Rüsselsheim (HE) – Bei einem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus ist am Donnerstagnachmittag in Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau, ein Bewohner aus dem Hochparterre gesprungen. Weitere Personen rettete die Feuerwehr über zwei Drehleitern aus dem massiv verrauchten Gebäude.
Eine von zwei eingesetzten Drehleitern steht vor dem Mehrfamilienhaus. Über Hubrettungsfahrzeuge brachte die Feuerwehr mehrere Bewohner aus dem verrauchten Gebäude in Sicherheit, während Atemschutztrupps den Kellerbrand bekämpften. (Bild: 5VISION.NEWS)
Als die ersten Kräfte um 14:10 Uhr in der betroffenen Straße eintrafen, bestätigte sich die gemeldete Lage: dichter Rauch im gesamten Treppenraum, Personen auf Balkonen und an Fenstern. Nach Angaben des Einsatzleitdienstes der Feuerwehr Rüsselsheim, Thorsten Geisler, war der Treppenraum als Fluchtweg nicht mehr nutzbar.
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Im Keller entwickelte sich nach seinen Worten eine „massive Hitze“, die einen direkten Löschangriff zunächst erschwerte. Der erste vorgehende Trupp unter Pressluftatmern habe mit einer enormen Temperaturbelastung zu kämpfen gehabt. Deshalb schufen die Einsatzkräfte zunächst von außen Wärme- und Rauchabzugsöffnungen, um eine wirksame Brandbekämpfung überhaupt zu ermöglichen. Erst danach konnten mehrere Trupps unter Atemschutz das Feuer im Keller gezielt bekämpfen.
Parallel leitete die Feuerwehr die Menschenrettung ein. Fünf Personen sowie eine Katze brachte sie über zwei Drehleitern in Sicherheit. Eine weitere Person hatte sich bereits vor Eintreffen der Feuerwehr durch einen Sprung aus einem Fenster im Hochparterre ins Freie gerettet und sich dabei leicht verletzt. Der Rettungsdienst versorgte sie umgehend. Zwei Betroffene kamen zur weiteren Behandlung in das GPR Klinikum Rüsselsheim.
Wie Geisler erklärte, ist bei Gebäuden mit nur einem baulichen Rettungsweg die Anleiterbarkeit entscheidend. Trotz einer gewissen Distanz zur Fassade reichte die Aufstellfläche aus, um auch das dritte Obergeschoss mit der Drehleiter erreichen zu können.
Um 15 Uhr meldete die Feuerwehr „Feuer aus“. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis etwa 16:10 Uhr. Nach aktuellem Stand ist eine Seite des Kellerbereichs durch Brandschäden zerstört. Weil die Kellertür offenstand, verteilten sich Rauch und Ruß im gesamten Treppenraum. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Die Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau organisiert die Unterbringung der Mieter.
Im Einsatz standen 55 Kräfte der Feuerwehr Rüsselsheim und Raunheim mit 17 Fahrzeugen. Hinzu kamen zehn Fahrzeuge des Rettungsdienstes mit 20 Einsatzkräften sowie zwei Streifenwagen mit vier Polizeibeamten. Die Kriminalpolizei Rüsselsheim (K 10) ermittelt zur Brandursache und zur Schadenshöhe.