Tag des Notrufs 112

Bei Anruf Hilfe

Bremen – Am 11. Februar 2018 findet zum zehnten Mal der „Europäische Notruftag“ statt. Dieses Datum wurde aufgrund der Ziffernfolge ausgewählt, um auf die einheitliche Notrufnummer 112 in Europa hinzuweisen. Diese Nummer ist kostenfrei und gilt für alle europäischen Staaten. Wird der Notruf 112 von einem Mobiltelefon angerufen, geht dieser bei der nächstgelegenen Notrufzentrale ein. Hier erhält der Meldende stets adäquate Hilfe. Im Festnetz wird der Anrufer automatisch mit der zuständigen Leitstelle verbunden.

Wie wichtig das Thema Notruf in Europa genommen wird, zeigt sich daran, dass es sogar eine eigene Organisation in Brüssel gibt, die sich um wichtige Fragen kümmert. Vor allem bemüht sich die EENA, die European Emergency Number Association, darum, die 112 überall noch bekannter zu machen. Denn immer noch sind weniger als die Hälfte aller Europäer vertraut mit dieser Nummer und würden sie in einem Notfall auch wählen, so die EENA.

Die wichtigsten Fakten zum Notruf 112:

  • Ein Anruf ist immer kostenfrei.
  • Notrufe erreichen immer eine 24 Stunden/7 Tage besetzte Leitstelle.
  • Sie kann für Notrufe zum Rettungsdienst, zur Feuerwehr und zur Polizei genutzt werden.
  • Ein Notruf beginnt immer mit der Information: “Wo ist etwas passiert?”
  • Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden, egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.
Symbolfoto: Buchenau

In Deutschland wurde die 112 im Jahr 1973 eingeführt. Vorausgegangen war der Tod des achtjährigen Björn Steiger, der nach einem Verkehrsunfall starb, weil Rettungskräfte zu spät eintrafen. Sein Vater engagierte sich für einen einheitlichen, immer erreichbaren Notruf und gründete später die Björn-Steiger-Stiftung. Auch in den USA war der Tod eines Menschen Ursache für die Einführung der dortigen Notrufnummer 911. Die Ermordung der 28-jährigen New Yorkerin Kitty Genovese erregte die Bürger und legte den Grundstein für einen einheitlichen Notruf.

Die 5 W-Fragen

  • Wo ist etwas geschehen?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Art von Erkrankung/Verletzung/Notfall liegt vor?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle/Wer meldet?

Früher lautete die erste Frage immer: Wer ruft an? Insbesondere durch das Mobiltelefon ist jetzt aber die Frage nach dem Notfallort die erste und wichtigste. Denn es kam häufiger vor, dass die Verbindung kurz nach der Notrufannahme abbrach. Ist das “Wo?” geklärt, kann aber zumindest eine Einheit zur Kontrolle des angegebenen Notfallorts entsandt werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat übrigens einen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen herausgegeben. Neben dem Notruf geht es darin auch um Vorratshaltung für den Notfall, die Hausapotheke, Dokumente und Notfallgepäck sowie um Informationsbeschaffung bei schwerwiegenden Notfallsituationen. Die Liste kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Edelgard Huber von Gersdorff, 112 Jahre alt, ist die Ehren-Schirmherrin des europaweiten Notrufs 112. Sie hat miterlebt, wie Europa sich von einem Kontinent der Kriege und Zerstörung zu einer Gemeinschaft des Helfens entwickelt hat. „Die 112 ist das Zeichen für Hilfe und ein wichtiges Symbol für die europäische Einigung“, so die Seniorin. Foto: Europe Direct

Weitere wichtige Rufnummern in Deutschland:

  • 110: Direkte Notrufnummer der Polizei; Meldung von Straftaten, Unfällen ohne Personenschaden und ähnlichem.
  • 115: Behördenruf; direkte Auskunft zu Leistungen der öffentlichen Verwaltung, seit 2011 in Betrieb.
  • 116 116: Rufnummer zur Sperrung elektronischer Berechtigungen wie EC- oder Kreditkarten.
  • 116 117: Rufnummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes.
  • 0800 190 99 99: Feldjäger (Militärpolizei).
  • 0800 6 888 000: Bundespolizei.
  • 19 222: Geplante Krankentransporte, funktioniert in der Regel nur mit der örtlichen Vorwahl der jeweiligen Leitstelle.

 

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