Feuerwehrfahrzeuge gebraucht kaufen

Unimog gegen Unimog getauscht

Nagel (BY) – Ihren Alten Schatz hat die FF Nagel (Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) durch einen jüngeren Schatz ersetzt. Als Ablösung für ihr mittlerweile 40 Jahre altes TLF W Typ Niedersachsen von Schlingmann auf Unimog 1300 L wurde ein gebrauchtes TLF 16/45 Waldbrand Typ Brandenburg von FGL auf Unimog 2150, Baujahr 1995, beschafft. „Wir wollten unbedingt wieder ein hochgeländegängiges TLF haben, etwas anderes macht bei uns keinen Sinn“, ist die einhellige Meinung vieler Aktiver der Wehr im Mittelgebirge nahe der tschechischen Grenze.

Vom TLF 16/45 zum TLF 4000: Diesen gebrauchten Mercedes Unimog U 2150 mit dem Baujahr 1995 von FGL beschaffte die FF Nagel als geländegängiges Tanklöschfahrzeug. Foto: Feuerwehr/Meyer

Die Feuerwehr ließ das Fahrzeug neu lackieren, die Pumpe überholen und die Technik sowie die Ausrüstung dem heutigen Stand anpassen. Bestückt ist das jetzt als TLF 4000 benannte Tanklöschfahrzeug mit einem Dachmonitor, einem tragbaren Schaum-Wasser-Werfer, einer Rettungsplattform, einem Greifzug 32, vier Pressluftatmern, einer Kettensäge, einem Motortrennschleifer, einem Schaumsatz sowie einem Abstützsatz.

Sein Vorgänger, ein Waldbrand-TLF 8 W aus Niedersachsen, ging an die benachbarte FF Vordorf. Sie nutzt den U 1300 L weiter, obwohl der schon 40 Jahre auf dem Buckel hat. Foto: Feuerwehr/Meyer

Ein Frontsprühbalken kann zusammen mit dem Dachwerfer im Pump & Roll-Betrieb eingesetzt werden. Das sehr auffällige Design wurde von der Firma B+B Produktion aus Tröstau angebracht. Sein Vorgänger geht übrigens nicht außer Dienst: Die FF Vordorf, die nur etwa 8 km entfernt liegt, hat den Unimog als Zugfahrzeug für den vorhandenen TSA erworben. Die Daten des alten TLF 8 W: Baujahr 1978, Fahrgestell U 1300 L, 130 PS, 2.000-l-Wassertank, Dachmonitor, Pump & Roll-Funktion über Dachluke und Dachschnellangriff.

Generalübeholte DLAK für die WF Aurubis

Hamburg – Die WF der Kupferhütte Aurubis in Hamburg rüstet weiter auf. Jetzt wurde eine von Rosenbauer in Karlsruhe generalüberholte DLK 23-12 PLC III, die ursprünglich Metz aufgebaut hatte, in Dienst gestellt. Es ist das erste Hubrettungsgerät der Werkfeuerwehr (siehe Reportage im Feuerwehr-Magazin 01/2014) im Stadtteil Veddel. Die 1998 gebaute DLK auf einem MAN 15.264 LC wurde gebraucht von der Feuerwehr Hamburg übernommen. Dort war sie im typischen Leuchtrot zuletzt an der Feuer- und Rettungswache Osdorf (F-14) stationiert.

Inmitten von heavy metal steht die neue DLK 23-12 der WF Aurubis Hamburg. Es handelt sich um eine ehemalige Hamburger Leiter auf MAN 15.264 LC. Foto: Jann (Bild: TIMO JANN)

Die Kabine wurde neu in Feuerrot (RAL 3000) lackiert, das Podest erneuert und der Leiterpark überholt. Er ist jetzt in Anthrazit lackiert. Eine Kraneinrichtung (4.000 kg) gehört zur Ausstattung des Fahrzeugs. Um die Mitarbeiter der Werkfeuerwehr technisch auf einen aktuellen Ausbildungsstand zu bringen, wurden Maschinisten und Fahrzeugführer von Drehleiterausbildung.de auf dem „neuen“ Fahrzeug geschult.

Eine Kraneinrichtung mit einer Traglast von 4.000 Kilogramm gehört ebenfalls zur Austattung der neuen Drehleiter. Foto: Jann (Bild: TIMO JANN)

Bei Aurubis, seit 1909 in Hamburg ansässig, arbeiten 2.300 Menschen, darunter mehr als 60 Feuerwehrleute. Außerdem wurde aus dem Fuhrpark der Berufsfeuerwehr noch ein Rettungswagen (RTW) auf Basis eines Mercedes Sprinter übernommen. Es ist der zweite RTW im Fuhrpark der Werkfeuerwehr.

Für die bessere Sichtbarkeit von achtern erhielt die DLK eine Folienbeklebung. Außerdem sind die Rück- und Blinkleuchten sowie die Heckblaulichter in LED-Technik ausgeführt. Foto: Jann (Bild: TIMO JANN)

Die neuen Gebrauchten der FF Bleckede

Bleckede (NI) – Für die Ortsfeuerwehr Göddingen stellte die Freiwillige Feuerwehr Bleckede ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF) 16/12 in Dienst. Neu? Nein, die Bleckeder Gebrauchtfahrzeug-Spezialisten bleiben sich treu: Es handelt sich um einen 22 Jahre alten Mercedes 1224.

LF 16/12 auf Mercedes 1224 der Feuerwehr Göddingen. Foto: FF Bleckede

Das Löschgruppenfahrzeug wurde erstmals im Jahr 1996 zugelassen und nun bei einem Händler von der FF Bleckede erworben. Ein Teil des Umbaus erfolgte vor Abholung, weitere Einbauten übernahm die Feuerwehr Göddingen. Das LF 16/12 führt zwei Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum sowie 1.600 Liter Löschwasser im Tank mit,  besitzt einen Lichtmast und Allradantrieb. Eine Besonderheit sticht bei diesem Löschgruppenfahrzeug besonders heraus: Es sind über 900 Meter B-Schlauch an Bord und vom Händler wurde ein Lift für die zusätzliche Tragkraftspritze eingebaut.

Der Neuling ersetzt bei der Feuerwehr Göddingen einen Mercedes Rundhauber, Baujahr 1976, der im Jahr 1998 von der Feuerwehr Hamburg übernommen wurde. Auch das “neue” Fahrzeug war vorher bei einer Freiwilligen Feuerwehr in Hamburg im Einsatz.

Mit einer Haspel am Heck ist das LF 16/12 ausgestattet. Foto: FF Bleckede

Stadtbrandmeister Joachim Meins wies auf den einsatztaktischen Wert des neuen Fahrzeuges hin: “Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum und 1600 Liter Löschwasser im Tank sind eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem alten Fahrzeug.” “Die Mitglieder der Feuerwehr haben viel Zeit in den Umbau und die Optimierungen investiert – das hat sich gelohnt!” fasste Ortsbrandmeister Stefan Hoppe zusammen.

Ein VW Crafter ersetzte erst vor wenigen Monaten einen VW T4 aus dem Jahr 1996 bei der Ortswehr Garze. Mit 5.000 Euro Zuschuss durch die Stadt kaufte der Förderverein Feuerwehr Garze den Bus, der zuvor 5 Jahre lang als Handwerkerfahrzeug genutzt worden war. Da er bereits Rot lackiert war, musste die Feuerwehr lediglich Blaulicht, Funk und Zusatzbeleuchtung einbauen. Das Design wurde dabei vom Löschfahrzeug übernommen. Neben dem Transport von Personal und Gerät wird auch die Jugendfeuerwehr das Fahrzeug einsetzen.

Diesen VW Crafter stellte die Feuerwehr Garze der FF Bleckede in Dienst. Der Förderverein beschaffte den 5 Jahre alten Bus mit Unterstützung durch die Stadt Bleckede. Foto: Feuerwehr

FF Bleckede:

ELW 1, Baujahr 1991, VW T3, 2001 von der Landespolizei Hamburg als leichter Befehlskraftwagen erworben, Eigenaus- und -umbau.

DLK 23-12, Mercedes 1524 F/Metz, Baujahr 1996, 2017 über einen Händler von der Feuerwehr Murten/Schweiz erworben, Kaufpreis: 80.000 Euro.

DLK 23-12 der FF Bleckede auf einem Mercedes 1524 F mit einem Leiteraufbau der Firma Metz. Das Fahrzeug war ursprünglich bei der Feuerwehr Murten in der Schweiz stationiert. Foto: Köhlbrandt

RW, Baujahr 1992, Mercedes 1222 AF, Aufbau Schlingmann, 2017 von der FF Fürstenau (NI, Kreis Osnabrück) erworben, Kaufpreis: 13.200 Euro.

FF Barskamp:

LF 16/12, Mercedes 1224 mit Aufbau von Ziegler, Baujahr 1996, 2014 von der Firma Merkel erworben, war vorher in der Gemeinde Odenthal (Rheinisch-Bergischer Kreis, NW) stationiert, Kaufpreis 62.000 Euro.

MTW, Baujahr 1998, 2011 von der Baufirma Hoppe als Spende erhalten. Besonderheit: ein Renault Master und ein baugleicher Opel Movano wurden zu einem MTW kombiniert. Sie waren als Einzelfahrzeuge nicht mehr nutzbar. Nach Abschleifen, Rost entfernen und Karosseriearbeiten, Lackierung/Beschriftung, Umbau der Standheizung, Einbau von Austauschgetriebe, Sondersignalanlage und Funkanlage wurde der „Renopel“ 2012 in Dienst gestellt.

FF Göddingen:

LF 16 (Jetzt außer Dienst), Mercedes LAF 1113 B/42/Bachert, Baujahr 1977, von der BF Hamburg 1997 erworben.

Das LF 16 der FF Göddingen kommt aus Hamburg. Der Mercedes LAF 1113 B mit 4.200 mm Radstand, einem Aufbau von Bachert und dem Baujahr 1977 wechselte 1997 den Besitzer. Foto: Köhlbrandt

MTW, VW T5, Baujahr 2009, war vorher in Privatbesitz, wurde in Feuerrot lackiert und mit feuerwehrtechnischer Ausstattung ausgerüstet.

FF Breetze:

TLF 16/25, Mercedes 1019/Ziegler, Baujahr 1982, 2010 von Firma Rothe Fahrzeughandel aus Soest erworben, Fahrzeug lief vorher in der Landeshauptstadt Kiel (SH).

MTW, VW T5, Baujahr 2006, Fahrzeug über Händler erworben. Lief vorher in Privatwirtschaft, bei der FF Breetze ab 2014, kompletter Funk- und Sondersignaleinbau samt Lackierung und Beklebung durch Feuerwehr.

FF Garlstorf:

LF 16, Mercedes 1124/Metz, Baujahr 1995, 2016 vom Forschungszentrum Karlsruhe über einen Händler erworben, Kaufpreis 45.000 Euro.

Für 45.000 Euro wechselte das LF 16 auf Mercedes 1124/Metz, Baujahr 1995, 2016 vom Forschungszentrum Karlsruhe über einen Händler zur FF Garlstorf. Foto: Köhlbrandt

MTW, VW T4, Baujahr 1997, bei der FF Garlstorf im Dienst seit 2015. Auch hier wurde aus zwei VW-Bussen einer gemacht. Das Fahrzeug war bei der FF Pulheim (NW) stationiert gewesen, ging aber wegen eines Motorschadens außer Dienst. Zeitgleich wurde ein zweiter, nicht mehr fahrtauglicher MTW vom Landkreis Lüneburg beschafft. Aus diesem wurde der Motor ausgebaut, überholt und in das andere Fahrzeug eingebaut. Zusätzlich wurde eine Blaulichtanlage von der Polizeidirektion Lüneburg erworben und in Eigenarbeit aufgebaut.

FF Garze:

LF 8/6, Mercedes 814/Ziegler, Baujahr 1995, von der Firma Merkel (Reinhardshain/Harz) erworben, war vorher ein Löschfahrzeug der Bundeswehr, Kaufpreis: 50.000 Euro.

MTW, VW Crafter, Baujahr 2012, lief in Privatbetrieb, wurde vom Förderverein beschafft und zum Feuerwehrfahrzeug umgebaut.

FF Radegast:

TLF 16/25, Mercedes 1224 AF/Schlingmann, Baujahr 1994, von der FF Geesthacht (SH) 2013 im Bieterverfahren erworben, nur geringe Umbaumaßnahmen, Kaufpreis: 57.566 Euro.

Dieses TLF 16/25 auf Mercedes 1224 AF mit Schlingmann-Aufbau, Baujahr 1994, wurde von der FF Geesthacht (SH) 2013 im Bieterverfahren für die FF Radegast erworben. Foto: Köhlbrandt

MTW, Baujahr 1989, Mercedes 208 D, 2010 von der FF Nidda bei Kassel (HE) gekauft, die Feuerwehr brachte Staufächer über den hinteren Radkästen an.

FF Alt Garge:

LF 8, Iveco Magirus, Baujahr 1986, 2006 von FF Kröppelshagen (SH) erworben.

FF Walmsburg:

MTW, Peugeot Boxer, Baujahr 2010, bei FF Walmsburg seit 2015, Kauf durch den Förderverein, Zuschuss der Stadt Bleckede, durch die Feuerwehr umgebaut.

Stadtbrandmeister:

KdoW, VW Passat Kombi, ehemaliges Dienstfahrzeug des Kreisbrandmeisters Werner Meyer, wurde 2009 in Dienst der Feuerwehr Stadt Bleckede gestellt, von der FTZ Scharnebeck umgebaut. Erstzulassung 2005, VW Passat B5 Kombi.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wie schon so oft von mir kommentiert: Einsatzfahrzeuge sollten nicht länger eingesetzt werden, wenn sie ein Alter von 20 Jahren (Großfahrzeuge) bzw. 12 Jahren (Kleinfzg.) erreicht haben. Die Gründe liegen auf der Hand: Schon aus Sicherheitsgründen sollte das Einsatzfahrzeug mit dem restlichen Straßenverkehr mithalten können. Blaulichtfahrten bergen immer ein deutlich größeres Risiko schwer zu verunfallen. Wenn dann die Autos noch fahren und bremsen wie Oldtimer (weil es solche sind!) erhöht sich das Risiko erheblich. Welcher Bürgermeister möchte gerne den Angehörigen der Unfallopfer in die Augen sehen und zugeben, dass der Unfall oder wenigstens die Schwere dessen vermeidbar gewesen wäre, wenn man nicht die Leute auf die Signalfahrt mit einem Oldtimer geschickt hätte…Leute: was laut dem Brandschutzbedarfsplan notwendig ist ist auch zu beschaffen. Und zwar auf dem Stand der Zeit !!

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  2. Ich sehe das etwas anders, Die neuen Fahrzeuge sind nicht mehr dafür geeignet 20-30 Jahre ihren Dienst zu tun. Ich bin beim THW, und wir haben in einer Tour nur Probleme mit unseren neueren Fahrzeugen. Diese sind ständig mit Defekten in der Werkstatt. Man kann mit Fahrtrainings die KF auf diese älteren Fahrzeuge vorbereiten.

    P.s. Ich beglückwünsche der FF zu diesem tollen Fahrzeug.

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  3. Na da bin ich anderer Meinung, warum sollte man ein altes Fahrzeug ausmustern wenn man es technisch und optisch komplett überholt und so einsatztaktisch nutzbar macht? Wir haben unser altes lf16 mit 28jahren auch noch zu einem slf umgebaut… Zieht den vsa auf die Autobahn dient dort als Blockfahrzeug weiteres Unterbau und Absicherungsmaterial verlastet. Für den Brandschutz 4pa 15b Schläuche(12auf Haspel) und 2000l Schaummittel, ca einmal pro Woche im Einsatz

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