Feuerwehren im Westen und Norden stark gefordert

Sturmtief Ylenia fegt über Deutschland hinweg

Bremen – Der Deutsche Wetterdienst hatte rechtzeitig gewarnt. Ab der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sollte das Sturmtief “Ylenia” von Westen nach Osten über Deutschland hinwegziehen. Es würde heftig werden, so die Wetterexperten. Und sie sollten Recht behalten. Tausende Einsätze fuhren die Feuerwehren zwischen Aachen und Flensburg bisher. In Berlin rief die Feuerwehr sogar den Ausnahmezustand Wetter aus.

Vor allem umgestürzte Bäume bereiteten den Feuerwehren in den letzten Sunden viel Arbeit. Und es ist kein Ende in Sicht. Das nächste Orkantief ist bereits im Anmarsch. Foto: Bahr/Presseteam FF Ostheide

Umgestürzt Bäume, umherfliegende Gartenmöbel, abgedeckte Dächer, umgewehte Fahrzeuge und abgesagt Flüge, die Folgen von “Ylenia” waren immens. In Norddeutschland stellte die Bahn zeitweise den Betrieb ein. In vielen niedersächsischen Landkreise fielen die Schulen aus. Auf dem Brocken im Harz wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 152 km pro Stunde gemessen.

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In Berlin gingen am Morgen so viele Notrufe innerhalb weniger Minuten ein, dass sie nicht mehr nacheinander (wie sonst üblich) disponiert und abgearbeitet werden konnten. Die Feuerwehr rief daraufhin den Ausnahmezustand Wetter aus. Die war auch schon einmal in der Nacht zwischen 2.30 Uhr und 4.30 Uhr geschehen. In diesen Situationen werden zum Beispiel Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr in den Dienst gerufen.

Umgestürzte Bäume, lose Dachbedecken

Wie auch in den anderen Regionen Deutschlands machte den Feuerwehren in Berlin die Vielzahl der Einsätze zu schaffen. Die ganz großen Unglücke blieben aber aus. Und tatsächlich gab es nur ganz wenige Verletzte. Viele Menschen hatten die Warnungen ernst genommen und waren zuhause geblieben. In der Lüneburger Heide starb am Nachmittag allerdings ein Autofahrer. Ein Baum war auf sein Fahrzeug gestürzt.

Im Löwenberger Land knickte dieser Strommast beim Orkan um. Zwei Ortschaften waren daraufhin zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Foto: 7aktuell.de (Bild: 7aktuell.de)

Im Löwenberger Land in Brandenburg war der Orkan allerdings so heftig, dass ein Starkstrommast umknickte. Dadurch waren die Ortschaft Bernsdorf sowie Herzberg zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Hochspannungsleitung führte 380 kV. 

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Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg warnte für die deutsche Nordseeküste vor einer Sturmflut. Die Gefahr besteht bis zirka 17.30 Uhr. Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn das Wasser mindestens 1,5 Meter über das mittlere Hochwasser ansteigt. Freitag soll dann bereits die nächste Sturmflut folgen. Es ist bereits die achte Sturmflutwarnung der Experten innerhalb von nicht einmal drei Wochen. So viele Warnungen hatten das BSH innerhalb so kurzer Zeit nie zuvor ausgesprochen. 

Auch hier behielten die Experten Recht. Am Hamburger Fischmarkt lag der Pegelstand am Morgen 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser. Der Bereich wurde großflächig überschwemmt.     

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Danke für den Tipp. Das stimmt. Wir haben die Meldungen entsprechend geändert. Gruß aus der Redaktion, Jan-Erik

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  2. In der Meldung zum Mastumbruch muss ein Fehler vorliegen, es gibt keine Spannungsebene 150.000V in Deutschland. Die Mastkonstruktion weist auf 380kV hin. das hat der ÜNB 50 Hertz auch af seiner Internetseite bestätigt

    https://www.50hertz.com/de/News/Details/12249/hoechstspannungs-strommast-bei-zehdenick-umgeknickt

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