Bundeswehr-Feuerwehr: Deutschlands zweitgrößte Berufsfeuerwehr

Die Bundeswehr-Feuerwehr positioniert sich als zweitgrößte Berufsfeuerwehr in Deutschland – hinter der Berliner Feuerwehr. Sie verfügt über sehr spezielle Wachen. Ihre Aufgaben reichen von der Flächen- bis zur Flugzeugbrandbekämpfung. Wir haben die Bundeswehr-Feuerwehr richtig unter die Lupe genommen: die Zentrale Ausbildungsstätte in Stetten am kalten Markt (BW) bei Sigmaringen, Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen (BY), die vor einigen Jahren reformierte Struktur und die Ausbildung bei der Feuerwehr.

Brandbekämpfer in Olivgrün? Das müsst ihr über die Bundeswehr-Feuerwehr wissen

Gefahren durch Kampfmittel, Flugzeugabstürze und Schiffsbrände. Damit werden sie täglich konfrontiert: die Männer und Frauen der Bundeswehr-Feuerwehr. Mit Y-Kennzeichen, Kettenfahrzeugen und allerhand Spezialgerät stellen sie den Brandschutz auf Übungsplätzen, Flugplätzen in großen Kasernen und in unterirdischen Anlagen sicher. Wir zeigen Euch, was die Truppe in der Truppe ausmacht.

S. Meier
Beim Brand einer leerstehenden Halle auf dem Truppenübungsplatz Munster (Heidekreis) am frühen Sonntagmorgen arbeiteten kommunale Feuerwehr und Bundeswehrfeuerwehr gemeinsam an der Brandbekämpfung. Zum Einsatz kam auch ein Bergepanzer der Bundeswehr. Der Panzer riss Teile des Gebäudes ein, um eine bessere Brandbekämpfung zu ermöglichen. Mit über 30 B-Längen und Pendelverkehr konnte die Löschwasserversorgung sichergestellt werden. Foto: Feuerwehr Heidekreis / Stephan Meier

Bundeswehr-Feuerwehr? Was ist das?

Die Bundeswehr-Feuerwehr bildet die zentrale feuerwehrtechnische Einrichtung der deutschen Streitkräfte. Neben Berufsfeuerwehren, Freiwilligen Feuerwehren, Werksfeuerwehren, Pflichtfeuerwehren, … bildet die Bundeswehr-Feuerwehr aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Militär eine eigene Feuerwehrart. Auf alle Bundeswehr-Standorten im In- und Ausland verteilen sich in etwa 72 verschiedene Einheiten. Mit einer Stärke von über 3.050 Kräften wäre die Bundeswehr-Feuerwehr nach der BF Berlin die zweitgrößte Berufsfeuerwehr Deutschlands. Trotz der Sonderstellung sind nämlich alle Einsatzkräfte der BW-Feuerwehr Berufsfeuerwehrleute, das heißt auch, dass die Ausbildung der Kräfte zivil anerkannt ist.

Welche Aufgaben hat die Bundeswehr-Feuerwehr?

Grundsätzlich übernimmt die Bundeswehr-Feuerwehr am jeweiligen Militärstandort alle Aufgaben die im Bereich des Brandschutzes und der Gefahrenabwehr anfallen. Dabei gilt: Genauso spezialisiert wie die Bundeswehr durch ihre Teilstreitkräfte ist, genauso spezialisiert muss auch die Feuerwehr aufgestellt sein. An Standorten der Marine gibt es beispielsweise Einheiten, die auf die Schiffs- und U-Boot-Brandbekämpfung spezialisiert sind. Gleichzeitig übernehmen Bundeswehr-Feuerwehren an Einrichtungen der Luftwaffe die gleichen Aufgaben wie eine zivile Flughafenfeuerwehr. Brandschutzeinheiten auf Truppenübungsplätzen des Heeres hingegen kümmern sich Flächenbrände. Die Besonderheit: An allen Einrichtungen der Bundeswehr geht ein erhöhtes Risiko von explosiven Stoffen wie Munition, Kampfmitteln und Kraftstoffen aus. Allein diese Tatsache macht eine Feuerwehr nötig, die durch ihre Ausstattung und Ausbildung an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst ist.

Sind Bundeswehr-Feuerwehrleute Soldaten?

Es erklärt sich von selbst, dass die Bundeswehr allein aus grundsätzlichen Geheimhaltungsgründen beim Militär über eine eigene Feuerwehr verfügt. Ein Grund, warum die meisten Bundeswehr-Feuerwehrleute auch Soldaten sind. Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr 2012 wurden aber auch gezielt zivile Mitarbeiter in die Reihen der Bundeswehr-Feuerwehr geholt. Bereits heute sind sie existenzieller Bestandteil der Truppe.

Üblicherweise beginnen Interessierte ihre Laufbahn als Feuerwehrmann (m/w) im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Verwendungen als Beamter im gehobenen und höheren feuerwehr-technischen Dienst sind auch möglich. Eine Karriere als Feuerwehrmann bei der Bundeswehr lässt sich aber auch in der militärischen Laufbahn (Unteroffizier, Offizier) einschlagen.

Welche Fahrzeuge gibt es bei der Bundeswehr-Feuerwehr?

Grundsätzlich gibt es bei den BW-Brandschützern Fahrzeuge, wie sie auch von anderen Feuerwehren genutzt werden. Trotzdem sind alle 650 Großfahrzeuge in gewisser Hinsicht Sonderfahrzeuge. Alleine der Name Feuerlösch-Kraftfahrzeug (FlKfz) spricht hierbei für sich. Es wird unterschieden in Fahrzeuge für die Waldbrand und Gebäudebrandbekämpfung. FlKfz zur Gebäudebrandbekämpfung sind vergleichbar mit zivilen Löschfahrzeugen. – Geräterüstfahrzeuge (Fw-Geräterüst) der Truppe, entsprechen einem zivilen Rüstwagen. Spezielle Löschfahrzeuge für Flugplätze gibt es in den Ausführungen mittel und schwer. Zudem unterhält die Truppe auch einige wenige Drehleitern für ihre Feuerwehren.

Gibt es Panzer bei der Bundeswehr-Feuerwehr?

Die Wehrtechnische Dienstelle (WTD) 41 in Trier-Kürenz unterhielt einst einen Schützenpanzer Marder zur Brandbekämpfung. Dieser wurde jedoch bereits ausgemustert. Anders sieht es hingegen mit Kettenfahrzeugen aus. Bei den Kameraden der WTD 91 in Meppen dient eine umgebaute zivile Pistenraupe auf dem rund 19.000 Hektar großen Testgelände zur Flächenbrandbekämpfung. Da der Boden auf dem Übungsplatz in vielen Bereichen mit Mooren übersät ist und Radfahrzeuge bei Löscharbeiten oft steckengeblieben sind, entschieden sich die Verantwortlichen für den Feuerlöscher auf Ketten. Ansonsten kommen auf den riesen Flächen der Übungsplätze die FlKfz zur Waldbrandbekämpfung zum Einsatz. Als Fahrgestell dienen in den meisten Fällen Mercedes-Benz Unimog.

Die Feuerwehr der Bundeswehr im Jahr 1988

Schere und Spreizer mit Muskelkraft betrieben, mit Krawatte in den Innenangriff und Fahrzeugaufstellungen mitten in einer Rauchwolke: Früher war bei den Feuerwehren noch vieles anders. Die Bundeswehr zeigt auf ihrem YouTube-Kanal den Alltag ihrer Feuerwehr von 1988. Ein Netzfundstück.

Mit “modernen”, geländegängigen Fahrzeugen stellte die Berufsfeuerwehr schon damals den Brandschutz auf Truppenübungsplätzen sicher. Im Kübelwagen und getarnten Flughafenlöschfahrzeug (FLF) ging es in den Einsatz. Schon 1988 gab es nicht selten Luftunterstützung für die Feuerwehr der Bundeswehr.

Sind Fahrzeuge der Bundeswehr-Feuerwehr in Tarnfarben lackiert?

Erst 1958, drei Jahre nach der Gründung der jungen Bundeswehr, wurden die ersten Löschfahrzeuge an die Truppe übergegeben. Ursprünglich waren diese Fahrzeuge in einem Oliv-Farbton gehalten. Der Hintergedanke: Besonders rote Feuerwehrfahrzeuge können aus der Luft, aber auch von Land aus durch ihre Signalfarbe schnell aufgeklärt werden somit lag es nahe, dass insbesondere während des kalten Krieges die meisten Löschfahrzeuge auch einen Tarnanstrich erhielten. Mittlerweile hat sich dies geändert. Feuerwehrfahrzeuge der Bundeswehr in aller Regel rot. Oft lassen sie sich optisch dabei nur noch durch ihre Y-Kennzeichen von zivilen Fahrzeugen unterscheiden. Besonders die Flugfeldlöschfahrzeuge haben größtenteils eine andere Farbe erhalten. Eine Ausnahme stellt die Verwendung in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr da. Fahrzeuge die hier auch außerhalb der Feldlager eingesetzt werden, sind in der Regel sandfarben oder grün lackiert.

Geht die Bundeswehr-Feuerwehr auch in Auslandseinsätze?

Die Bundeswehr-Feuerwehren sind auch bei Auslandseinsätzen tätig. Schließlich kann auch in den Feldlagern jederzeit ein Feuer ausbrechen oder sich ein Verkehrsunfall ereignen. Aber auch außerhalb der Stützpunkte können die Einsatzkräfte, wenn die Gegebenheiten es zulassen, zum Einsatz gerufen werden. Während der ISAF-Mission in Afghanistan wurden die deutschen Feuerwehrkräfte zum Beispiel zur Unterstützung der afghanischen Feuerwehren eingesetzt. Jedoch nie ohne eine Sicherung durch bewaffnete Kräfte. In aller Regel kommen hier die militärischen Feuerwehrleute zum Einsatz. Jedoch können auch zivile Mitarbeiter für die Auslandsverwendung herangezogen werden. Derzeit kann der Bedarf an zivilen Brandschützern im Ausland jedoch durch freiwillige Meldungen gedeckt werden.

 

Wie werden Feuerwehrleute ausgebildet?

Bei der Bundeswehr-Feuerwehr wird klar unterschieden: ziviler oder militärischer Brandbekämpfer? Je nachdem, welche Laufbahn eingeschlagen wird, fällt auch die Ausbildung aus. Startet man beispielsweise im zivilen mittleren feuerwehr-technischen Dienst, folgt eine 18-monatige Ausbildung zum Brandmeisteranwärter. In den ersten 8 Monaten werden feuerwehrtechnische Grundlagen vermittelt, und Anwärter können gegebenfalls ihren BE- sowie CE- Führerschein nachholen. Danach steht die praktische Ausbildung im Mittelpunkt. Eine Station der Ausbildung ist die ZABBw (Zentrale Ausbildungsstätte für den Brandschutz in der Bundeswehr) in Stetten am kalten Markt. Auf der größten und modernsten Feuerwehr-Ausbildungsanlage Europas wird an Übungsobjekten zur Gebäude-, Flugzeug- und Bahnbrandbekämpfung der Feuerwehrnachwuchs der Truppe ausgebildet. Auch Gefahrgutlagen lassen sich hier trainieren. Während der späteren Dienstzeit üben die Feuerwehrkameraden hier immer wieder aufs Neue die verschiedensten Techniken zur Schadensabwehr.

Bundeswehr-Ausbildungsstätte

Auf der Schwäbischen Alb bei Sigmaringen (BW) befindet sich die zentrale Feuerwehrausbildungsstätte der Bundeswehr. Rund 28 Millionen Euro sollen jetzt in den Ausbau und die Modernisierung des Standortes investiert werden. Das Feuerwehr-Magazin durfte Einblick nehmen in den normalerweise abgeschirmten Kasernen-, Schul- und Feuerwehrbetrieb.

Halb Feuerwehr, halb Bundeswehr. In diesem Brandschutz-Ausbildungszentrum ist alles etwas anders. Hinter dem militärischen Kürzel ZABBw verbirgt sich die “Zentrale Ausbildungsstätte für den Brandschutz in der Bundeswehr”. Die für kommunale Feuerwehrleute exotische Welt beginnt am Tor zur Albkaserne und zum knapp 50 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz Heuberg in Stetten am kalten Markt. Der Gang führt durch weitläufig verstreute Übungsobjekte mit außergewöhnlichen Merkmalen.

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Was gibt es für besonderen Gefahren an Bundeswehr-Flughäfen?

Eine besondere Rolle nimmt die Flughafenfeuerwehr der Bundeswehr ein. An 34 Fliegerhorsten der Luftwaffe stellt die Bundeswehr-Feuerwehr komplett oder teilweise, den Brandschutz sicher. Dabei bleibt den Spezialisten nach Alarmierung nur eine gesetzlich vorgeschriebene Eingriffszeit von einer Minute. Nach der zweiten Minute muss ein brennendes Luftfahrzeug bereits abgelöscht sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Besatzung und mögliche Passagiere rechtzeitig gerettet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Feuer an einem kleinen Transporthubschrauber oder an einem Großflugzeug wie dem A400 M ausgebrochen ist. Neben den Gefahren, die der Luftverkehr an sich mitbringt, sind die Brandbekämpfer der Bundeswehr zudem aber auch immer einer erhöhten Explosionsgefahr konfrontiert, die von Waffen und Munition ausgeht.

Wer kann Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau bei der Bundeswehr werden?

Grundsätzlich jeder. Beim mittleren Dienst, fordert die Bundeswehr von Bewerbern einen Hauptschulabschluss mit einer technischen Berufsausbildung mit abschließenden Gesellenstatus als minimum.

„Die mindestens 2-jährige aktive Mitgliedschaft bei einer freiwilligen Feuerwehr, Pflicht- oder Werkfeuerwehr kann die Anforderung „förderlich ersetzten“, heißt es in entsprechenden Unterlagen für interessierte Bewerber. Eine abgeschlossene Ausbildung bleibt jedoch Mindestvoraussetzung. In einem Auswahlverfahren wird zudem in einem sportlichen, schriftlichen und mündlichen Teil jeder Bewerber individuell geprüft. Werden alle Tests bestanden, so steht der Ausbildung zum Brandbekämpfer bei der Bundeswehr nichts mehr im Wege.

Wer sich für die Ausbildung zum Feuerwehrmann bei der Bundeswehr interessiert, sollte sich in jedem Fall an einen Karriereberater wenden. Diese finden sich in der Regel in jeder Agentur für Arbeit.

Text: Philipp Jasper, Feuerwehr-Magazin-Autor

 

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5 Kommentare zu “Bundeswehr-Feuerwehr: Deutschlands zweitgrößte Berufsfeuerwehr”
  1. Manfred M

    Ein doch etwas oberflächlicher Bericht.
    Die Bundeswehrfeuerwehr besteht ausschließlich aus zivilen Beamten und Arbeitnehmern. Das nicht erst seit 2012.
    Brandschutzsoldaten gehören nicht zur Bundeswehrfeuerwehr. Sie sind militärische Brandschutzeinheiten der Teilstreitkräfte. Ihr Aufgabengebiet ist ausschließlich bei Auslandseinsätzen.

  2. K. Röhncke

    Die Bundeswehrfeuerwehr ist KEINE Berufsfeuerwehr! Sie stellt sich in der Öffentlichkeit gerne als eine Solche dar, jedoch fehlt es diesbzgl. an einer normativen Grundlage. Dem Wesen nach wäre die Bundeswehrfeuerwehr am ehesten den Werkfeuerwehren zu zuordnen, jedoch fehlt es auch hier an der staatl. Anerkennung. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Einsatzstatistiken bemüht. Es darf die Sinnhaftigkeit einer so personal- und kostenintensiven Ausrichtung der Bundeswehr bezweifelt werden, gibt es doch kaum Einsätze. Die Bundeswehrfeuerwehr steht in unmittelbarer Personalkonkurrenz zu den echten Berufsfeuerwehren, denen man eine öffentl.-rechtl. Notwendigkeit unterstellen kann – der Bundeswehrfeuerwehr aufgrund geringer Einsatzzahlen hingegen nicht.

  3. Stefan S.

    Herr Röhncke,
    sie begehen da einen gewaltigen Denkfehler, eine Bundeswehrfeuerwehr ist nicht aufgestellt weil an den jeweiligen Standorten jede Menge Einsätze anfallen sondern weil es da Vorschriften gibt.
    Aufgrund von Geheimhaltungsgründen, spezielles militärisches Gefahrenpotenzial und zur Auftragserfüllung muss an bestimmten Standorten eine Feuerwehr betrieben werden.
    Ohne eigene Feuerwehr startet/landet auf den Fliegerhorsten kein Flugzeug, darf kein Personal in den Untertageanlagen/Bunkeranlagen arbeiten, findet kein Schießbetrieb auf Truppenübungsplätzen statt usw..
    Wie Sie sehen gibt es Standorte an denen ohne einer leistungsfähigen Feuerwehr der Betrieb stillsteht.
    Die Bundeswehrfeuerwehr hat also ihre Berechtigung und von den Einsatzzahlen ist es von Standort zu Standort sehr unterschiedlich. Gibt durchaus Feuerwachen die sehr viele Einsätze fahren.
    Auch eine Berufsfeuerwehr wird nicht aus Spaß aufgestellt sondern weil es ab einer bestimmten Einwohnerzahl (Von BL zu BL unterschiedlich) pflicht ist. Ob die dann viele oder wenige Einsätze fahren spielt keine Rolle.

    Ein kurzes Zitat welches sehr treffend ist:

    Keine Kommune schafft die Feuerwehr ab, weil es ein paar Tage nicht gebrannt hat.
    Eckart Werthebach (*1940), dt. Jurist, v. 1991 bis 1995 Präs. Bundesamt f.d. Verfassungsschutz

    Dieses Zitat kann man auf jede Art von Feuerwehr beziehen.

    Habe die Ehre

  4. Natürlich bedarf es für die Aufstellung der Feuerwehr einer gesetzlichen Grundlage und die Daseinsberechtigung der Bundeswehrfeuerwehr sollte nicht angezweifelt werden. Ihren Umfang und die Ausrichtung allerdings schon. Fakt ist, dass die Bundeswehrfeuerwehr einerseits keine Berufsfeuerwehr ist (auch wenn das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr dies stetig in der Öffentlichkeit so darstellt) und andererseits das Einsatzaufkommen im Vergleich zu einer ähnlich großen öffentlichen Feuerwehr (BF Berlin oder BF Hamburg) deutlich geringer ausfallen dürfte. Damit stellt sich grundsätzlich die Frage nach dem öffentl.-rechtl. Erfordernis einer so großen und durch Steuergelder finanzierten Einrichtung. Bspw. verzeichnet die Feuerwehr Hamburg mit einem deutlich kleineren Personalkörper ca. 280000 Einsätze pro Jahr. Es darf bezweifelt werden, dass die Bundeswehrfeuerwehr mit weit mehr als 3000 Dienstposten auch nur annähernd an diese Einsatzzahlen herankommt. Versuche die Zahlen des Zentrum Brandschutz der Bundeswehr zu eruieren war quasi unmöglich. Sowohl das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr als auch das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr verweigern beharrlich die Veröffentlichung der Information. Offensichtlich aus gutem Grund. Dieser Umstand ist für mich ein klares Indiz dafür, dass die Zahlen deutlich geringer ausfallen werden als man bei dem umfangreichen und steuerfinanzierten Personal- und Materialumfang der Bundeswehr annehmen könnte. Darüber hinaus scheint das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr entgegen ihrer Darstellung in der Öffentlichkeit bei kritischen Inhalten Intransparenz als geeignetes Mittel zu favorisieren. Letztlich hat man unter dem Deckmantel der Neuausrichtung der Bundeswehr ab 2010 tiefgreifende Veränderungen, gerade auch im Brandschutz (ab 2012), vorgenommen, deren Verlierer die sind, die in direkter Personalkonkurrenz zur Bundeswehrfeuerwehr stehen. Für mich geht das nicht zusammen und ist ein Fall für den Bundesrechnungshof.

  5. Jupp Posipal

    Die in bisherigen Beiträgen “erkennbare” Skepsis gegenüber eigenständigen Feuerwehrgruppierungen in der Bundeswehr (bzw. an Bundeswehrstandorten) kann inhaltlich noch nicht einmal ansatzweise nachvollzogen werden. Ob als Berufsfeuerwehr anzusehen oder nicht; dürfte eher lokalpatriotischen Denkweisen (z.B. Konkurrenz bei Ausstattungs- und Gehaltsaufwendungen in Relation zu was genau eigentlich? Einstufung, Auslastungsgrad, Mindestausstattung, …) geschuldet sein. Ein BF-Darstellung in der Fachöffentlichkeit darf als Marketing-Strategie (= attraktiver Arbeitgeber?) wohl noch erlaubt sein!
    Die BW-FW sehe ich substantiell wie eine Werkfeuerwehr, beispielsweise wie an hochspezialisierten Chemieproduktionsstandorten, hier mit einen militärisch orientierten (und der Geheimhaltung unterliegendem) Spezialwissen nicht nur zu Waffensystemen und Betriebsstoffen. Besonders in Verbindung in der permanenten Anwendung mehrfach daraus resultierender Grundsatzrisiken im täglichen BW-Ablauf. Man vergleiche nur einmal den Aufwand bzw. Risikoschutz (vgl. Explosion in München Schwabing) im zivilen KatS bei der Entschärfung von einzelnen Blindgängern (mit naturgemäß höheren Zündrisiken) zum aktiven BW-Schießtraining (mit Handfeuerwaffen, über selbstfahrende Waffensysteme, bis zum Start- und Landung von Kampfflugzeugen) incl. Gefährdungsumfang. Der Umgang, Lagerung und Transport von Übungsmunition dürfte mit einem potentiell größeren “Betriebsrisiko” verbunden sein, als selbst die größte Pallettenlieferung von Silvesterböllern der höchsten Gefahrenklasse. Auch diverse Betriebs- und Schmierstoffe stellen allein schon wegen des jeweiligen Vorhalte- und Tankvolumens vor Ort, im örtlich massiv vorgehaltenen Waffensystemen, oder in vielfältigen Übungsszenarien keine brandschutzrelevanten Lappalien dar.
    Mit Blick auf überwiegend begrenzte Tagesalarmkapazitäten von Gemeinde- sowie Stützpunktfeuerwehren (im Umfeld von brandschutzkritischen BW-Stützpunkten in der Fläche; zuzüglich “längerer” Eintreffzeiten) – vgl. kommunaler Mehraufwand für mögliche Einsatzvorbereitungen bei Bundesbahnzwischenfällen- und den steigenden Einsatzzahlen (THL, automatisierten eCall- und Fehlalarmen Alarmen, von bei “echten” Berufsfeuerwehren; in Verbindung mit einer permanent unabdingbaren Weiterbildung (=personalintensiven Abwesenheitssubstitution) zu feuerwehrrelevanten BW-Risiken, würde ich eher eine Aufstockung von BW-FW-Kapazitäten erwarten. Hier und da formulierte Vorbehalte müssen daher ohne sachlich nachvollziehbare Begründungen gerade zu Details als exzentrische Denkweise aus gemeindebezogener (haushalts- und-/oder einflussorientierter) Kirchturmspolitik gewertet werden.

    Daher war ein längst überfälliger Schritt, sämtliche BW-FW-Ressourcen mit TETRA-BOS-Funkgeräten (und TMO-Verbindungsoptionen zur nPol-Gefahrenabwehr) auszustatten. Die lokale Zusammenarbeit nimmt ja immer mehr zu:
    http://www.feuerwehr.de/news.php?id=12334

    In der nPol-Gefahrenabwehr können wir nicht nur aus demographischen Gründen auf jedwede fachgerecht ausgebildete Hand bei der FW, HiOrgs und THW verzichten. Auch wenn es dort einzelne Führungskräfte, vorwiegend aus egoistischen Motiven, nicht wahrhaben wollen!

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