Freiwillige Feuerwehr ausgebremst?

Waldbrände in Griechenland: Gesetzesänderung soll Löscharbeiten erschweren

Athen (Griechenland) – Laut offiziellen Angaben sind bislang bei den verheerenden Waldbränden in Griechenland, die hauptsächlich in der Region Attika wüten, 79 Menschen gestorben. Vorgestern bat Griechenland die EU um Unterstützung, woraufhin Zypern, Bulgarien und Spanien unter anderem anboten, mit Flugzeugen bei der Brandbekämpfung zu helfen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nun berichtet, könne an der Katastrophe eine Gesetzesänderung von 2014 mitschuldig sein.

Demnach unterliege seitdem die Brandbekämpfung in Griechenland grundsätzlich der Berufsfeuerwehr. Diese müsse bei jedem Feuer entscheiden, ob sie die Freiwillige Feuerwehr hinzualarmiert – auf eigene Initiative sei ein Ausrücken der FF nicht erlaubt. Das verzögere jeden Einsatz und habe zudem dazu geführt, dass etliche freiwillige Feuerwehrleute aus dem aktiven Dienst ausstiegen. Ein Waldbrand-Einsatzcamp sowie rund 70 Tanklöschfahrzeuge lägen seitdem brach beziehungsweise seien abgemeldet. Der Leiter des Verbandes Griechische Freiwillige Feuerwehr und Wiederaufforstung (ESEPA), Nikos Sachinidis, sagte gegenüber der FAZ, das Gesetz habe das Engagement für die Freiwilligen Feuerwehren zerstört. Das Land fordere nun Hilfe an, die es selbst hätte organisieren können.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Feuerwehr, die kein Feuer löschen darf” (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juli 2018)

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