Bundeswehr packt Schläuche zusammen

Meppen: Moorbrand gelöscht

Meppen (NI) – Der Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände in Meppen gilt als gelöscht. Wie die Bundeswehr gestern bekannt gab, konnte bei der Auswertung der Tornado-Luftaufnahmen vom 9. September keine Glutnester mehr entdeckt werden.

Die Feuerwehrschläuche können in Meppen wieder eingerollt werden. Foto: Kilonzo/Bundeswehr

Die Kräfte der Bundeswehr gehen jetzt von der Brandbekämpfung in eine Brandwache über. Zur Zeit sind noch 160 Einsatzkräfte, bestehend aus 44 Bundeswehrfeuerwehrkräften und 116 Soldaten, vor Ort. Außerdem sollen weiterhin Drohnen eingesetzt werden, um das Gelände zu überwachen.

Obwohl die Bundeswehr den Moorbrand in Meppen für beendet erklärt hat, bleiben immer noch viele Fragen offen. Die Bundeswehr kündigte an, den Einsatz intensiv nachbearbeiten zu wollen und vor allem ihr internes Meldewesen kritisch zu hinterfragen.  

 

[Stand: 05.10.2018]

Meppen (NI) – Nach einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung hat die Bundeswehr bestätigt, dass Spezialisten an der Brandstelle im Moor auf dem Gelände der WTD 91 derzeit Boden-, Luft- und Wasserproben untersuchen. Die Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, ob das seit mehr als vier Wochen brennende Feuer radioaktive Strahlung freigesetzt haben könnte.

Der Messwagen der Bundeswehr am Ortsrand von Groß Stavern. Das Staubsammelgerät prüft die Luft auf alveolengängige und einatembare Stäube im Rahmen des Moorbrandes auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen. Symbolbild: Bundeswehr/Rott (Bild: Bundeswehr/Rott)

Laut einer Pressemitteilung der Bundeswehr vom Freitag, 5. Oktober gebe es keine Hinweise darauf, dass auf dem Gelände möglicherweise uranhaltige Nato-Munition verschossen wurde. Dass nunmehr Analysen von Boden- und Luftproben auf radioaktive Stoffe durch die Strahlenmessstelle Süd des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr stattfinden, geschehe rein vorsorglich, um Sorgen der Einsatzkräfte wie auch der lokalen Bevölkerung auszuräumen. Erste Ergebnisse dieser Tests zeigten auch nach dem Brand keinerlei Hinweise auf mögliche Strahlenbelastungen durch Uran.

Auch quecksilberhaltige Sprengkörper der Nationalen Volksarmee der DDR sollen auf dem Gelände verschossen worden sein, hatten NOZ und NDR berichtet. Die Bundeswehr geht auch darauf ein: “Auf dem Gelände der WTD finden jedes Jahr detaillierte Wasseranalysen statt, die auch Aufschluss über mögliche Quecksilberbelastung bieten. In den vergangenen Jahren blieben diese stets unterhalb der Nachweisgrenze. Die letzte Messung stammt aus dem April 2017. In der kommenden Woche soll die nächste sogenannte große Wasseruntersuchung stattfinden. Über die Ergebnisse wird die Bundeswehr weiterhin kontinuierlich und transparent berichten.”

Diese neuen Informationen feuern die Diskussion um eine mögliche Gefährdung der Einsatzkräfte sowie der Anwohner an. Denn nur einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass einige Luftmessungen, auf die sich Bundeswehr und Landkreis in ihren Statements bezogen hatten, eventuell nie gegeben haben könnte. Jedenfalls warte der für den Katastrophenschutz zuständige Referatsleiter im Innenministerium Mirko Temmler seit mehr als einer Woche auf entsprechende Rückmeldungen der Bundeswehr.

Aktuell sind in Meppen noch 317 Einsatzkräfte vor Ort, darunter 54 Kräfte der Bundeswehrfeuerwehr, 260 Soldaten sowie drei ehrenamtliche Helfer. Es gibt noch vereinzelt Glutnester, die gezielt gelöscht werden. Der CH53-Transporthubschrauber der Luftwaffe verlässt heute den Standort. Aufklärungsflüge mittels Drohnen der Bundeswehr finden jedoch weiterhin statt. Damit sei auch die Herauslösung ziviler Kräfte aus dem Einsatz weitestgehend abgeschlossen, heißt es von Seiten der Bundeswehr.

[Stand: 28.09.2018]

Meppen (NI) – Landrat Reinhard Winter hat den am vergangenen Freitag ausgerufenen Katastrophenfall am Donnerstag um 9:20 Uhr beendet. „Nach intensiver fachlicher Beratung mit den verantwortlichen Stellen der Bundeswehr und des niedersächsischen Innenministeriums habe ich mich entschieden, den Katastrophenfall aufzuheben“, so Landrat Winter. „Mit Blick auf das aktuelle Brandgeschehen und den Löscheinsatz auf dem Gelände der Bundeswehr können wir derzeit ein Evakuierungsszenario für unsere emsländischen Gemeinden ausschließen – und weitgehende Normalität kann wieder in das öffentliche Leben einziehen“, unterstreicht Winter.

Die Löschraupe der Bundeswehrfeuerwehr im Einsatz auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) während des Moorbrandes. Foto: Bundeswehr/Marcus Rott (Bild: Bundeswehr/Marcus Rott)

Winter hatte aufgrund des Moorbrandes und der Wetterprognosen am Freitag vor einer Woche den Katastrophenfall ausgerufen – auch, um bei Bedarf zum Beispiel mit überörtlicher Unterstützung planen und arbeiten zu können. Nun sei aber die Ausgangslage eine andere. „Die Bundeswehr hat wichtige Fortschritte bei der Brandbekämpfung gemacht, insbesondere auch mit Blick auf die Bereiche des WTD-Geländes, die an das Kreisgebiet grenzen – deshalb hat sich das Gefahrenpotenzial deutlich verringert“, so der Landrat. Winter betont weiter, dass der Moorbrand noch nicht gelöscht und daher für die örtlichen Kreisfeuerwehrbereitschaften der so genannte Voralarm ausgelöst sei. Dieser Voralarm bedeutet, dass sich die Einsatzkräfte bei Bedarf kurzfristig in den Einsatz begeben können.

In diesem Video von Detlev Helmerich sind viele der Maßnahmen rund um das Gelände der WTD91 zu sehen.

Derweil dankt Winter allen Einsatzkräften und Beteiligten für die geleistete Arbeit und das unermüdliche Engagement. Zudem unterstreicht er das besonnene Verhalten der Einwohner Staverns sowie das große Verständnis der Bevölkerung innerhalb der emsländischen Kommunen, die zum Teil durch Rauch oder Brandgeruch sowie durch die Unterbringung der Einsatzkräfte besonders betroffen waren.

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung. Dabei wurden nach Berichten des NDR auch Räumlichkeiten in der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 durchsucht. Polizeibeamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft hätten Datenträger, Protokolle und weitere Unterlagen sichergestellt.

[Stand: 26.09.2018]

Meppen (NI) – Harte Arbeit im Emsland: Immer noch kämpfen mehr als 1.500 Einsatzkräfte gegen den seit dem 3. September wütenden Moorbrand. Doch wie der Referatsleiter für Brand- und Katastrophenschutz im Innenministerium, Klaus Wickboldt, jetzt mitteilte, soll zumindest für die zivilen Helfer der Einsatz bis Ende kommender Woche beendet sein.

Wie der NDR berichtet, will die Bundeswehr ab dann die Brandbekämpfung auf ihrem Übungsgelände allein übernehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch 1.000 zivile Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr im Einsatz.

Diverse Feuerwehren aus Nordeutschland sind in Meppen im Einsatz. Foto: NonstopNews/ Frank Loger

Die aktuelle Lage in Meppen

Wie die Bundeswehr heute mitteilte, gab es in der vergangenen Nacht ein erneutes oberirdisches Feuer, welches aber schnell bekämpft werden konnte. Somit sind alle oberirdischen Brände gelöscht. Es wurden zudem keine neuen Wärmequellen entdeckt.

Mit Hilfe von Tornados und Drohnen fertigt die Bundeswehr wiederholt Luftaufnahmen an, die von Geologen fortlaufend ausgewertet werden, um Glutnester aufzuspüren. Zudem werden die Bodentemperaturen im Nordbereich erfasst und analysiert. Der nächste Aufklärungsflug eines Tornados ist für Donnerstag geplant.

Sabotage an den Schläuchen?

Die Bundeswehr hat an Schläuchen einer Riegelstellung in der vergangenen Nacht einen Defekt festgestellt. Sabotage kann nicht ausgeschlossen werden. Feldjäger prüfen den Vorfall. Die Bewachung des Geländes soll verstärkt werden.

[Stand: 21.09.2018]

Moorbrand außer Kontrolle – Evakuierung befürchtet

Meppen (NI) – Dramatische Entwicklung in Meppen: Landrat Reinhard Winter hat um 9:40 Uhr den Katastrophenfall ausgerufen: “Wir wappnen uns für alle Eventualitäten und kommen hiermit vor die Lage.“ Nach Angaben von Winter könne auch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern evakuiert werden müssten. Zudem warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD.de) vor Sturmböen im Binnenland bis 9 Bft, an der See sogar vor Sturm (bis 10 Bft).

Bürgerinnen und Bürger Staverns sind daher aufgefordert, sich grundsätzlich auf eine eventuelle Evakuierung vorzubereiten. „Eine ganz konkrete Prognose ist derzeit nicht möglich, dennoch ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug verschärfen. Aber ob überhaupt evakuiert werden muss, ist natürlich abhängig vom Verlauf der Löscharbeiten auf dem Areal der Bundeswehr sowie den sich verändernden Wetterbedingungen“, ergänzt Winter. Hier befinde man sich in enger Abstimmung mit der Bundeswehr, Experten sowie den Einsatzkräften vor Ort. Zudem werde derzeit ein engmaschiges Netz an Messpunkten eingerichtet, um die Belastung durch den Rauch permanent zu überwachen.

Zwar sei vom Wetterdienst auch Regen vorhergesagt worden, Feuerwehrsprecher Lambert Brand fürchtet jedoch, dass die Mengen nicht ausreichen könnten, um den über 1.000 Helfern beim Löschen des Brandes eine echte Hilfe zu sein. Zudem berichten Helfer über Probleme mit Munitionsresten auf dem Gelände. 

[Stand: 19.09.2018]

Riesige Rauchschwaden über Nordwest-Deutschland

Oldenburg (NI)– Endzeitstimmung herrschte Dienstagnachmittag im Nordwesten Deutschlands: Rauchschwaden verdunkelten den Himmel, die Sonne war nur noch als orange-roter Ball zu erkennen, in den Straßen hing ein beißender Geruch. Grund dafür war der gewaltige Moorbrand bei Meppen (Kreis Emsland) in zirka 100 Kilometer Entfernung, der noch immer nicht gelöscht ist.

Auswirkungen des Moorbrandes bei Meppen: Rauchwolke über dem rund 100 Kilometer entfernten Oldenburg (NI).
Auswirkungen des Moorbrandes bei Meppen: Rauchschwaden über dem rund 100 Kilometer entfernten Oldenburg (NI). (Bild: Olaf Preuschoff / Feuerwehr-Magazin)

Das Feuer ist bereits am 3. September auf einem Außengelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 der Bundeswehr ausgebrochen. Bei einem Waffentest hatten Soldaten von einem Hubschrauber aus Raketen abgefeuert. Die dabei entstandenen Flammen sollten die Kräfte der Bundeswehr-Feuerwehr gleich löschen. Doch ihre Löschraupe fiel aus, ein Ersatzfahrzeug war gerade in der Werkstatt.

Wie NDR.de berichtet, kämpfen mittlerweile über 1.000 Einsatzkräfte der Bundeswehr, der öffentlichen Feuerwehren und des THW gegen den Brand. Problem dabei: Das Feuer hat sich tief in die Moorschichten hineingefressen. Außerdem beginnen die Flammen, auf Waldflächen überzugreifen.

Laut NWZ online zog am Dienstagnachmittag eine Rauchwolke über die Landkreise Ammerland, Wesermarsch, Cloppenburg, Vechta, Oldenburg, Osterholz, Diepholz, Verden und Emsland sowie die Städte Oldenburg, Delmenhorst und Bremen.

Satellitenbild vom 18. September 2018, 14.13 Uhr. Links ist die Rauchentwicklung des Moorbrands gut zu erkennen.
Satellitenbild vom 18. September 2018, 14.13 Uhr. Links ist die Rauchentwicklung des Moorbrands gut zu erkennen. (Bild: Deutscher Wetterdienst (DWD))

Daraufhin gingen bei den zuständigen Leitstellen hunderte von Notrufen besorgter Bürger ein. Diese vermuteten einen Brand in unmittelbarer Nähe. „Wir haben um 15.30 Uhr einen Einsatz im Leitstellensystem angelegt und bis zum Abend rund 400 Notrufe gezählt“, berichtet Frank Leenderts, Leiter und Geschäftsführer der Großleitstelle Oldenburger Land (GOL), gegenüber feuerwehrmagazin.de. Die GOL ist für die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch sowie die Städte Delmenhorst und Oldenburg zuständig. Dies entspricht einer Fläche von zirka 4.200 km².

Die Rauchentwicklung war auch auf der Autobahn 29 deutlich sichtbar.
Der Rauch war auch auf der Autobahn 29 deutlich wahrnehmbar. (Bild: Olaf Preuschoff / Feuerwehr-Magazin)

„Bei unserer Notrufabfrage haben wir immer erst mal sichergestellt, dass es sich nicht wirklich um ein Feuer handelt, bei dem wir tätig werden müssen“, betont Leenderts. „Außerdem haben wir die Bevölkerung per Facebook und Twitter informiert.“ Über die Medien und Warn-Apps wie NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe), Katwarn (Fraunhofer-Gesellschaft) und BIWAPP (Bürger Info & Warn App) erging an die Bewohner der betroffenen Gebiete die Aufforderung, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Leenderts rechnet bei entsprechender Wetterlage auch heute wieder mit einer Rauchentwicklung und zahlreichen Notrufen. „Wir stehen mit den Kreisbrandmeistern und den Führungsdiensten der Berufsfeuerwehren in Kontakt, um ständig einen Lageabgleich vorzunehmen“, so der Leitstellen-Chef.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Stichwort: Bundeswehr-Feuerwehr, die etwas andere Berufsfeuerwehr. Lol…ich hau mich weg. Wozu waren die eigentlich da? Achja, die besonderen militärischen Risiken. Ich überlege mal kurz: von 1000 Einsatzkräften sind wieviel von der Bw?! Mmhhh…echt nicht schlecht so nen militärisches Gefahrenpotential, vor allem weil es nun doch die anderen richten müssen. Also, wir brauchen unbedingt mehr davon…unglaublich.

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  2. Wäre interessant mal einen Überblick zu bekommen welche Kräfte in Meppen eingesetzt sind. Z.b. HFS von Osnabrück, NRW auch?
    Usw.

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  3. Hallo Herr Möllmann,

    derzeit gibt es noch keinen genauen Überblick. Wir werden aber zum Moorbrand einen Einsatzbericht im Feuerwehr-Magazin veröffentlichen und hoffen dann, einen Kräfteüberblick geben zu können.

    Olaf Preuschoff,
    Feuerwehr-Magazin

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