Sattelzug rast in gesicherte Unfallstelle

Schweres Unglück jährt sich: Zwei Feuerwehrleute starben auf der A2

Netzen (BB) – Es war ein schrecklicher Unfall: Heute vor einem Jahr, am 5. September 2017, sind zwei Feuerwehrleute während eines Einsatzes auf der Autobahn 2 ums Leben gekommen. Um den Männern zu gedenken, sollen heute um 20 Uhr die Sirenen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Potsdam-Mittelmark ertönen.

Gleichzeitig entbrannte eine Debatte um die Arbeitsbedingungen und Hinterbliebenenrente bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und der Prozess gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher soll im Oktober beginnen.

Wie es zu dem Unglück kam 

Großeinsatz auf der Autobahn 2 bei Kloster-Lenin (Kreis Potsdam-Mittelmark) in Richtung Berlin. Gegen 2.15 Uhr war ein Kleintransporter in Höhe der Abfahrt Brandenburg auf einen Lkw aufgefahren. Den schwer verletzten Transporterfahrer musste die Feuerwehr aus dem Wrack befreien. Dazu sperrten die Einsatzkräfte zwei der drei Fahrspuren.

Während des Einsatzes raste dann ein Sattelzug nahezu ungebremst in die gesicherte Unfallstelle. Der Lkw touchierte zuerst einen Polizeiwagen, dann rammte er ein Feuerwehrfahrzeug. Der Aufprall war so heftig, dass das Feuerwehrfahrzeug umstürzte und zur Seite geschleudert wurde. Dabei begrub es zwei Feuerwehrleute unter sich. Die beiden Kameraden starben noch am Unfallort.

Notfallseelsorger kümmerten sich um die unter Schock stehenden Einsatzkräfte. Die beiden Polizisten, die in dem gerammten Polizeiwagen saßen, hatten großes Glück. Sie blieben unverletzt. Die beiden Kräfte waren gerade dabei gewesen, den ersten Unfall zu protokollieren. Zwei weitere Feuerwehrleute wurden ebenfalls verletzt.

Familienväter und hoch geschätzte Kollegen

Bei den tödlich verunglückten Einsatzkräften handelt es sich um einen 23 und einen 38 Jahre alten Kameraden aus Kloster Lehnin, beide Familienväter. Einer von ihnen ist Kloster Lehnins Gemeindewehrführer Sebastian K.. Mit ihm verliert auch die Potsdamer Berufsfeuerwehr einen hoch geschätzten Kollegen.

Diesen eindrücklichen Facebook-Post veröffentlichte die Feuerwehr Lehnin heute morgen.

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg hatte noch am Unfalltag ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Bankverbindung lautet:
Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.
VR Bank Lausitz eG
IBAN: DE17 1806 2678 0001 1211 20
BIC: GENODEF1FWA

Bitte im Verwendungszweck „Einsatz auf der A2“ angeben.

Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt: Prozess beginnt im Oktober

Wie die “Märkische Allgemeine Zeitung” (MAZ) berichtet, soll der Prozess gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher, einen 56-jährigen Lkw-Fahrer aus Berlin, frühestens im Oktober 2018 beginnen. Ihm werde fahrlässige Tötung in zwei Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen.

Wie die MAZ weiter berichtet, sei der Mann zwar nüchtern gewesen und habe seine Ruhezeiten eingehalten. Trotzdem sei er wohl übermüdet gewesen. Gutachter hätten bei dem Sattelschlepper keine technischen Mängel feststellen können.

Brandenburg will Hilfe für Hinterbliebene verbessern

Weil nach dem Unfall unterschiedliche Beträge an die Hinterbliebenen der Opfer gezahlt wurden, kam es zu einer heftigen Debatte. Doch die Brandenburger Landesregierung beschloss “unbürokratische Soforthilfen für im Einsatz tödlich verunglückte Retter”. Bis zu 60.000 Euro sollen laut einer Pressemitteilung des Brandenburger Innenministeriums an Hinterbliebene gezahlt werden können. Unabhängig davon, ob die Kräfte verbeamtet, angestellt oder ehrenamtlich im Einsatz sind.

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Grundsätzlich sollen die Hinterbliebenen der Einsatzkräfte von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie aller Personen, die mit Zustimmung der Einsatzleitung Hilfe leisten oder zur Hilfeleistung verpflichtet wurden, die Soforthilfe bekommen. So sind nicht nur Feuerwehrleute, sondern beispielsweise auch Spontanhelfer, wie sie beim Deichschutz eingesetzt werden können, durch die neue Regelung besser abgesichert.

“Unser Ziel war es, bestehende Ungerechtigkeiten bei der Hinterbliebenenversorgung auszugleichen. Unsere neue Soforthilfe bezieht daher die gesamte Blaulichtfamilie mit ein, und sie gilt nicht nur für Eheleute, sondern auch für Lebenspartner, Großeltern, eheliche und uneheliche Kinder und Enkel”, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Mein tiefstes Mitgefühl. Einen oder in diesem Fall sogar zwei Kameraden im Einsatz zu verlieren, ist das Schlimmste, was passieren kann. Ich wünsche den Familien und der betroffenen Feuerwehr ganz viel Kraft. Es wird ein langer und schwerer Weg, dieses Ereignis zu begreifen und zu verarbeiten. Ausblenden wird man es niemals mehr können. Ich hab’s selber verspüren müssen.

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  2. Ich wünsche den Familien und den Kameraden von den beiden getöteten Feuerwehrmännern in diesen schweren Stunden sehr viel Kraft.

    Liebe Kameradinnen und Kameraden (organisationsübergreifend), kommt in Zukunft immer gesund von den Einsätzen zurück !!!

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  3. Guten Abend,
    die Nachricht vom Tod der beiden Kameraden hat mich traurig gestimmt. Auch wenn ich 1999 wegen eines Arbetsunfalls den Dienst quittieren musste bin ich im Geiste immer noch dabei. Ob es stimmt oder nicht weiß ich nicht “Abstandswarner abschalten Lkw”? Habe vor einigger Zeit eine Reportage gesehen das man das Ding ausser Kraft setzen kann. Man schaue sich die LKW Unfälle auf den Autobahnen immer wieder an.Wünsche nur das alle KameradenINNNEN ohne Schaden immer nach Hause kommen.

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  4. Mein aufrichtiges Beileid! Sie rückten aus, um zu helfen und kommen nie wieder zurück. In Ludwigshafen tarb ein weiterer Kamerad, 11 Monate nach dem Unglück bei BASF. Drei tote Kameraden an einem Tag. Schwer zu verstehen!

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  5. Mein Herzlichstes Beileid allen Betroffenen.
    Wünsche viel Kraft und Mut das zu verarbeiten.

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  6. Ich möchte auf diesem Wege mein tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck bringen und allen Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und den Feuerwehrangehörigen sehr viel Kraft und die nötige Unterstützung für jeden Einzelnen wünschen. Gerade dieses Unglück zeigt uns ganz genau, dass wir im Einsatz nicht gut genug und sicher geschützt sein müssen. Leider ist dies nicht immer der Fall und es kommt immer wieder zu furchtbaren Unfällen. Wir sind zu jedem Einsatz mit dem Ziel unterwegs, dass wir helfen möchten und immer heil und unverletzt nach Hause kommen! Das sollten wir nie vergessen!

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  7. Auch mich macht diese Nachricht sehr traurig und möchte hiermit mein tiefes Mitgefühl zum Ausdruck bringen! Ebenso wünsche ich den Hinterbliebenen und den Kamerad/innen viel Kraft bei der Bewältigung und Verarbeitung dieses tragischen Ereignisses! – Allen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren sowie sämtlichen Rettungskräften aller Organisationen wünsche ich allzeit erfolgreiche Einsätze und eine gesunde Heimkehr von den Einsätzen!

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