Berliner Feuerwehr stellt erste Ergebnisse vor

Test des Löschfahrzeugs mit Elektroantrieb beendet

Berlin – Über 13 Monate hat die Berliner Feuerwehr das erste Elektro-Löschfahrzeug der Neuzeit im Echtbetrieb getestet. Die Ergebnisse sollen auf der Interschutz in Hannover dem großen Fachpublikum präsentiert werden. Tatsächlich wartet die Feuerwehrwelt gespannt darauf, wie sich das von Rosenbauer gefertigte Löschfahrzeug bewährt hat. Ein paar wesentliche Erkenntnisse haben uns die Verantwortlichen schon vorab verraten.

Rund 1.600-mal rückte das eLHF innerhalb von 13 Monaten in Berlin aus. Über 95 Prozent der Einsätze konnten komplett elektrisch absolviert werden. Foto: Hegemann
  • Das eLHF wurde an den drei BF-Wachen Mitte, Suarez und Schöneberg eingesetzt. Es ist in der 13-monatigen Testphase fast 1.600-mal ausgerückt. Die Abkürzung eLHF steht übrigens für Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug mit Elektroantrieb. 
  • Es hat dabei insgesamt fast 14.000 Kilometer zurückgelegt.
  • Zehnmal sprang der Range Extender (der eingebauter 6-Zylinder-Dieselmotor) im Einsatz oder während der Rückfahrt an, weil der Akkustand unter 20 Prozent gesunken war.
  • Über 95 Prozent der Einsätze konnten reinelektrisch absolviert werden. Die Zielvorgabe lautete über 80 Prozent. Ein noch besseres Ergebnis verhinderten ein Ausfall der Ladeinfrastruktur an der Wache Suarez für 2 Wochen und Ladeprobleme des eLHF nach einem Software-Update. Aus diesem Grund war die Testphase auch auf 13 Monate verlängert worden. Geplant war eigentlich nur ein Jahr Testbetrieb. 
Die Sitzordnung der Mannschaft im eLHF überzeugt die Nutzer in Berlin. Foto: Hegemann
  • An jeder Teststation befragte die Berliner Feuerwehr die Nutzer. 75 Prozent der Befragten lobten die neuartige Sitzanordnung in der Kabine. Nur noch der Maschinist und der Staffelführer gucken in Fahrtrichtung. Wasser- und Schlauchtrupp sitzen sich im Mannschaftsraum gegenüber – das erleichtert die Kommunikation. 
  • Das Fahrzeug konnte alle Einsätze von der ersten bis zur letzten Minute absolvieren. Das eLHF ist nicht einmal ausgefallen! 
  • Die Berliner hat der Testbetrieb überzeugt. Sie streben den Kauf weiterer eLHF an.

Nach Abschluss des Probebetriebs an den drei Berliner Wachen ging das eLHF erst einmal zurück an Rosenbauer. Im Stammwerk in Leonding (Oberösterreich) zerlegen die Techniker das Löschfahrzeug gerade komplett. Nach einer umfassenden Untersuchung und Überprüfung werden vom Kabelbaum, den Steuergeräten bis zu den Batterien alles auf Serienstand gebracht. Auf der Interschutz wird das Fahrzeug in Halle 13 am Stand C10 zu sehen sein.

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Wer nicht so lange warten möchte oder nicht nach Hannover reisen wird/kann, dem sei die April-Ausgabe 2022 des Feuerwehr-Magazins empfohlen. Auf sechs Seiten berichten wir über den Test und seine Ergebnisse. Aktuell kann die Ausgabe im Handel erworben werden. Oder ihr bestellt euch einfach bei uns im Online-Shop ein gedrucktes Heft oder ein Digitales zum sofortigen Download.     

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es hat auch niemand gesagt, dass das fürs Land ist. In der Stadt wäre man dumm, sowas nicht zu machen..

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  2. Bei den Kosten eines solchen Fahrzeugs relativiert sich der Preis des Akkus recht schnell.
    Zudem wird mit der Einführung von E-LKW der Akku zu einer Standardkomponente werden.

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  3. Die Frage ist doch eigentlich nicht nur, hält die Batterie in jedem Szenario auch die 30 jährige Dienstzeit aus? Bei den hohen Kosten für den Ersatz einer solchen, käme das wohl einem herkömlichen Motortausch gleich, welche kleine Komune soll das stemmen?

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  4. Ich bin im Auto seit 3 Jahren und 100 tKM quer durch Europa nur noch elektrisch unterwegs. In der Familie sind alle Verbrenner ersetzt.
    Wer denn Schritt gewagt hat, wird nicht mehr zur alten Technik zurückkehren. Elektrische Mobilität ist die Gegenwart und Zukunft. Die Effizienz, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit ist unschlagbar.
    Schön, dass nun auch die Feuerwehren sich öffnen.
    Wasserstoff wird in der Industrie eine große Rolle spielen, nicht in der Mobilität.

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  5. Womit Sie recht haben! Wasserstoff hat außerdem noch andere Vorteile Stichwort verlustfreie Speicherung. Gleichzeitig ist bei Lithium-Ionen Akkus die Umweltverträglichkeit als Fragwürdig anzusehen, der Großteil des Lithiums stammt aus Minen in denen Arbeitsschutz oder faire Bezahlung Fremdwörter sind.
    Aber auch Wasserstoff sehe ich kritisch. Wasserstoff ist wie wir alle wissen hoch explosiv was in der Nähe von Bränden bei einem technisch nicht ausschließbaren Lecks des Wasserstofftanks eine Katastrophe zur Folge hätte.

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  6. In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt oder auch im Ruhrpott, da können reine Elektrofahrzeuge sinnvoll sein, aber auf dem Land das bezweifle ich extrem. In den Großstädten sind die Fahrzeuge täglich am laufen. Aber auf dem Land doch nicht und ein Akku hält eben länger, wenn dieser nicht permanent aufgeladen wird. Der muss auch mal entladen werden.

    Der Test war ein Erfolg, haha ja in der Großstadt, warum wird kein realer Test gemacht, nämlich auf dem Land und da fängt es schon mit der Ladestation an.

    Elektro ist so oder so nicht dir zukunft, sondern Wasserstoff
    oder nehmen wir mal die Post, warum schafft die Deutsche Post diese Elektrokarren wieder ab und kauft Diesel, weil eben diese Elektrodinger nicht effizient genug sind, kaputt gehen oder sonstige Kosten zu extrem sind.

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  7. Dazu wird sich seitens der sog. Experten in keinen der E-Autos Abfällen
    geäußert,
    Das wird stillgeschwiegen.
    Richtig ist m.E. wie schon unter Schmi8. April 2022, 10:11 , zu lesen
    auf Wasserstoff- zu warten !

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  8. Ich war ein Tester das beste, was ich bis jetzt gehabt habe darf aber nicht zuviel sagen und zur Batterie die alte verkauft Mann für ein gutes Geld nachfrage sehr hoch für speicher immer gut auch nach 20 Jahren ’ne neue einbauen bist dort hin kostet die keine 15.000 Euro mehr, das Auto hat nicht eine Macke und 1600 einsetze kein Lärm keine Abgase ich habe jetzt wegen dem mir ein Elektroauto gekauft super Sache und Warden mir mal was noch in 3 Jahre kommt, ich freue mich jetzt schon auf die neuen Autos egal wo

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  9. @Fred: Auch bei den Freiwilligwn, die ein HLF10 oder 20 nutzen, wird die EInsatzzahl wohl eher im dreistelligen Bereich pro Jahr liegen. Bei den klassischen Dorffeuerwehren sind so große Fahrzeuge wohl eher nicht zu finden…

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  10. Ganz einfach. LFP Akku verwenden.
    Denn kannst du auf 100% voll laden und stehen lassen.
    Interessiert den Akku nicht.

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  11. Für die Städte mag das ja alles schön und gut sein, aber mich würde interessieren wie sich das Fahrzeug bzw. der Akku bei kleineren und größeren Feuerwehren auf dem Land macht. Bei zwei bis drei Einsätzen pro Monat aber auch pro Woche sehe ich da eher schwarz für die Technik. Alleine schon bezüglich der Ladeerhaltung sind alle Zeiten mit “Leerlauf” zwischen Einsatz/Übung tendenziell Gift für den Akku. Und wenn der dann auch nur für eine Stunde wegen einer Ölspur oder vielleicht mal drei bis vier Stunden auf der Autobahn genutzt wird und danach wieder vollständig geladen wird kann ich mir nicht vorstellen, dass so ein Gerät länger als 5 Jahre durchhält. Und da der größte Teil der deutschen Feuerwehren (meines Wissens zwischen 90 und 95%) bei den freiwilligen mit eben solchen Einsatzszenarien liegt, wird es vermutlich schwierig, dieses im Grunde gute und nachhaltige Konzept großflächig zu etablieren, insbesondere wenn man die hohen Anschaffungskosten bedenkt.

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  12. Wartet doch auf Wasserstoff Fahrzeuge. Was macht ihr mit der Batterie nach 7 Jahren?

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  13. Der Angriffs,- und der Wassertrupp haben sich schon immer gegenüber gesessen. Nur eben saß der eine mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, während der andere Trupp mit dem Gesicht zur Fahrtrichtung fuhr. Der Vorteil der Kommunikation gilt vor eher in Richtung Staffelführer und das keiner mehr rückwärts sitzen/fahren muss.

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  14. Gunthard; es wird sehr wichtig sein auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Aussagen wie „dass reine Elektroantriebe eine funktionierende Alternative bei PKW´s wären“ zeigt auf dass die Gegenwart nicht angekommen sind. Warum zwei Dinge nutzen wenn eines ausreichend sind. Bei aktuell längeren Einsätzen zeigt es sich auch immer wieder dass Ver- und Gebrauchsmaterial herangeschafft werden müssen. Und auch hier zeigt sich dass mit Vernunft und Weitblick agiert werden muss. Sehr viele Einsätze sind unter einer Stunde um unter 35 km. Passt also!

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  15. Ich bin nicht der Überzeugung, dass reine Elektroantriebe eine funktionierende Alternative bei PKW´s wären, aber eine sinnvolle Kombination von Dieselgenerator und Elektromotoren,wie sie sich in Bussen und auch in einem Feuerwehrfahrzeug realisieren lassen, könnte die Zukunft sein, hier müssen nur noch die höheren Anschaffungskosten durch die dann hoffentlich wesentlich niedrigeren Betriebskosten pro Einsatz kompensiert werden. Wenn Rosenbauer etwas in die Hand nimmt, dann richtig, bin ganz auf den Testbericht gespannt.

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