sich daran, dass es sogar eine eigene Organisation in Brüssel gibt, die sich um wichtige Fragen kümmert. Vor allem bemüht sich die EENA, die European Emergency Number Association, darum, die 112 überall noch bekannter zu machen. Denn immer noch sind weniger als die Hälfte aller Europäer vertraut mit dieser Nummer und würden sie in einem Notfall auch wählen, so die EENA.

In Deutschland wurde die 112 im Jahr 1973 eingeführt. Vorausgegangen war der Tod des achtjährigen Björn Steiger, der nach einem Verkehrsunfall starb, weil Rettungskräfte zu spät eintrafen. Sein Vater engagierte sich für einen einheitlichen, immer erreichbaren Notruf und gründete später die Björn-Steiger-Stiftung. Auch in den USA war der Tod eines Menschen Ursache für die Einführung der dortigen Notrufnummer 911. Die Ermordung der 28-jährigen New Yorkerin Kitty Genovese erregte die Bürger und legte den Grundstein für einen einheitlichen Notruf.

Weitere wichtige Rufnummern in Deutschland:

  • 110: Direkte Notrufnummer der Polizei; Meldung von Straftaten, Unfällen ohne Personenschaden und ähnlichem.
  • 115: Behördenruf; direkte Auskunft zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung, seit 2011 in Betrieb.
  • 116 116: Rufnummer zur Sperrung elektronischer Berechtigungen wie EC- oder Kreditkarten.
  • 116 117: Rufnummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.
  • 0800 190 99 99: Feldjäger (Militärpolizei).
  • 0800 6 888 000: Bundespolizei.
  • 19 222: Geplante Krankentransporte, funktioniert in der Regel nur mit der örtlichen Vorwahl der jeweiligen Leitstelle.

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