Neue Normen im März 2018

Anforderungen an TSF und TSF-W geändert

Berlin – In jedem Monat veröffentlicht der DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) neue Normen oder Norm-Entwürfe für die Feuerwehren. Wir möchten Euch einen Überblick geben, was davon für Eure Arbeit interessant sein könnte, und stellen ausgewählte Normen sowie die Änderungen hier kurz vor.

Im März 2018 veröffentlicht der FNFW folgende Normen:

  • DIN 14530-16 “Löschfahrzeuge – Teil 16: Tragkraftspritzenfahrzeug TSF”
  • DIN 14530-17 “Löschfahrzeuge – Teil 17: Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W”
Die Norm DIN 14530-16 sieht nun vor, TSF grundsätzlich mit vier Türen ausgestattet sein müssen. Zudem müssen die Fahrzeuge nicht mehr auf handelsüblichen Kastenwagen-Fahrgestellen aufgebaut werden. Symbolfoto: Benkert (Bild: Christopher Benkert)

DIN 14530-16 “Tragkraftspritzenfahrzeug TSF”

Beim Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) nach Teil 16 der DIN 14530 handelt es sich um ein Löschfahrzeug mit einer Tragkraftspritze und einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe (1/8), dessen Besatzung aus einer Staffel (1/5) besteht, welches überwiegend der Brandbekämpfung dient und mit der zur Gruppe ergänzten Besatzung eine selbstständige taktische Einheit bildet. Die Überarbeitung der im April 2008 veröffentlichten Norm war notwendig geworden, um den technischen Inhalt den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Hierbei wurde es unter anderem notwendig, die zulässige Gesamtmasse zu entfernen. Diese ist nun in DIN SPEC 14502-1 festgelegt. Neu ist die Anforderung, dass auf jeder Fahrzeuglängsseite zwei Türen vorhanden sein müssen. Die Verwendung eines handelsüblichen Kastenwagens und die Kastenwagenanforderungen sind gestrichen worden. Eine Energiebilanz des Fahrzeugs wurde ebenso aufgenommen wie ein Gleitbelag bei der Leiterlagerung. Raum- und Massenreserven für Armaturen zum Trinkwasserschutz mussten ebenfalls neu in die Norm eingefügt werden. In diesem Zusammenhang passte der Arbeitsausschuss auch die feuerwehrtechnische Beladung dem aktuellen Stand an. Im Rahmen der vorhandenen Raum- und Gewichtsreserven können neben der Beladung Sonderausstattungen vorgesehen werden, sofern sie dem Stand der Technik entsprechen.

Beim TSF-W empfiehlt die DIN 14530-17 den Aufbau auf handelsüblichen Fahrgestellen mit Doppelkabine. Außerdem wurden Fahrzeugbreite und -höhe vergrößert. Foto: Benkert (Bild: Christopher Benkert)

DIN 14530-17 “Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W”

Beim Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) nach Teil 17 der DIN 14530 handelt es sich um ein Löschfahrzeug mit einer Tragkraftspritze, einer Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe oder einer Schnellangriffseinrichtung, einem Löschwasserbehälter und einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Gruppe (1/8), dessen Besatzung aus einer Staffel (1/5) besteht, überwiegend zur Brandbekämpfung dient und mit der zur Gruppe ergänzten Besatzung eine selbstständige taktische Einheit bildet. Auch diese Norm musste überarbeitet werden, um sie den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Hierbei wurde es unter anderem notwendig, die Fahrzeugbreite und -höhe zu vergrößern sowie die zulässige Gesamtmasse zu entfernen. Diese ist nun in DIN SPEC 14502-1 festgelegt. Vorzugsweise soll das TSF-W nun auf einem handelsüblichen Fahrgestell mit Doppelkabine aufgebaut werden. Wie beim TSF müssen auf jeder Fahrzeuglängsseite nun zwei Türen vorhanden sein. Eine Energiebilanz des Fahrzeugs wurde ebenso aufgenommen wie ein Gleitbelag bei der Leiterlagerung. Raum- und Massenreserven für Armaturen zum Trinkwasserschutz mussten ebenfalls neu in die Norm eingefügt werden. In diesem Zusammenhang wurde die feuerwehrtechnische Beladung in Tabelle 1 überarbeitet. Außerdem strich der Arbeitsausschuss die zusätzlichen Beispiele für zweckmäßige Zusatzbeladungen in Tabelle 2, da dies in DIN 14800-18 einschließlich deren Beiblättern geregelt ist. Im Rahmen der vorhandenen Raum- und Gewichtsreserven können neben der Beladung Sonderausstattungen vorgesehen werden, sofern sie dem Stand der Technik entsprechen.

Im Februar 2018 veröffentlicht der FNFW folgende Norm:

  • DIN 14362 “Saugkörbe”

DIN 14362 “Saugkörbe”

Saugkörbe verhindern mit ihrer Schutzvorrichtung den Eintritt von Verunreinigungen in den Volumenstrom der Saugleitung. Rückschlagorgane sorgen dafür, dass die Flüssigkeitssäule bei Unterbrechung des Saugvorganges nicht abreißt und ermöglichen das Auffüllen der Saugleitung. Die Norm legt Maße, Anforderungen, Prüfung, Bezeichnung und Kennzeichnung fest. Die Normausgabe Dezember 1986 von DIN 14362-1 wurde überarbeitet, um den Norminhalt an den aktuellen Stand anzupassen (zum Beispiel Saugkörbe mit den Storz-Größen 125 und F 150 erweitert, Widerstandszahl gestrichen und Gültigkeit der strömungstechnischen Kenngrößen nach VDI/VDE 2173 aufgenommen).

Im Januar 2018 veröffentlicht der FNFW folgende Normen:

  • DIN 14011 “Feuerwehrwesen — Begriffe”
  • DIN 14701-1 “Hubrettungsfahrzeuge für Feuerwehren und Rettungsdienste —Teil 1: Hubarbeitsbühnen (HABn) nach DIN EN 1777 —Einsatztaktische Klassifizierung und Begriffe sowie Leistungsanforderungen von Teleskopgelenkmasten (TGM)”
  • DIN EN 1147 Beiblatt 1 “Tragbare Leitern für die Feuerwehr nach DIN EN 1147 — Beiblatt 1: Klappleiter, Hakenleiter, Schiebleiter, Steckleiter, Einsteckteil, Steckleiter-Verbindungsteil, Multifunktionsleiter”
Symbolfoto: Ein Teleskopmast der Feuerwehr im Einsatz. Die neue DIN 14701-1 legt die minimal notwendigen Leistungsanforderungen sowie Typbezeichnungen fest.

DIN 14011 “Feuerwehrwesen — Begriffe”

DIN 14011 legt 438 Begriffe für das Feuerwehrwesen fest. Die Begriffe und Definitionen dieser Norm sind zur praxisnahen Verwendung im Feuerwehrwesen bestimmt. Sie sind in möglichst einfacher Weise, teilweise unter Verzicht auf wissenschaftliche Exaktheit, festgelegt. So sind zum Beispiel die Definitionen bei den Vorgängen beim Brennen auf Oxydationen mit Sauerstoff beschränkt. Ferner sind zum Beispiel explosionsfähige Stoffe und zum Selbstzerfall neigende Stoffe nicht behandelt. Diese Normausgabe ist eine konsolidierte Neufassung von DIN 14011, in der die zwei bisherigen Änderungen zur Ausgabe Juni 2010 eingearbeitet wurden (DIN 14011/A1:2017-04 und E DIN 14011/A2:2017-02), so dass zusammengefasst folgende signifikanten Änderungen vorgenommen wurden:

  • erste Normänderung DIN 14011/A1:2017-04 in diese konsolidierte Neuausgabe aufgenommen, das heißt, Fahrzeugbegriffe aktualisiert und hinsichtlich des Einsatzes von Hubrettungsfahrzeugen erweitert, neue Feuerwehrhelmbegriffe sowie bei der speziellen Taktik an Brandstellen den Begriff “Anleiterbereitschaft” aufgenommen;
  • neue Begriffe “extensive Schaummittelabgabe” und “intensive Schaummittelabgabe” sowie “Schutzkleidung für die technische Rettung” aufgenommen;
  • Begriffe “Technische Hilfeleistung”, “Zug” und “taktischer Verband” geändert;
  • Verweisungen auf zurückgezogene Normen entfernt beziehungsweise Verweisungen aktualisiert oder neu aufgenommen;
  • Dokument redaktionell überarbeitet.

DIN 14701-1 “Hubrettungsfahrzeuge — Hubarbeitsbühnen (HABn)”

Die DIN 14701-1 “Hubrettungsfahrzeuge für Feuerwehren und Rettungsdienste —Teil 1: Hubarbeitsbühnen (HABn) nach DIN EN 1777 —Einsatztaktische Klassifizierung und Begriffe sowie Leistungsanforderungen von Teleskopgelenkmasten (TGM)” gilt neben DIN EN 1777 für auf Fahrzeugen aufgebaute Hubarbeitsbühnen (HABn) beziehungsweise Teleskopgelenkmasten (TGM), die für Einsatzaufgaben der Feuerwehr bei der Rettung und dem Schutz von Personen, der Brandbekämpfung, dem Schutz der Umwelt und anderen technischen Hilfeleistungen dienen. Sie ergänzt die europäisch vereinheitlichte Norm für Hubarbeitsbühnen (HABn) der Feuerwehr, DIN EN 1777. Spezielle Typfestlegungen für Hubarbeitsbühnen der Feuerwehr gibt es in der europäisch vereinheitlichten Norm DIN EN 1777 nicht, weil diese als Europäische Norm ausschließlich Sicherheitsanforderungen enthält. Diese Norm DIN 14701-1 wurde zu dem Hauptzweck erstellt, die Beschaffung von Hubarbeitsbühnen der Feuerwehr zu erleichtern, indem die minimal notwendigen Leistungsanforderungen sowie Typbezeichnungen zusammengestellt wurden. Festgelegt werden:

  • Begriffe;
  • Mindestleistungsanforderungen an Hubarbeitsbühnen der Feuerwehr;
  • Klassifizierung, maximale Gesamtmaße und maximale Gesamtmasse von Teleskopgelenkmasten (TGM);
  • besondere Anforderungen an Teleskopgelenkmaste (TGM) als Hubrettungsbühnen;
  • die feuerwehrtechnische Beladung von Teleskopgelenkmasten (TGM).
Symbolfoto: Die neue DIN EN 1147 Beiblatt 1 ergänzt die europäisch vereinheitlichte Norm für tragbare Leitern der Feuerwehr.

DIN EN 1147 Tragbare Leitern für die Feuerwehr

Die DIN EN 1147 Beiblatt 1 “Tragbare Leitern für die Feuerwehr nach DIN EN 1147 — Beiblatt 1: Klappleiter, Hakenleiter, Schiebleiter, Steckleiter, Einsteckteil, Steckleiter-Verbindungsteil, Multifunktionsleiter” ergänzt die europäisch vereinheitlichte Norm für tragbare Leitern der Feuerwehr, DIN EN 1147. Dabei wurde berücksichtigt, dass es für bestimmte Länder notwendig sein kann, zusätzliche Festlegungen zu treffen, da tragbare Leitern bei den Feuerwehren innerhalb Europas unterschiedlich eingesetzt werden. Der Arbeitsausschuss NA 031-04-09 AA hat aus diesem Grund beschlossen, die von DIN EN 1147 nicht abgedeckten, jedoch national notwendigen Informationen zu tragbaren Leitern, die von der Feuerwehr eingesetzt werden, in diesem Beiblatt anzugeben. Gegenüber der Vorgängerausgabe vom August 2012 wurden die Maße des Steckleiter-Einsteckteils in Leichtmetallausführung geändert, um eine mögliche verringerte Aufstellbreite der Steckleiter zu vermeiden. Für Deutschland werden die Festlegungen dieses Beiblatts zur Anwendung empfohlen. Des Weiteren wird vom DIN-FNFW-Arbeitsausschuss NA 031-04-09 AA empfohlen, die in diesem Beiblatt für jede Leiter aufgeführte Bezeichnung zu verwenden, da in DIN EN 1147 keine Bezeichnung festgelegt ist.

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Neuerscheinungen des Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) sind per PDF-Download oder als Printausgabe bei der Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin, Tel. +49 (0)30 2601-2260, Fax +49 (0)30 2601-1260, eMail: info@beuth.de direkt zu beziehen

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