Mittlerweile brennt es an drei Stellen

Waldbrand: Drei Ortschaften evakuiert

Kreis Potsdam-Mittelmark (BB) – Auf über 400 Hektar brennt seit Donnerstagabend der Wald im Kreis Potsdam-Mittelmark südlich der brandenburgischen Landeshauptstadt, rund 50 Kilometer südwestlich von Berlin. Drei nur etwa 100 Meter von den betroffenen Flächen liegende Dörfer mussten evakuiert werden. 540 Menschen aus Tiefenbrunnen, Klausdorf und Frohnsdorf waren aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und nur das Nötigste mitzunehmen. Sie verbrachten die Nacht in einer Notunterkunft in der Stadthalle Treuenbrietzen oder bei Freunden und Verwandten.

Einsatzkräfte de FF Treuenbrietzen bekämpfen einen Flammensaum. Auf ihrer Facebookseite zeigt die Feuerwehr noch weitere Bilder aus dem Einsatz. Foto: FF Treuenbrietzen

Derzeit sind etwa 600 Kräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und der Polizei im Einsatz. “Hauptziel ist es, die evakuierten Ortschaften vor den Flammen zu schützen”, beschreibt der Vize-Landrat des Kreises, Christian Stein, die Lage. Da auf den in Flammen stehenden Flächen zum Teil auch Munitionsreste liegen, werden die Einheiten von Löschhubschraubern unterstützt. Wasserwerfer der Polizei sowie Planierraupen sind ebenfalls an den Löscharbeiten beteiligt. Durch diesen massiven Einsatz ist es inzwischen gelungen, das Feuer an vielen Stellen einzudämmen. Neben Feuerwehren aus dem betroffenen Landkreis sind auch Einheiten aus den Kreisen Teltow-Fläming, Havelland und Elbe-Elster im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen seien die Brände an mehreren Stellen ausgebrochen, die größte Brandstelle ist etwa einen Kilometer breit und 3 Kilometer lang.

Inzwischen haben die Rauchwolken auch die Stadtgrenze von Berlin erreicht. Ganze Stadtteile seien verraucht, der Brandgeruch sei in ganz Berlin wahrnehmbar, so die Berliner Feuerwehr auf Twitter. “In Spitzenzeiten gingen daher bis zu 50 Notrufe wegen des Rauchgeruchs in der Leitstelle ein”, so ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die Bewohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen sowie Klimaanlagen abzuschalten und den Notruf für echte Notfälle freizuhalten.

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Update: Zwei weitere Einsatzstellen

Wie der RBB am Nachmittag meldete, brennt es im Kreis Potsdam-Mittelmark mittlerweile an drei Stellen: Neben dem Großbrand in Treuenbrietzen stehen 2 Kilometer weiter bei Klausdorf 10 Hektar sowie in der Nähe des Keilbergs sogar 120 Hektar in Flammen. Diese Brandstelle ist 4 Kilometer entfernt. Dennoch gehen die Experten von Funkenflug des ersten Brandes als Ursache für die Folgebrände aus. Neben dem kräftigen, wechselnden Wind macht den Einsatzkräften immer noch Altmunition das Leben schwer.

Unterdessen duften die Bewohner von Frohnsdorf wieder in ihre Häuser zurückkehren. Die anderen beiden Dörfer bleiben weiterhin gesperrt. Feuerwehrkräfte sind dort weiterhin zum Schutz der Häuser im Einsatz, zu Schäden soll es bisher nicht gekommen sein.

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