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Geräumiger ELW auf Mercedes Sprinter 519 CDI.
Legende mit Ecken und Kanten

Mercedes G in der Feuerwehr

Seit 40 Jahren produziert Mercedes seine G-Klasse. Unkaputtbar, kantig, voll geländegängig. Kein Wunder, dass sich auch Feuerwehren und Rettungsdienste diese Legende als Einsatzfahrzeug wünschten. Bei vielen blieb es durch finanzielle Zwänge ein Wunsch. Andere setzten und setzen immer noch auf den G: als Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF), als Vorausrüstwagen (VRW), als Einsatzleitwagen (ELW) oder Kommandowagen (KdoW) fand er Einzug bei den Helfern. Als Sonderwagen 3 kam er zu Bundesgrenzschutz und Bundespolizei, Wolf heißt er bei der Bundeswehr. Wir stellen Historie, Fakten und schöne Varianten vor.

Bei der BF Wien im Einsatz sind diese beiden Kommandofahrzeuge (KDF). Dlouhy hat von 1993 bis 2005 insgesamt 15 dieser Mercedes G 270 CDI Puch für Wien gebaut. Foto: Buchenau

Mercedes G als MTF

Mühlwald (Italien) – Für die FF Mühlwald (Südtirol, Provinz Bozen) baute die Firma Kofler Fahrzeugbau einen Mercedes G 350 d als Mannschaftstransportfahrzeug Allrad (MTF-A) aus. Ein Großteil der feuerwehrtechnischen Beladung ist auf einem Wechselmodul im Heck des Geländewagens untergebracht.

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Auf einem Mercedes G 350 d basiert das neue Mannschaftstransportfahrzeug der FF Mühlwald. Kofler Fahrzeugbau kümmerte sich um den Innenausbau des Geländewagens. Foto: Kofler
Auf einem Mercedes G 350 d basiert das Mannschaftstransportfahrzeug der FF Mühlwald. Kofler Fahrzeugbau kümmerte sich um den Innenausbau des Geländewagens. Foto: Kofler

Angetrieben wird der G 350 d von einem V6-Dieselmotor mit 2.987 Kubikzentimeter Hubraum. Dieser überträgt seine Leistung von 244 PS über ein 7G-Tronic Plus-Getriebe permanent auf alle vier Räder. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Bei einer zulässigen Gesamtmasse von 3.200 Kilogramm hat das Fahrzeug eine Nutzlast von 592 Kilogramm und bietet fünf Personen Platz.

Bei geöffneter Heckklappe kann das Wechselmodul herausgezogen werden. Auf ihm ist die feuerwehrtechnische Beladung verstaut. Foto: Kofler
Bei geöffneter Heckklappe kann das Wechselmodul herausgezogen werden. Auf ihm ist die feuerwehrtechnische Beladung verstaut. Foto: Kofler

Kofler stattete die G-Klasse mit einem KF-Wechselmodul aus. Dieses kann bei geöffneter Heckklappe ausgezogen werden und bietet Platz für zwei Pulver- sowie einen Kohlendioxid-Feuerlöscher, Rettungsmesser, Glashammer, Bolzenschneider, Teleskopleiter sowie Schanzwerkzeug. Links davon lagern Geräte zur Beleuchtung und Verkehrsabsicherung, rechts eine Motorkettensäge. Um die Beladung schnell wechseln zu können, lässt sich der Schlitten nach der Entriegelung von Federbolzen auch komplett entnehmen. Zur weiteren Ausstattung gehören Blaulichtbalken, Heckblaulicht und Frontblitzer sowie eine LED-Umfeldbeleuchtung.

Ein echtes Liebhaberstück ist der Vorausrüstwagen der Feuerwehr Uelzen auf einem Mercedes 280 GE. Ziegler hat ihn zu einem Feuerwehrfahrzeug ausgebaut. Mit Baujahr 1989 ist er bereits ein wahrer Oldtimer. Foto: Buchenau

Kult-KdoW Mercedes 200 GE der FF Freiberg

Die FF Freiberg am Neckar (BW, Kreis Ludwigsburg) übernahm ihren G 1996 als gebrauchtes Behördenfahrzeug. In Eigenleistung bauten die Kameraden den Mercedes zum KdoW aus – inklusive neuer Lackierung in Feuerrot (RAL 3000). Vor 4 Jahren erfolgte dann die Beklebung durch Design112 in der neuen einheitlichen Gestaltung des Feuerwehr-Fuhrparks: gelbe Reflektorstreifen mit blauen Applikationen und einer Abwandlung des Wappen-Löwen des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg. Florian Freiberg 10 führt ein Atemschutzgerät, ein Megaphon, Verkehrssicherungsausrüstung sowie Objektpläne mit zur Einsatzstelle. Als Sondersignalanlage ist eine Hella RTK 4-Sl mit Frontblitzern Hella BSX-Multi verbaut.

>>Gute Idee: Freiberger Feuerwehr installiert Rauchmelder in den Fahrzeugen

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Diesen Mercedes 200 GE nutzt die FF Freiberg am Neckar als Kommandowagen. Foto: Patzelt

Vorausrüstwagen der FF Echterdingen

Ein vor allem in Baden-Württemberg verbreitetes Sonderfahrzeug ist der Vorausrüstwagen (VRW). Die FF Echterdingen (BW, Kreis Esslingen) nahe Stuttgart besitzt einen 1982 von Ziegler gebauten VRW auf Mercedes 280 GE. Drei Mann können damit als Vorauskommando zu Unfallstellen ausrücken. Dort stehen ihnen ein hydraulischer Rettungssatz mit Schere und Spreizer von Weber, Trennschleifgerät sowie weitere Kleinwerkzeuge zur Verfügung. Auf zwei Zapfen am Heck können Scheinwerfer mit Stativstangen aufgesetzt werden, um Einsatzstellen zu beleuchten. Den Strom dafür liefert ein Generator, der vom Fahrzeugmotor angetrieben wird.

Vorausrüstwagen der FF Echterdingen auf Mercedes 280 GE. Ziegler baute das Fahrzeug 1982. Foto: Preuschoff

 

Zur Beladung des VRW gehört ein hydraulischer Rettungssatz von Weber. Mit zwei Scheinwerfern können Unfallstellen schnell ausgeleuchtet werden. Den Strom liefert ein eingebauter Generator. Foto: Preuschoff

G steht für Geländewagen

Was Anfang der 1970er Jahre mit einem Kooperationsvertrag zwischen der damaligen Daimler‑Benz AG und Steyr-Daimler-Puch im österreichischen Graz begann, ist heute ein einzigartiges Stück Automobilgeschichte. Schon das Konzept für den neuen Geländewagen war ungewöhnlich: Es kombiniert überlegene Geländegängigkeit mit vollwertiger Straßentauglichkeit und Sicherheit. Allradantrieb und Differenzialsperren mit 100-prozentiger Wirkung gehören seither ebenso zum „G“ wie der robuste Leiterrahmen.

Moderner Mercedes-Benz G 350 d im Farbton Brilliantblau. Foto: Daimler (Bild: © Daimler AG)

1975 fällt die Entscheidung für den Serienstart der G-Modelle. Gleichzeitig wird der Bau eines neuen Werks in Graz beschlossen, wo die Fahrzeuge bis heute überwiegend in Handarbeit hergestellt werden. 80 Prozent aller jemals produzierten G-Klassen sind noch immer unterwegs – ein Beleg für die herausragende Qualität der Gelände-Legende.

Von 1979 bis 1992 wurde die erste Generation (W 460) gebaut. Die Kunden konnten zwischen Cabriolets mit kurzem Radstand und Station-Wagen mit kurzem oder langem Radstand wählen, wahlweise mit Benzin- (102 bis 156 PS) oder Dieselmotor (116 bis 388 PS). Die zweite Generation (W 461) lief zwischen 1991 und 2009 vom Band und brauchte Super oder Diesel. Sie wurde mit zuschaltbarem Allradantrieb vor allem für Behörden, Kommunen und Streitkräfte gefertigt. Bereits ab 1990 gab es mit dem W 463 die Generation III mit 94 bis 422 PS und den Kraftstoffarten Super, Diesel und Normalbenzin. Sie war mit gehobener Ausstattung und permanentem Allradantrieb zu haben. Seit 1993 trägt das Kind den Namen G-Klasse. 2017 kam Generation IV, wohl mehr für den Liebhaber denn für den waren Offroader gedacht. Dabei würden Motorleistungen zwischen 286 und 422 (Super und Diesel) sicher für genügend Vortrieb abseits der Straße reichen. Während aller Weiterentwicklung ist das Ur-Design des G allerdings immer gleich geblieben. Eine echte Kante eben.

Mit der weltweit größten Installation aus Kunstharz rückt Mercedes-Benz die Weltpremiere der neuen G-Klasse am 14. Januar 2018 in den Fokus der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit. Foto: Daimler AG, Hans Starck (Bild: © Daimler AG)

Weltbekannt ist das G-Modell auch als „ Papa-Mobil“. Der im Farbton Perlmutt lackierte Geländewagen Mercedes-Benz 230 G mit gläsernem Sonderaufbau begleitete Papst Johannes Paul II. ab 1980 auf zahlreichen Reisen.

Einer von zwei baugleichen Mercedes Puch G 300 CDI Professional der BF Bern (Schweiz) vor den Fontänen auf dem Bundesplatz. Fünf-Gang-Automatik, permanenter Allradantrieb sowie 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse sind die Spezifikationen dieser durch Vogt ausgebauten Fahrzeuge, die auch als Vorausrüstwagen eingesetzt werden können. Foto: Preuschoff

 

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Wie kann die Lage bei größeren Übungen und Einsätzen für Einsatzleitung und Stab dargestellt werden? Ein Überblick über die Möglichkeiten, die der Markt anbietet.

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