Presidential Alert

USA: Wirbel um Katastrophenalarm-Test

Washington, D.C. (USA) – Die US-amerikanische Katastrophenschutz-Behörde FEMA (Federal Emergency Management Agency) hat am 3. Oktober ein neues Warnsystem getestet: den “Presidential Alert”.  Dabei wurde klar: das System hat erhebliche Lücken. Und die Namensgebung scheint nicht ganz glücklich.

“DÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜT – DÜÜÜÜÜÜÜT – DÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜT!” Ein sogenannter “Presidential Alert” ist nicht überhörbar. Die meisten US-Bürger erhielten am 3. Oktober auf ihre Smartphones und Handys einen schrillen Warnton verbunden mit der Nachricht: “Dies ist ein Test des Wireless Emergency Alert Systems. Es ist keine Handlung notwendig.”

Der “Presidential Alert” ist Teil der Wireless Emergency Alerts (übersetzt etwa: Kabellose Katastrophenalarme), die 2006 im Rahmen des “Warning, Alert, and Response Network (WARN)”-Gesetzes ins Leben gerufen wurden. Wenn es zu Terroranschlägen, Naturkatastrophen oder ähnlich schweren Situationen kommt, kann die Katastrophenschutz-Behörde FEMA mit diesen Alarmen die Bevölkerung über Radio, Fernsehen sowie Telefongeräte warnen und Handlungsempfehlungen aussprechen.

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Dabei stellt der “Predidential Alert” die kritischste Stufe der Wireless Emergency Alerts dar. Er wird an alle US-Bürger gesendet. Neben ihm existieren noch regionale Alarme. Darunter die soganannten “AMBER-Alerts”, über die Personensuchmeldungen, insbesondere über vermisste Kinder, herausgegeben werden sowie Unwetterwarnungen. Während sich letztere im Smartphone deaktivieren lassen, kann der “Presidential Alert” nicht abgestellt werden. 

Auch wegen der Namensgebung fragten sich viele US-Bürger, ob Präsident Donald Trump nun jedem persönlich seine politischen Ansichten schreiben könne. Doch der Gebrauch des Systems sei nur im Falle einer Katastrophensituation möglich, wie die FEMA mitteilt.

“Wenn diese Nachrichten auf Ihren Geräten auftauchen, sollten Sie sie extrem ernst nehmen”, sagt der Direktor des Warnsystems, Antwane Johnson, “die Nachricht hat einen direkten Einfluss auf die Sicherheit oder das Leben von Menschen.”

Alarmsysteme noch nicht ganz ausgereift

Dabei hat die FEMA noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen viele Bürger gar keinen Test-Alarm bekommen haben. Dabei spielten Endgeräte oder Netzbetreiber offenbar keine Rolle. Wenn jemand telefoniere, sich nicht in einer Funkzelle befinde oder aktiv Daten versende, könne dies dazu führen, dass die Nachricht nicht ankommt, sagte die amerikanische Katastrophenschutzbehörde dazu.

Im Januar wurde zudem ein falscher Alarm an die Bürger von Hawaii gesendet. Darin hieß es, ein Raketenangriff stehe bevor. Dies löste große Unsicherheiten in der Bevölkerung aus.

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