Bei Brand in eigenem Feuerwehrhaus

Zu spät zum Einsatz gekommen: Wehrführer der FF Saarbrücken beurlaubt

Saarbrücken – Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken ist beurlaubt worden. Darüber berichtet die Saarbrücker Zeitung. Auslöser sei das verspätete Eintreffen der ranghöchsten ehrenamtlichen Feuerwehr-Führungskraft der saarländischen Landeshauptstadt beim Brand des Feuerwehrhauses im Stadtteil Altenkessel. Bei diesem Einsatz soll der Wehrführer erst 5 Stunden nach Alarmierung vor Ort und vorher auch nicht erreichbar gewesen sein.

Blaulicht auf Feuerwehrfahrzeug
In Saarbrücken ist der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr beurlaubt worden. Symbolfoto: S. Buchenau

Bereits im Vorfeld hätten vier Löschabschnittsführer und die beiden stellvertretenden Wehrführer der Stadtverwaltung mangelndes Vertrauen in die Arbeit des Wehrführers schriftlich mitgeteilt. Laut dem Bericht der Saarbrücker Zeitung musste dieser nun sein Einsatzfahrzeug, sein Funkgerät und die Schlüssel zu seinem Büro in der BF-Wache abgeben.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Zu spät beim Einsatz: Feuerwehrchef freigestellt” (Saarbrücker Zeitung, 11. Dezember 2018)

Leiter der Berufsfeuerwehr Saarbrücken vom Dienst freigestellt

Saarbrücken –  Am 13. Dezember 2017 veröffentlichte die Stadt Saarbrücken in einer Pressemitteilung die Nachricht, dass der Leiter der Berufsfeuerwehr Josef Schun vorübergehend vom Dienst freigestellt wurde. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hatte den Schritt bereits am 12. Dezember vollzogen. Die Suspendierung gelte für maximal 3 Monate, hieß es. 

Wurde am 13. Dezember vom Dienst freigestellt: Saarbrückens Feuerwehrchef Josef Schun. Foto: bub / Becker & Bredel

Bei einem Brand am 3. Dezember starben in Saarbrücken vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses. Fünf Feuerwehrleute zogen sich Rauchgasvergiftungen zu. Bei dem Einsatz war eine Drehleiter ausgefallen. Nach dem Brand hatten zahlreiche Einsatzkräfte massive Vorwürfe gegen die Einsatzleitung und das Verhalten ihres Chefs erhoben. „Dadurch ist das Vertrauensverhältnis sowohl zur Verwaltungsspitze als auch zu den Feuerwehrbeamten schwer erschüttert“, heißt es in der Mitteilung der Stadt Saarbrücken. Diese Vorwürfe müssten nun untersucht werden. Selbstverständlich werde dabei auch der Leiter der Berufsfeuerwehr angehört.

Schon in der Vergangenheit war es wiederholt zu Vorwürfen gegen den Amtsleiter gekommen. Der Chef des Personalrates der Landeshauptstadt, Bernd Schumann, sprach Mitte 2017 von einem “unterirdischen Betriebsklima” bei der Berufsfeuerwehr. Nach Schumanns Ansicht sei der Leiter der BF mit der Aufgabe “Führung” überfordert. In einer mehrseitigen Dokumentation listete der Personalrat alle offiziellen Beschwerden und Gesprächstermine. Außerdem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen der Weitergabe eines ausrangierten Feuerwehrfahrzeug an eine Flugsportverein gegen Schun. Feuerwehrführung und Stadtverwaltung wiesen die erhobenen Vorwürfe bisher immer als “unbegründet” zurück.

Wie die Saarbrücker Zeitung am 20. September 2018 berichtete, arbeitet Schun nun wieder als Brandschutz- und Sicherheitsreferent im Rathaus. Allerdings bliebe ihm die Leitung der Berufsfeuerwehr entzogen. Das Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis habe im Frühjahr bereits die im Dezember ausgesprochene 3-monatige Suspendierung für rechtswidrig erklärt. Schuns Rückkehr ins Rathaus sei ein von ihm angestrebtes Eilverfahren am Verwaltungsgericht vorausgegangen. Laut Saarbrücker Zeitung will die Stadt ihn allerdings wieder freistellen, sollte am Amtsgericht ein Hauptverfahren wegen Betrugs eröffnet werden.

 

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