Erinnerung an sieben tote Einsatzkräfte

Gretzenbach (Schweiz) – Heute vor fünf Jahren: Während Feuerwehrleute einen Brand in einer Tiefgarage in Gretzenbach (bei Aarau) bekämpften, stürzte die Decke ein und verschüttete zehn Kameraden. Sieben von ihnen starben unter den Trümmern.

Am 27. November 2004 rückte die Feuerwehr Schönenwerd in den frühen Morgenstunden zu einem Tiefgaragenbrand in den 2.400-Einwohner-Ort Gretzenbach aus. Darin standen drei Pkw in Flammen. Die Einsatzkräfte leiteten einen Löschangriff mit Schaum und Wasser ein. Zur Unterstützung rückte die Feuerwehr Aarau an.

Unglück von Gretzenbach (Schweiz). Archivfoto: FeuerwehrNach zirka 50 Minuten kam die Rückmeldung „Feuer unter Kontrolle“. Nur vier Minuten später stürzte die Decke des Parkdecks ein – ohne jegliche Vorankündigung. Die Masse aus Beton und einer etwa ein Meter dicken Erdschicht begrub zehn Feuerwehrleute unter sich. „Sie hatten keine Sekunde Zeit“, sagte Einsatzleiter Paul Haus damals gegenüber der Presse. „Es gab einen Knall, dann war die Decke unten.“

Wenige Minuten später konnten die Einsatzkräfte drei ihrer Kameraden retten – einen mit schweren Verletzungen, zwei unverletzt. Sie hielten sich im Eingangsbereich des Notausganges auf. Die Suche nach den sieben Verschütteten brachte dann zwar schnell Ergebnisse, aber leider auch die Erkenntnis, ohne schweres Baugerät keine Bergung durchführen zu können. Weitere Feuerwehren sowie Baumaschinen und Lastwagen wurden nachgefordert.

Die Hoffnung, die Feuerwehrleute noch retten zu können, schwand jedoch schnell. Weitere Kräfte lösten die Mitglieder der Feuerwehr Schönenwerd an der Einsatzstelle aus. Notfallseelsorger kümmerten sich vor Ort und in deren Gerätehaus um die Helfer.

Tatsächlich überlebte keiner der sieben Verschütteten. Bei der Bergung unterstützten Fachleute der Berufsfeuerwehr Bern dann die regionalen Feuerwehren. „Wir wollten nicht, dass den Opfern nahe stehende Kräfte die Toten bergen müssen“, erklärte Paul Haus.

Noch während der Bergung der Leichen konnten die Feuerwehrleute und Angehörige in den Abendstunden an der Einsatzstelle Abschied nehmen, um die Tragödie besser verarbeiten zu können.

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