Massiven Vorwürfe gegen das Verhalten des Amtsleiters

Saarbrückens Feuerwehrchef suspendiert

Saarbrücken – Die Stadt Saarbrücken teilte heute (13. Dezember 2017) in einer Pressemitteilung mit, dass der Leiter der Berufsfeuerwehr Josef Schun vorübergehend vom Dienst freigestellt wurde. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hatte den Schritt bereits am 12. Dezember vollzogen. Die Suspendierung gelte für maximal drei Monate, heißt es. 

Wurde am 13. Dezember vom Dienst freigestellt: Saarbrückens Feuerwehrchef Josef Schun. Foto: bub / Becker & Bredel

Bei einem Brand am 3. Dezember starben in Saarbrücken vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses. Fünf Feuerwehrleute zogen sich Rauchgasvergiftungen zu. Bei dem Einsatz war eine Drehleiter ausgefallen. Nach dem Brand hatten zahlreiche Einsatzkräfte massive Vorwürfe gegen die Einsatzleitung und das Verhalten ihres Chefs erhoben. „Dadurch ist das Vertrauensverhältnis sowohl zur Verwaltungsspitze als auch zu den Feuerwehrbeamten schwer erschüttert“, heißt es in der Mitteilung der Stadt Saarbrücken. Diese Vorwürfe müssten nun untersucht werden. Selbstverständlich werde dabei auch der Leiter der Berufsfeuerwehr angehört.

Schon in der Vergangenheit war es wiederholt zu Vorwürfen gegen den Amtsleiter gekommen. Der Chef des Personalrates der Landeshauptstadt, Bernd Schumann, sprach Mitte 2017 von einem “unterirdischen Betriebsklima” bei der Berufsfeuerwehr. Nach Schumanns Ansicht sei der Leiter der BF mit der Aufgabe “Führung” überfordert. In einer mehrseitigen Dokumentation listete der Personalrat alle offiziellen Beschwerden und Gesprächstermine. Außerdem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen der Weitergabe eines ausrangierten Feuerwehrfahrzeug an eine Flugsportverein gegen Schun. Feuerwehrführung und Stadtverwaltung wiesen die erhobenen Vorwürfe bisher immer als “unbegründet” zurück. Bis gestern (12. Dezember 2017).

 

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