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Fahrzeug-Portrait: Der erste Rüstwagen mit einem Varus-Aufbau.
Einsätze, die man nie vergisst

Fahrer aus Blechklumpen befreit

Marktheidenfeld (BY) – Einsätze auf der Autobahn 3 sind für die Feuerwehren im Kreis Main-Spessart (BY) quasi Tagesgeschäft. Gerade das Teilstück zwischen Wertheim und Rohrbrunn gilt als unfallträchtig. Aber so einen Einsatz wie am 11. Januar 2021 hatten die Aktiven noch nie. Aus einem Blechklumpen musste der Fahrer befreit werden.

Von allen Seiten kämpfen sich Feuerwehrleute zu dem Fahrer in dem total zerstörten Transporter vor. Foto: Rottmann

“Ich bin schon 40 Jahre bei der Feuerwehr“, sagt Kreisbrandinspektor (KBI) Andreas Schmitt, „aber so ein Wrack habe ich zuvor noch nie gesehen. Und im Laufe der Jahre sind einige Unfallfahrzeuge dabei gewesen!“ „Man konnte nicht erkennen, um was für ein Fabrikat und was für ein Modell es sich bei dem Transporter gehandelt hat“, ergänzt Johannes Naun, der stellvertretende Kommandant der FF Marktheidenfeld. „Der Transporter war auf rund 2,5 Meter Länge zusammengedrückt worden.“ 

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Der Unfallhergang erschließt sich den Feuerwehrleuten überhaupt nicht. Zu erkennen war nur ein weißes Blechknäuel, das hinten auf einem Schwerlast-Auflieger hing. “Einen weiteren Unfallbeteiligten habe ich nicht ausgemacht”, sagt Naun. Wie sich erst später herausstellt, ist der aufgefahrende Gliederzug nach dem Unfall auf der Mittelspur noch rund 50 Meter weitergefahren, bevor dessen 29-jähriger Fahrer gestoppt hat. Von hinten sind die Beschädigungen an der Front des Gespanns nicht erkennbar.

Solange der Tod nicht bestätigt ist, gilt der Eingeklemmte als lebend

Das Hauptaugenmerk der Retter liegt aber sowieso auf dem Transporter. Bei genauerer Erkundung des Wracks wird klar, dass auf dem Beifahrersitz niemand gesessen hat. „Vom Fahrer war nichts zu sehen. Wirklich nichts, nicht mal eine Hand oder ein Finger“, so Naun. Auf Ansprache durch die Feuerwehrleute reagiert der Fahrer nicht. „Aber, so lange der Notarzt nicht den Tod bestätigt hat, gilt der Eingeklemmte für uns als lebend“, sagt Martin Hofmann, stellvertretender Kommandant der FF Altfeld und Einsatzleiter.

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Gemeinsam stimmen Naun und Hofmann sowie KBI Andreas Schmitt kurz ab, wie sie vorgehen wollen. „Nichts an dem Transporter war mehr da, wo es hätte sein sollen“, erinnert sich Schmitt. „Dach, Türen, Räder, alles verschoben. Das war hier alles andere als ein Standardeinsatz.“ Und damit fehlen auch die klassischen Ansetzpunkte für das hydraulische Rettungsgerät. „Wir wussten, dass wir möglichst schnell zu dem Eingeklemmten vordringen müssen, sollte er eine Überlebenschance haben, wenn er überhaupt noch lebte“, so Schmitt weiter. „Und trotzdem mussten die Kräfte extrem vorsichtig vorgehen, damit nichts auf den Fahrer drückt.“

Die ersteintreffenden Kräöfte können sich nicht erklären, was auf der A3 bei Marktheidenfeld passiert war. Hinten auf einem Tieflader hängt ein total zusammengedrücktes Fahrzeug. Der Unfallverursacher ist anfangs nicht zu erkennen. Grafik: Jung

Um 23.45 Uhr haben die Helfer endlich den Kopf des Fahrers und eine Hand freigelegt. 2 Minuten später bestätigt der Notarzt den Tod des 25-Jährigen. Die komplette Bergung der Leiche zieht sich dann weitere 2,5 Stunden hin. Bei dem Fahrzeug handelte es sich übrigens um einen Mercedes Vito. “Diesen Einsatz werden wir so schnell nicht vergessen”, berichten die Beteiligten übereinstimmend.

Den kompletten Einsatzbericht findet ihr in der Juni-Ausgabe 2021 des Feuerwehr-Magazins. In diesem Jahr ist die Juni-Ausgabe übrigens 116 Seiten stark. Normalerweise sind es nur 100 Seiten! Bis Freitag ist das Heft noch im Handel erhältlich. Es kann aber auch ganz bequem bei uns im Online-Shop bestellt werden: klassisch als gedruckte Ausgabe oder zum sofortigen Download. >>>Hier geht es zur Juni-Ausgabe 2021<<< 

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